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Meine Freundin ist tot

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Das hat jetzt gar nichts mit Hund zu tun und ich weiß auch nicht, ob das unter diese Rubrik gehört, aber in die Plauderecke gehört es auch nicht wirklich.

Ich habe heute von meiner Mutter erfahren, daß meine älteste Freundin (Sandkastenfreundin) gestorben ist und morgen beerdigt wird. Ich bin irgendwie vollkommen neben der Schnur.

Wir kannten uns seit ich hier in der Gegend wohne, seit ich ca. 3 Jahre war. Wir haben zusammen in der Sandkiste gespielt, sie war über Jahre meine beste Freundin. Meine Wegbegleiterin in guten und schlechten Zeiten. Wir waren gleichzeitig das erste Mal verliebt, wir hatten gleichzeitig den ersten Liebeskummer. Wir haben anderen Leuten Streiche gespielt und gemeinsam immer irgendeinen Mist ausgeheckt. Ein paar Jahre haben wir uns aus den Augen verloren, weil wir unterschiedliche Schulen besuchten, nach der Schulzeit wurde der Kontakt wieder enger. Viele gemeinsame Unternehmungen standen an, Diskothek und so, Männerschau...Urlaube...

Als ich damals meinen langjährigen Lebensgefährten kennen und lieben lernte, brach der Kontakt so langsam auseinander. Ich hörte da immer mal wieder Gerüchte, daß sie lesbisch wäre, keine Ahnung, ich hatte eigentlich nicht den Eindruck, weil sie hatte ja immer die selben Probleme und den selben Liebeskummer und wir fanden auch oft die selben Typen toll. Vor ein paar Jahren war nochmal ein bißchen Kontakt, als ihre Mutter starb, aber nur kurzzeitig und das war es dann auch. Seit bestimmt 10 Jahren ist Funkstille, unsere Interessen waren aber auch immer recht unterschiedlich. Für mich haben immer Tiere einen recht großen Stellenwert gehabt, für sie nie. Ich habe mich immer mehr um irgendwelche Viecher gekümmert als um Freunde, sie aber nicht.

Und nun ist sie tot. Ich kann das gar nicht fassen. Ich sitze hier und gucke alte Bilder an. Und weiß gar nicht warum sie gestorben ist. Meine Mutter las mir die Todesanzeige am Telefon vor, da steht was von keine Kränze sondern Spenden an eine pallientativmedizinische Einrichtung. Wenn da ein Zusammenhang besteht vermute ich mal, sie war krank, hatte Krebs oder was weiß ich.. Ich bin immer noch am kämpfen, ob ich morgen zu der Beerdigung gehen soll, frei hätte ich zu der Zeit, weil ich erst mittags arbeiten muß. Nur ist der Donnerstag vormittag immer langen Spaziergängen mit Finja reserviert, da muß sie wohl morgen mal was kürzer treten. Ich würde schon gerne Abschied nehmen, auch wenn der Kontakt seit Jahren nicht mehr da ist. Aber uns verbindet so viel.

Es ist so erschreckend. Ich versinke hier manchmal im Elend, weil arbeitslos, zu wenig Geld, dann keinen Bock auf arbeiten oder Hund irgendwelche Wehwechen, aber mir geht es gesundheitlich echt gut. Ich fühle mich nicht alt und bin ich auch noch nicht (noch nicht mal 50) und um mich rum sterben gleichaltrige oder jüngere wie die Fliegen. Ich glaube ich muß das Leben mal mehr schätzen lernen.

Und jetzt sitze ich hier und bin am heulen, weil das Schreiben darüber so viele Erinnerungen weckt, aber ich mußte es auch mal los werden.

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Mein bruder hat sich im März das Leben genommen, ich weiß was da plötzlich für Gedanken kommen. Mein Beileid möchte ich dir aussprechen, weil sie ein Teil deines Lebens war auch wenn man sich aus den Augen verloren hat.

Diese Gedanken bringen aber nichts mehr, mach es wie mit den Bildern... denk an sie. Vielleicht kannst du ihrer Familie eine Trauerkarte schreiben, sie würden sich so freuen, dass alte Freunde sie nicht vergessen haben.

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Auch wenn sich Eure Lebenswege getrennt haben, so habt ihr doch lange Zeit den Weg gemeinsam beschritten. Auch sie wird in der letzten Zeit sicher an Dich gedacht haben und hätte sicher gerne von Dir Abschied genommen, wollte Dich aber wohl nicht belasten und hat sich daher nicht gemeldet. Wenn Du es kannst und schaffst würde ich dir raten zur Beerdigung zu gehen, nimm Abschied von Ihr, es hilft auch den Hinterbliebenen zu merken, sie sind in ihrer Trauer nicht alleine.

Die Fotos zu schauen ist ein guter Weg sich an Deine Freundin zu erinnern. Wenn Du magst versuch doch ihr einen Brief zu schreiben, schreib einfach alles rein was Dir durch den Kopf geht. Und wenn Du damit fertig bist, verbrenn ihn einfach.

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Schau, wie es Dir morgen damit geht!

Dein Hund wird es ansonsten wirklich ohne Probleme überleben, auch ein wenig zurückzustecken an einem Donnerstag, wenn Du Dich für die Beerdigung entscheidest!

Schlimm sowas, das glaube ich Dir und kann es Dir sehr gut nachempfinden.

Vor 2 Jahren mussten wir einen sehr guten Freund gehen lassen, der seinem Hautkrebs erlegen ist - 32 Jahre jung :(

Auch, wenn kein Kontakt mehr bestanden hat, Ihr hattet eine Verbindung über eine gewisse Zeit hinweg, seit einen gemeinsamen Lebensweg gegangen, habt die Kindheit und die Jugend viel miteinander verbracht - das prägt!!

ABER: erfreue Dich an Deiner Gesundheit, solange Du sie hast ;)

Lass Dich davon nicht allzu sehr unterkriegen, wir können an solchen Sachen nun mal nichts ändern!!

Erweise ihr den letzten Abschied, entweder morgen auf der Beerdigung, oder für Dich auf Deinem langen Spaziergang mit Finja. Allein das Gedenken an sie würde schon reichen, man muss nicht auf eine Beerdigung gehen!!

Fühl Dich gedrückt und mit starken Schultern versehen - schau nach vorne, denn Du bist gesund und das ist gut so ;)

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Das ist immer traurig, wenn Menschen sterben, die uns in einem Teil unseres Leben begleitet haben.

Auch ich kann dir nur empfehlen, morgen auf die Beerdigung zu gehen.

Auch wenn ihr euch viele Jahre nicht mehr gesehen und sich euer Leben in verschiedenen Richtungen weiter entwickelt hat, ist dieser Mensch doch ein langes Stück gemeinsam mit dir gegangen und war einmal wichtig für dich.

Nutze die Möglichkeit, mit Menschen aus ihrer Umgebung über sie zu sprechen und dich so an eine schöne Zeit zu erinnern.

Wenn du nicht gehst, werden Fragen unbeantwortet bleiben, so hast du morgen die Chance, mehr zu erfahren über die letzten Lebensjahre einer einst besten Freundin.

Um deinen HUnd mach dir mal keine Gedanken, der packt das, dass er mal kürzer treten muss.

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Deine Freundin würde sich sicherlich freuen, wenn Du zu ihrer Beerdigung gehen würdest. Wenn sie "irgendwo da oben" ist und ihrer Beerdigung zusieht, dann wäre sie sicherlich glücklich, Dich an ihrem Grab zu sehen.

Für die Familie ist es auch immer schön zu sehen, dass Freunde (wenn in dem Fall auch eher frühere Freunde) Anteil nehmen.

Außer es steht extra in der Todesanzeige, dass die Beerdigung im engen Familienkreis stattfindet.

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Oh, wie schrecklich! :(

Auch wenn ihr lange keinen Kontakt hattet, so war diese Frau dochein wichtiger Teil in deinem Leben, da ihr lange Zeit befreundet wart. Wer einen ein Stück im Leben begelitet, der gehört dazu, der prägt einen auch ein Stück weit mir, auch wenn man sich später aus den Augen verliert.

Mein herzliches Beileid! :kuss:

Die Entscheidung, ob du zur Beerdigung gehen solltest, musst du natürlich ganz allein treffen. Aber ich glaube herauszulesen, dass du eigentlich gehen möchtest. Dann tu das auch. Es ist ein guter Abschluss. :kuss: Denn so einfach fetig bist du mit dem Tod ja noch nicht. Das dauert. Und meiner Erfahrung nach ist es eine große Hilfe, bei einer Beerdigung noch einmal Abschied nehmen zu können.

LG

Renate

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Och Mensch, das tut mit aber leid. :knuddel

Der Tod eines Menschen den man über Jahre begleitet hat schmerzt einfach, auch wenn man keinen Kontakt mehr hatte.

An der Beisetzung teilzunehmen wird helfen Abschied nehmen zu können.

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Wenn du nicht hingehst, wirst du dich immer wieder fragen, ob das ein Fehler gewesen ist und dir vielleicht Vorwürfe machen.

Und für die Familie ist es auch ein schönes Symbol, wenn sie sehen, dass viele an die Verstorbene denken.

Mein Mann ist vor drei Jahren gestorben ( mit 48 und an Krebs) und ich hatte eigentlich auch mit einer Beerdigung mit nur wenigen Freunden und Familienangehörigen gerechnet und plötzlich waren ganz viele Menschen da. Mir hat das sehr geholfen und ich weiß, dass Hartmut sich auch darüber gefreut hätte.

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So was ist immer heftig, aber vielleicht ist es wirklich an der Zeit sich über das leben Gedanken zu machen. Unser aller Leben ist nun mal endlich, aber nicht bedeutungslos .... fühl dich mal lieb gedrückt.

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