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polar-chat.de  Der Hund
Eric666

Aggressiver Hund aus dem Tierheim

Empfohlene Beiträge

Grüße!

Wir haben seit 3 Wochen einen 3jährigen Labrador-Schäferhund-Mix, der einerseits folgsam, lieb und lebensfroh ist, andererseits scheinbar insgesamt noch unsicher, da er sofort losbellt und senkrecht in der Leine hängt, sobald andere Menschen / Hunde näher als 6-7 m herankommen.

Kurz zu unserer Methodik: ich halte mich an die Empfehlung von Cesar Millan, dass der Hund viel Bewegung braucht und klare Regeln und Ordnung "im Rudel".

Entsprechend gehen wir 2-3x pro Tag für je 1-2 Stunden, machen Apportier-Spiele bis zum Erbrechen und auch sonst viel, damit der Spaziergang abwechslungsreich ist, v.a. Leckerli-Schatzsuche u.ä.

Ansonsten geben wir klare Regeln, ohne sinnlos / übertrieben streng zu sein, also nur Sachen wie: beim Gassigehen läuft er grds. nur auf derselben Seite und nicht vor uns hin und her (sofern er angeleint ist, auf freiem Acker darf er herumrennen), nach dem Gassigehen gibt es Futter und dann eine Weile Verdauungsschlaf auf seiner Decke, Leute anspringen ist verboten etc.

Wenn uns ein Hund / Passant entgegen kommt wechsle ich so gut es geht die Straßenseite bzw. mache quer über den Acker einen Bogen drumherum.

Hierbei achte ich darauf, so gut wie nichts zu sagen, mich cool und gelassen zu geben und ihn nicht an mich heranzuziehen oder das Lauftempo zu ändern.

Außerdem gibt es ein besonderes Leckerli, sobald wir Hund / Passant auf der Straße sehen, damit er lernt "Hund oder Mensch = Leckerli" und damit seine Aggression abbaut.

Nun ist es so, dass das durchaus oft klappt, aber eben nur, wenn mind. 6-7 m dazwischen liegen.

Sobald jemand näher ist geht er ab wie Schmitz´ Katze.

In solchen Fällen versuche ich mich stets soweit in Griff zu haben dass ich möglichst gar nichts sage und weitergehe / ihn mitziehe (gar nicht leicht, er WILL nämlich den anderen Hund / Menschen angreifen - laut Tierheim hat er dort bereits Besucher gebissen, wenn er auf Aggro war und an sie herankam).

Meine Frage wäre also: sind wir mit den eher ruhigen, aber bestimmten Methoden auf dem richtigen Weg?

Oder ist seine Aggression nicht nur gegen Hunde, sondern auch gegen Menschen so ernst und bedenklich, dass man mit Methoden wie einer Wasserflasche oder Wasserhalsband arbeiten müsste?

Sicher, wir haben ihn erst 3 Wochen und wissen nur, dass er von Vorbesitzern nicht misshandelt wurde (vielleicht also ein Problem aus der Welpenzeit, keine Ahnung) - er wurde aber 3x im Tierheim abgegeben, weil er stets "nicht zu handlen gewesen sei".

Was meint ihr: geduldig genau so weitermachen oder etwas bestimmtes anders machen?

Danke und Gruß

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Hi!

Also deiner Beschreibung eures Tagesablaufs und auch eures Verhaltens gegenüber dem Hund nach würde ich schon sagen, dass ihr euch auf dem richtigen Weg befindet.

Allerdings würde ich euch raten, einen kompetenten Trainer aufzusuchen.

Es ist nicht immer leicht zu erkennen ob ein Hund wirklich "nur" unsicher ist, oder ob er vielleicht eine gehörige Portion Schutztrieb oder Agressivität mit sich bringt. Die Symptome sind nämlich oftmal die gleichen und nur mit einem gewissen Grad an Fachwissen auseinanderzuhalten.

Es ist wichtig, erstmal zu wissen WARUM der Hund das tut (ob nun Unsicherheit, Schutztrieb, Aggressivität aus anderen Gründen), die je nach Ursache ist die "Therapie" eine Andere.

Daher meine Empfehlung einen Trainer zu Rate zu ziehen bevor jemand zu schaden kommt.

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(bearbeitet)

Hallo und herzlich willkommen!

Also erstmal hört sich das, was Ihr macht für mich sehr gut an.

Allerdings ist das aus der Ferne immer schlecht zu beurteilen.

Zu Wasserflasche oder Sprühhalsband würde ich an Eurer Stelle aber

nicht greifen, das kann bös nach hinten losgehen, wenn das Timing nicht stimmt

und dann habt Ihr vielleicht das Gegenteil erreicht.

Ich würde Euch empfehlen, einen Hundetrainer zu kontaktieren, der sich speziell

mit agressiven Hunden auskennt. Der sollte Euch zu Hause, in Eurem Umfeld besuchen

und auch sich einen Spaziergang mit Euch anschauen.

Ist der Hund tatsächlich agressiv gegen andere Menschen, würd ich da nicht allein

dran rumdocktern wollen, das wär mir zu heikel.

Gibt es da keine Unterstützung von dem Tierheim, bei dem Ihr ihn adoptiert habt?

Die haben oft Kontakt zu geeigneten Trainern und können Euch bestimmt weiterhelfen.

Ich wünsche Euch viel Erfolg!

edit: die graefin war schneller :D

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Hallo Eric,

willkommen hier.

Originalbeitrag

Kurz zu unserer Methodik: ich halte mich an die Empfehlung von Cesar Millan, dass der Hund viel Bewegung braucht und klare Regeln und Ordnung "im Rudel".

Entsprechend gehen wir 2-3x pro Tag für je 1-2 Stunden, machen Apportier-Spiele bis zum Erbrechen und auch sonst viel, damit der Spaziergang abwechslungsreich ist, v.a. Leckerli-Schatzsuche u.ä.

Cesar Millan ist sicher prima. Aber ich denke ihr übertreibt es ein wenig. Bis zu 6 Stunden Bewegung? Apportieren 'bis zum Erbrechen'? Fahrt das mal ein bisschen runter.

Ansonsten geben wir klare Regeln, ohne sinnlos / übertrieben streng zu sein, also nur Sachen wie: beim Gassigehen läuft er grds. nur auf derselben Seite und nicht vor uns hin und her (sofern er angeleint ist, auf freiem Acker darf er herumrennen), nach dem Gassigehen gibt es Futter und dann eine Weile Verdauungsschlaf auf seiner....

Das hört sich so an als wärt ihr sehr angespannt auch ja alles 'richtig' zu machen. Das ist sehr lobenswert. Nur wird Hundi die Spannung spüren.

Nun ist es so, dass das durchaus oft klappt, aber eben nur, wenn mind. 6-7 m dazwischen liegen.

Das ist doch schon toll! Ihr habt den Hund seit drei Wochen. Was erwartet ihr denn? Die Vertrauensbildungsphase ist noch lange nicht abgeschlossen. Belasst es erst mal bei dem Abstand. Führt den Hund ruhig auch mal im Bogen um fremde Menschen herum. Bevor eurer Hund euch nicht vertraut kann er in solchen Situationen nicht los lassen.

...hat er dort bereits Besucher gebissen, wenn er auf Aggro war und an sie herankam).

Vielleicht hilft es EUCH, wenn ihr eurem Hund eine Zeitlang einen Maulkorb anlegt wenn ihr nach draußen geht. Das muss natuerlich positiv aufgebaut werden (beschnuppern lassen, Leckerlies reinlegen, nur Sekunden anlegen, langsam steigern). Vielleicht würde euch das die Entspannung geben, dass auch der Hund leichter entspannen kann.

Meine Frage wäre also: sind wir mit den eher ruhigen, aber bestimmten Methoden auf dem richtigen Weg?

Ich denke ja. Was vielleicht noch ein wenig fehlt ist Geduld ;)

Oder ist seine Aggression nicht nur gegen Hunde, sondern auch gegen Menschen so ernst und bedenklich, dass man mit Methoden wie einer Wasserflasche oder Wasserhalsband arbeiten müsste?

Ich denke, dass es dazu noch zu früh ist. Und auf keinen Fall sollte das ohne einen guten Trainer vor Ort gemacht werden. Denn damit kann man auch die Anfaenge einer Bindung wieder zunichte machen. All diese Hilfsmittel sind letztlich Krücken für euch.

..., weil er stets "nicht zu handlen gewesen sei".

was damals war ist ja wurscht.

Was meint ihr: geduldig genau so weitermachen oder etwas bestimmtes anders machen?

Ja geduldig etwas weniger machen und gezielt auch Spaß miteinander haben. All die Aktivitäten müssen EUCH auch Spaß machen. Erst mal die Konzentrationsfähigkeit von eurem neuen Hausgenossen aufbauen und in ruhiger Atmosphäre und mit keiner bzw. wenig Ablenkung üben.

Ich würde besonders 'down' als Abbruchsignal aufbauen.

Erfolg. dolby

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@Dolby - diene Beiträge sind immer total super! :klatsch:

Ich kann nichts zur Behandlung agressiver Hunde beitragen,

aber mir ist auch aufgefallen, daß ihr meines Erachtens viel zuviel mit dem Hund macht.!

6 Stunden Bewegung und apportieren bis zum erbrechen. :Oo

Der Hund ist außerdem noch nicht lange bei euch - das ist einfach zuviel des Guten!

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Gute Ratschläge, werde ich mir zu Herzen nehmen und nen Gang runterschalten. 2x ne gute Stunde und spät Abends ne Minirunde ab jetzt und auch weniger "Action", mehr Geduld und mehr Gemütlichkeit.

:party:

Danke!

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