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polar-chat.de  Der Hund
gelaylin

Angaben zur Verdaulichkeit beim Hundefutter

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Hallo,

vielleicht kann mir hier ja jemand weiterhelfen....

Mich beschäftigt gerade die Frage, wie und ob man überhaupt selbst bei einem Hundefutter die Verdaulichkeit in % ausrechnen/erkennen kann?

Ich lese immer wieder mal, dass Hundefutter mit Sätzen wie zB "Hundefutter x hätte eine besonders hohe Verdaulichkeit " oder "mindestens 90% Verdaulichkeit" usw beworben werden.

Auf den Verpackungen finde ich jetzt, quasi als Laie, aber leider nie irgendwelche Angaben dazu.

Meine Nachfragen (inzwischen mehrere Telefonate) diesbezüglich bei einem Hundefutterhersteller über die Verdaulichkeit ihres Produktes werden bereits seit 2 Wochen konsequent abgewimmelt...

:motz:

Bohre ich da jetzt womöglich gerade in einem "sehr sensiblen" Thema herum?? :???

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(bearbeitet)

Hab mal in meinen Dokumenten gekruscht, ich hab dazu was gespeichert:

Proteine sind nie zu 100% verdaulich. Besonders hoch verdauliche Lebensmittel wie Fleisch kommen beim Rohprotein auf eine Verdaulichkeit von 98%, das Protein in Gemüse erreicht dagegen nur eine Verdaulichkeit von 63% (vgl. Tab. 3.9 M/Z S. 41).

Durchschnittlich rechnet man bei Trockenfutter mit 85% des deklarierten Rohproteins, schlechte Futter haben weniger, gute auch mal bis zu 90%.

Bei einem angegebenen Wert von 24% Rohprotein hat man also ungefähr 20,4 % verdauliches Rohprotein.

Und hier etwas ausführlicher:

Da heißt es, ein Qualitäts-Faktor für die Verwertbarkeit von Eiweißen ist ihre Verdaulichkeit: Sie kann zwischen 33 (Knochen) und 98 Prozent (frisches Fleisch) liegen. Eine Angabe der Verdaulichkeit der Proteine ist bei Ernährungsempfehlungen deswegen unerlässlich. Beispiel: Bei der Fütterung reiner Aminosäuregemische, die vom Hund nicht weiter verdaut werden müssen, sind die Aminosäuren bereits nach 30 bis 60 Minuten nach ihrer Aufnahme in maximalen Konzentrationen in der Leber nachweisbar. Aminosäuren aus Fleisch brauchen dagegen schon ein bis zwei Stunden. Bei schwerer verdaulichen Eiweißen kann es sogar bis zu 6 Stunden dauern. Dabei kann es dann zu bakterieller Eiweißzersetzung und Durchfällen des Hundes kommen.

Durch geeignete Herstellungsverfahren kann Eiweiß genauso wie Kohlenhydrate hochverdaulich zubereitet werden. Dann kommt auch ein vermehrter Einsatz von pflanzlichen Eiweißen in Hundevollnahrung in Betracht, der ansonsten nicht unbedingt empfehlenswert ist. Beispiel: Einige industriell hergestellte Vollnahrungen bieten eine Verdaulichkeit von bis zu 90 Prozent.

LG Antonia

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Hallo Antonia!

Vielen, viele Dank für Deine Info´s und den Link!! :party:

Diese ausführlichen Erklarungen dazu haben mich jetzt tatsächlich wieder ein Stück darin weitergebracht um verstehen zu können, was bei meinem Hund eigentlich für eine Problematik vorliegt.

Wir haben im letzten 3/4 Jahr einen Diagnosemarathon hinter uns gebracht. Fakt sind eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung und ein Gallenstein (inkl. Gallenentzündung, die aber inzwischen wieder ausgeheilt ist)

Als "Sofortmassnahme" hatten wir damals gleich, wie halt üblich, sämtliches Fett, Trockenfutter, Getreide usw aus der Fütterung eliminiert und auch medikamentös behandelt.

Benno wurde dadurch zwar wieder leidlich stabil und seine Werte besserten sich auch erstmal, aber jegliche Versuche das Futter umzustellen (unter Aufsicht von THP und TA) u.a. Barfen, hochwertigere Futtersorten und als "Verzweiflungstat" sogar auch BSD-Futter vom Tierarzt endeten konsequent jedesmal im Durchfalldesaster. Vertragen hat er einfach nur diese eine Sorte Dosenfutter.

:(

Während dieser ganzen Experimente mit dem Durchfall hat er schleichend an Gewicht verloren und war vor einigen Wochen an einem absoluten Tiefpunkt angelangt. Noch ein weiterer Futterversuch, der wieder im Durchfall endet - und ich hätte ihn wahrscheinlich an eine Infusion hängen müssen...

Mit seinem "blöden" Dosenfutter ist er zumindest stabil, macht 2 feste Haufen am Tag - aber nimmt leider nicht zu.

Der Tierarzt war diagnostisch und mit seiner Weisheit am Ende und hätte nur noch symptomatisch behandeln können. Nachdem wir alles ausgeschöpft hatten, was an BB, KotProben, US, Röntgen usw. möglich ist, wäre jetzt nur noch "aufschneiden und nachschauen was dort los ist" dran gewesen.

Aber das stand natürlich erstmal nicht zur Diskussion und er hat mich an eine TÄ für Ernährungsberatung weiterverwiesen.

Die hat seine Ration ausgerechnet, das Futter mit Reisflocken aufgewertet und - er nimmt seit ein paar Wochen tatsächlich kontinuierlich wieder zu! Sowohl mit als auch ohne zusätzliche Enzyme. Was derweil die BSD und Galle machen werden wir erst nach der nächsten Kontrolle erfahren. Sobald sein Gewicht wieder angemessen und stabil ist wagen wir dann einen weiteren Versuch das Futter umzustellen.

Mich lässt aber halt die Frage wieso, warum und woher das gekommen ist nicht in Ruhe! Von was hat mein Hund einen Gallenstein mit 25mm Durchmesser bekommen und vorallem "Wie kann ich das zukünftig verhindern??"

Die TA´s zucken da leider auch nur "ratlos" mit den Schultern.

Ich freue mich ja wirklich darüber, dass es momentan "gut läuft", aber so ganz traue ich dem Frieden halt noch nicht....

(p.s.: sein Eiweisswert ist in den BB´s immer zu niedrig. Aber auch dafür gab´s bisher jedesmal immer wieder nur Erklärungen wie: evtl seine Hautprobleme, grade akute Entzündungen uswusw.)

Also nochmals vielen Dank dafür!

:klatsch:

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Bei Nutztieren, die alle einigermaßen einheitlich sind vom Stoffwechsel her, gibt es genaue Untersuchungen zur Verdaulichkeit, und die wird auch auf Futtermitteln angegeben.

Bei Hunden ist die Sache aber viel komplizierter, weil es so viele Rassen und so viele individuelle Unterschiede gibt (da hat ja niemand drauf selektiert, dass sie möglichst viel Leistung (Fleisch, Ei, Milch etc) bei möglichst wenig Futter bringen.

Daher schwankt die Verdaulichkeit auch von Hund zu Hund und lässt sich pauschal nicht angeben. Dennoch kann eine "Durchschnittsverdaulichkeit" Anhaltspunkte geben.

Was sagt denn seine Niere (fällt mir gerade nur wegen dem Eiweißwert ein)

Galle und Bauchspeicheldrüse sind aber ja sehr wichtig für die Verdauung (Fett und Eiweiß)...wenn dein Hund da Probleme hat, ist klar, dass er schlechter verdaut :(

Die Neigung zu Gallensteinen ist, soweit ich weiß, auch Veranlagung...spontan würde ich dem Hund zur Deckung des Energiebedarfs vor allem Kohlehydrate geben (wie ja z.B. die Reisflocken), auf geringen Fettanteil achten und bedarfsgerecht Eiweiß...aber ich denke, da wird die Ernährungsberaterin dir auch weitergeholfen haben?

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Hallo Soja,

die Niere erscheint sowohl vom BB als auch von Symptomen zum Glück unauffällig. Aber das waren auch meine Bedenken, dass es irgendwann, bei dem ständigen Untergewicht, auch da noch zu Problemen kommen könnte.

Den Gallenstein haben wir erstmal medikamentös behandelt, er ist inzwischen im Lauf der letzten Monate auf 11mm geschrumpft und wir hoffen dass er irgendwann ganz verschwindet. Eine OP haben wir erstmal vermieden, da sie ja leider sehr risikoreich ist. Deswegen wissen wir auch nicht, woraus das Ding nun besteht,

Die BSD ist etwas rätselhaft, was da genau ist wissen wir einfach nicht. Also inwieweit sie tatsächlich noch richtig arbeitet, ob schon teilweise Gewebe abgestorben ist, oder ob sie nur entzündet ist.

Der CTLI-Wert war der einzige der auffällig war (erhöht). Alle anderen Werte waren unauffällig.

Der CTLI kreiselt nun in den letzten Monaten (wir haben regelmässig getestet) völlig zusammenhanglos mal von leicht erhöht bis nicht messbar und wieder andersrum. Ohne irgendwelche futtertechnischen Änderungen auf was man das zurückführen könnte. Noch nicht mal die Durchfalldramen bei den Futterexperimenten schienen da irgendeinen Einfluss drauf zu haben. Selbst während der Enzymgabe ist er wieder mal angestiegen, was ja eigentlich absolut widersprüchlich ist.

Nachdem jetzt nun der Kot seit einigen Wochen stabil (quasi vorzüglich war) er aber trotzdem nicht zugenommen hatte, haben wir es mit den Enzymen probiert. Die Kotmenge blieb die gleiche und erst mal tat sich nichts, bis wir dann die Reisflocken zugegeben haben. Dann hat er angefangen zuzunehmen. Nun lassen wir testhalber die Enzyme weg, Kot ist unverändert und wir wollen sehen ob er trotzdem weiter aufbaut.

Laut der Ernährungs-TÄ wäre bei einer optimalen Fütterung eine Verdaulichkeit von 90% gegeben. Also müsste das ja ein Output von etwa 10% sein.

Oder sehe ich da irgendeinen vollkommen falschen Zusammenhang?? :D

Die Mengen, die bei Benno hinten rausfallen entsprechen etwa 20% der aufgenommenen Nassfuttermenge. Ob mit oder ohne Enzyme, keine Veränderung.

(Jaaa.. ich laufe tatsächlich seit Wochen rum und wiege seine Kacktüten :zunge: )

Deswegen auch meine Frage nach der Verdaulichkeit, ob´s vielleicht an der Futtersorte liegt, dass sich da nichts ändert. Also wenn das Futter zB von so "minderwertiger" Qualität ist, dass da auch nicht mal die Enzyme mehr was draus machen können...

(Bevor wir ihm jetzt auch noch im Darm herumbohren, ob da irgendeine Störung vorliegt... :Oo )

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Der Eiweißwert im BB sagt nichts über die Eiweißmenge im Futter (bzw. nur sehr wenig)

Er sagt was aus über die Anteile von Eiweißbestandteilen im Blut, welche sind in erster Linie Immunglobuline. Liegt ein akuter Infekt vor, werden erstmal Immunglobuline verbraucht, der Eiweißgehalt geht runter. Dass reagiert der Körper mit der Synthese weiterer Immunglobulinen und der Proteingehalt geht wieder hoch, evt erstmal auch zu hoch, bis sich Aufbau und Verbrauch einpendeln.

Die Proteinzufuhr über das Futter läßt sich mittels Harnstoffwert erkennen.

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Hallo Skita,

Danke für Deine Erklärung!

:klatsch:

Dann brauch ich mir über den Gesamteiweisswert jetzt erst mal keinen Kopf mehr machen.

Ist der von Dir angesprochene Harnstoffwert derjenige, der beim grossen Blutbild unter "Niere" : Harnstoff-N erscheint?

Oder muss man den auch extra bestimmen?

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Die Sache mit der Verdaulichkeit.....also: jedes industriell verarbeitetes Futter ist zunächst einmal sehr verdaulich. ier wird quasi die Vorverdauung beim Produktionsprozess bereits abgewickelt. Das hier hilft vielleicht ein wenig beim Verständnis :http://www.tier-themen.de/hunde/fütterung/die-basis-fleisch/. Darum verträgt dein Hund auch das Dosenfutter so prima. Normalerweise sollte man die Fütterung deines Hundes auch verbessern können, aber dazu müsste man sich erst mal genau die BB ansehen. Ich würde zum Beispiel bei deinem Hund die Kohlenhydrate gänzlich aussen vor lassen, aber das muss man tatsächlich einmal anhand der genauen Werte checken, wo das Problem bei deinem Hund liegt. Wobei das nicht unmöglich sein sollte, es braucht nur ne Memnge Informationen...

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Jumanji, :)

wer bist du, und wie kannst du hier solche Ratschläge geben?

Auf Grund welcher Kompentenz(en)?

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Ich will es mal so sagen: Ich bin ein Freak in Sachen Ernährung. Ich bemühe mich das Ganze ziemlich sachlich zu betrachten...in etwa wie ...der Körper ist der Motor und die Nahrung der Treibstoff. Und wenn`s zwackelt ist es nicht harmonisch. Ich betrachte dabei stets die Fakten und bin kein Freund von "Vodoo" oder ähnlichem. Ich habe schon ziemlich viel im Futterbereich gemacht und liebe diese Themen.Ich mag keine Symptombehandlung sondern plädiere stets dafür, das Übel an der Wurzel zu packen.Mich interessieren die problematischen "Felle", weil die eine schöne Herausforderung sind, eben so wie andere Menschen Sudoko mögen.Liest sich wahrscheinlich etwas seltsam, ist aber so.Und ich lebe nicht davon, dass ich irgendwelche Beratungen mache....und wen meine Meinung interessiert, der kann sie gerne haben.Schaden kann sie jedenfalls nicht ;)

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