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Hundeforum Der Hund
Pflegemama

Angsthund und spielen

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Hallo Ihr Lieben!

Ich bin immer wieder Pflegemama von Katzen und Hunden.

Nun habe ich eine Hündin aus Portugal bekommen, bei der ich keinen Plan mehr habe.

Sie ist 5 Jahre alt und angeblich sei sie seit Welpanalter im Zwinger gewesen. Sie ist so ängstlich! Als sie zu mir kam, kannte sie weder Autos, Treppen, Menschen oder sont etwas. Der Psychologe würde sagen, dass es sich um ein "Kaspar Hauser Syndrom" handelt.

Alles was sie kann ist zittern! Oder, leider, meinen kompletten Hausstand zerbeissen!

Sie spielt auch nicht. Mit anderen Hunden kommt sie gut aus, versucht aber diese immer gleich zu dominieren. Das geht nicht immer lange gut, jedoch hatte ich noch keine gefährliche Situation.

Ich denke halt, um sie ein bischen auszupowern und sie aus ihrer verdrehten Gedankenschleife raus zu bekommen.

Sie macht keinerlei Spielansatz, Ball, Stock oder Tau - nichts annimiert sie! Auch kein Leckerli nimmt sie an!

Sie ist nun endlich so weit, dass ich sie am Fluss frei laufen lassen kann, da rennt sie vor und zurück und läßt sich auch gut abrufen, aber das kann doch nicht alles sein, ihr Qualität zu bieten.

Meine Frage nun an euch: Gebt mir bitte Tipps, wie ich sie zum Spielen bringen kann.

Radfahren kann ich total vergessen, das wäre lebensgefährlich!

Danke schon mal für eure Hilfe!

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Also erst einmal, Ruhe behalten

Wie lange ist der Hund schon bei Dir und was hat er bis dahin erlebt.

Manche Hunde spielen einfach nicht und wenn sie bis dahin nur im Zwinger dahin vegetierte, dann ist das was sie jetzt täglich erlebt schon sehr viel Streß.

Meine hat 3 Monate gebraucht, bis sie nicht mehr so ängstlich war, und die hat nicht isoliert gelebt.

Gib ihr Zeit und habe Geduld, wenn sie zu sehr zerstört, wäre vielleicht eine Box eine Alternative.

Manche Hunde kommen dort drin endlich zur Ruhe.

Ruhe ist sehr wichtig, denn im Schlaf wird das Erlebte verarbeitet, und erst danach ist der Hund wieder aufnahmefähig.

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Hallo MaramitJule,

ja, es sind bei mir jetzt auch knapp 3 Monate. Seidem sie das komplette Wohnzimmer zerlegt hatte, schläft sie auch in der Box. Wenn sie schläft, dann träumt sie laut und schreit richtig auf. Das geht durch Mark und Bein!

Was sie erlebt hat habe ich leider nicht erfahren. Fakt ist jedoch, dass sie von einem Mann geschlagen wurde. Große Männer mit tiefer Stimme kösen richtige Panikattacken aus!

Das ist ihr schlimmster Alptraum. Auch laute Autos, wie jetzt die Schneepflüge versetzen sie in Panik.

Lezte Woche hab ich ihr einen stock aufgehoben. Da lag sie sofort am Boden und hat sich bepinkelt! Ich habe noch nie so einen ängstlichen Hund erlebt. Ich finde es auch nicht gut, dass man mir ao einen Hund geschickt hat, der mich für lange Zeit blockiert. Meine letzten Pfleglinge haben in kurzer Zeit einen tollen Platz gefunden. Das geht nun leider nicht..... :-(

Ich denke halt immer, dass es für sie wichtig wäre, wenn sie so richtig aufgepowert wäre mit etwas, was ihr Spaß macht. Darum würde ich halt gerne mit ihr spielen!

Noch nicht mal, die Mittelchen vom Tierheilpraktiker, welche sie auf Wolke 7 schieben sollten, hilft.

Es wird sehr schwer werden, enen guten Platz für sie zu finden und ich kann und will sie auch nicht behalten.

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Dann hatte sie aber Kontakt zu Menschen und hat einiges erlebt, was eher gegen Kaspar Hauser oder Deprivation sprechen würde.

Generell würde ich sie in Ruhe lassen und kommen lassen.

Je mehr Du Dich bemühst, umso mehr wird sie zurückgehen.

Aber am besten sollte sich jemand, der sich mit Angsthunden auskennt, den Hund anschauen.

Generell wird es Zeit brauchen und kein Mitleid.

Denn der Hund weiß vermutlich gar nicht mehr, warum er so reagiert, sondern das Verhalten hat sich so eingeprägt, dass es schon automatisch abläuft.

Vielleicht kann Dir hier jemand einen kompetenten Trainer empfehlen.

Und so schlecht ist das doch gar nicht, dass sie jetzt bei Dir ist.

Immerhin bekommt sie so vielleicht die Chance auf ein schönes Leben ohne Angst.

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Hallo,

toll, dass du dich um die Resozialisation von Hunden kümmerst!

Ich bin immer wieder Pflegemama von Katzen und Hunden.

du bist dir schon klar darüber, dass du nicht wirklich die 'Mama' bist?

MaramitJule hat schon richtig geschrieben

Generell wird es Zeit brauchen und kein Mitleid

Vergiss am besten was der Hund alles erlebt hat und mach dir auch keine Gedanken darüber was er alles erlebt haben könnte.

Wichtig ist, dass du jetzt eine verlässliche Führung bietest. Das ist im Prinzip die Form von Liebe die er jetzt braucht. Mehr als Spielen oder Knuddeln

Geh strukturiert mit ihm an der Leine spazieren. Neben dir, die Leine lose, du achtest auf den Weg und nicht so sehr auf den Hund. Geh zügig und zielstrebig mindestens 30 Minuten. Das ist schon anstrengend genug und fordert den Hund physisch und mental. Zu Hause feste Regeln. Und wie auch schon MaramitJule geschrieben hat - lass den Hund kommen. Geh nicht frontal auf ihn zu, streichle unter dem Kinn und nicht über den Kopf. Lass dir für alles Zeit. Probiere seine Nase zu reizen. Kombiniere z.B. einen bestimmten Geruch (z.B. ein Duftöl) mit einer Massage jeden Abend. Das fördert die Entspannung.

Wenn du es schaffst seine Vergangenheit zu vergessen, hilft ihm das, die auch los zu lassen.

Erfolg. dolby

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Ich würde mir sehr reizarme Umgebungen suchen um sie langsam an deine Umwelt zu gewöhnen.

Anfangs immer gleiche Wege gehen, damit ein gewisser Kontext entsteht und sie sich sicher fühlen kann.

Ich würde in jedem Fall auf sie eingehen - wenn sie Schutz sucht oder ihr die ganze Situation zu viel wird reagiere darauf!

Ansonsten würde ich nicht viel von ihr verlangen und sie in Ruhe an Sicherheit gewinnen lassen.

Zylkene könnte ich mir gut als Unterstützung vorstellen. Gibts im Internet oder beim TA.

Das hat bei uns wirklich sehr gut geholfen.

(Nahrungsergänzung, kein Medikament)

Ebenso würde ich mich mal mit Konditionierter Entspannung befassen - evtl. auch ein Thundershirt oder Tellington Körperbandage oder einen Body für daheim.

Wenn du keine richtige Erfahrung mit Angsthunden un Resozialisierung hast würde ich mir an deiner Stelle Unterstützung holen.

Einige Empfehlenswerte Hundeschulen findest du z.B. hier :

http://trainieren-statt-dominieren.de/unterstuetzer

Zum Belohnen und beschäftigen musst du dich nicht auf Spielzeug & Leckerchen festlegen. Da gibts auch andere Sachen, wenn sie gerne Schnüffelt - nutz das, scannt sie gerne die Umgebung : nutz das, buddelt sie gerne nutz das, etc.

Beobachte sie einfach mal und schreib dir ihre Interessen auf - irgendwas wird sie draussen schon gerne machen.

Eine andere Idee - wenn sie sich gut an dir orientiert - wäre z.B. das Do as I do von Claudia Fugazza ... ist einfach, macht spass und lastet gut aus :

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(bearbeitet)

HAst du sie schon gesundheitlich durchchecken lassen ?

Zum einen auf Mittelmeerkrankheiten incl Blutbild und Organwerte.

Bei so einer ängstlichen Hündin würd ich die Schilddrüse auch gleich mittesten lassen. Dabei nicht vergessen dass Stress und Krankheiten auch Einfluß auf die Werte haben können , ohne dass die Schilddrüse wirklich kaputt ist .

Ansonsten würde ich dir raten nicht zuviel von der Hündin zu verlangen . Drei Monate sind nicht viel Zeit. Bedräng sie nicht , aber bestärke sie wenn sie von sich aus was macht/kommt.

Wenn sie nicht spielen will, dann lass sie halt.SIe ist 5 also kein Kind mehr.

Was auch gut bei ängstlichen Hunden ist :ein sichererer eigener Hund ,so dass sie erstmal nur "mitläuft" , hast du das nicht such dir eine gute Gassitruppe mit sicheren Hunden wo du mitlaufen kannst.

Tellington Touch + Massagen: stärken die Bindung , gut gegen Stress.

Auch gut gegen Stress: Kausachen, gefüllter Kong ,

Clickertraining kann auch ne Hilfe sein , bei meinem Angsthund hab ich damit allerdings erst Erfolge erzoelt als er schon ein paar MOnate da war....vorher war ihm das(oder besser meine Erwartungshaltung) zu bedrängend....

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also bei Jasper hat es ca. ein halbes Jahr gedauert, bis er auftaute.

Ängstlich ist er immer noch (nach nun fast einem Jahr), es gibt immer

noch Situationen, die gar nicht gehen.

Geholfen hat da hauptsächlich Zeit und Geduld.

Ich hatte mir damals das Buch "der ängstliche Hund" von Nicola Wilde zugelegt,

das hat mir geholfen, viele Dinge besser zu verstehen.

Ansonsten würd ich Dir auch raten, Dich an jemanden zu wenden, der sich mit

Angsthunden auskennt....hier in der Gegend gab es da leider niemanden.

zum Spielen: es gibt einfach Hunde, die nicht spielen, vielleicht weil sie es nie

kennengelernt haben oder auch ohne Grund.

Jasper spielt nicht und wird wohl auch nie spielen. Wir haben es versucht, anfänglich

hatte er Angst vor dem Spielzeug oder Angst, etwas von uns einzufordern....jetzt

ist es nur noch bloßes Desinteresse....spielen interessiert ihn nicht und ich denke,

das wird sich auch nicht mehr ändern, man kann es eben nicht erzwingen.

Aber auspowern kannst Du sie durchaus auch anders, joggen oder Hundesport, Suchspiele.

Ich denke allerdings, dass das "nicht ausgepowert sein" im Moment ihr geringstes Problem

sein wird. Wenn Sie bisher hauptsächlich im Zwinger gelebt hat, dann ist ein einfacher Spaziergang

schon Aufregung genug.

Ich würde sie nicht überfordern mit neuen Reizen oder ähnlichem solange sie mit dem

normalen täglichen Leben noch solche Probleme hat, braucht sie keine Auslastung, sondern

das Gefühl, in sicherheit zu sein, keine Angst haben zu müssen.

Allein diese Aufgabe gilt es erstmal zu bewältigen und das braucht unter Umständen sehr lange....

Ich wünsche Euch viel Glück dabei.

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Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für eure Anregungen und Tipps. Ich bin von klein auf mit Hunden aufgewachsen. Mein Vater hat früher Hunde ausgebildet und ich war als Kind davon überzeugt, dass er mit ihnen reden kann. Bei uns war immer was los. Ständig hatten wir irgendwas Daheim - Rehe, Füchse, Hasen, Schwäne und Hunde etc......

Das es o anstrengend wird hatte ich nicht gedacht, ich war ja auch nicht auf so ein Problem eingestellt. Ihr hättet eure helle Freude daran gehabt, wenn ihr gesehen hättet, wie ich mit ihr die ersten Tage die Treppe runtergekrochen bin!

Ich hab sie endlich so weit, dass sie in ruhiger Umgebung frei laufen kann. Das hat ihr schon gut geholfen. Wir gehen grundsätzlich nur einen bestimmten Weg und wenn sie sehr gute Tage hat, verlassen wir die gewohnte Route immer ein ganz klein wenig. Sie wird schon neugierig und fordert zeitweise sogar einen neuen Weg. Das freut mich.

Ihr könnt euch sicher sein, dass ich mich nicht an ihrem "erlebtem" festhalte. Dazu weiß ich auch zu wenig. Allerdings hab ich ne ziemliche Wut auf die Leute, die ihr und mir das angetan haben. Sie hätten ihn mir gar nicht zuschicken dürfen. Sie wußten genau, dass ich im 2. Stock in einer Stadt wohne und krank bin. Das heißt für mich, dass wenn ich irgendwann wieder arbeiten darf, ich den Hund nicht behalten kann!

Auch stellen sie sich blöd, wenn ich nachfrage, ob sie wissen, wer sie geschlagen hat. Da hab ich mir natürlich ein Urteil gebildet!

Aber, ich bleib dran und werde euch weiterhin unterrichten. Auf jeden Fall ist mein Tag ausgefüllt. Ich habe auch noch 2 Pflegekätzchen. Das sind so meine Terroisten! Der kleine ist leider sehr krank. Wir vermuten, dass es sich um Leukemie handelt. Da sind wir noch an den Untersuchungen. Er ist so ganz fit, hat aber immer wieder sehr hohes Fieber und das Blut ist überhaupt nicht in Ordnung. Zum Glück vertragen sie sich sehr gut und sind sich auch darin einig, mir das Leben schwer zu machen.

Aber, am Ende des Tunnels ist Licht!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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Leider gibt es solche und solche Orgis.

Wegen des Spielens ,mach Dich nicht verrückt.

Wenn sie Angst vor einem Stock hat nimm einfach ein Stofftier.

Mit 5 Jahren ist sie ja eine gesetzte Hündin.

Es dauert seine Zeit.

Ehrlich,ich würde sie nur im eingezäunten Gelände frei laufen laßen.

Solltest Du garnicht klar kommen,gib sie in eine erfahrene PS.

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