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polar-chat.de  Der Hund
Sam

Nach Tod unseres Briards achteinhalbjährigen Briard aus Tierschutz übernommen

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Hallo,

unser Balou ist nach 13,5 Jahren glücklichen Briardleben eingeschläfert worden. Er war der dritte im Bunde neben Neufundländer und Briarmischling.

Nun wollen wir dem Alter der beiden 7 und 8 Jahre einem weniger glücklichen Hund eine Chance geben. Über Briard in Not haben wir ihn kennengelernt. Kurz seine Geschichte.

Geholt Anfang des Jahres aus der Tötungsstation in Spanien, nach Deutschland, auf Pflegestelle, zu neuen Besitzern - Scheidung - der Hund 8-9 Stunden alleine, neue Pflegestelle - Probleme: beißen - der Hund hat außerdem wie wir jetzt erfahren Leishmaniose.

Nun haben wir den "Kleinen" einen sehr großen etwas übergewichtigen Briard jetzt bei uns.

Wir wurden gewarnt, dass er Angstbeißer ist (kein Wunder bei der Vorgeschichte)

Er hat es auch schon bewiesen - er hat geschnappt - sowohl meine rechte als auch linke Hand hat zwei Löcher in der Haut - es ist nicht richtig gebissen, sondern eben geschnappt und die Fangzähne waren eben zu lang.

Entgegen der Ankündigung stieg er direkt aus dem Auto und am ersten Tag ging er auch mit spazieren, wir haben natürlich Halsband und Leine abgemacht, was sich im nachhinein als dumm erwiesen hat.

Am dritten Tag haben wir ihn dann aufgrund der Schnapperei ignoriert, Handschuhe gekauft und er bekommt nur Streicheleinheiten, wenn er kommt. Er scheint sich so langsam etwas wohler zu fühlen, geht rein und raus, erkundet den Garten und traut sich an unseren beiden anderen Hunden vorbei und schläft entspannt auf seinem Kissen.

Wir haben die Option, Ihn zurückzugeben, falls es nicht klappt. Nur das möchten wir dem armen Kerl nicht antun, ihn wieder zu enttäuschen, zumal er auch noch diese Leishmaniose hat.

Hat irgendjeman irgendwelche Tips, denn ich muss zugeben, so angenehm ist das mit meinen Händen nicht und ein wenig Respekt habe ich doch jetzt vor den 50 Kg in Fellform - zumal ich solches Verhalten bei all meinen Hunden nie kennengelernt habe.

Im voraus - danke!

Angelika

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Hallo Angelika :)

Finde ich ja klasse, dass ihr dem armen Kerl versucht eine Heimat zu geben. Dass er schnappt ist in der Tat unangenehm :(

Kannst du sagen, aus welchem Grund er geschnappt hat? Lemmy zB nutzt seine Zähne (leider ohne Drohung außer dass er die (Schlapp)Ohren minimal verstellt und "traurig guckt"), wenn er sich zu sehr bedrängt fühlt. das kann in unterschiedlichen Situationen geschehen, und ist, soweit ich das beurteilen kann, eher eine "letzte Maßnahme", die er selber auch total doof findet.

In Lemmys Fall aber ist das relativ einfach zu umgehen, indem ich solche Situationen weiträumig meide.

Sprich ich beuge mich nicht über ihn, wenn er in einer Ecke sitzt/liegt und ich erlaube ihm nicht, unter dem Küchentisch zu liegen wenn wir daran essen wollen (und schon gar nicht, wenn wir Besuch haben - andere Leute finden Löcher in den Schuhen selten witzig...)

Was ich fragen will: besteht die Möglichkeit, die Situationen in denen der Briard zugepackt hat zu vermeiden? Das ist an sich natürlich keine Lösung für das Problem, aber es gibt euch mehr Zeit, euch aneinander zu gewöhnen und eventuell legen sich solche Schwierigkeiten nach einer Einlebephase ganz von alleine.

Für das Haus: Wenn er beim Anlegen vom Halsband zupackt, macht doch eine Hausleine (leichte, 1m lange Stoffleine ohne Ringe) an den Hund, eventuell mit Geschirr, so dass ihr ihn nicht direkt anfassen müsst - ok, natürlich doch noch einmal um das Geschirr anzulegen/die Leine dran zu machen ;)

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Hallo,

das Schnappen war wohl bedingt das erste Mal meine Schuld. Wollte ihm eine Stelle einkremen, obwohl er gedroht hat (Zähne gezeigt) habe ich es trotzdem getan. Das zweite Mal: ich spiele öfter mit meinen Hunden - ich werfe kleine Stückchen Leckerchen und die suche. Meine verbliebenen 2 haben das wie immer mit Freude gemacht - er hatte Angst - habe ihm dann ein paar Meter entfernt seine gegeben und das letzte mit einem Streicheln seines Kopfes beendet.

Das mit der Leine wurde uns auch schon empfohlen, aber ich musste es ja besser wissen, weil das "arme Hundchen" mir leid tat und es so unbequem für ihn ist - ich weiß es war einfach nur dumm

Meint ihr das gibt sich mit der Zeit - und er muss wirklich erst wieder Vertrauen sammeln?

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ICh finde es toll das Ihr einem gestrandeten Hund ein neues Zuhasue gebt :klatsch::respekt:

Zumal er ein Aggressionsproblem hat (egal aus welcher Motivation)...

ICH persönlich würde den Hund an einen MAulkorb gewöhnen, den wenn Er den trägt könnt Ihr auch unbefangener mit Ihm umgehen...

zum Beispiel bei:

Gappay

oder

leicht und aus Plastik

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Schön das so ein älters Tier noch seine Chanse bekommt.

Er wird mit der Zeit Vertrauen aufbauen.

Bis dahin würde ich ihn nicht bedrängen. Über den Kopf würde ich ihn zb. garnicht streicheln. Dies mögen viele Hunde nicht.

Jule zeigte auch Angst vor Stöckern.Jetzt spielt sie damit.Sie nahm es sich von ihrem Spielkumpel an durch zusehen.

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Erstmal find ich es klasse das ihr dem "Kerlchen" eine Chance gebt =)

Du schreibst leider nicht seit wann ihr ihn habt.....

Gib ihm Zeit, bedränge ihn nicht, lernt euch erstmal kennen. Viel wird er sich sicherlich von Deinen beiden anderen abschauen mit der Zeit.

Das erste Mal sein Drohen zu übersehen war mehr als bedingt Dein Fehler ;) muss die Stelle unbedingt eingecremt werden oder kann das noch ein bisschen warten?

Spielen würde ich weiter mit Deinen beiden wie gewohnt, lass ihn einfach nur zusehen und gib ihm nix nur wenn er von sich aus mitspielen will und dann würde ich Gesten die auch als schlagen oder etwas nach ihm werfen sein könnten strikt vermeiden. Klingt nämlich als wenn das seine bisherige Erfahrung wäre.... Kopf streicheln ist erstmal tabu.

Wenn das Anlegen des Halsbandes problematisch ist, würde ich das mit den anderen beiden immer wieder "üben" wenn er es sieht, wahrscheinlich freuen sich die beiden (ist jedenfalls bei unseren so) und dann gehst mit beiden kurz vom Grundstück. Kommst zurück und ziehst beide wieder aus. Wiederholst das Spiel mehrmals über den Tag immer wieder. Kauf dem Neuling ein neues Halsband und biete ihm immer wieder an ihn anzuziehen, achte auf Warnzeichen und lass ihn dann (falls er droht) ohne Halsband auf dem Grundstück während Du mit den anderen rausgehst. Falls er das anlegen akzeptiert würde ich es erstmal dran lassen und mit dem zweiten (alten) das an-/ablegen üben. Und wenn er es zulässt würde ich alleine mit ihm rausgehen, damit Du ihm Zeit widmest und ihr euch da auch besser kennenlernt. Es ist sicherer falls er seine Macken auch ausserhalb haben sollte, wenn Du dann nicht die anderen beiden dabeihast.

Maulkorb und Hausleine würde ich erstmal nicht machen, sondern mir einen kompetenten HT ins Haus holen, der sich mit Angstschnappern auskennt. Vielleicht kennt der Verein jemanden in Deiner Nähe.....

Maulkorbtraining braucht Vertrauen und das fehlt Euch grad beiden - Dir und dem Hund.

Die Hausleine kann irgendwo hängenbleiben und etwas umreissen, was bei seiner Angst nicht grad förderlich wäre....

Klar wäre Gassigehen schön, ich denke ihm reicht erstmal der Garten auch aus ...

Es braucht Zeit bis er (Name wäre ja schön) wirklich bei Euch angekommen ist, das geht nicht innerhalb von Tagen sondern dauert länger.

Versuche Deinen Tagesablauf mit den beiden Hunden normal weiterlaufen zu lassen und gib ihm Zeit. Deine Schilderung des 3ten Tages (so würde ich auch weiter vorgehen) zeigt ja das er ganz langsam ankommt, gib die Hoffnung nicht auf.

Ich hoffe ich hab mir verständlich ausgedrückt, falls nicht nachfragen :D

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Im wesentlichen schließe ich mich meiner Vorschrieberin an.

Maulkorbtraining würde ich auf jeden Fall noch seinlassen, das wird nicht funktionieren solange der Hund etwas handscheu ist.

Laßt ihm Zeit, laßt ihn beobachten. Hunde schauen sich vieles erst mal an, schauen sind vieles ab.

Und laß ihm immer viel Raum damit er ausweichen kann. Nicht drüber beugen. Nicht direkt anschauen, vielleicht kennt er das von Menschen nicht so.

Setz dich eher mal auf den Boden, etwas von ihm entfernt, dann werden deine anderen beiden Hunde kommen und er sieht, wie ungefährlich du bist.

Schenke ihm wenig Beachtung, es sein denn, er kommt auf dich zu! Überlasse ihm (soweit es geht) die Initiative und laß ihn den Zeitpunkt bestimmen, wann er gestreichelt werden möchte.

Wenn die Salbe nicht unbedingt nötig ist (Hotspot, offene Wunde etc.), dann auch da erst mal nix machen.

Hunde sind schlau... der wird schnell merken, dass ihr es gut meint, keine Gefahr seid und sich auch bei den anderen beiden abgucken, wie es läuft.

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Vielen vielen Dank für Eure Antworten.

Also erstens - er heißt Brandy und ist heute den vierten Tag hier. Heute will er überhaupt nicht aus dem Wohnzimmer - wir haben alle Türen offen, z. Zt. geht das ja noch, und er ist nur kurz zum Pipi machen in den Garten und sofort wieder in sein Bett.

Das Knuddeln und Spielen mit meinen Hunden mache ich und er schaut interessiert und traurig zu.

Mensch der Arme, der tut mir so leid, bei all dem schlechten, was er erlebt hat und es fällt mir wirklich schwer, ihn nicht zu knuddeln. Aber da ich ihm ja helfen will, tue ich es nicht.

Das mit dem Eincremen dürfte evtl. ein Problem werden - er hatte ein Hotspot - ist aber nicht mehr offen und er bekommt Antibiotika (nur noch 2 tage) dann sind die Tabletten auf. Habe mit der Dame gesprochen die den Hund vorher hatte - da hat er offensichtlich nur mit dieser Hausleine gelebt und mit Halskragen - er ging zum spazieren raus und war dann den ganzen Tag im Haus - also sie sagte, das wäre so gut wie abgeheilt - so wie ich sehe ist es auch nicht mehr rot oder geschwollen - nur so sicher sehe ich es auf Grund des Zottelfells nicht so richtig.

Werde mal weiter berichten, aber im voraus Danke für neue Tips und evtl. Erfahrungswerte.

LG Angelika

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Hat irgendjeman irgendwelche Tips' denn ich muss zugeben, so angenehm ist das mit meinen Händen nicht und [b']ein wenig Respekt habe ich doch jetzt vor den 50 Kg[/b] in Fellform

Genau aus diesem Grund habe ich nur 1 Tipp für dich: Such dir ganz schnell einen Hundetrainer der dich unterstützt und dir hilft!

Dieser "Respekt" baut sich nicht von alleine ab, sondern wird sich immer mehr aufbauen, alleine schon durch deine Unsicherheit im Umgang mit dem Hund.

Ich glaube auch nicht, dass hier die Zeit "alte Wunden heilt" - zwar wird der Hund lernen, darauf zu Vertrauen dass du ihm nichts tust, aber Vertrauen im Sinne von "dir folgen", dich als Führungsperson akzeptieren...wird sich nicht aufbauen.

Nicht solange du ihm gegenüber unsicher (und mit Angst??) agierst.

Brandy braucht vor allen Dingen klare Anleitung und Regeln - solange du nicht die Sicherheit und Souveränität hast, diese auch durchzusetzen, wird sich auch an dem Verhalten nichts ändern.

Bitte verliere keinen einzigen Tag mehr mit Rumprobieren - du könntest ja hier schon mal die Postleitzahl angeben, vielleicht kann dir hier im Forum dann schon jemand einen guten Trainer aus deiner Gegend nennen.

Du hast ja Hundeerfahrung - aber eben nicht mit einem solchen Problem. Es ist keine Schande sondern zeugt in diesem Fall von Verantwortung, wenn du dir kompetente Hilfe vor Ort holst.

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Danke für Antwort - an Tips von Hundeschule haben wir auch schon gedacht - da wir große Hunde hatten, und unser verstorbener Briard war auch nicht leicht - waren alle Hunde in der Schule.

Nur denke ich mir, dass dieser Hund, wenn er jetzt schon wieder jemand neues kennenlernt überhaupt nicht mehr mit Welt zurecht kommt.

Überleg mal wieviel Stationen er in dem letzten 3/4 Jahr durchlaufen hat - angefangen mit dem Abgeben in einer Tötungsstation, dann der Transport nur angebunden zwischen Kisten in einem Transporter, dann die Pflegestelle, dann das erste zu Hause mit 2 Personen, dann die Trennung von 1 Person, dann alleine sein ca. 9 Stunden, dann wieder ein neues Zuhause, jetzt wir ...... ich weiß nicht

Sicher habe ich Respekt, aber Respekt sollte man vor allen Hunden und das nicht nur im negativen Sinn haben, d. h. ja nicht, dass ich Angst habe, nur eben bin ich so was nicht gewöhnt - mein verstorbener Briard hat auch geschnappt, nur er hat das Maul eben einen 1/2 cm weniger zugemacht, wenn ihr versteht was ich meine.

Die Tips mit dem Ignorieren scheinen zu fruchten - fällt mir zwar schwer aber ich mache es - er erkundet den Garten schon etwas weiträumiger, er u ntersucht Schuppen und Anbauten und bellt am Zaun. Er schläft entspannt und dackelt hinter einem her. Die Engstellen - unser alter Briard hat übrigens exakt an diesen Stellen auch gelegen - versuchen wir zu umgehen.

Spazieren gehen möchte er nicht, er läuft zum Tor um zu begrüßen, er bleibt zurück (ca. 5 m) wenn jemand geht.

Wenn ihr wollt, berichte ich mal weiter und halte die Sache mit dem Trainer auf jeden Fall im Hinterkopf - fragen wollten wir eh in der Hundeschule. Das einzige Problem das mir jetzt noch im Kopf rumspukt ist - was ist, wenn man wirklich an ihn heran muss - Verletzung oder dieser Hotspot?

LG Angelika

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