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Hundeforum Der Hund
SarahLoe

Elmo und Knut - Berichte und Fotos

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Die Frage, die sich mir stellt, ist, WARUM wollen Deine Eltern zwei Hunde?

Was versprechen sie sich davon? Haben sie wirklich Lust auf zwei oder nehmen sie beide aus Mitleid oder denken sie, dass die zu zweit dann mehr Spaß haben und nicht alleine sind?

Wenn mehrere Menschen mit arbeiten an der Hundeerziehung, kann das gut gehen. Man hat halt mehr als doppelt Arbeit, um sich als Mensch in so einer Kombi durchzusetzen. Alles, was ein Welpe lernen muss, muss er erst mal alleine lernen, jeder Welpe hat das Recht darauf, möglichst viele eigene Erfahrungen machen zu dürfen. Kann man das wirklich leisten oder ruht man sich nicht doch schnell darauf aus, dass die beiden ja so unzertrennlich sind und so schön miteinander spielen?

Zieht man das wirklich durch, dass jeder Hund möglichst viel alleine mit dem Menschen unternimmt?

Bei der Gleichgeschlechtlichkeit sehe ich das geringste Problem, das kann schon gut gehen.

Kastrieren muss man übrigens nicht, nur weil ein Tierschutzverein einem das vorschreibt und wenn, sollte man doch erst mal abwarten, bis beide erwachsen sind - also so ca. bis drei Jahre bei einem Schäferhund.

Die Frage, die sich mir auch stellt ist, tut man den Hunden wirklich einen Gefallen, wenn man beide nimmt? Wäre es für den einzelnen Hund nicht schöner, eine Einzelbetreuung zu bekommen, vielleicht als Zweithund zu einem anderen dazu?

Hat der Tierschutzverein mit Deinen Eltern gesprochen und darüber aufgeklärt, was da aus sie zukommt? Haben Sie Bedenken geäußert?

Und was mich an Wurfgeschwistern am meisten belasten würde ist, dass, wenn einer früher stirbt, der andere komplett in ein Loch fallen könnte, weil die Bindung aneinander meistens sehr groß ist.

All diese Dinge würde ich mir gut überlegen.

Vielleicht ist es ja möglich, dass Du einen der beiden möglichst oft zu Dir nimmst, so dass er in der ersten Zeit seine eigenen Dinge lernen kann. Also Erziehung beider Hunde möglichst separat und kein dauerhaftes Zusammenleben - zumindest am Anfang.

Ich selbst bin ein sehr erfahrender Hundehalter, würde mir die Übernahme von Geschwistertieren schon zutrauen, würde es aber trotzdem nicht tun, weil ich das Gefühl habe, dass man zwei Welpen niemals gerecht werden kann und jeder einzelne Welpe schon genug Arbeit mit sich bringt, die man zu leisten hat.

Was ist, wenn einer der Welpen eher ängstlich an neue Situationen ran geht, der andere sehr forsch. Dann muss ich den ängstlichen ganz anders führen und den forschen vielleicht mal ausbremsen. Zu zweit, wird sich der ängstliche am forschen orientieren - aber wo bin ich dann als Mensch eingeordnet? Wie komme ich dazwischen, um jeden Hund individuell führen zu können?

Alle Entwicklungsphasen verlaufen zum gleichen Zeitpunkt. Wie kann ich das leisten?

Ich persönlich fände es schöner für den einzelnen Welpen, eher zu einem Ersthund dazu zu kommen oder einen Einzelplatz zu bekommen, auch wenn man sie dafür trennen muss. Die Lebensqualität wird sich aber dauerhaft erhöhen, weil sie bessere Möglichkeiten haben, sich individuell zu entwickeln.

Ich würde noch mal mit dem Tierschutzverein reden, ob es nicht für beide Welpen Interessenten gibt, so dass sie zeitgleich in ein neues Zuhause kommen.

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Dem ist nichts hinzuzufügen, super Beitrag! :klatsch:

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Habe da gerade ein gutes Buch zum Thema Mehrhundehaltung gelesen, wo auch besonders auf die Haltung von Geschwistern eingegangen wird (in dem Buch wird übrigens auch davon abgeraten).

Sinngemäß habe ich die wichtigsten Faktoren schon wieder gegeben, aber einige wichtig Punkte stehen da vielleicht noch drin, die bei eurer Entscheidung wichtig sein könnten.

Das hier ist das Buch: http://www.amazon.de/Einer-geht-noch-Mehrhundehaltung-Hundeschule/dp/3275018639/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1351927110&sr=1-2

Vielleicht hilft das bei der Entscheidung weiter.

Wenn Deine Eltern auf jeden Fall zwei Hunde haben wollen, spricht ja auch nichts dagegen, in drei Jahren noch einem Tierschutzhund dazu zu nehmen oder etwas eher einen älteren.

Noch eine Frage: habt ihr die Hunde schon gesehen? Wo kommen die her? Wo leben sie jetzt (Tierheim, Pflegestelle)? Welche Infos habt ihr?

Gesundheitlich könnten auch einige Kosten auf euch zukommen, wenn man nicht weiß, woher die beiden kommen.

Stell Dir mal vor, Du hast im schlimmsten Fall zwei Hunde mit einer HD-Erkrankung, die für teuer Geld behandelt werden müsste?

Aus reinem Mitleid würde ich auf jeden Fall nicht beide nehmen, das ist den Hunden gegenüber nicht fair und Welpen vermittelt man auch schnell.

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Zunächst einmal: Super Beitrag von Vreni76!

Genau diese Problematik erwartet die neuen Besitzer - und darüber sollten sie sich im Klaren sein und es auch genau so händeln.

Das schaffen die Wenigsten.

Tatsächlich haben aber vor Allem seriöse Züchter immer mal wieder diese Aufgabe, Geschwisterkinder zumindest über mehrere Monate betreuen und erziehen zu müssen.

Unmöglich ist es nicht - aber eben sehr zeitaufwändig.

Wenn die ganze Familie erziehungstechnisch an einem Strang zieht und jeder einzelne Welpe gefordert und gefördert wird, ist das keine unlosbare Aufgabe und wird dann auch nicht in einer Katastrophe enden.

Bei der Gleichgeschlechtlichkeit sehe ich auch nicht so die Probleme - wenn die Besitzer in der Lage sind, die besondere Problematik der Aufzucht von 2 Junghunden zu bewältigen, werden sich auch da kaum irgendwelche Probleme einnisten können :)

Euer Charly-Bär war ja wirklich ein ungewöhnlich imposanter Hund :kuss:

euer Hund hatte RECHTE - das fühlt sich gut an! Er hat sicher ein tolles Leben bei euch gehabt.

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Ich kann nicht von mir selber sprechen, aber von einer sehr guten Bekannten, die seit vielen Jahren selber züchtet (zuerst einige Jahre Berger des Pyrénées und jetzt seit einigen Jahren Border Collies).

Sie hat ausnahmsweise von ihrem vorletzten Wurf zwei Welpen behalten (normalerweise höchstens 1 Welpe, wenn überhaupt), weil die beiden sie einfach so restlos begeistert haben und sie diese für ihre Zucht haben wollte. Nicht nur ihr Mann, sondern auch ihre erwachsene Tochter und der Schwiegersohn (wohnen ganz in der Nähe) unterstützen sie tatkräftig bei der Aufzucht der Welpen, Erziehungs- und Hütearbeit (sie haben Schafe und andere Tiere) und eben Betreuung der Tiere generell.

Wenn sie einen neuen Welpen hat, geht sie mit diesem IMMER mehrmals pro Tag ALLEIN laufen und übt mit diesem die nötige Grunderziehung. Der Welpe darf auch 1-2 x pro Tag mit den erwachsenen Hunden mitkommen und sie macht dann über Monate fast nichts anderes als Tiere betreuen und Hunde ausführen...! (Halt eben getrennt und nacheinander!) Trotzdem hat sie den zweiten Welpen nach wenigen Monaten abgegeben, weil sie merkte, dass es nicht geht!

Sie hat die Erfahrung gemacht, dass

  • was dem einem Welpen an Blödsinn nicht in den Sinn kommt, dem anderen garantiert einfällt und sowieso, wenn sie allein sind! Also zwei längere Zeit allein lassen würde ich auf keinen Fall empfehlen!!

  • Es ein enormer Aufwand ist, mit zwei Welpen jeweils getrennt voneinander laufen zu gehen und nacheinander dieselbe Erziehungsarbeit zu leisten. Beim zweiten ist man nicht mehr so gut konzentriert!! Das spürt der Hund - vom Zeitaufwand mal ganz abgesehen...

Man nicht vergessen darf, wie lange die Erziehung eines Welpen/Junghunds dauert! Die ist ja nicht nach wenigen Monaten abgeschlossen, sondern bis die Grunderziehung einigermassen zuverlässig sitzt, braucht es mind. 18 Monate und das auch nur, wenn man sehr konsequent war...

Ausserdem ist es oft so, dass sich Geschwister seltsamerweise auf Dauer nicht so gut vertragen wie Nicht-Geschwister (das ist auch bei Katzen so!). Also wenn schon 2 Hunde, dann besser solche, die keine Geschwister sind!

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Ich frage mich andererseits - warum NICHT 2 Wurfgeschwister, sprich Brüder?

Habe die persönliche Erfahrung von 2 Schweizer Schäferhunden.

Es ist möglich, den beiden Erziehung angedeihen zu lassen :)

Es gibt auch Leute, die haben 4 Hunde - und kommen damit klar :D

Ich finde es natürlich sehr verantwortungsbewusst, sich Gedanken zu machen, und Natürlich bedarf es bei 2 gleichaltrigen Welpen der dementsprechenden Fürsorge und Erziehung.

Wenn man das leisten kann - warum nicht? :) Ich würde mir zum Beispiel mittlerweile zutrauen, 2 Welpen zu nehmen - heute ;)

Da die TE hier definitiv Erfahrung hat, die Eltern genauso, sollten sich alle dessen bewusst sein, ob sie es vom Zeitfaktor her leisten können, sich um die Erziehung beider Welpen zu kümmern, kümmern zu können :)

Ein toller Charly übrigens, ein unglaublich hübscher Hund!

Überlegt es Euch gut - aber zweifelt nicht zu sehr. :)

vreni76 - danke Dir auch für Deinen Beitrag, genauso wie Moni , klasse Beiträge :klatsch:

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Mit guten Nerven, gaaaaaaaanz wichtig: genügend Zeit um von Anfang an getrennt mit den beiden Süßen zu üben, dann:

Warum nicht?

Sollte sich jetzt jede werdende Mutti erschießen, wenn es heisst "Zwillinge"?

Klar ist des mindestens 3-facher Stress gegenüber einem ... Aber auch mindestens doppelte Freud ;-)

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Wenn man Zeit und Erfahrung hat.... Warum nicht? :)

Wer wird denn die Bezugsperson für den Hund?

Hat jeder seine eigene?

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Hallo Zusammen und Danke für die vielen Antworten!

Rajko, kannst du das vielleicht irgendwie präzisieren? Also, was hat denn nicht geklappt, wo lag das Problem?

Die Hunde sind auch nicht vom Züchter sondern aus einer Pflegefamilie übernommen; die machen sich darüber wahrscheinlich weniger Gedanken als ein richtiger Züchter..

Einmal ganz allgemein: Also die Entscheidung ist schon getroffen bzw. die Hunde sind bereits eingezogen. Meine Eltern haben sich darüber im Vorfeld Gedanken gemacht und ganz bewusst dafür entschieden (In unserem Dorf, Bekanntenkreis haben sehr viele Leute mehrere Hunde, wobei allerdings keine Geschwister aus demselben Wurf dabei sind).

Das heißt, die Frage nach der Entscheidung stellt sich schon gar nicht mehr, vielleicht hatte ich das etwas falsch formuliert.

Ich wollte jetzt eben gerne noch Infos, Erfahrungen usw. von erfahreneren Hundehaltern suchen und bin dabei hier im Forum gelandet :)

Zwei Hunde sollten es deshalb sein, weil wir eigentlich schon immer einen zweiten dazunehmen wollten. Allerdings haben wir einfach den richtigen Zeitpunkt verpasst und als Charly alt und auch körperlich instabil wurde, wollten wir ihm das nicht mehr zumuten.

Vreni76, danke für den ausfürhlichen Beitrag. Charly haben wir auch erst mit etwa 3 Jahren kastrieren lassen; hier lag das Problem aber in seinem ausgesprochen dominanten Verhalten, das sicher auch auf anfängliche Fehler unsererseits zurückzuführen war(Ich war damals ja noch relativ klein, sodass auch gefährliche Situationen hätten entstehen können)

Das mit dem Tod und der Trauer des einen oder anderen Hundes habe ich auch schon einige Male im Kopf gehabt... Das ist tatsächlich ein großes Problem.

Ich würde tatsächlich sehr gerne einen der beiden für einige Zeit zu mir nehmen, jedoch geht das frühestens ab September nächsten Jahres. Im Augenblick wohne ich im vierten Stock in einer Großstadt, das möchte ich keinem Tier zumuten (Und mir auch nicht, ich müsste ihn ja dann immer tragen... Das pack ich ganz sicher nicht)

Da meine Mama jeden Tag um 14 Uhr von der Arbeit kommt, kann sie sich den Rest des Tages gut mit den Tieren beschäftigen. Sicher wird es auch mal stressig sein, aber im Endeffekt bleibt die Möglichkeit, den Rest des Tages Einzeltraining zu machen. (Nicht, dass jemand denkt, dass wir 4 Monate junge Hundekinder allein daheim lassen, sie kommen natürlich erstmal mit auf die Arbeit und werden auch da zwischendurch ausgeführt.)

Das Buch ist übrigens schon unterwegs, habe ich direkt bestellt :klatsch:

Die Bezugsperson der beiden wird wohl meine Mutter sein, sie ist die meiste Zeit mit ihnen unterwegs... Vielleicht teilt sich das aber auch auf, ich weiß es noch gar nicht.

Danke auch für die anderen Antworten und die lieben Worte zu Charly und vor allem das Mutmachen in Sachen Wurfgeschwister. Tut ganz gut zwischen all den möglichen Problemen auch was Positives zu lesen und das Gefühl zu bekommen, dass man es schaffen kann, wenn man die nötige Zeit investiert. =)

Apropos Investition: Irgendwo tauchte auch der Hinweis auf den finanziellen Aspekt auf. Hier ist natürlich vorgesorgt. Die Tiere gehen vor und entsprechende Rücklagen sind immer vorhanden, auch für Notfälle.

LG Sarah

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Ich habe schon das Gefühl, dass ihr nicht blauäugig diese Aufgabe übernommen habt - von daher habe ich schon ein positives Gefühl.

Vreni76 hat viele Aspekte genannt, die zu berücksichtigen sind; sicher wird deine Mutter auch viel Unterstützung bei der Betreuung und Erziehung der "Zwillinge" brauchen - eine Art Aufgabenteilung schon jetzt zu erstellen, ist sicher nicht verkehrt.

Das Buch wird dir dabei bestimmt hilfreich sein.

Berichte doch mal, wie es läuft, ich wünsche euch viel Erfolg und Spass im "Doppelpack" :D

Edit: @Silvi: Huch - danke :redface

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