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Hundeforum Der Hund
Rosemont

Was passiert, wenn man gegen seinen Bauch handelt

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Der Plan war immer, sich einen "netten, verträglichen Hund" mit gemäßigtem Temperament und entspanntem Gemüt zu holen. Nicht zwangsläufig sofort, je nach dem, was die Zukunft bringt. Wenn es erst unter anderen wohnlichen Voraussetzungen erfolgt wäre, hätte niemand ein Problem damit gehabt. Es stand zumindest immer fest: Jagdtrieb darf "höchstens ein bisschen" sein, so dass sich mit etwas Nasenarbeit oder Dummy leicht etwas machen lässt, weil wir unter den aktuellen Umständen weder Chance noch den Nerv für ausgeprägtes Agility oder mehrmals die Woche Hundeplatz haben. Darum lag der Fokus immer auf einem Begleithund. Irgendwas mit Valium intus, wofür wir uns nicht komplett verbiegen müssen.

Hatten das Inserat eines Terrier-Mixes gefunden, der mit Katzen kein Problem haben soll, der "lieb und lustig" ist, gern spazieren geht und für den man einen Platz zum Kuscheln sucht. Auf den Fotos sah es aus, als hätte vielleicht Chihuahua mitgespielt. Wir haben uns gemeldet und uns auf ein Kennenlernen gefreut.

Samstag traf man sich, Schutzvertrag wurde schon mitgebracht. Wir hätten aber nicht gedacht, dass sofort Nägeln mit Köpfen gemacht werden. Ich weiß, dass das natürlich auch unser Fehler ist, aber es endete damit, dass wir unterschrieben und nun hier sitzen... Mit einem Mix, in dem eindeutig Parson steckt, maximal ein Jahr alt. Keine Probezeit, kein Kennenlern-Gassi, nichts. Da habt ihr ihn. So müssen sich Menschen fühlen, denen ein Abonnement angedreht wurde. Ich frage mich, ob die Mails im Vorfeld eventuell zu nett waren, dass man gleich so von uns überzeugt (?) war... Wir durften jedenfalls erst mal los, um überhaupt Futter für ihn zu haben.

Er ist rotzfrech. Will meistens mit den Katzen spielen, was wir unterbinden, weil unsere eine sich seit seiner plötzlichen Ankunft unberechenbar verhält. Wenn sie nicht schläft oder kräftig abgelenkt ist, beobachtet, verfolgt und fixiert sie ihn ohne Unterlass. Mit einem Blick in den Augen, der uns Angst macht, weil wir den nicht von ihr kennen. Sie ist bereits ein paar Mal auf ihn losgegangen und es beeindruckt ihn null, er versucht es terriertypisch immer wieder, als wäre nichts passiert. Wir müssen sie permanent beobachten, weil er sonst sie belästigt oder sie ihm ohne Vorwarnung eine knallt, kommen kaum zur Ruhe, außer wenn sie schlafen. Klogang und Fressen nur noch, wenn er so weit weg wie möglich ist. Das Bauchgefühl wird nicht besser, wenn man von Leuten hört, dass sie dieselbe Situation hatten und es nicht gut (d.h. mit Verletzungen) ausging.

Es wurde im Vorfeld nicht ein Wort darüber verloren, aber wir sehen täglich, dass er Jagdtrieb hat. Ein Muster können wir nicht festmachen, interessant ist alles, was sich schnell bewegt, sobald er nicht anderweitig abgelenkt ist - Oder auch nicht. Tretroller, Skates, Eichhörnchen, Vögel, fliegende Blätter, gelegentlich Fahrräder, vereinzelt auch Autos und Motorräder und Kinder. Letztere will er nicht jagen, er liebt sie einfach. Wie toll, dass wir direkt gegenüber einer Schule wohnen... Er bellt und springt scheinbar wahllos Leute an. Eben hatten wir wieder zwei Situationen. Ein Mann ging an uns vorbei, es war Ruhe. Nachdem er uns passiert hat, springt Hund plötzlich horizontal dem hinterher. Das passiert innerhalb einer Sekunde. Dasselbe mit einer Frau auf dem Fahrrad. Ich hatte ihn kurz, er wäre nicht an sie herangekommen, aber sie hat sich so erschrocken, dass sie ins Schlingern geriet. Fühlt sich spitze an, wenn man noch keine Hundehaftpflicht hat und die auch nicht abschließen möchte, weil man ganz klare Gefühle bezüglich des Kandidaten hat.

Dazu kommt, dass wir beide von zu Hause aus arbeiten. Konnten so kurzfristig keinen Urlaub nehmen und die Arbeit leidet zumindest bei mir deutlich, weil ich aufpassen muss, wenn mein Freund unabkömmlich ist, was regelmäßig vorkommt. Unser Tag hat sich komplett verschoben und wir sind froh, wenn wir das Nötigste erledigt bekommen. Ich habe permanent Bauch- und Kopfschmerzen...

Zu Hause wird immer mal apportiert, mit Ball oder Kauseil und natürlich nicht ohne Mätzchen, ein paar Kommandos geübt oder ein Knochen bekaut. Ein Intelligenzspiel (Brett mit Klappen, die man hochheben muss, eher leicht) hat er nach dem zweiten Anlauf durchschaut. Seit seinem zweiten Tag hier will er bereits "Spielchen spielen", uns veräppeln und sich durchsetzen. Ließ er sich das Anschlagen am ersten Abend noch zügig untersagen, versucht er nun, sich diese "Freiheit" zu verschaffen und veranstaltet Terz. Macht sich gut in einem Haus mit 14 Parteien. "Aus!" kennt er noch nicht und er kaut unheimlich gerne an einem herum, was manchmal auch wehtut. Dann wird abgebrochen.

Kopfarbeit wäre hier das Stichwort. Blöd nur, dass wir draußen Luft für ihn sind. Lockmittel wie Ball (komplett wurscht) und Snacks (klappt manchmal) sind eher unzuverlässige Helfer. Schleppleine besitzen wir nicht und wollten wir auch nie haben, weil die Umgebung hier das nur schwer zulässt. Und dann ist da noch der typische Bewegungsdrang. Der kleine Kerl ist unheimlich agil. Wir sind zwei bis drei Stunden täglich mit ihm unterwegs, abends nach der letzten Runde könnte er trotzdem noch Bäume ausreißen, während wir komplett auf dem Zahnfleisch gehen.

Alleine lassen können wir ihn nicht wegen der Katzen und die Wohnung ist nicht groß genug, als dass man einfach eine Tür schließen könnte, zumal er dann sicherlich Rabatz machen würde. Hätten wir 80m² oder würden gänzlich anders wohnen, könnte man darüber nachdenken, wie es sich einrenken lässt, aber so sehe ich keine Zukunft. Tatsache ist: Wir wissen ganz genau, dass es kein Hund für uns ist. Er wäre über kurz oder lang unterfordert und wir überfordert. Würde er bleiben, würde das heftige Einschnitte für alle bedeuten, die wir nicht in Kauf nehmen möchten. Als Besuchshund wäre er nett, weil wir dann wüssten, dass es zeitlich begrenzt ist und sich danach hier wieder alles entspannt.

Gestern Nachmittag habe ich der Pflegestelle eine ellenlange Mail geschrieben.

Mir wurde angeboten, wir könnten am Freitag telefonieren, weil unterwegs...

Es gibt Leute, die mir einreden wollen, wir müssten nur mehr Geduld haben und dies tun und das tun und jenes. Nur damit der Hund nicht wieder zurück muss. Ich persönlich sehe einen Rückzieher jetzt, wo er noch keine Bindung zu uns hat und uns praktisch als Ausflug sieht, für die bessere Wahl, weil er so die Chance bekommt, zu aktiven Menschen zu kommen, die seinen Bedürfnissen Rechnung zollen können und wollen. Vielleicht mit größeren Kindern, weil er die doch so liebt.

Der Kleine ist ein toller Hund, daran gibt es keinen Zweifel... Aber er ist hier absolut an der falschen Adresse. Heute habe ich endlich mal Schlaf gefunden und bin trotzdem völlig am Ende. Ich fühle mich grottenschlecht, weil es niemals hätte dazu kommen dürfen. Ich würde alles dafür geben, zu dem Moment zurückspulen zu können, an dem mir der Vertrag gezeigt wurde. Erst dachte ich, ich hätte einfach nur den Blues, aber jeden Tag spüre ich, dass das hier nicht richtig ist. Ich will diesen "Kampf" nicht...

Danke fürs Zuhören... :(

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Oje :(

Ich weiß ja, dass Du Dir viel und intensiv Gedanken darum gemacht hast, was es für ein Hund werden soll...

Wisst ihr von der Vergangenheit des Hundes irgendwas?

Lass Dich einfach mal drücken. :knuddel

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Ojeoje... :(

Ich denke auch, daß du mit dem Hund nicht glücklich wirst. Was man dir auf der PS erzählt hat, ist das eine, daß du blauäugig was unterschrieben hast, ist das andere.

Aber so kann es gehen...

Kann der Hund denn wieder zurück? Welche Optionen habt ihr denn (lt. Vertrag)?

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(bearbeitet)
Originalbeitrag

Wisst ihr von der Vergangenheit des Hundes irgendwas?

Er ist Spanier (Mallorca) und möglicherweise aus Palma, weil der Straßenverkehr ihn überhaupt nicht stört... Angeblich war er auf einer Katzenstation, aber das kann ich mir nicht vorstellen. Oder es waren allesamt äußerst geduldige Wundertiere. Edit: Oder Freigänger. Die Option fällt hier komplett aus.

Originalbeitrag

Kann der Hund denn wieder zurück? Welche Optionen habt ihr denn (lt. Vertrag)?

Der Hund bleibt bis ein Jahr nach Vermittlung Eigentum der Orga. Er könnte definitiv zurück. Es gab auch andere Interessenten neben uns, die sehr traurig gewesen sein sollen, dass er nicht zu ihnen ging. Für die kann ich allerdings nur hoffen, dass man ihnen reinen Wein einschenkt, was das Naturell dieses kleinen Fegers angeht...

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Tatsache ist: Wir wissen ganz genau, dass es kein Hund für uns ist. Er wäre über kurz oder lang unterfordert und wir überfordert. Würde er bleiben, würde das heftige Einschnitte für alle bedeuten, die wir nicht in Kauf nehmen möchten.

(

Alleine das ist Aussage genug!

Der Hund passt für euch nicht. Bitte sorgt für ein neues und gutes Zuhause.

Wenn Ihr ihn zurück geben wollt, oder auch könnt, so glaube ich nicht, dass die dortige Stelle den geeigneten Hundehalter suchen wird. Sonst hätte man Euch den Hund nicht einfach so aufs Auge gedrückt!

Bitte kümmert Euch selbst um eine geeignete Endstelle. Das seid Ihr dem Hund einfach schuldig!

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Wenn das so ist, würde ich an Deiner Stelle Deinem Bauch entsprechend ihn jetzt bald zurück geben, bevor die anderen Interessenten sich anderweitig orientiert haben. Aber rede auf jeden Fall sehr ehrliche Worte mit der Orga, damit sie den Hund nicht nochmal unter falschen Voraussetzungen vermitteln.

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Bitte kümmert Euch selbst um eine geeignete Endstelle. Das seid Ihr dem Hund einfach schuldig!

Wenn du mir sagst, wie das funktionieren soll, ohne Probleme zu bekommen...

Der Hund gehört nach wie vor der Orga, private Vermittlung steht mir gar nicht zu.

Originalbeitrag

Aber rede auf jeden Fall sehr ehrliche Worte mit der Orga, damit sie den Hund nicht nochmal unter falschen Voraussetzungen vermitteln.

Stand bereits alles lang und breit in meiner Nachricht von gestern. Etwas mehr als "Freitag" hatte ich mir erhofft, allerdings kann ich schlecht verlangen, dass das Privatleben umgeworfen wird, weil wir mit den Armen wedeln...

Im persönlichen Gespräch wird das jedenfalls alles noch einmal deutlich gemacht, weil ich glaube, dass ein Haushalt, in dem man nicht konsequent und aktiv mit ihm arbeitet, dafür sorgen wird, dass daraus mal einer der vielen Russells wird, die aus genau solchen Gründen überhaupt erst im Tierheim landen. Wir haben aufgrund der Vorbereitung ja noch den Vorteil, viele Dinge zumindest sachlich betrachten zu können.

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Ich bin auch mal sehr spontan zu einem Terrier-Mix gekommen.

Sie ist zwar mittlerweile ruhig und führig, da steckt aber eine Menge Arbeit drin.

An eurer Stelle würde ich ihn auch zurück geben.

OT: ist das normal, dass solche Klauseln im Schutzvertrag stehen?

1 Jahr Eigentumsvorbehalt ohne weitere Ausführungen?

Sowas würde ich nie, niemals unterschreiben.

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Rückgabe an die Organisation, wenn vereinbart, dann muss und soll es so sein.

Wenn Ihr aber einen neuen Besitzer aufzeigen könnt (der ernsthaft den Hund übernehmen könnte), dann wäre die Tier-Org. sicherlich nicht davon abgeneigt.

Ihn einfach so seinem Schicksal zu überlassen, fände ich persönlich nicht in Ordnung.

Ihr ward diejenigen, die sich - Entschuldigung, wenn ich das sage, - überreden lassen habt. Wäre Euch das mit einem Auto etc. auch passiert?

Es werden sehr viel schneller Lebewesen gekauft, als Autos. Das ist leider Fakt!

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Wenn Ihr ihn zurück geben wollt, oder auch könnt, so glaube ich nicht, dass die dortige Stelle den geeigneten Hundehalter suchen wird. Sonst hätte man Euch den Hund nicht einfach so aufs Auge gedrückt!

Bitte kümmert Euch selbst um eine geeignete Endstelle. Das seid Ihr dem Hund einfach schuldig!

Da der Hund mit einem Vertrag vermittelt wurde, muss sie den hund zurück geben.

@Tanja: Das steht so in eigentlich jedem Schutzvertrag drin. Und es macht auch Sinn. So kann z.B. niemand den beschlagnahmten Hund eines Bekannten übernehmen und ihn dann an diesen zurück geben.

@Rosemont: Ich glaube, ihr habt den falschen Hund. Ich würde ihn auch alsbald zurück geben. Sagt genau, dass es einfach nicht passt und der Hund und ihr gemeinsam nicht glücklich werden würdet.

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