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Hundeforum Der Hund
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Verteidigung

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Originalbeitrag

Wenn ein Hund einer anderen Person Schaden zufügt, greift zivilrechtlich § 833 BGB. Demnach hat der Hundehalter für alle Schäden einzustehen. ABER: es greift beim Einrecher-Fall ganz sicher auch § 254 BGB (Mitverschulden). Trägt der Beschädigte selbst Schuld, reduziert das die Haftung des Hundehalters gegebenenfalls auf 0. Ich weiß von keinem einzigen Urteil (in Deutschland) in dem ein Richter einem vom Hund gebissenen Einbrecher Schmerzensgeld oder Schadensersatz zugeprochen hätte. ;) Sollte solch ein Urteil existieren, würde ich mich über das Aktenzeichen freuen.

Davon zu abzugrenzen ist der strafrechtliche Part der fahrlässigen Körperverletzung. Will mich jemand ausrauben oder vergewaltigen oder sonstwas, darf ich mich mit ALLEN Mitteln wehren, die dazu geeignet und erforderlich sind, diesen Angriff zu beenden. Dazu zählt AUCH mein Hund. Die Körperverletzung bleibt dann zwar bestehen (am Tatbestand, dass mein Hund jemanden verletzt wird, ändert sich ja nichts), aber die Notwehr rechtfertigt sie.

Danke :)

Ich finde, das macht Sinn.

Dennoch muss man ja immer (bei jedem Fall) die ganzen Umstände auch mit beachten.

Kaum ein Fall ist 100%tig gleich und somit wird auch nicht pauschal so oder so entschieden.

Es gab mal einen sehr interessanten Fall .. besser gesagt zwei Fälle, die komplett gleich waren.

Es ging um eine Mietsache.

Mieter desselben Wohnhauses (beides jeweils Auswandererfamilien/dieselben Wohnräume/identische Miete/gleicher Vermieter usw.) und beide bekommen zum selben Zeitpunkt die Kündigung.

Da die Familien unterschiedliche Namen haben, entschieden unterschiedliche Gerichte.

Derselbe Fall (es ging um Untersuchungen/Studien der Rechtssoziologie) wurde von zwei unterschiedlichen Richtern auch unterschiedlich verhandelt.

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Wieso unterschiedliche Gerichte? Mietsachen werden vor dem Amtsgericht verhandelt. Vor dem zuständigen Amtsgericht in dem sich die streitige Mietsache befindet.

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Wenn ein Hund einer anderen Person Schaden zufügt, greift zivilrechtlich § 833 BGB. Demnach hat der Hundehalter für alle Schäden einzustehen. ABER: es greift beim Einrecher-Fall ganz sicher auch § 254 BGB (Mitverschulden). Trägt der Beschädigte selbst Schuld, reduziert das die Haftung des Hundehalters gegebenenfalls auf 0. Ich weiß von keinem einzigen Urteil (in Deutschland) in dem ein Richter einem vom Hund gebissenen Einbrecher Schmerzensgeld oder Schadensersatz zugeprochen hätte. ;) Sollte solch ein Urteil existieren, würde ich mich über das Aktenzeichen freuen.

Davon zu abzugrenzen ist der strafrechtliche Part der fahrlässigen Körperverletzung. Will mich jemand ausrauben oder vergewaltigen oder sonstwas, darf ich mich mit ALLEN Mitteln wehren, die dazu geeignet und erforderlich sind, diesen Angriff zu beenden. Dazu zählt AUCH mein Hund. Die Körperverletzung bleibt dann zwar bestehen (am Tatbestand, dass mein Hund jemanden verletzt wird, ändert sich ja nichts), aber die Notwehr rechtfertigt sie.

Jenau!

Und @Arachne: Doch, der Grund für die Körperverletzung zählt eben doch.

Wenn mich jemand angreift und ich ihm mit einer Dachlatte gegen den Schädel schlage und er davon evtl stirbt, dann ist das zwar ein Todesfall, den ich verursacht habe, durch den Tatbestand der akuten Bedrohung aber gerechtfertigt.

Und wenn dein Hund die Dachlatte ersetzt, dann ist das ebenso gerechtfertigt - SOFERN nicht der Täter bereits außer Gefecht gesetzt wurde und der Hund dann trotzdem immer noch Schaden zufügt.

Soll heißen, wenn mein Hund mich verteidigt, muss er in dem Moment wieder entfernt werden, in dem die Gefahr für mein Leben beseitigt wurde.

Um den direkten Vergleich mit der Dachlatte zu haben: sollte mein Hund zufällig beim ersten Verteidigungsbiss eine Schlagader verletzen und der Täter stirbt, so ist dies ebenso noch durch die Notwehr abgedeckt.

Sollte er aber den Täter zunächst zu Boden ringen und ihm dann, wenn er schon nur noch zappelt die Kehle durchbeißen, ist die Verhältnismäßigkeit der Verteidigung nicht mehr gegeben. Das wäre dann - um bei der Dachlatte zu bleiben - so, als ob ich den Täter zunächst benommen schlage und ihm danach noch eins mit der Latte ins Genick gebe.

Beim Einbruch muss man noch etwas genauer nachsehen, denn wie schon gesagt, muss auch bei Verteidigung die Verhältnismäßigkeit mitbeachtet werden. Bedrohen mich die Einbrecher, also ist mein Leben/meine Unversehrtheit in Gefahr, so ist dem Hund mehr Spielraum gegeben. Stiehlt nur jemand meinen Renoir von der Wand ohne mich zu beachten, so ist ein einfacher Biss in den Po gegebenenfalls noch gerechtfertigt, eine durchtrennte Achillissehne allerdings schon nicht mehr, da dem Einbrecher mehr Schaden zugefügt wurde als er mir zugefügt hätte durch den Diebstahl :)

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Wieso unterschiedliche Gerichte? Mietsachen werden vor dem Amtsgericht verhandelt. Vor dem zuständigen Amtsgericht in dem sich die streitige Mietsache befindet.

Ich suchs mal raus ;)

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Es ging um einen Räumungsprozess:

(Zitat aus dem Text von Röhl in dem Buch "Grundlagen der Rechtssoziologie" von Thomas Raiser, 2009)

"(...)In demselben Haus bewohnen zwei griechische Gastarbeiter jeweils mit ihrer Frau gleichartige Räume auf Grund eines gleichlautenden Mietvertrags. Zur selben Zeit kündigt der Vermieter mit gleichlautenden Schreiben. Wegen der unterschiedlichen Namen der beklagten Mieter haben jedoch verschiedene Richter im Räumungsprozess zu entscheiden. In beiden Prozessen ist der Akteninhalt praktisch identisch. Es treten dieselben Anwälte auf, die Parteien selbst erscheinen zur Verhandlung nicht. Dennoch ergehen genau entgegengesetzte Urteile."

Es geht in dem Kapitel um die Bedeutung von Hintergrundmerkmalen und Einstellungen der Richter.

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Ah ja jetzt..... unterschiedliche Richter, nicht Gerichte. (hätte mich jetzt auch echt verwundert)

Das ist die Sache mit "Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei Dinge". Richter sollen zwar unabhängig beurteilen, sind aber leider auch nur Menschen mit Empathien.

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Mir fällt gerade noch ein Bekannter ein, der im (privaten) Objektschutz tätig war. Einbrecher raeumen Lagerhalle (Computer) aus und tragen die pc's entspannt zum LKW. 2 Wachleute mit Hund (ein Rotti ein DSH) fordern die Einbrecher zum Stillstehen auf, was diese natürlich nicht tun - sie lachen und tragen die letzten 2 pc's eben ein wenig schneller zum Auto.

Da reißt bei einem der Hundefueher die Leine (denn einsetzen darf er den Hund ja nicht, wie sowohl er als auch die Einbrecher wissen), beim DSH, denn der Rotti richtet wirklich Schaden an wenn er zum Einsatz kommt und hat eine Leine ohne "Sollbruchstelle" ... Hund stellt und verbellt den Einbrecher, der dann duemmlicherweise meint, doch noch die Flucht ergreifen zu wollen. Hund greift ihn am Arm (keine Fleischwunde, da Jacke an, aber ordentliche Prellung oder wie auch immer das dann heißt).

Anzeige gegen den Hundeführer, dazu kommt der Vater des (etwa 20jaehrigen) Täters zum Wachmann und macht Theater, fragt, wie man sich fühlt, wenn man "einen Hund auf einen Menschen hetzt" ... Antwort Wachmann: fragen Sie Ihren Sohn mal, wie er sich fuehlt, wenn man ihm die Bude ausräumt. Und sagen Sie ihm, dass nicht alle Hunde sauber stellen, verbellen und beim ersten Kommando ablassen - fuer's nächste Mal!

Verfahren auch in diesem Fall eingestellt. Die Staatsanwaltschaft sieht in diesen Fällen in der Regel kein öffentliches Interesse (wenn keine ernsthaften Verletzungen vorliegen).

Echt mal, es ist absurd, dass man sein Eigentum nicht ernsthaft verteidigen darf.

Und es ist auch absurd, dass ein warnendes Schild an der Tuer negativ ausgelegt wird im Sinne von "der Hundehalter wusste also, dass sein Hund gefährlich ist!". Drum gab's bei uns NIE Schilder, aber die Diebe wissen schon Bescheid, bei uns wurde in 12 Jahren nicht einmal eingebrochen, beim nächsten Nachbarn (der auch einsam wohnte) 9x ... Trotz zwei Jagterriern und einem Labrador. Die Diebe gucken sich offensichtlich auch die Hunde vorher mal genauer an.

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Oh.. hast recht.

Ich hab "Gerichte" geschrieben statt Richter, sorry.

Dann ist ja alles klar :)

Ja.. in diesem Text und bei dieser Studie ging es um das Merkmal der Richter "Mieter" oder "Vermieter" und ob das Urteil "zugunsten oder zuungunsten des Mieters" mit diesem Merkmal korreliert.

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Leider kann ich erst Heute antworten.

Bei dem Laubenbesitzer lag das Grundstück im Gewerbegebiet.

Also eher an einer Bahnschiene,wo eigentlich nur Zuchtstätten waren.

Genau wie es nicht gut ist ein Warnschild ... Vorsicht bissiger Hund..an die Tore zu hängen.

Die Gesetze haben sich sehr verschärft.

Als junge Frau stand ich mal vor Gericht wegen eines Beißvorfalles.

Ich wurde abends im Park beläßtigt.Mein damaliger Hund der im Gebüsch stöberte schoß wie ein Blitz und verbiß sich in den Angreifer.

Natürlich ließ er auf Komando ab,aber es war trotzdem ein böser Biß.

Der Mann verklagte mich ,da er 4 Wochen arbeitsunfähig war.

Der Richter sprach mich damals frei.

Dies war allerdings 1978

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Also ich für meinen Teil wäre in Todesangst und würde auch nicht nachdenken, ob ich den Angreifer sehr schädige, mit meiner Wehr. Wäre mir auch egal in dem Moment, ich finde so jemand denkt ja auch nicht nach, wie sich das Opfer fühlt. Ich würde zwar niemals mein Hund als Waffe einsetzen, aber wenn er von sich aus beißt und loslässt ..

Ist halt schlimm, wenn man gar keine Chance hat, sich zu wehren. Ich glaub das was ich sage kommt jetz falsch rüber, aber wenn ich mich wehren müsste, würde ich denjenigen abwehren mit aller Kraft, und wenn derjenige dann schwere Verletzungen hat, selbst Schuld! Ich finde der Angriff wiegt mehr auf.

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