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Hundeforum Der Hund
Sinah

Anbellen anderer Hunde

Empfohlene Beiträge

Hallo ihr, nachdem ich so erfolgreich die Tips für Leinenführigkeit umsetzen konnte möchte ich gerne das Problem Hunde anbellen angehen.

Mein Hund ist nun 10 Monate alt, mittlerweile bellt er jeden Hund an der uns entgegen kommt.

Heute hatte ich mich mit einem neuen Hundetrainer getroffen, der mit uns 1 Stunde rumlief, damit er sich das angucken kann.

Er meinte, dass der Hund definitiv unsicher ist ( er tut nichts wenn er zum anderen Hund hin darf, ist aber sehr unsicher und immer zum weglaufen bereit)

Seiner Meinung nach soll ich einfach weiter gehen und ihn ignorieren.

Das mache ich aber schon seit vielen Wochen, und es bringt nichts, das habe ich ihm auch gesagt, aber egal, dafür bin ich jetzt 80 Euro ärmer :-D

Habt ihr vielleicht einen Tip?

Also der Hund ist unsicher, geht aus dieser Unsicherheit nach vorne, bellt ohne Ende, zerrt auf den anderen Hund zu, deshalb ist es für mich auch schlecht ihn auf die andere Seite zu nehmen, weil er mir wirklich in die Beine läuft, mir bleibt nur übrig stehen zu bleiben und zu warten , bis der andere Hund vorbei ist, dann kann ich ihn hinter mir her ziehen.

Meiner Meinung nach sollte vielleicht gar nicht beim Bellen angesetzt werden, sondern bei der Unsicherheit, vielleicht erledigt sich dann das Bellen von selber?

Wie also mache ich einen unsicheren Hund, der sich zu Hause sofort hinter mir versteckt, aber draussen absolut nach vorne geht und niemals hinter mir bleiben will, zum sicheren Hund.

Gruß Sinah

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Wenn er dir in die Beine läuft, nimm

Die Leine entsprechend ganz kurz und halte sich starr an einer Seite, sodass seine Bewegungsfreiheit zwangsläufig so eingeschränkt ist, dass er dich nicht über den Haufen rennen kann.

Wenn du ihn nicht halten kannst, nimm die Leine kurz, halt die Führhand auf dem Rücken und halte sie mit der anderen Hand unterstützend fest.

Solange du ihm die Möglichkeit einräumst, nach vorne zu gehen, ändert sich schonmal garnichts.

In dem du ihn bei dir hälst und ihn auf die andere Seite bringst, gibst du ihm schonmal mehr Sicherheit. Geh stur deiner Wege, und lass ihn die Situation nicht regeln.

Wenn du ruhig bleibst und souverän führst, nimmst du die Verantwortung von ihm, Die seine Unsicherheit erst begründet.

Mit dir, als zuverlässigen Führer, an der Seite wird

Er sich schon sicherer fühlen, dabei musst du aber dafür Sorge tragen, dass er das nicht auf eigene Faust weiter selbst regelt.

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...

Also der Hund ist unsicher, geht aus dieser Unsicherheit nach vorne, bellt ohne Ende, zerrt auf den anderen Hund zu, ...

Meiner Meinung nach sollte vielleicht gar nicht beim Bellen angesetzt werden, sondern bei der Unsicherheit, vielleicht erledigt sich dann das Bellen von selber?

Wie Amai schrieb - kurz an die Leine nehmen. Allerdings würde ich die Leine nicht 'anziehen' sondern nur einen kurzen Impuls geben wenn er nach vorne gehen will.

Läuft er denn zu Hause - ohne Ablenkung gut und locker neben dir?

Wichtig ist imo, dass du locker bleibst und nicht unbewusst verkrampfst weil du denkst 'oh je, schon wieder ein Hund... Hilfeeeee'. Wenn dein Hund unsicher ist spiegelt er letztlich dich. Texte ihn auch nicht zu, sondern mach durch Haltung und Ausstrahlung deutlich: 'Alles ok, ich regel das für dich'. Vielleicht kann es zumindest am Anfang deinem Hund helfen, wenn ihr einen Bogen um den entgegenkommenden Hund geht.

Außerdem musst du dir klar machen, dass 'Führung' nicht erst anfängt, wenn dir ein anderer Hund entgegen kommt. Frag dich, wie du den Spaziergang anfängst: bist du und der Hunde ruhig? Wird er ruhig angeleint und verlässt kontrolliert das Haus? Was machst du am Anfang? Überlässt du ihn sich selbst? Oder machst du kleinere Übungen? Komm, Sitz, Bleib usw. - kann alles an der Leine stattfinden. Muss auch nicht hundert mal wiederholt werden. Der Hund geht vor dir, du bleibst stehen und rufst ihn, loben, loben, weiter gehen, stehen bleiben sitzen lassen, loben weiter gehen, ...

Du kannst nicht erwarten, dass dein Hund deine Führung in brenzligen Situationen akzeptiert, wenn er sonst keine bekommt.

Weiter musst du früh genug eingreifen, nicht erst wenn dein Hund sich hochgespult hat. Er fängt sicher nicht sofort mit dem Bellen an. Erst wird er vielleicht kurz inne halten, den anderen Hund fixieren, die Ohren nach vorne stellen. Der Moment kann sehr kurz sein. Den musst du erwischen. Jetzt Hundi auf dich zurück fokussieren. Kurz anstoßen oder an tippen, evt. reicht auch ein 'Nein'. Wenn dein Hund dich dann anschaut LOBEN und denken 'Toll - wir gehen jetzt ganz ruhig an dem anderen Hund vorbei', dann zügig und bestimmt weiter gehen. Immer, wenn dein Hund wieder fixiert, dieses Verhalten unterbrechen. Dabei die Leine immer entspannt halten und ein kurzes Signal geben wenn Hundi anfängt nach vorne zu gehen.

Erfolg. dolby

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Unsere Hündin macht es auch,aber aus anderen Gründen.

Sie macht es seit dem ersten Tag hier,sobald ein Hund auf anderer Seite entgegen kommt.Bellende Hunde in Wohnungen werden auch kommentiert.Aber das Problem bei uns ist einfach,das sie weder vor dem hoch pushen reagiert und natürlich erst recht nicht mittendrin.

Sie will einfach zu dem Hund hin.Bellt zb. nicht,wenn er uns auf selber Seite entgegen kommt.

Ich hab den Tipp bekommen,ihre Aufmerksamkeit erstmal auf mich zu lenken.In dem Fall laufen wir täglich an Hunden hinterm zaun vorbei,wo wir das üben können.Und dann halt schritt für schritt näher ran,bis sie es nicht mehr macht.

Weiter hab ich angefangen,an einem Abbruchsignal zur arbeiten,damit ich das bellen generell etwas einschränken kann,auch innerhalb des Hauses.Ob das so funktioniert,weiss ich natürlich noch nicht.

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Mit einer Doppelleine (an Geschirr und Halsband) kannst du einen Hund sehr zuverlässig an deiner dem anderen Hund abgewandten Seite halten, ohne dass er dir vor die Füße läuft.

Probier's mal aus!

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Ja, also ich gebe mir Mühe, versuche Selbstbewußtsein auszustrahlen, lenke ihn ab, aber es ändert sich nichts, ich muss ihn nach wie vor, vorbeizerren, bzw halte ich einfach seine Leine fest, zerren tut der Hund selbst.

Auch heute fiel mir wieder auf, dass, wenn ihm etwas nich geheuer ist, mich einfach ignoriert.

Ich wollte heute an einer Bank vorbei gehen, auf der ein Mann mit Hut saß (Hut ist offenbar komisch). Da wollte er hin und bellte, ich habe mich sooooooooo zum Affen gemacht, bin echt Stop and Go an dem vorbei, mit einem ständig in die Leine springenden Hund.

Wie kann ich ihm klar machen, dass er hinter mir zu bleiben hat?

Schimpfen hilft überhaupt gar nichts, wirklich gar nichts, er hört nicht auf, ich kann auf und nieder hupfen, juckt ihn nicht, er will das da anbellen, dann macht er das auch.

Also es muss über Belohnung und etwas positives laufen, hat da einer Ideen?

Ich hatte heute übrigens den Nachbarhund dabei und der zog den Schwanz ein, als ich meinen scharf ansprach, während meiner noch nicht mal gehört hat. Was kann ich da machen?

Sinah

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Hallo,

..., wenn ihm etwas nich geheuer ist, mich einfach ignoriert....

Frag dich mal, ob du das persönlich nimmst?

... Mann mit Hut saß (Hut ist offenbar komisch). ...

...Schimpfen ...scharf ansprach, ...

Hmm, dein Hund scheint sich vor etwas zu fürchten ... wie ist das, wenn du dich fürchtest hilft es dir, wenn jemand mit dir schimpft und dich scharf anspricht?

Ein Mann mit Hut kann man gut simulieren. Bitte einen Bekannten - jemand den dein Hund nicht kennt sich mit Hut auf eine Bank zu setzen.

Suche dir einen Tag aus an dem du Zeit hast, entspannt bist. Mach mit deinem Hund einen ausgedehnten Spaziergang, spiele mit ihm, geh dann auf die Bank zu. Sobald dein Hund aufmerksam wird - das kann ein ziemlicher Abstand sein - achte auf die Ohren und seine Körperhaltung gehst du wieder ein Stück zurück und spielst mit ihm, macht ein paar kleinere Übungen die er sicher kann - sitz, platz... wenn er wieder ganz entspannt ist geht ihr wieder auf die Bank zu. Siehst du wieder eine Spannung geh mit deinem Hund wieder einige Schritte zurück und lass ihn absitzen. Beobachte mit ihm zusammen die Bank. Wenn er entspannt (Ohren, Körperhaltung) gehst du einige Schritte näher, gleiches Prozedere. Lass ihm Zeit zu schauen und zu riechen. Nimm dir Zeit. Hab Geduld.

Erfolg. dolby

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hallo Dolby, nein ich nehme es nicht persönlich, wenn er mich ignoriert, mir zeigt dieses Verhalten, dass ich Fehler mache, er geht nach vorne, beachtet mich nicht mehr, also sieht er mich entweder als unfähig das zu regeln oder keine Ahnung was sonst noch.

Das muss ich beheben, ich weiss nur nicht so recht wo ich ansetzen muss.

Mit Schimpfen meine ich keine Tiraden, ich sage einmal scharf still, sonst nichts, dann nochmal weils nichts hilft und dann lass ich es, weils einfach nur lächerlich ist.

Sinah

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Ich stimme Amai - voll und ganz zu.

Ich habe auch noch einen anderen Weg. Kennst du lustige Wanderlieder? Nein, dann lern eines und sing - schon zuhause beim weggehen - je blöder desto besser.

Erstens musst du vermutlich lachen, das löst Anspannungen. Belohn deinen Hund, du wirst seine Aufmerksamkeit sicher haben. Diese Situation kannst du festigen und habt ihr Hundebegegnungen dann sing. Vollkommen egal was sich andere Menschen denken.

Nochwas, sei aufmerksam schau das du deinen Hund ablenkst bevor er einen anderen Hund fixiert.

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Der größte Fehler meiner Meinung nach ist, dass Du direkt IM Konflikt das Verhalten des Hundes ändern willst. Das wird sehr wahrscheinlich nicht funktionieren. Ebenso wenig wie Ignorieren (stille Zustimmung, der Hund merkt ja nicht, dass Du das Verhalten nicht willst) und Ablenkung (Umgehung des Konfliktes).

Du müsstest viel eher ansetzen, Deinem Hund klar zu machen, was Du willst. Nämlich solange er noch ansprechbar ist. Ist er erst voll drin in seinem Verhalten, hast Du keine Chance mehr und für den Hund ist sein Verhalten selbstbelohnend.

Nur ein Symptom im Konflikt selbst behandeln zu wollen, bringt oft keinen langfristigen Erfolg.

Zum einen hätte ich gut gefunden, wenn ein Hundetrainer bei Dir zuhause erst mal geschaut hätte, ob man da schon etwas verändern muss bzw. wie eure Strukturen und eure Beziehung ist.

Zum anderen ist der Grund für das Verhalten der Ansatz, wo ich anfangen muss.

Ich könnte mir vorstellen, dass Dein Hund inzwischen schon eine Erwartungshaltung entwickelt hat und dabei ist, sein Verhalten an der Leine bei Hundebegegnungen zu ritualisieren. Dann muss man zunächst die Erwartungshaltung verändern.

Wenn sicher ist, dass Dein Hund das Verhalten aus Unsicherheit heraus zeigt, würde ich folgendermaßen vorgehen.

Erst mal müsstest Du heraus finden, welchen Abstand zu einem anderen Hund Dein Hund bereit ist, zu ertragen, ohne zu bellen. Begegnungen auf engstem Raum sind für einen unsicheren Hund schwer lösbar, vor allem, wenn er das Gefühl hat, sich auf Dich nicht verlassen zu können.

Dir kommt also ein anderer Hund entgegen. Dein Hund sieht diesen Hund. Wann ist der Zeitpunkt, wo der Hund nicht mehr ansprechbar ist? Weit VOR diesem Zeitpunkt musst Du ansetzen, das Verhalten Deines Hundes umzulenken.

Zum einen würde ich auf jeden Fall am Anfang nur Gebiete aufsuchen, wo ich weiß, dass ich einen größeren Abstand zum anderen Hund wählen kann (freie Felder mit weiter Sicht). Diesen würde ich zumindest anfänglich auch voll ausnutzen.

Die Leine würde ich nicht kurz nehmen, sondern dem Hund die Möglichkeit geben, auch selbst ausweichen zu können. Nimmst Du die Leine immer kurz, wenn Dir ein anderer Hund entgegen kommt, setzt Du damit unbewusst das Startsignal für Deinen Hund, auf den anderen zu reagieren und mit dem Bellen anzufangen.

Also, der andere Hund kommt Dir von weitem entgegen. Dein Hund sieht ihn und ist wahrscheinlich dann nicht mehr ansprechbar. Dann würde ich kurz und zackig umdrehen (eventuell mit einem kurzen Leinenimpuls) und wieder in die entgegengesetzte Richtung gehen, Deinem Hund also die Sicht auf den anderen Hund nehmen. Ist er dann wieder geistig bei Dir und ansprechbar, kannst Du kurz loben und drehst wieder um und gehst wieder in Richtung. Fremdhund. Guckt er dann wieder zum anderen Hund, das gleiche noch mal. Und noch mal und noch mal und noch mal.

Das alles sollte auf so viel Distanz stattfinden und so schnell passieren, dass Dein Hund keine Möglichkeit hat, erst mit dem Bellen anzufangen, wobei ich in dem Bellen das geringste Problem sehe. Dein Hund sollte sich von Dir durch so eine Situation führen lassen und mehr auf Dich und Deine Vorgaben achten.

Such Dir also erst mal nur vorausschaubare Gebiete mit viel Fläche und wenig Hundebegegnungen, im günstigsten Fall nur Hunde, die sich an der Leine ruhig verhalten. Vielleicht findest Du auch jemanden, an dem Du üben kannst, damit Du eine bessere Kontrolle über die Situation hast. Also für den Anfang erst mal Stellvertreterkonflikte, über die Du die Kontrolle hast und Zeit und Ruhe zum Üben hast. Erst wenn das klappt, kannst Du in die "echten Konflikte" gehen.

Erst wenn das klappt und Dein Hund sich besser an Dir orientiert, kannst Du den Abstand verringern und Dir schwierigere Hundekontakte suchen, vielleicht mal Hunde, die auch an der Leine Theater machen.

Trotz allem finde ich, dass manche Hunde, vor allem unsichere, einfach mehr Individualdistanz brauchen und man es nicht immer forcieren muss, dass jeder Hund an jedem Hund auf 1 m Abstand ruhig vorbei geht. Ich halte das für unrealistisch und würde mir das nicht als Ziel setzen. Damit setzt Du Dich und Deinen Hund unnötig unter Druck.

Ich finde, man kann auch einfach mal ausweichen und muss nicht immer in solche Situationen rein marschieren.

Zusätzlich würde ich weiter an einer guten Leinenführigkeit unter Ablenkung arbeiten.

Kommst Du mit dem Handling so nicht weiter, könntest Du Dir auch einen Trainer suchen, der Dir Haltitraining zeigt und es damit versuchen. So kannst Du kurzfristig den Blickkontakt Deines Hundes zum anderen Hund kontrollieren.

Abstand nehmen würde ich bei einem unsicheren Hund auf jeden Fall von reiner Symptombehandlung und aversiven Mitteln. Damit gießt Du nur Öl ins Feuer und machst die Sache nicht besser.

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