Jump to content
polar-chat.de  Der Hund
Fiona01

Hunde zum "Rückwärtsdenken" erziehen

Empfohlene Beiträge

(bearbeitet)

Hallo ihr Lieben,

Vor langer Zeit hat Anita (Karl) hier einen Bericht im Forum verfasst, der um den vorwärtsdenkenden Hund und die Hundeformel geht. Wer den Bericht nicht kennt, hier noch mal der Link dazu. http://www.polar-chat.de/topic.php?id=24737&goto=427981&

Ich selber fand damals schon viel plausibel von dem was dort geschrieben stand.

Ich musste mich damals aber nicht weiter damit beschäftigen, weil ich keine Hunde hatte, die "vorwärts denken", jedenfalls nicht außergewöhnlich viel.

Dann kam Minos zu uns, ein 5 Monate alter Mix mit Jagdtrieb.

Da wir hier in einer Gegend wohnen, die wildreich ist, ich aber immer für mich und meine Hunde Freilauf praktizieren wollte, geriet ich in eine Situation, die ich vorher nicht kannte.

WIE und WAS mache ich mit diesem Hund, damit er lernt bei mir zu bleiben und da sind wir beim Thema. :)

Vorab, ich bin kein Profi und schildere hier nur meine Erfahrungen.

Es gibt Übungen, die einen Hund tendenziell erst mal von mir weg bringen.

Beispiel: Der Ball.

Meine Überlegung war nun, einen Hund, der sowieso schnell auslöst, so wie in seiner Welpenzeit schon bei Joggern, Fahrradfahrern, den brauche ich nicht von mir wegzulotsen.

Ball spielen in der Natur ergab für uns so keinen Sinn.

Sinn machen Übungen, die ihn zu mir bringen, z. B. ein Hier, ein Fuß, ein Stopp/Halt.

Minos lernte, "hinter" zu gehen, muss dies aber nur, wenn er unruhig wird, sei es, weil er eine Fährte hat, oder auch wenn wir an Stellen kommen, die nicht einsehbar sind.

Hinter bedeutet dann auch, ihm die Situation zu nehmen, sprich ich als Hundehalter bin die Erste in der Situation; du bist nach mir (hinter mir) dran. Hinter bedeute auch Ruhe!

Das alles sind erst mal nur ein paar kurze Beispiele, um zu erklären, was ich mit rückwärtsdenken meine.

Rückwärts = Kommandos, die zu mir hinführen, entweder zu dem Ort wo ich bin, oder so, dass der Hund gedanklich wieder bei mir ist. (Hier käme z. B. auch noch ein Tempo einschränken ins Spiel.)

Was meint ihr dazu und wie sind eure Erfahrungen?

Kann ich einen Hund mit bestimmten Übungen und hier geht es tatsächlich um die Übungen selber von seiner Bereitschaft nach vorne zu gehen wegbekommen?

Sollte ich alle Übungen, die ihn vorwiegend nach vorne bringen erst einmal außen vor lassen?

Was für Übungen fallen euch ein, die nach vorne bringen, oder rückwärts?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Puhhh, also ich hab bisher nur eine Sache, und die haben wir vorgestern erst angefangen. Und zwar "follow", sprich ich gebe den Befehl, und er bleibt direkt hinter mir. Hat Gestern in der Wohnung schonmal im Ansatz geklappt, dass er nicht bei jedem Geräusch im Nebenzimmer(provoziert natürlich)losgerannt ist, sondern ich die erste war, die gucken gegangen ist. Inwieweit solche Kommandos aber bei Jagdtrieb helfen, wo es ja doch eher um einen spontanen Impuls(zumindest bei Sichtjägern) geht, weiß ich nicht.

Abrufkommandos sind sicherlich sinnvoll, nein, notwendig, egal ob mit oder ohne Jagdtrieb.

Meiner reagiert ansonsten, selbst wenn er schon Beute in Sicht hat, am besten auf einen Pfiff, der in lediglich wieder in meinen Wirkungsbereich bewegt, sprich ich lobe auch, wenn er an mir vorbeirennt oder um mich herum. Also nochmal ein gravierender Unterschied zu Komm oder Hier, wo der Hund sich unmittelbar zu mir begeben soll.

Ich denke wohl, dass diese "rückwärts" Kommandos die Bindung immens fördern und auch die Einwirkung auf den Hund.

Ich denke, Rückwertskommandos und gezielte Impulskontrolle(kontrolliertes Apportieren etc.) sind in der Kombination zu empfehlen

LG Anne

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
(bearbeitet)

Hi Astrid ich machs ganz kurz :)

Ich habe ein Komando dass eigentlich gar keins ist, sie es aber in 90% der "Fälle" sehr wohl versteht.

Tschüss

Ich mach dann aber auch ernst mit Tschüss und zwar ziemlich zügig in die entgegengesetzte Richtung, bin auch schon gerannt. ;)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Originalbeitrag

Hi Astrid ich machs ganz kurz :)

Ich habe ein Komado dass eigentlich gar keins ist, sie es aber in 90% der "Fälle" sehr wohl versteht.

Tschüss

Ich mach dann aber auch ernst mit Tschüss und zwar ziemlich zügig in die entgegengesetzte Richtung, bin auch schon gerannt. ;)

So haben wir den Pfiff konditioniert xD wegrennen oder ganz fies, im hohen Gras verstecken.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Yep verstecken habe ich auch schon öfters gemacht, da schaut sie denn die Madame häää :???

wo ist Frauchen denn jetzt so schnell hin?

Aber wenn wir Rehe auf Sicht haben, hilft das leider auch nicht, da brennen bei dem Mädel (noch) sämtliche Sicherungen durch. :wall:

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Jap, das haben wir auch noch, aber der Pfiff sorgt wenigstens dafür, dass er sich ziemlich flott(in der Regel ein Paar Sekunden später) wieder in meine Richtung begibt. Du hast auch n Windhundmix oder?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Also ein Tschüss hätte bei Minos gar nichts gebracht. Im Schnüffelmodus hätte ihn das nicht interessiert. :)

Als wir angefangen zu üben, haben wir Unterordnung geübt.

Dann so Sachen wie "zurück", wenn er meinte den Weg verlassen zu müssen. Außer zum Lösen darf er das nicht.

"Verstand" er das nicht, kam die Körpersprache zum Einsatz, indem ich ihn zurückgedrängt habe, oder es flog auch schon mal die Leine neben den Hund, das verstand er immer. ;)

Wichtig also, Konsequenz und zwar immer. :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Klassisches "Bringen" im Schutzhunde-Sport ist eigentlich auch so aufgebaut, dass der Hund in Hochgeschwindigkeit das Bringsel holt und bringt, viele Hunde drehen schon im letzten Galoppsprung in der Luft, greifen das Bringsel und sausen zurueck.

Aufgebaut wird in der Regel, indem das Bringsel zwischen Hund und HF gelegt wird und somit zunächst immer eine Bewegung zum HF stattfindet. Erst später kommt das hinschicken oder wegwerfen. Also ist es für mich eine Uebung, bei der der Hund im Kopf haben sollte "so schnell wie möglich zurueck", obwohl er sich im ersten Moment ja weg bewegt.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

So nen Kandidaten habe ich ja auch, nur ist die keine 5 Monate mehr :D

Also was ihr und mir wirklich Spaß macht, ist jagdmäßige Aufgaben zu verteilen.

Am allerliebsten sucht sie mir z.B. ein Mäuschen.

Das bekommt sie richtig als "Kommando" - das Gute daran: sie ist dabei hochkonzentriert und es kommt ihrem Jagdtrieb einfach entgegen.

Oder ich hab ihre Beißwurst dabei und verstecke die irgendwo im Wald. Bevor sie sie suchen darf muss sie mich länger anschauen, aber nicht so, dass sie einfach nur guckt - nein ich will sie "spüren". Wenn sie die Wurst gefunden hat, gibts zur Belohnung ein Spiel damit.

Nach solchen Aktionen läuft sie meistens auch ziemlich entspannt und freiwillig hinter oder neben mir.

Von Anita hab ich auch den Tipp gehört so kleine Nivea Döschen mit Leberwurst zu befüllen.... heimlich verstecken... u nd auf dem Rückweg fängst du mit der Nase an authentisch zu schnüffeln und FINDEST - was eine Überraschung - eine Leberwurstdose! Die der Hund natürlich nicht fressen darf, hehe.

Dann habe ich nochwas:

Im Wald: Sie muss die ganze Zeit hinter mir laufen, aber der "Deal" dabei ist, dass wir Wege laufen, die sie sonst nicht gehen darf, also so richtig geheime Trampelpfade und so. Musste dir halt gute Schuhe anziehen. Aber auf diese Weise haben wir z.B. schon einen geheimen Waldteich entdeckt ,-)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Bei uns ist dieses Hinter-mir-Laufen mit dem Kommando "zurück" belegt. Ich habe das eingeführt, da Jerry sowohl auf Sicht als auch auf Spur jagt. Wenn er also an der Schlepp in unübersichtlichem Gelände vor mir läuft, habe ich da keine Chance mehr, auf ihn einzuwirken und ihn vom Losspurten abzuhalten. Außerdem gibts ja noch viele andere Gründe, warum es besser sein kann, dass Mensch voran geht.

Das Laufen mit ihm ist viel entspannter geworden. Außerdem habe ich den Eindruck, dass damit unsere Beziehung wieder einen Tick tiefer und besser geworden ist. Wir teilen uns ja so gewissermaßen die Führungsposition. Mal führe ich und mal führt er. Wenn er jetzt voran gehen darf, trete ich zur Seite und sage "ok". Wenn ich voran gehen will, halte ich ihn mit "Stop" an, schließe zu ihm auf, sage "zurück", trete vor ihn und laufe los. Die Leine schleppt ein, zwei Meter hinter dem Hund. Inzwischen läuft er auch ein halbe Stunde hinter mir, ohne Widerworte.

Die Einübung war bei uns recht einfach und ich muss sagen, das war meine beste Idee seit langem :)

LG, Angela

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

×

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie zu, dass wir Cookies verwenden, um unser Angebot zu personalisieren. Mehr erfahren.