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Hundeforum Der Hund
sinaundEmil

Fortsetzung folgt

Empfohlene Beiträge

Hallo zusammen,

kennt ihr das noch? Als Kinder haben wir das manchmal auf Geburtstagen gespielt. Einer hat angefangen eine Geschichte zu erzählen und der nächste hat weiter gemacht. Und so entstand dann langsam eine richtig schöne, lange Geschichte.

Ich warte gerade auf meine Klienten, irgendwie sind sie ja nicht die Zuverlässigsten, und da dachte ich mir: Versuchen wir das doch hier auch mal.

Ich hab mal einen Anfang geschrieben, ich hoffe er läd Euch zum Weiterspinnen ein.

Lust?

LG

Sina

Der Vollmond tauchte das Haus und die Lichtung in ein milchiges, weißes Licht. Aber kaum zwei Schritte weiter verlor sich dieses Licht im Dunkel des Waldes. Es war wie eine Insel, eine Insel gegen die Kälte und die Dunkelheit, gegen all die Gefahren des Waldes und der Welt.

Wenn man näher kam, wurde man dem Verfall des Hauses gewahr. Der Mond, der sich in den wenigen, noch heilen Fensterscheiben spiegelte, verbarg den Verfall nicht gänzlich. Efeu rankte sich die Wände hoch und an den nicht bewachsenen Stellen bröckelte der Putz. Das Dach war an einigen Stellen eingefallen, auf einem Balkon im ersten Stock saß auf einer steinernden Brüstung ein kopfloser Löwe der Kopf würde sich vermutlich im Gestrüpp unter dem Balkon wieder finden.

Die Eingangstür hing etwas schief in den Angeln, sie stand ein wenig offen und man konnte dahinter nur Dunkelheit erkennen.

Die Stufen, die zu ihr hochführten, waren mit Moos bewachsen, schief und ausgetreten von hunderten Füßen, die hier jahrhundertelang sommers wie winters rauf und runter gelaufen waren.

Die Treppe zum Dienstboteneingang war nicht zu erkennen, neben der Haupttreppe befand sich nur ein großes, schwarzes Loch. Selbst wenn man es wusste, dass hieran eine Tür anschloss, die in die Küche führte, konnte man in dem milchigen Licht des Mondes nichts erkennen.

Der Dienstboteneingang war als einziger nicht von dem überall sprießenden Gestrüpp umwachsen, das selbst vor der Haupttreppe nicht halt gemacht hatte und seine Arme ausstreckte, um die Treppenstufen langsam aber sicher zu erklimmen, sich immer höher zu ziehen, um irgendwann nicht nur die Eingangstür, sondern auch den dahinterliegenden Eingangsbereich und die daran anschließenden Räume zu bezwingen. Dann weiter, die geschwungene Treppe hoch, auf die Galerie, von daaus auf den Dachboden, um dann das Dach von innen zu sprengen und das Haus vollständig in Besitz zu nehmen.

Die freiliegende Treppe zum Dienstboteneingang war wie ein Stilbruch, sie passte nicht in die umwucherte Umgebung, nicht in das Bild, das sich einem bot, wenn man dieses Haus betrachtete.

Es schien ihr unlogisch und doch wusste sie, dass es völlig logisch war. Sie selber hatte, mit ihren zwei Begleitern, vor nicht mal drei Tagen in mühevoller Kleinarbeit die dornigen Gewächse entfernt. Ihre Arme waren heute noch voller Schrammen und Kratzer. Voller Vorfreude hatten sie den Eingang freigelegt, erfüllt von Forscherdrang und Wissensdurst, ein wenig nervös, was an den alten Geschichten um das Anwesen dran war.

Im Dorf, das hinter den Wäldern lag und von hieraus nicht zu sehen war, erzählte man sich die tollsten Geschichten, von Mord und Totschlag, von Verrat und vielem mehr. Über Jahrhunderte sei dies so gegangen, immer wieder neue Geschichten um das Haus und seine Bewohner tauchten auf, immer geprägt von Gewalt und Verbrechen.

Seit sie denken konnte, stand dieses Haus leer. Als Kinder waren sie drum herum geschlichen, hatten versucht in die blinden Fensterscheiben zu starren, um einen Blick auf das Innere zu erhaschen. An warmen Sommertagen, wenn die Mücken schwirrten und das Wasser im Teich zum Baden einlud. Wenn die Vögel zwitscherten und ein herrlicher, langer Sommer vor ihnen lag.

Doch das war lange her, der Zauber dieser Sommer war verflogen. Die Gewissheit, die sie in diesen Tagen empfand, die Gewissheit, dass ihr, trotz all dem Schaudern und der Angst, die ihr den Rücken hoch kroch, wenn sie sich an den alten, brüchigen Fensterbrettern hochzog, um zu versuchen einen Blick ins Innere zu erhaschen und jedes Mal innerlich froh war, dass sie nichts sehen konnte, auch wenn sie natürlich nach außen hin ebenso fluchte und schimpfte wie ihre Freunde, diese Gewissheit war verschwunden, für immer verschwunden, da war sie sich sicher.

Fröstelnd zog sie die Schultern hoch und rieb sich die Arme. Sie musste irgendwas unternehmen, sie konnte nicht die restlichen Nacht hier stehen und dieses Haus anstarren.

Gerade als sie sich endlich bewegen wollte, vernahm sie ein Geräusch. Erst dachte sie, sie hätte sich getäuscht, aber gleich darauf erklang es wieder, näher diesmal. Äste knackten, Laub raschelte, vermutlich würde sie gleich Schritte hören, würde einen keuchenden Atem vernehmen, der sich langsam näherte.

Stocksteif stand sie da, unfähig sich zu bewegen starrte sie weiter das Haus an.

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eine schöne Idee. Ich schreib mal weiter:

... Ihre Augen waren auf das Haus gerichtet, ihre Ohren nahmen die Geräusche auf, die sich ihr näherten. Sie bemerkte, dass es zwei Personen sein mussten. Darauf ließen die Atemgeräusche schließen. Einer davon offenbar starker Raucher und ziemlich untrainiert, denn alle paar Sekunden vernahm sie einen unterdrückten Fluch, wenn die Person stolperte.

Sie wusste, dass sie gleich bemerkt werden würde, denn die Stimmen waren nun schon sehr nahe gekommen, es machte ihr aber nichts aus, wenn die beiden sie entdecken würden. Sie freute sich fast darüber, dass die beiden dieselbe Idee hatten wie sie. Ihre innige Verbundenheit aus der Jugend hatte also in den letzten Jahrzehnten nicht nachgelassen. Während sie darüber nachdachte und sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht zeigte, spürte sie, wie die beiden plötzlich innehielten...

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Oh cool, es macht jemand mit! *freu*

weiter gehts

Wahrscheinlich hatten auch sie die neue Atmosphäre, die das Haus seit gestern umgab, gespürt. Für sie war gestern die diffuse Angst, die sie immer gegenüber diesem Haus spürte, einem deutlichen Gefühl von Bedrohung gewichen. Und sie war sich sicher, dass ihre beiden Jugendfreunde dies auch spüren konnten.

Viele Jahre waren sie so eng verbunden gewesen, hatten stets alles geteilt. Und auch wenn sie sich in den letzten Jahren selten gesehen hatten, was in erster Linie an ihr lag, spürte sie doch, dass sie sich immer noch wortlos verständigen konnten.

Manchmal überlegte sie, wie es mit ihnen drei weitergegangen wäre, wäre sie damals nicht weggegangen. Aber sie hatte weggemusst, hatte nicht hier bleiben können, in diesem kleinen Dorf, in dem jeder ihre Geschichte kannte, jeder sie anstarrte, mal mitleidig, mal anklagend. Sie konnte einfach nicht hierbleiben, musste neu anfangen.

Ich wusste, dass ich Dich hier finde unterbrach eine tiefe, bekannte Stimme ihre düsteren Gedanken. Als sie sich umdrehte stand er vor ihr und es war, als ob sie beide noch 10 Jahre alt wären und sich nachts zu einer Nachtwanderung rausgeschlichen hätten.

Hinter ihm konnte sie die Kontur von Tom erkennen, der sich weiter vorkämpfte, wie immer hinterher stolperte.

Sie freute sich wirklich beide zu sehen, auch wenn sie gehofft hatte, beide nicht mit in die Geschichte reinziehen zu müssen.

Tom war endlich angekommen. Mit erschöpftem Gesicht gesellte er sich zu den anderen beiden und da standen sie nun nebeneinander, die Köpfe in den Nacken gelegt, die Schultern gegen die Kälte hochgezogen und schauten am Haus empor, wie früher. Als wäre nichts gewesen, als wären nicht Jahre vergangen, seit sie das letzte Mal hier gestanden hatten.

Tom war es, der das Schweigen brach. Es war immer Tom gewesen, war er auch unscheinbar und stolperte hinterher, der letztendlich die Entscheidungen traf.

Er reichte ihr eine Taschenlampe und sagte Dann man los. Dennoch blieben sie alle noch einen Moment stehen, keiner von ihnen traute sich den ersten Schritt zu machen.

Sie war es, die sich letztendlich in Bewegung setzte. Im Gehen deutete sie auf den Dienstboteneingang:

Das waren wir, Donnerstag, wir mussten den Dienstboteneingang nehmen. Direkt hinter der großen Eingangstür klafft ein großes Loch im Boden, Max wäre beinah... unvermittelt unterbrach sie sich und die anderen beiden schwiegen auch, fragten nicht nach.

´Es ist wirklich wahr, wir verstehen uns immer noch wortlos´dachte sie schaudernd, während sie vorsichtig die rutschige Kellertreppe hinunterging und sich dabei mit einer Hand an der Mauer abstützte, während sie mit der anderen die Taschenlampe hielt und abwechselnd auf den Boden und die Tür des Dienstboteneingangs leuchtete.

Die beiden Männer waren direkt hinter hier, das gab ihr Mut.

An der Tür angekommen, atmete sie noch einmal durch, drehte sich um zu ihren Begleitern und sah, wie das hagere, immer etwas müde aussehende Gesicht von Rüdiger ihr ein aufforderndes Lächeln schenkte.

Bestärkt von diesem Lächeln zog sie den alten, schweren Schlüssel aus der Tasche und drehte ihn langsam im Schloss. Er hakte kurz, dann ließ er sich aber drehen und mit einem Quietschen öffnete sich die Tür. Modriger Geruch stieg den dreien entgegen. Es roch nach Keller, nach Fäulnis und alten Gemäuern. Aber tief unter diesem Geruch war noch eine andere Note, eine Note, die sie nicht ganz zuordnen konnte, die aber bei ihnen allen eine Gänsehaut auslöste.

Gleichzeitig hoben sie die Taschenlampen, sie schob die Tür weiter auf und betrat die alte Küche...

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... die sich in all den Jahren nicht verändert hatte.

Altes Linoleum, unter Dielenholzboden, verschmiert, mit einer dicken Staubschicht belegt.

Hier und da große Flecken auf dem Boden von - ja, von was? Sie wollte sich vorerst nicht weiter Gedanken darum machen und schob ebendiese Gedanken in versteckte Winkel.

Schranktüren, die schief aus ihren Angeln hingen, der Herd - nicht mehr vorhanden, ein großes gähnendes Loch inmitten der alten Küchenzeile - was war mit dem Herd geschehen? Wieso war da nur ein Loch? Rußgeschwärzter Boden vor dem Herd, das zeugte davon, dass noch keinerlei elektrische Leitungen in die Nähe dieses Hauses gekommen sind, dieses Haus stand noch so da, wie es verlassen wurde.

Ein schlechtes Omen.

In ihrem Nacken spürte sie den Atem ihrer Freunde, es schien ihr, als könne sie anhand des Atmens erkennen, wer dichter hinter ihr stand - Rüdiger, wie sie dachte und ein kurzer Seitenblick nach hinten zeigte ihr: er war es.

Und noch etwas zeigte ihr der Blick nach hinten. Sie erschauerte bis tief ins Mark. Sie konnte von ihrem Platz, nur einen Meter innerhalb der Küche - nichts mehr draußen erkennen. Alles schien wie dunkel, schwarz, mattschwarz.

Keine Konturen, kein Schatten, kein Mondlicht, NICHTS schien ins Haus.

Auch das einzige, blinde Fenster - es ließ nichts hindurch.

Es schien so, als wäre Tom, der im Türrahmen stand, nur eine halbe Person.

Sein Gesicht - halb abgeschnitten, sah sie grotesk an, denn auch er hatte sich entdeckt - und schritt schnell ganz in die Küche, matt, bleich, fast erstarrt vor Schreck.

Auf einmal hörten alle innerhalb des Hauses ein Ächzen.

War es das Holz? Die noch vorhandenen Dachschindeln? Ihre eigene Phantasie, die mit ihnen durchging?

Aber nein, das konnte nicht sein, sie alle hatten doch das Phänomen gesehen, nicht herausschauen zu können.

Rüdiger schluckte - man sah die krampfhaften Bewegungen seines Adamapfels und meinte, so betont lässig wie nur möglich:

"Das Schlimmste haben wir geschafft. Ab jetzt ist es nur noch ein Kinderspiel"

Trotzdem standen noch alle 3 wie erstarrt.

Sie überlegte kurz, was passiert wäre, hätten sie sich in ihrer Jugend soweit vorgewagt: Stünden sie dann noch alle zusammen hier? Wusste die Welt überhaupt noch, dass sie alle existierten? Hat das Haus uns verschluckt?

Ist meine Vergangenheit dadurch auch endlich ausradiert?

Das wäre ja das einzig Positive, dachte sie ironisch und gab sich einen Ruck.

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Langsam wagte sie sich weiter in die Küche vor. Das fahlte Licht, das von draußen herein fiel, war kaum in der Lage, die Küche zu beleuchten. Und je weiter sie gingen, desto dunkler wurde es.

Sie leuchtete mit ihrer Taschenlampe auf den ausgetretenen Boden vor sich, damit sie nicht stolperte und schaute sich derweil um.

Es roch nach alten, verbrannten Holz, nach vielen Jahren Küchenduft, nach Staub und nach Spinnenweben. Und unter dem ganzen weiterhin der Modergeruch und ideser undefinierbare, etwas süßliche Geruch, den sie auch schon beim Eintreten wahr genommen hatten.

Leise tasteten sie sich vorwärts, keiner der drei sagte ein Wort. Nur ab und an hörte man ein Schnaufen, von dem sie annahm, es käme von Tom.

Das gemäuer ächzte, der Fußboden unter ihren Füßen knarrte und man hörte den Wind ums Haus heulen.

"Es ist wirklich die ungünstigste Nacht, um hier her zu kommen" dachte sie, während sie sich vorsichtig weiter tastete. Das Wetter allein regte schon zum Gruseln an.

Jetzt begann es auch noch zu regnen, Eisregen, der gegen die Fenster peitschte und das typische Geräusch von kleinen Steinen, die gegen Fenster geschmissen werden, erzeugte.

Ihr Blick fiel auf den Ofen, der am Ende des Raumes, neben einem kleinen Tisch mit vier Stühlen stand, an dem die Küchenkräfte sicher früher gesessen und Kartoffeln geschält hatten, während sie sich über den neuesten Tratsch austauschten.

Wieviel weniger unheimlich würde dieser Raum sein, wenn im Ofen jetzt ein heimeliges Feuer brennen würde. Sie würden sich an den alten Tisch setzen, der Raum erfüllt vom Duft frischen Feuers, die Wärme würde die Kälte aus ihren Gliedern vertreiben und sie würden einen klaren Kopf bekommen, könnten sich beraten und überlegen, wie es weitergehen sollte.

Gerade wollte sie es vorschlagen, als hinter ihr ein lautes Gepolter entstand. Rüdiger, der hinter ihr ging, prallte in sie rein, als sie erschrocken stehen blieb.

Beide drehten sich um, doch in dem weniger Licht, das von draußen reinkam, konnten sie nichts erkennen. Alles war dämmrig und Tom war verschwunden.

Rüdiger war es, der als erstes seine Sprache wiederfand: "Tom ist weg" sagte er überflüssiger Weise. Dabei blieb er weiter wie angewurzelt stehen und starrte auf die Stelle, wo er den Freund vermutet hatte.

Sie schob sich an ihm vorbei, die Taschenlampe wie eine Waffe vor sich gehalten und tastete sich langsam zurück.

"Tom?" flüsterte sie. "Tom, bist Du da?".

Es schepperte einige Schritte von ihr entfernt vernehmlich und als sie die Taschenlampe in die Richtung richtete, sah sie Tom unter einem Berg von Töpfen und Kesseln liegen.

Sie eilte zu ihm und half ihm sich zu befreien. Tom sah sie erschrocken und verwirrt an.

"Ich hab nur gucken wollen, was da oben hängt" sagte er, während er einen besonders großen Kessel beiseite schob. "Verdammt, ich werde morgen überall blaue Flecke haben" schimpfte er, während er sich aufrichtete.

Rüdiger leuchtete nach oben. Dort hing ein Regal und davor hingen die Reste einer Schnur, hinter der die Töpfe befestigt gewesen waren. Sie war durchgerissen, wahrscheinlich als Tom an einem der Töpfe zog.

"Du bist aber auch ein Trottel, Tom" fluchte er "Wenn hier wirklich irgendwer im Haus ist, weiß er zumindest jetzt, dass wir da sind".

Während die beiden Männer noch stritten, veränderte sich plötzlich das Geräusch des Hauses. Es wurde lauter, bedrohlicher. Es war schwer zu beschreiben, aber sie hatte das Gefühl, dass das Haus auf ihre Anwesenheit reagierte. Und wenn das so war, mussten sie sich beeilen.

"Hört auf zu streiten, wir müssen weiter" zischte sie und setzte sich wieder in Bewegung.

Neben dem Ofen, in dem sie sich eben noch ein Feuer erträumt hatte, ging eine alte, schmale Holzstiege nach oben.

"Da müssen wir hoch" flüsterte sie.

"Da?" entsetzt starrte Tom die Stiege an "Das kann ich nicht, die Bretter sind morsch, wenn sie zusammenbrechen...hier draußen findet uns doch nie ein Krankenwagen. Mein Handy hat hier keinen Empfang, wir können da nicht hoch!"

Aber sie ließ sich nicht aufhalten, sie dachte an Max und erklomm die Stufen. Rüdiger und Tom würden ihr folgen, da war sie sich ganz sicher...

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.... dachte sie zumindest, aber kaum hatte sie die ersten Stufen hinter sich gebracht, wurde sie an den Beinen gepackt und wieder nach unten gezerrt.

Sie drehte sich um, wütend ob dieser Behandlung und wollte den Beiden erklären, dass sie da nun rauf müssten, doch dann hielt sie inne, denn weder Rüdiger , noch Tom nahmen noch Notiz von ihr.

Beide starrten in das dunkle Schwarz, in dem sich die Stiege verlor und waren wachsbleich, die Augen traten ein wenig hervor, beide zitterten.

In ihrem Rücken fing es an zu kribbeln, als würden tausende von Ameisen über ihren Körper krabbeln und sie erschauerte , erzitterte, ihr wurde kalt.

Nun wusste sie es genau. Nicht nur, dass das Haus ihre Anwesenheit zur Kenntnis genommen hatte - nein, es setzte zur Gegenwehr an...

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"Verdammt nochmal", rief Rüdiger. "jetzt waren so viele Geisterjäger hier zugange in den letzten Jahren und nie hat dieses verdammte Haus auch nur einen Muckser gemacht. Kaum sind wir alleine hier, geht's wieder los!". Allen war klar, dass es mit Ihnen zu tun haben musste, und alle wussten, dass es mit den Geschehnissen am Weihnachtsabend vor 30 Jahren zu tun haben musste. Eine andere Erklärung gab es nicht. So unwahrscheinlich auch diese klang. Sie hatten das oft durchdiskutiert und glaubten eigentlich auch nicht an Übersinnliches, aber es sind zu viele Dinge geschehen, die sich nicht anders erklären liesen.

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Tom sprach aus, was alle dachten in diesem Moment:

"Weiß eigentlich, was aus all diesen Geisterjägern geworden ist? Erinnert Ihr Euch?"

Schaudern riefen sie sich in Erinnerung, was sie alle mit der Zeit gesehen hatten. Die Zeitungsberichte, die sie gelesen hatten.

Die kurzen Fernsehnachrichten von einigen Unglücksfällen.

Keiner dieser Geisterjäger lebte noch, jeder einzelne von ihnen, jeder einzelne, der dieses Haus betreten hatte, jeder einzelne war unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommen.

Der eine wurde morgens im Wald gefunden, begraben unter Tonnen von Sand - aber wie kommt feiner Meeressand in den Wald?

Der andere wurde nach tagelanger Abstinenz zuhause auf seinem Sofa gefunden, sitzend erstarrt, obwohl die Leichenstarre schon längst hätte ausgesetzt haben sollen, starr wie ein Stein.

Die Liste konnte so weitergeführt werden .

"Vielleicht sollten wir gehen, tagsüber wiederkommen" meinte Rüdiger - hoffnungsvoll die Augen auf mich gerichtet.

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"Quatsch" versuchte ich mit halbwegs starker Stimme zu sagen, aber eine leichte Vibration darin konnte ich wohl nicht verbergen. Ich hab' extra meinen Jahresurlaub genommen um diesen Sch... hier zu Ende zu bringen.

"Wie wär's, wenn wir uns doch für die Spreng-Lösung entscheiden?" Warf Tom ein. Sie hatten lange darüber gesprochen und diese Alternative schließlich wieder verworfen, ahnten sie doch, dass das zu einfach wäre, als dass es funktionieren würde. Tom war immer noch ein Verfechter dieses Ansatzes, aber der Diskussion überdrüssig quittierten die anderen beiden seinen erneuten Vorstoß mit entnervten Blicken. Nein, das wäre einfach ein nicht kalkulierbares Risiko. Du weißt ja, was damals im großen Spiegelsaal geschah, und da hatten wir nur ein Feuerzeug. Schaudernd dachten sie an jenen Abend zurück.

Nein, die einzige Lösung war, "es" zu Ende zu bringen und das Haus so wieder zur Ruhe zu bringen.

Sophie hatte außerdem immer noch den Traum, hier mit ihrer Familie zu leben. Als Kind war sie so glücklich gewesen hier.

"Also los, Jungs" forderte sie die beiden anderen auf, wenn die Haupttreppe nicht geht, dann nehmen wir die Dienstbotentreppe...

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Vorsichtig, jederzeit darauf wartend, dass auch diese Lösung nicht ginge, tasteten sie sich vorwärts. Doch sie kamen ohne Zwischenfälle in de großen Eingangshalle an. Eine große, geschwungene Treppe führte hoch auf die Galerie. Dort oben war es stockdunkel, nur der riesige Kronleuchter warf eine Lichtreflexe, die er von ihren Taschenlampen einfing, zurück.

"Wohin jetzt?" fragte Tom, so dass die anderen beiden zusammenzuckten. Das Gebäude knarrte mittlerweile lauter, vielleicht kam es ihnen aber auch nur so vor. Der Wind heulte weiterhin im Gebälk und irgendwo war eine Eule zu hören.

Es erschien ihnen logisch im Esszimmer anzufangen, denn hier hatte schließlich auch damals alles angefangen.

Als sie die in den Jahren blind gewordene Glastür öffneten und ihre Taschenlampen in den dunklen Raum richteten, konnten sie zunächst nichts erkennen.

Vorsichtig tasteten sie sich weiter, bis sie alle drei im Raum standen. Die Tür hinter ihnen fiel zu in dem Moment ging das Licht an und erleuchtete den Inhalt des Raumes.

Was sie sahen, ließ ihnen das Blut in den Adern gefrieren.

In der Mitte des Raumes stand ein riesiger Tisch, gedeckt für mindestens 20 Personen. Es sah aus, als wenn nur auf die Ankunft der Gäste gewartet würde. Der Tisch war reichlich gedeckt, es gab verschiedenste Speisen, jedenfalls soweit sie noch erkennen konnten. Alles war mit Schimmel und Staub überzogen. Zwischen den Stühlen spannen sich Spinnenweben, einige Weinflaschen waren umgefallen.

"Mein Gott" flüsterte Rüdiger, "sie haben nichts verändert".

Sie fühlte, wie sich ihr die Kehle zuzog. Sie schluckte mehrmals, konnte die Tränen aber nicht ganz unterdrücken.

"Wahrscheinlich konnten sie nicht" antwortete sie und sie alle drei wussten, wovon sie sprach...

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