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polar-chat.de  Der Hund
dieDanij

Eselspiel / Hund bleibt liegen oder stehen

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Hallo Ihr Lieben.

Ich beschreibe gleich kurz die Situation. Mir geht es hier ausschließlich um die Frage, ob ich mich richtig verhalte, bzw. ich etwas besser machen kann.

Also: ich war heute das erste Mal mit einem potentiellen Kandidaten vom TH unterwegs.

Die Aufnahme des Hundes, wenn geeignet / wir geeignet, wäre erst im April. Hatte bisher etwas Emailkontakt bzgl des Hundes mit dem TH, Sonntag mal kurz "angeschaut" um "Familiensegen" abzuholen.

Heute bin ich hin, weil ich eigentlich reden wollte, da unser neues Heim ca 350km vom TH wegliegen wird.

Die MA vor Ort wollte mir den Hund aber dann gleich mal zum Spaziergang mitgeben. Davor haben wir kurz Eckdaten (sehr grob) über uns und den Hund ausgetauscht.

kurze Fakten: 2,5 J alt, Rüde, kastriert, Kangal. (kleiner als üblich)

Vor allem hat sie mir ein paar "Kangalprobleme" gleich "entgegengeworfen" (ist nicht negativ gemeint!), ich habe mich aber schon sehr ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt, da ich ursprünglich, nachdem ich Kangal hörte, den Hund erstmal von der inneren Liste streichen wollte.

Dann der Hinweis: Hund hat HD, noch keine Probleme, aber wird kommen. Dazu kurze und gute Info.

Für mich ok, Hund soll auf jeden Fall groß sein, da muss man mit HD leider immer rechnen.

Da ich mich nicht hab abschrecken lassen, sollte ich erstmal mit dem Hund ne Runde laufen.

Bitte hier keine Kommentare zu Thema Kangal oder dem TH, ich bin überzeugt, dass die wissen was sie tun bzw. den Hund inzwischen auch sehr gut kennen.

Ich hatte und nach dem Spaziergang bin ich auch absolut überzeugt, den Eindruck, dass der rasche Gassigang zur "Abschreckung" meinerseits dienen sollte. (Hat aber nix gebracht ;-) )

Das "Problem" : Der Gute hat wohl inzwischen rausgefunden, dass er mit über 40kg recht viel Kraft hat und man damit ganz gut seinen Kopf durchsetzen kann.

Er zog am Anfang ziemlich, ich bin stehngeblieben, wenns mir zu stark wurde und damit wars dann auch ok. Da die Hunde ja mit vielen Gassi gehen, und ich den Spaziergang auch nicht unbedingt vermiesen wollte, hab ich bei leichtem Zug jetzt nicht reagiert. Eine Erziehung im Schnelldurchgang beim 1. Treffen ist ja weder machbar noch sinnvoll.

So, nun die "Eseleigenschaft": Spatzerl hat sich, als ich nicht in den Wald mit ihm gehen wollte, hingelegt. Ich wurde hier vorgewarnt, sollte nur auf befestigten Wegen unterwegs sein, damit man mich zur Not mit dem Auto holen könnte.

Ich bin dann 3 Schritte stur weiter. Hab ihn also ca. nen Meter über den Schnee geschlittert. Nix ;-) Der blieb total entspannt liegen, keine Anstalten aufzustehen, kein Knurren, einfach nur: ich will nicht.

Ich: Tief durchgeatmet, mich umgedreht und in nicht beachtet. Hab mich umgesehen, gecheckt, dass mein Handy Empfang hat und einfach gewartet.

Nach ca. 5min kam er dann, ich sofort gelobt und weiter.

Den Weg wieder ein Stück zurückgegangen, dann wollte ich umdrehen und über einen anderen Weg zurück zum TH (da waren wir ca. 30min unterwegs und ich dachte a bisserl länger geht noch).

Fand er nicht gut ;-) Ist 5 Schritte mitgekommen, dann wieder hingelegt.

Diesmal hab ich nicht gezogen, einmal gerufen und mich dann umgedreht. Leine hab ich gespannt gelassen, schließlich wollte ich ja nicht nachgeben ;-)

Ging auch viel schneller, nach einer Minute kam er. Gelobt.

Bin dann weiter, nach 3 Schritten lag er.

Dann kam er wieder, kurz danach wieder hingelegt. Da dachte ich mir: Naja, vielleicht will er echt zurück, schneit schließlich und er kennt mich nicht. Hab mich trotzdem in der ursprünglichen Richtung aufgebaut, als er dann kam bin ich aber auf dem kurzen Weg Richtung TH.

War dann auch für ihn okay, und es ging die nächsten 100m wieder flüssig.

Dann kam das TH in Sicht. Hund bleibt stehen.

Achja, das ging dann ca. 15min lang so, in dieser Zeit haben wir ca. 10m geschafft. Immer wenn er kam bin ich ein bisschen weiter, er wieder stehn geblieben.

Gegen Ende hat er mal probiert, sich vor mich zu stellen und wollte kuscheln ;-) Hab ihn aber nur kurz "geklopft" und ihn dann sanft zur Seite geschoben.

Kurz danach hats dann geklappt und wir sind wieder flüssig zurück.

Soviel zum Sturkopf ;-) Macht ihn für mich aber eher noch sympathischer *g* Nächste Woche probieren wir es wieder.

War mein Verhalten soweit in Ordnung? Ich mein, mit Locken oder ähnlichem wäre da nix gegangen, schließlich haben wir noch keine Beziehung zueinander. Ich hab ihn kurz angesprochen, aber teilweise hat er explizit weggeschaut.

Ich hab auch nochmal wegen der HD nachgefragt, Schmerzen soll er aktuell keine Haben. Er ist meistens danach auch gleich sehr fleißig weitergesprungen, es wirkte nicht so, als ob er Schmerzen hätte.

Eher wie Trotz, da ich nicht dort lang bin, wo er hin wollte. Und am Ende wollte er wohl nicht zurück, kann ich aber auch nachvollziehen ;-)

Ich hab auch der MA mein Verhalten beschrieben, sie meinte nur: Das wird besser mit Laufen. Also wars wohl nicht so falsch.

So, also ne lange Geschichte ;-)

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Hi ,

Originalbeitrag

Ich mein, mit Locken oder ähnlichem wäre da nix gegangen, schließlich haben wir noch keine Beziehung zueinander.

Und Beziehung möchtest du wann- ohne Kommunikation aufbauen ?

:???

Esel sind übrigens gnadenlos "underrated" !

Wenn die nicht laufen - haben die meist`einen Grund........ ;)

LG Jörg

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Also laufen mag nen wichtiger Grundbaustein bei Hunden sein. Zusammen laufen bindet ungemein, das ist schon richtig. Aber ich glaub ich hätte mich in dem Fall einfach mal daneben gehockt und mir die Landschaft angeschaut und hätte so bissel KOntakt auf Hundehöhe aufgebaut, anstatt jetzt unbedingt das laufen in den Vordergrund zu schieben.

Ich hätte da jetzt auch nicht unbedingt gleich so erzieherisch eingewirkt, denn noch ist es ja nicht "mein Hund" und gerad Erziehung beim Hund ist immer ne sehr persönliche Sache, nicht jedem schmeckt die Art Erziehung die mir jetzt z.B. gefällt.

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@blindman

Zitat: Und Beziehung möchtest du wann- ohne Kommunikation aufbauen ?

Ich hab ihn ja nicht als stummer, beweglicher "Leinenpfosten" durch die Gegend geführt.

Meine Worte : "Ich mein, mit Locken oder ähnlichem wäre da nix gegangen, schließlich haben wir noch keine Beziehung zueinander. "

waren darauf bezogen, dass er sich, nach Monaten der wechselnden Gassigeher, noch nicht sonderlich für einen einmal auftauchenden Menschen interessiert hat.

Da ist ja auch jeder Hund verschieden, oder?

Aber ich stimme zu, dass der Satz alleine so klingt, als ob ich gar nichts sonst mit ihm gemacht hätte.

Das stimmt nicht.

Zitat: Esel sind übrigens gnadenlos "underrated" !

Sowieso! Ich habe Eselspiel in dem Zusammenhang gelesen, deswegen so angegeben.

"Sturheit" eines Tieres heißt für Menschen meist ja nur: "Macht nicht, was ich will."

Also definitiv keine "negative" Eigenschaft.

@Vuk

Danke, dass war konstruktiv.

Beim Stehenbleiben auf dem Rückweg, haben wir ne Weile die Bundesstraße beobachtet, und dann nochmal 2 Bäume aufm Feld ;-) Dahinter haben Kinder gespielt, zu sehen waren sie nicht mehr, aber hören konnte man sie noch.

Hinhocken werde ich beim nächsten Mal gerne machen. Das hab ich mich diesmal noch nicht getraut, da ich so an den Stellen kaum Überblick hatte. Es waren einige Hunde unterwegs und ich konnte ja noch nicht einschätzen, wie schnell er da mal hinwollte. Da er ja ne Menge Kraft hat, ist das aus der Hocke schwer auszubalancieren.

Ums Laufen gings mir auch nicht. Ich bin selbst ein paar Mal stehen geblieben und hab ihn "gelockt". Manchmal kam er, dann gabs Streicheleinheiten, manchmal wollte er auch weiter oder es wurde die Gegend "beobachtet".

Zitat:"Ich hätte da jetzt auch nicht unbedingt gleich so erzieherisch eingewirkt"

Das nehm ich mir zu Herzen. Genau das hatte ich (eigentlich) auch nicht vor.

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Ich wollte auch nicht ausdrücken, dass du das gemacht hast :)

Ich meine damit nur, dass ich eben jetzt keine großen Erziehungsmaßnahmen ergriffen hätte, so wie ich es tun würde wenn es mein Hund wer.

Wenn der Hund dann irgendwann wirklich dein ist sieht das natürlich gänzlich anders aus, dann gelten ab Tag 1 deine Regeln, is ja klar. Aber du hast das schon richtig gesehen, er weiß ja nicht das du potentiell sein neuer halter wirst daher warst du einfach nur "eine von Vielen".

Hast da denk ich schon ne gesunde Einstellung zu :)

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(bearbeitet)

Es gibt HSH, die gar nicht Gassi gehen wollen, oder nur bestimmte Strecken, die zu ihrem "Revier" gehören. Evtl. ist das bei deinem Expemplar auch der Fall?

Als Beispiel :

Eine Freundin meiner Mutter hat einen Kangal auf ihrem Hof. Der läuft nur auf dem Gelände rum. Anfangs ging er noch mit spazieren (sie hat ihn mit 12 Wochen bekommen), später hat er sich dann geweigert. Aus dem Haus und an den Koppeln vorbei geht er noch, weiter nicht mehr.

Natürlich kanns auch sein, dass es mit dir zusammenhängt und er dir nicht vertraut.

Gibt einige Möglichkeiten.

:)

Hast du ein entsprechendes Grundstück für den Herdi?

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mir kommt das irgendwie bekannt vor!

als wir Jasper bekamen, war es schonmal ein Problem, ihn zum Gassi gehen überhaupt erstmal

aus dem Haus zu bekommen.

Lief er dann erstmal, ging es eine Weile. Aber anfangs kam es häufiger vor (gerade wenn er

mit meinem Mann unterwegs war), dass er sich einfach hinlegte und nicht weiter wollte.

Meist war es dann ein Weg, den er noch nicht kannte oder es hatte (oh schreck!) mal ein

Vogel im Wald geschrien oder es war gar (noch mehr oh schreck!) ein anderer Hund zu

riechen....

Da half kein Locken, kein Betteln, er wollte einfach nicht.

Anfangs waren wir sehr verunsichert, wollten ihn ja auch zu nix zwingen.

Wir haben es dann aber ganz ähnlich wie Du gemacht, erstmal abgewartet, dann aber irgendwann

mit selbstsicherem Schritt und konsequent ohne "bitte nun komm doch" weitergegangen.

Das Problem war nach relativ kurzer Zeit erledigt.

und nachdem mein Mann mich zum dritten Mal aus dem Wald anrief, weil Jasper mit ihm nicht

weiter wollte (ich sollte mal wieder kommen), sagte ich ihm "da musst Du jetzt mal allein durch"

und das hat dann auch geklappt. :D

Er kennt Dich nicht und war einfach unsicher, was jetzt mit ihm passiert und wo der fremde

Mensch mit ihm hinwill.

Ich denke, das erledigt sich von allein, sobald er Dich besser kennt.

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Hi,

wenn ich jetzt Schmerzen mal ausschließe (lt. deiner Beschreibung und den Angaben des TH gehe ich auch nicht von Schmerzen für diese Reaktion aus), dann finde ich, du hast einen guten Grundstein für die Erziehung deines zukünftigen Hundes gelegt: Geduld!

Irgendetwas wollte der Hund dir sagen, aber wenn er tatsächlich so entspannt dort gelegen/gestanden hat, dann hat er zumindest dir gegenüber die Erwartungshaltung: WAS tust du jetzt?

Du hast zwei Reaktionen gezeigt:

1. Du bist geduldig geblieben

2. du hast dich durchgesetzt, indem du unbeirrt DEINE Richtung weiter gegangen bist - auch wenn es dauerte.

kann sein, dass du etwas hättest besser machen können, ich kann aber deine Haltung verstehen, dass du jetzt nicht großartig erzieherisch etwas machen wolltest.

Gerade ein Kangal mag keinen Zwang in der Erziehung, dich mit Geduld durchzusetzen ist - finde ich - genau der richtige Weg, um eine Bindung nachhaltig aufzubauen.

Das wird ein schönes Stück arbeitet - aber ich habe den Eindruck, für dich bedeutet diese Herausforderung Freude; Stück für Stück den Hund zu überzeugen: "folge mir, und es geht dir gut", braucht bei einem solchen Hund immer viel Geduld, Konsequenz und Ruhe.

Zur HD: ich würde mich jetzt schon - idealerweise mit Unterstützung einer Physiotherapeutin - um den Aufbau und Erhalt einer guten Muskulatur kümmern. Damit kannst du - wenn der Hund jetzt noch gar keine Probleme mit der HD hat - jahrelang bis ins Alter das Auftreten von Problemen verhindern. Der Schweregrad der HD ist dabei natürlich auch wichtig, weil er bestimmte Bewegungsabläufe verbietet - aber eine gute Muskulatur unterstützt maßgeblich den Bewegungsapparat und verhindert zu hohen Verschleiß.

Wie sehen denn deine Vorstellungen von der Haltung dieses Hundes aus?

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@ Vuk

:Oo Danke

@Maurash

Jepp, 3ha wilde Wiese am Haus + Wald. Eingezäunt werden 1-2ha.

Weitere Hoftiere sind noch nicht da, in den nächsten Jahre werden aber z.B. Ziegen kommen (Ich liebe Ziegen).

@Jasperxy

Ja, die Betreuerin meinte auch : "Das wird weniger". Wenn er sieht, dass ich immer wieder komme, ist der Weg zurück zum TH vielleicht auch nicht mehr so schlimm. Da tat er mir richtig leid, er kam immer wieder her und hat sich an mein Bein gedrückt und mich herzzerreissend angeschaut ;)

Und ein wenig in den Wald will ich auch probieren. Aber ich wette, er wird sich am "Wendepunkt" wieder hinschmeißen :zunge: Aber vielleicht gibts da auch nen Rundweg, mal sehn.

Wenn ichs richtig verstanden habe, wurde er wohl schon ein paar Mal mit dem Auto abgeholt oder/und von den Leuten arg gestreichelt, wenn er das gemacht hat (wurde mir gleich untersagt).

Kann natürlich auch ein schöner Anreiz sein, einfach mal zu liegen und aufs Taxi zu warten ;-)

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@marcolino

Ja, diese Herausforderung macht mir wirklick Freude ;-)

Ich selbst werde von Freunden und Familie gerne als stur dargestellt. Ich halte das nicht für negativ, dass heißt ja nur, dass es gute Argumente braucht, um mich zu überzeugen.

Auch mein Sohn ist mir da inzwischen schon recht ähnlich, da wehte wohl kein Sturm, als der Apfel vom Baum fiel.

zwecks HD: ich hab mich jetzt ein wenig eingelesen in die Thematik. Die Idee zwecks Physio hattte ich auch.

Den Schweregrad weiß ich noch nicht, werd ich aber das nächste Mal erfragen, auch ob beidseitig oder einseitig.

Die Vorstellung von der Haltung?

Also grundlegend haben wir sehr viel Platz, wie weiter oben schon geschrieben.

Heute haben wir schonmal eine Umzäunung erdacht, die ca. 1,5ha einschließt.

Diese grenzt an das Haus, d.h. dem Hund wäre somit der Zugang ins Haus über die Hintertür gegeben.

Nachts oder zur Dämmerung würde ich ihn wahrscheinlich nicht allein rauslassen, aber das hängt auch von ihm ab.

Wir wohnen dann praktisch direkt am Wald und wenn er sich so entwickelt, dass er auf die Dunkelheit verstärkt Wache schiebt, dann hab ich ihn lieber drinnen.

Das Laufgrundstück wird auch nicht unmittelbar in Straßennähe oder dem Nachbargrundstück (ist eh 300m entfernt) liegen, damit liegt die Reizung hoffentlich auch etwas geringer.

Das erste Jahr bin ich auf Grund Elternzeit daheim, danach wird immer jemand halbtags da sein.

Trotzdem soll auch ein 2. Hund folgen.

Hundeschule gibts zu Anfang auch (ist ja für mich ;-) ) und danach auch weiterhin regelmäßige Treffen, damit er immer Kontakt, möglichst auch zu wechselnden Hunden hat.

Die Gegend ist ja sehr ländlich und man trifft nicht ständig Gassigeher, wie in Stadtnähe.

Wenn alles gut läuft, gibts in 2 oder 3 Jahren auch eine kleine Ziegenherde bei uns.

Das wäre mal die Haltung, in komprimierter Form.

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