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Was ist eigentlich artgerecht?

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Hi,

angesichts der Entwicklungsgeschichte "des Hundes" habe ich am Wochenende darüber nachgedacht, was beim Hund als artgerechte Haltung angesehen werden kann, und ob es "DIE" artgerechte Haltung überhaupt gibt...

...natürliche Selektion führte wohl zunächst dazu, dass es einen "Ableger" vom Wolf gab, der sich dem Menschen zugewandt hat und vornehmlich von seinen Abfällen gelebt hat. Schon daraus ergeben sich erste Fragen. ( was ist artgerechte Ernährung?)

Spätestens aber seit der Mensch "den Hund" in sein Leben und seine Arbeit integriert hat, gibt es keine natürliche Selektion mehr. Die heutigen Zuchtverhältnisse und -Ziele lassen natürliche Selektion außen vor. Der Mensch bestimmt die Zusammensetzung der Gene und damit das Aussehen, das Wesen, welche Eigenschaften ein Hund bevorzugt innehaben soll, usw.

Unsere Hunde haben also zwar ein Wolfserbe, weisen aber eine sehr große durch Zucht hervorgerufene Vielfalt an Aussehen und Wesenszügen auf.

Was ist also artgerecht?

War es überhaupt artgerecht, züchterisch so massiv in die Natur einzugreifen?

War es artgerecht, den Urhund unseren Wünschen entsprechend genetisch so zu verbiegen, wie es getan wurde?

Ist es artgerecht, Rassen darauf zu züchten, dass sie dem Menschen bei der Arbeit oder der Jagd helfen können, dann aber plötzlich das Aussehen dieser Arbeitslinien wichtiger und züchterisch interessanter zu finden, als die ursprünglich angedachten Zuchtziele?

Ist es- daraus folgend - artgerecht, das Wesen mehr oder weniger aussen vor zu lassen und optische Merkmale in den Vordergrund zu rücken?

Ist es artgerecht, für bestimmte Arbeitszwecke gezüchtete Hunde als Familienhunde zu führen, ihnen aber im günstigsten Fall schon als Welpe aufzuzeigen, dass sie genau ihren angezüchteten Neigungen NICHT nachzukommen haben, sondern einfach nur lieb und nett zu sein?

Ist es überhaupt artgerecht, sich beim Aussuchen seines zukünftigen Hundes auch nur ansatzweise von der Optik beeinflussen zu lassen und nicht von den genetisch disponierten Wesenszügen und Talenten ( also vornehmlich einen talentlosen Hund auszusuchen ) - und sich somit auch der "Gefahr" auszusetzen, einen hochspezialisierten Hund zu bekommen, der unter Umständen daraus Problemverhalten entwickeln kann?

Ist Mehrhundehaltung artgerecht? Sind Hunde nicht eher Einzelgänger- sind sie Rudeltiere- oder irgendwas dazwischen?

Brauchen sie Artgenossenkpntakt, und wenn ja , wie? Brauchen sie den ALLE?

Gibt es überhaupt DIE artgerechte Haltung, oder müsste da zwischen den Rassen differenziert werden , oder gar zwischen einzelnen Individuen?

Mich würde dazu mal Eure Meinung interessieren....

... und die, die nur mitlesen mal zum drüber Nachdenken anregen.

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Eine Antwort habe ich auf die Schnelle auch nicht gefunden, aber zum Nachdenken

hat es mich allemal angeregt. Danke für diesen Beitrag :)

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Hi

das sind ja viele Fragen und Gedanken.

Zum ersten, nein es gibt nicht DIE Artgerechte Haltung für Hunde.

Zudem spricht auch viel dafür, dass die ersten Wolfsabkömmlinge nicht durch natürliche Selektion entstanden, auch da war es schon Einfluß des Menschen + genetische Variabilität + opportunistisches Verhalten + Leben im Familienverbund (bei Wolf und Mensch).

Artgerechte Haltung bedeutet ja immer die Haltung in Menschenhand, alles andere wäre ja keine Haltung.

Da auch der Hund ein Menschenprodukt ist, gibt es ansich ja gar keine "natürliche" Haltung, bzw. ist die Haltung beim Menschen die natürliche.

Vielmehr ist es auch eine Frage kann man den Hund Rassegercht halten? Nach Aufgaben? Und was ist dann bei Mischlingen? Und gab es nicht schon immer Hunde einer Rasse die sich gar nicht Rassetypisch Verhalten?

Also ist die Frage schon interessant.

Ich denke man weiß heutzutage schon eine Menge über Hunde und was ein Hund für eine gesund Entwicklung braucht. Ich empfinde, dass der Großteil der Hundehalter sich in zwei 1/2 Gruppen spalten.

1. tens die zuviel über Hund nachdenkt und somit den Hund nicht mehr Tier sein läßt, der versucht den Hund zum Ersatzpartner zu machen, wo der Hunde auf einmal einen Zweck erfüllen muß für den er genetisch nie ausgerüstet wurde.

2. tens Die die sich gar keine Gedanken machen, der Hund muß passen, andere haben ja auch Hunde. Unter allen Umständen. Die Leute die auch den Hund nicht Hund sein lassen, wo Hund parat stehen muß wenn´s beliebt. Ansonsten wird er in die Ecke gestellt, fremdverteilt oder, oder , oder. Auch nur suboptimal. Da ging man mit guten willen ran und scheiterte oft an der Realität.

Dann gibt es noch die Minderheit. Die sich bewußt ist was es heißt Verantwortung für einen (oder mehr) Hund(e) zu haben. Die irgendwo zwischen den anderen sind. Die gewillt sind viel zu investieren ohne den Hund zu vermenschlichen. Die lieber auf einen Hund verzichten im Notfall weil es für den Hund besser wäre.

Die die akzeptieren, dass nicht alle Hunde spielen wollen, dass manche Hunde eben keinen Kumpel brauchen, dass manche Hunde eine Aufgabe benötigen und andere Hunde eben kein Agi machen wollen. Die Damit leben, dass ein Hund ein Individuum ist, ein Tier, auf das auch der Mensch eingehen muß ohne zu vergessen, dass Hund eben Hund ist.

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Art = (biologisch) Wolf...

Wölfe sind Tier die in sozialen Gruppen leben.

Wölfe habe sich den Gegebenheiten auch angepasst, deswegen sehen Wölfe in warmen Gegenden anders aus als in der Polarregion.

Vermutlich hat sich der Wolf irgentwann dem Menschen angeschlossen ( mensch könnte fast sagen: sybiotisch, beide hatten vorteile davon) als das der Mensch Wölfe der Natur entnommen hat und gezüchtet. das geschah nach der Meinung einiger Wissenschaftler vor 100000 Jahren (+- 50000 Jahre) Verhaustierung geschah erst sehr viel später.

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Ich denke, dass sich viele einfach darin "sonnen" ihren Hund "artgerecht" zu halten und auszulasten etc. Dabei ist "artgerecht immer abhängig von der eigenen, menschlichen Definition...

Ist es "artgerecht" Hunde mit Mänteln vor der Kälte zu schützen? Oder geht das schon eher in Richtung "Defektzucht", denn "artgerechterweise" hat ein Hund ja genügend Unterwolle (da, wo sie nicht weggezüchtet wurde).

Ist es nur "artgerecht" seinen Hund zu BARFen (und dabei ettliche Zusatzbestandteile extra zu geben?

Ist es "artgerecht" den Hund über Hürden springen zu lassen?

usw.usf.......

Dabei will ich das alles nicht schlecht machen oder verteufeln! :)

Nur meiner Meinung nach muß man nicht alles "artgerecht" machen. Es reicht doch vollkommen, wenn der Hund ein glückliches Leben hat und zufrieden ist. Auch, wenn das über Hürden springen oder Zusatzpülverchen oder Hundemäntel einschließt :)

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Nur meiner Meinung nach muß man nicht alles "artgerecht" machen. Es reicht doch vollkommen, wenn der Hund ein glückliches Leben hat und zufrieden ist. Auch, wenn das über Hürden springen oder Zusatzpülverchen oder Hundemäntel einschließt :)

Genau, das optimale ist meist irgendwas dazwischen,find ich zumindest. Es ist alles eine Frage der relation.

Wobei es echt schwer ist zu entscheiden wann der Hund wirklich glücklich ist und wann er nur einfach keine Probleme macht (weil er einfach ein gutmütiges Kerlchen ist).

Im übrigen ist ja schon die Frage was ist Artgerecht schwer zu beantworten, weil es schon mal schwer ist zu bestimmen was ist eine Art.

Ist der Wolf und der Hund wirklich eine Art?

Eindeutig; Nein!! Nehm ich die Artbestimmung nach dem Ökospezieskonzept

Ja bei der Genetischen Artbestimmung und ein Jein nach der biologischen Artbestimmung.

Ich finde es in einer so bunten Gruppe wie Mensch / Hund ebenso wichtig, dass auch der Mensch sich in der Beziehung wohl fühlt wie auch der Hund. Also, dass auch der Mensch dabei Artegrecht bei wegkommt ;)

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Artgerecht ist, wenn 3 frisch gefütterte Hunde mit noch leicht verklebt blutigen Schnautzen im Bett quer liegen und die Menschen sich so drumrum-Drappieren, dass der Hintern im Kalten draußen hängt ... *fg*

Wer macht sich eigentlich auch nur halb so viele Gedanken um artgerechte Menschenhaltung?????

;-)

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Ich finde es in einer so bunten Gruppe wie Mensch / Hund ebenso wichtig, dass auch der Mensch sich in der Beziehung wohl fühlt wie auch der Hund. Also, dass auch der Mensch dabei Artegrecht bei wegkommt ;)

Sehr wichtig! :)

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Art = (biologisch) Wolf...

Wölfe sind Tier die in sozialen Gruppen leben.

Da fällt mir was ein, was ich schon lange fragen wollte. Hier könnte es hineinpassen. Ich hab letztens einen Bericht über Wölfe in Deutschland gesehen. Da wurde beschrieben, dass sich die Wölfe an einem sog. "Rendezvous-Platz" treffen, aber nicht regelmäßig, sich hin und wieder auch verpassen und erst am nächsten Tag treffen usw. Sehr interessant. Mir ist aufgefallen, dass auch die so etwa 1/2 Jahr alten Wölfe NICHT ständig bei den Elterntieren waren. Die waren z.T. auch den ganzen Tag alleine, waren auf einer Wiese, haben da miteinander gespielt und Mäuse gejagt und sind zwischendurch zu dem "Rendezvous-Platz" gekommen. Da stellte sich mir die Frage, warum so viele Hunde ein Problem haben mit dem Alleine-sein. So ganz fremd sollte es ihnen ja nicht sein.

Ich persönlich habe das Problem nicht mit meinem Hund, aber es scheint mir schon sehr häufig zu sein.

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Ich finde es müßig, darüber zu diskutieren, ob es artgerecht war, den Wolf zu domestizieren und die Rassen herauszuzüchten. Man wird es ja nicht mehr rückgängig machen können.

Zu den anderen Fragen: Es gibt bestimmte Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen, damit es einem Lebewesen gut gehtund es nicht verkümmert oder gar stirbt. Neben den lebensnotwendigen Dingen wie Nahrung etc. ist das beim Hund sicherlich Bewegung und soziale Kontakte.

Andere können das im Einzelnen sicher viel differenzierter beschreiben als ich, deshalb schreibe ich gar nicht viel mehr dazu.

Ich glaube aber, dass die Hunde schon so mit dem Menschen zusammengewachsen sind, dass ein Leben mit den Menschen zusammen artgerecht ist.

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