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maravia

Hund beschwichtigt viel

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(bearbeitet)

Hallo ihr Lieben,

es tut mir leid das ich euch so mit Verhaltensfragen bombadiere, ich hoffe ihr seit mich noch nicht leid :redface .

Ich kann nur nicht anders, habe noch nie einen Hund kennengelernt der so viel kommuniziert und der einem so viel versucht mittzuteilen wie meine Kleine. Und ich will sie einfach verstehen.

Vorallem wo wir uns gerade dabei sind anzunähern.

Und um kritische Meinungen evtl. abzuschwächen, ab Anfang Oktober bekomme ich Einzelstunden bei einem neuen Hundetrainer. Und ich denke er kann mir viel weiterhelfen. Nur ist es bis dahin noch so lang, daher dachte ich dass ich mich ans Forum wende :so . Ihr habt mir schon so toll weitergeholfen.

Aber gut nun zum Thema.

Meine Hündin beschwichtigt unheimlich viel. Quasi fast in einer Tour wenn ich mich ihr zuwende.

Ich muss dazu sagen, ich weiß nicht was der Hund in den 4 Jahren vorher erlebt hat (außer das sie aus einer Familie mit einem kleinen Kind kommt), und vielleicht bleibt daher vieles ein Rätsel :( .

Sie beschwichtigt:

- wenn sie eine wilde Hetzjagt von anderen Hunden unterbindet bei MIR :???

- wenn ich mal was deutlicher werden musste

- wenn sie was deutlicher werden musste (wenn ich Idiot sie falsch verstanden habe)

- wenn ich mich ihr zuwende und zu ihr runterbeuge. Nachdem ich aber was auf Distanz gehe, kommt sie kriechenderweise auf mein Schoß gekrabbelt und schleckt mich ab und will definitv Nähe.

- wenn ich sie ausversehen was zu lange angucke (ich bin diese Vorsicht durch meine alten Hunde nicht gewöhnt :redface .

Also ich würde gerne wissen WARUM mein Hund so viel beschwichtigt.

Traut sie mir doch noch nicht so sehr über den Weg?

- wenn ihr etwas unbehaglich ist

- wenn ich eine Hundebegegnung für sie geklärt habe. Dann guckt sie mich immer geradewegs an und fängt das lecken, blinzeln und züngeln

- wenn mein Partner und ich uns was kebbeln (ja wir müssen aus Rücksicht zu unserem Hund nach oben gehen zum streiten), dann geht sie sogar genau zwischen uns.

- wenn ich nervös bin dann legt sie sich ganz nah an mich oder sogar auf meinen Schoß und gähnt ganz viel :??? .

- wenn ich krank bin oder Schmerzen habe ist sie nicht aus meiner nähe zu kriegen. Nichtmal zum pipi machen bekommt mein Freund sie aus dem Haus. Da fängt sie auch an ganz doll zu beschwichtigen

Mehr fällt mir erstmal nicht ein.

Ich versuche mir halt aus all dem einen Reim zu machen, um meinen Hund so gut es geht verstehen zu lernen.

Was ich weiß ist, das mein Hund unsicher/ängstlich wird bei unruhigen und hektischen Bewegungen. Was daraus schließen lässt, dass das Kind der früheren Familie evtl. die Ursache dafür sit. Kinder sind ja nunmal etwas unbeherrscht und unvorhersehbar in ihren Reaktionen. Da wird der Hund wohl mal schlechte Erfahrungen gemacht haben. Zumal sie ja mit Maulkorb ankam, also wird da definitiv mal was vorgefallen sein. Auch das sie mir den Hund einfach zur Probezeit abliefern und sich nie wieder blicken/hören lassen.

Zudem ist sie nunmal unglaublich sensibel.

Ich bin ihr letztends ausversehen auf ein kleines Häärchen von ihrer Nase getreten, weil ich über sie gestolpert bin. Resultat war dass meine Maus 1 ganzen langen Tag keinen Bock mehr auf mich hatte und sich vor mir zurückzog und teilweise sogar Zähne gebleckt hat wenn in ihre Nähe kam. Ich habe sie dann komplett ignoriert, und am nächsten Morgen saß sie wartend vor meinem Bett und hat so ziemlich alles an Beschwichtigungssignalen gezeigt die es wohl gibt.

Ich weiß dass jetzt vielleicht der ein oder andere aufschreit, dass ich sie hätte bestrafen müssen fürs blecken der Zähne, aber das kam mir in dem Moment nicht richtig vor. Und ich weiß dass ich bei so einem Hund wie sie nichts damit erreicht hätte (höchstens das Gegenteil).

Und vielleicht hört sich das nach meinem Geschreibe nun total bekloppt an, aber alles in allem haben wir für die kurze Zeit schon eine tolle Bindung aufgebaut.

Sie ist absolut auf mich fixiert, bekommt jede Gefühlsregung meinerseits mit, und sie ist die einzigste Hündin, die man auf dem Hundeplatz aus einem Hundehaufen lautlos "rausholen" kann. Sie ist sofort an meiner Seite wenn ich gehe, obwohl man denkt in dem Gewühl bekommen sie das doch gar nicht mit. Sie schon.

Alles in allem ein Hund der mich wahrlich an meine Grenzen bringt, mich zu einem absoluten Hundeanfänger macht und bei dem ich alles bisher Gelernte hinterfragen muss.

Sorry für meinen Roman.

Meine Freunde und Familie können mit dem ganzen "Zeug" leider nichts anfangen, und haben nur bedingt Verständnis für meinen Ergeiz den Hund zu verstehen um ihr eine gute "Mama" zu sein.

Edit: Nun habe ich durch mein "Geschwafel" doch glatt vergessen die Frage zu stellen...peinlich :redface

Mich würde interessieren WARUM sie soviel beschwichtigt?

Traut sie mir doch noch nicht über den Weg?

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Den genauen Grund zu nennen wird hier aus dem Forum wohl niemand können.

Nimm sie, wie sie ist.

Gestraft hätte ich sie in der von dir geschilderten Situation auch nicht, DU hast sie "über den Haufen gerannt" (nicht falsch verstehen ;) ).

So kooperativ und willig wie deine Hündin ist, solltest du sensibel bleiben, aber auch souverän und klar für sie sein.

Ihr seid doch noch nicht so lange zusammen, das spielt sich ein. Auf jeden Fall ist die Grundvoraussetzung bei euch beiden gegeben: ihr wollt miteinander.

Genieße es, nicht viele haben so einen feinfühligen und führigen Hund (ist doch ein JRT, oder?).

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Ja genau ein JRT.

Mit dem Genießen ist noch so ein wenig schwierig.

Im Moment hinterfrage ich jede Reaktion/ Aktion meinerseits und habe immer Angst was falsch zu machen :( .

Und das mit dem "über den Haufen rennen" verfolgte mich tagelang. Ich hatte so ein schlechtes Gewissen.

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Ich kenne das auch, meine Hündin hat das in der Anfangszeit ( Die ersten 2 oder 3 Monate bei mir) auch sehr oft gemacht. Mittlerweile passiert das nurnoch ganz selten. Ich habe eigentlich nichts an meinem Verhalten ihr gegenüber geändert, aber ich denke, dass sie mich nun einfach besser versteht bzw wir uns beide besser verstehen.

Wie lange hast du sie denn?

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Hallo

Als wir unseren Rüden mit 7,5 aus den Tierheim geholt haben hat er uns nur De-calm signale gesendet, ein falscher Blick hat schon genügt und auch wenn er im Körbchen lag hat er ohne für den Menschen ersichtlichen Grund beschwichtigt. Als wir dann mit den Clicker trainiert haben hat sich sein Selbstbeschwichtigungsverhalten langsam aber sicher aufgelößt.

Bei Tierheimtieren kann niemand mit endgültiger Sicherheit sagen in welcher Hölle das Tier vorher gelebt hat.

Grüße Shensihund

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Hi,

was Dein Hund da veranstaltet nennt man aktive Submission oder aktives Demutsverhalten. Sie dient der Verringerung sozialer Distanz und zeigt Dir, das Dein Hund Dir freundlich gesonnen ist. Sie kann auch die freundliche Bitte um Reintegration sein, wenn Dein Hund zu Dir zurückkommt.

Wo das herkommt, wirst Du nicht herausbekommen können - ist aber m.E. eigentlich auch nicht wichtig. Es wird größtenteils am angeborenen Charakter liegen.

Ich würde solches Verhalten nicht als problematisch oder schlimm bezeichnen.

Dein Hund drückt Dir gegenüber damit aus, dass er Dich akzeptiert und anerkennt. Hunde, die das von sich aus so machen, sind eigentlich bei halbwegs guter Führung durch ihren Menschen sehr leicht zu lenken.

Ich würde Sie sehr sensibel und aufmerksam durch die Welt führen und ihr Selbstbewußtsein stärken. Sie vertraut Dir wahrscheinlich zu 100% und eigentlich musst Du nur darauf achten, dass das so bleibt. Mit der Zeit und wachsender Beziehung wird sie Dir gegenüber sicherer werden und wahrscheinlich auch weniger Submissionsverhalten zeigen.

Also: Kein Grund zur Sorge, sondern eher das Gegenteil. Mach einfach viele tolle Sachen mit ihr. Von dem was Dein Hund Dir gegenüber zeigt, träumen andere nur.

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Mach einfach kein großes Theater drum.

Vor allem in den letzten Jahren hat man angefangen, sich auf jedes noch so kleine Zeichen des Hundes zu stürzen (sei es ein Lecken, Gähnen usw) und daraus Beschwichtigungssignale kreiert, die man als Mensch verhindern müsse.

HuHa haben angefangen sich nen Kopf zu machen. "Wieso hat sie es nötig mich zu beschwichtigen? Gebe ich ihr nen Grund? Wieso macht sie das bei mir?".

Nun ja: Weil sie ein HUND ist!

Ich hab mir auch viele Gedanken drüber gemacht zu anfang - völlig unsinnig in unserem Kontext, wie ich heute weiß.

Es ist einfach zu übertrieben. Zu viel des Guten.

Entspann dich, beobachte, nimms hin und guck, wann es ihr wirklich irgendwann zu viel wird und sie ihre Ruhe haben will.

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Ihr lernt euch gerade erst wirklich kennen, sie hat dich auserkoren und bastelt gemeinsam mit dir an einer festen Bindung - nimm es als Geschenk!

Bau die Sachen aus, die für dich sehr wichtig sind und festige sie; dass ein JRT abrufbar ist z. B. ist ein Geschenk, dass du hegen und pflegen solltest ;)

Du kannst ihr auch mal auf 2hündisch antworten - wenn sie auf deinem Schoß liegt und gähnt (wo du sagst, sie macht das wenn DU nervös bist) gähn mal mit, lass dich von ihrer Ruhe anstecken...

Den für sie ungewohnten Blickkontakt kannst du in ganz langsamen, kleinen Schritten aufbauen, indem du ihr in die Augen schaust (mach deinen augen dann klein im Sinne von entspannt/schläfrig), dreh den Kopf dann mal zur Seite und leck dir kurz über die Lippen, murmel dabei mit leiser, freundlicher Stimme, wie toll du sie findest, kraul dabei sanft ihre Lieblingsstellen.

So könnt ihr diese "innigen" Momente gemeinsam genießen und sie wird die Blickkontakte mit dir in den unterschiedlichsten Kontexten unterscheiden lernen.

Lass aber deinen Freund auch viel mit ihr alleine machen - sie ist auf dem Weg, sich auf dich zu fixieren, das darf nicht in Kontrollzwang ausarten.

Zu deinem schlechten Gewissen wegen des Stolperns: Sie hat DIR im Weg gelegen - das darf sie nicht! Mach dir da keinen Kopp drum - mit etwas Glück hast du ihr durch das Ignorieren ihres knurrens gezeigt, dass du die Stärkere bist. ;)

Sollte sie aber in Zukunft immer öfter mit Knurren bei ihr nicht genehmen Situationen reagieren, darfst du nicht mehr ignorieren.

Bemitleide sie nicht für ihre (dir sowieso unbekannte) Vergangenheit, sondern freu dich gemeinsam mit ihr über die tolle Gegenwart und Zukunft, die sie jetzt bei dir hat!

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Jep. Genauso seh' ich das auch, jetzt.

Meiner zeigt auch oft ein Verhalten, das man als Beschwichtigung verstehen k ö n n t e.

Und da er ein Hund mit wenig guter Vergangenheit ist, habe ich mich eine Weile fast verrückt gemacht, um zu erkennen (und zu beheben) was ihn irritiert, stört, aufregt. Das ständige Beobachten und auf der Hut sein tat weder mir noch dem Hund gut.

Inzwischen nehm`ich Signale als das, was sie sind: Lebensäußerungen, Unmutsbekundungen. Kann ich den Grund dafür erkennen, reagiere ich darauf. Und gut.

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Ich gebe luftkraft völlig Recht.

Allerdings würde ich schon versuchen, ihr entgegenzukommen. D.h., wenn du ihr einen Befehl gibst und sie beschwichtigt, wie du schriebst, warst du im Tonfall vielleicht zu streng. Insbesondere wenn sie sensibel ist.

Vielleicht beugst du dich zu stark über sie hinweg, wenn du dich ihr zuwendest. Achte mal auf Kleinigkeiten :Oo

Wenn du diese änderst, muss sie dir nicht mehr ständig zeigen, dass sie in Harmonie mit dir leben möchte.

Es gibt eine ganze Reihe von Videos zu Calming Signals, mglw. auch zum Runterladen.

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