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Niederlande - Züchter verurteilt

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Veroordeling hondenfokker legt ‘bom’ onder fokken rashonden

Die erste Verurteilung eines Züchters (Irische Setter) weil der Hund an Epilepsie litt.

Ein Stück aus dem Artikel aus dem NRC-Handelsblatt (Übersetzung von mir)

"Der Züchter hatte einen Irischen Setter mit einer erblichen Epilepsie an eine Rotterdamerin verkauft ohne sie darüber aufzuklären, dass diese Krankheit bei dieser Rasse sehr häufig vorkommt. Der Züchter hatte dieses Risiko auch nicht auf seiner Webseite gemeldet....

Als die Krankheit nach 15 Monaten ausbrach bestritt der Züchter sogar, dass es sich um Epilepsie handeln könne.

...

Hans Baaij von der Stiftung 'Dier en Recht', ..., nannte das Urteil 'bahnbrechend'...

... der Bezirksrichter stellte fest, dass es schon etliche Jahre bekannt sei, dass viele Rassehunde an erblichen Krankheiten leiden. Ein Züchter ist nach seiner Auffassung verpflichtet einem Interessenten volle Aufklärung zu bieten - so das Urteil... "

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=)=)

Das läßt hoffen....

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Dass der Züchter die Epilepsie bestreitet, ist wirklich unverschämt.

Andererseits finde ich auch, dass sich Käufer im Vorraus über die auserwählte Rasse informieren sollten. In Zeiten des Internet sollte es kein Problem sein, sich über eventuelle Krankheiten zu informieren, die bei einzelnen Rassen gehäuft vorkommen.

Ich will den Zücher nicht aus der Verantwortung nehmen, aber wie weit muss diese Informationspflicht im Einzelfall gehen?

Beispiel: Unser letzter Schnauzer hatte Krebs - ein Plattenepithelkarzinom am Vorderlauf. Er hat es dank einer Entfernung der betroffenen Zehe problemlos überstanden.

Die Züchterin hatte uns (bzw meine Eltern) nicht auf diese Krankheit, die bei schwarzen Schnauzern gehäuft vorkommt - hingewiesen. Und es handelte sich um eine Züchterin, wie sie nicht besser sein könnte.

Nicht im Traum wäre es uns eingefallen, irgendwelche rechtlichen Schritte einzuleiten.

Etwas anderes wäre es natürlich, wenn ein wissentlich kranker Hund verkauft und die Krankheit verschwiegen wird. Aber welche Krankheiten später auftreten "können", kann man leider nicht voraussagen. Wie gesagt, ich will den Züchter hier nicht aus der Verantwortung nehmen, aber die Käuferin war auch etwas blauäugig.

Gibt es für diese Form der Epilepsie irgendeinen Test? Wenn die Krankheit erblich ist, könnte es vielleicht einen Gentest geben. Würde es einen Test geben, sehe ich den Züchter dann doch wieder in der Verantwortung.

Beispiel: Es gibt bei den Deerhounds eine Blutgerinnungsstörung, die über einen Gentest nachweisbar ist. Man kann auch bestimmen, ob ein Hund reinerbig "gesund" ist oder aber Träger der Krankheit ist, ohne selbst zu erkranken. Für eventuelle Zuchteinsätze wäre das wichtig.

Schwieriges Thema, je länger ich drüber nachdenke...

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...

Schwieriges Thema, je länger ich drüber nachdenke...

Ja, sicher, das Thema ist nicht einfach, da viele Krankheiten noch nicht so gut erforscht sind.

Allerdings finde ich die Tendenz die dieses Urteil zeigt im Prinzip gut. Dass nämlich Züchter eine Verantwortung haben, nicht nur auf Aussehen und 'Rasse-Standards' zu gehen.

Vielleicht - und das ist meine Hoffnung - fangen die Verbände jetzt mal an zu überdenken was sie da für Standards gesetzt haben.

Und klar - auch die Käufer sind in der Pflicht. Aber Züchter sollen sich IMMER auskennen, Käufer im Besten Fall.

Oder man plädiert für einen Rassespezifischen Hundeführerschein, der neben guter Artkenntnis auch detaillierte Rassekenntnisse prüft (und dann für jede Rasse neu erworben werden muss). Ist das realistisch?

Außerdem werden Tiere vom Gesetzt her teils noch wie eine Sache behandelt - dann muss es auch eine 'Garantie' und/oder eine Gewährleistung geben, so verquer diese Konsequenz vielleicht auch ist.

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Derzeit gibt es keinen Nachweis für erbliche Epilepsie. Man kann nur versuchen alle anderen Ursachen für epileptische Anfälle auszuschliessen und dann von einer hohen Wahrscheinlichkeit einer erblichen Form sprechen, aber dies ist eben nicht sicher.

Züchter, die mit Zuchttieren weiter züchten, nach denen es bereits mehrere Nachkommen mit vermuteter erblicher Epilepsie gibt oder die mit Wurfgeschwistern von vermutlich an erblicher Eplepsie erkrankten Hunden züchten gehen ein vermehrten Risiko ein. Und da sollte es Pflicht werden jeden Käufer über das Risiko zu informieren - wird aber nachweislich leider nicht gemacht.

Jedoch gegen das vereinzelte Auftreten eines Hundes aus verantwortungsbewusster Zucht mit Epilepsie, bei der eine Erblichkeit vermutet wird, ist kein Züchter gefeit. Leider werden sogar bei manchen epileptiscchen Hunden die tatsächlichen Ursachen ( z.B. Toxoplasmose, Neosporose ) gar nicht festgestellt, da manche Tierärzte diese Möglichkeiten gar nicht auf dem Bildschirm haben.

Ich habe selbst 10 Jahre mit einem Epilepsiehund gelebt - möchte dies nie wieder erleben. Aber kein Züchter der Welt kann mir eine Garantie dafür geben. Leider!

LG Heike

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Originalbeitrag

Derzeit gibt es keinen Nachweis für erbliche Epilepsie. Man kann nur versuchen alle anderen Ursachen für epileptische Anfälle auszuschliessen und dann von einer hohen Wahrscheinlichkeit einer erblichen Form sprechen, aber dies ist eben nicht sicher.

Züchter, die mit Zuchttieren weiter züchten, nach denen es bereits mehrere Nachkommen mit vermuteter erblicher Epilepsie gibt oder die mit Wurfgeschwistern von vermutlich an erblicher Eplepsie erkrankten Hunden züchten gehen ein vermehrten Risiko ein. Und da sollte es Pflicht werden jeden Käufer über das Risiko zu informieren - wird aber nachweislich leider nicht gemacht.

Jedoch gegen das vereinzelte Auftreten eines Hundes aus verantwortungsbewusster Zucht mit Epilepsie, bei der eine Erblichkeit vermutet wird, ist kein Züchter gefeit. Leider werden sogar bei manchen epileptiscchen Hunden die tatsächlichen Ursachen ( z.B. Toxoplasmose, Neosporose ) gar nicht festgestellt, da manche Tierärzte diese Möglichkeiten gar nicht auf dem Bildschirm haben.

Ich habe selbst 10 Jahre mit einem Epilepsiehund gelebt - möchte dies nie wieder erleben. Aber kein Züchter der Welt kann mir eine Garantie dafür geben. Leider!

LG Heike

Ich danke dir für diesen Beitrag!!! =) Genau so ist es!

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(bearbeitet)

Andererseits finde ich auch, dass sich Käufer im Vorraus über die auserwählte Rasse informieren sollten. In Zeiten des Internet sollte es kein Problem sein, sich über eventuelle Krankheiten zu informieren, die bei einzelnen Rassen gehäuft vorkommen.

.

Das find ja jetzt etwas lustig! :Oo:Oo

Der Käufer soll sich also gefälligst über Krankheiten informieren,

die gehäuft vorkommen.

Und der Züchter, kann munter weiterzüchten oder wie ist es zu so vielen kranken Rassehunden gekommen.

Einfach nur noch krank das alles!

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Sowohl was Krankheiten angeht als auch was z.B. die Herkunft/Zuchtstätte angeht, sollte auch der Käufer sich vorab informieren. Ich denke da gerade an die Kofferraum- oder Flohmarktwelpen aus Osteuropa. Diese "Züchter" können ihr Geschäft auch nur machen, weil genug uninformierte Menschen diese Hunde kaufen.

Das heißt nicht, dass Züchter munter kranke Hunde züchten dürfen.

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...

Der Käufer soll sich also gefälligst über Krankheiten informieren,

die gehäuft vorkommen.

Na ja, wie oft gibt es auch hier zwei Seiten. Und ich finde im Prinzip auch, dass sich ein auch Käufer für die Rasse (und Hunde allgemein) interessieren muss. Allerdings sind Käufer nun mal in der Regel die Laien und Züchter die 'Profis'. Ich denke, so ist dieses Urteil auch zu verstehen.

Außerdem stimmt es zwar, dass eine vererbte Anlage zur Epilepsie nicht nachgewiesen werden kann, aber:

- es gibt etliche Rassen bei denen vermehrt Epilepsie auftritt und bei denen man indirekt auf eine Vererbung schließen kann (Irish Setter, English Springer Spaniels, Siberian Huskies), im speziellen sogar in einzelnen Linien

- der Zeitpunkt wann eine Epilepsie sich manifestiert liefert ebenfalls einen Hinweis.

- die Anamnese ist ein weiterer Punkt der Rückschlüsse zulässt.

Dass zumindest die Anlage zu Epilepsie erblich ist, ist aus der Humanmedizin bekannt, manchmal wahrscheinlich einfach rezessiv oder einfach dominant, zu finden auf einem Autosom.

Aber auch, wenn die Art der Vererbung nicht bestimmt werden kann sind generelle Anfälle immer entweder vererbt oder von Krankheiten/Verletzungen verursacht (z.B. Diabetes, Leberschaden, Schädel/Hirn Trauma) Besonders bei jungen Tieren kann man daher bei unauffälliger Anamnese von einer ererbten Epilepsie ausgehen. Manche Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass auch Epilepsien die erst in späterem Alter auftreten idR vererbt sind.

Und klar - die Diagnose soll sicher nicht nach einem einmaligen Anfall gestellt werden - da sind auch andere Ursachen denkbar. Außerdem verfügt wahrscheinlich nicht jeder Tierarzt über die entsprechenden Fachkenntnisse.

Geht man davon aus, dass jede Epilepsie zumindest eine genetische - also erbliche Komponente hat befände man sich auf der sicheren Seite.

Daher finde ich das Urteil gut - auch wenn es keinen direkten Nachweis für Epilepsie gibt. Denn beim züchten sind es nun mal die Züchter die die Verantwortung tragen. Sie kennen ihre Rasse, die Linie und die Stammbäume.

Und ganz allg. hoffe ich, dass damit auf Dauer Züchter (und Verbände) mehr auf die Gesundheit der Tiere achten als auf Äußerlichkeiten.

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Ich sehe das zwiegespalten. Einerseits ist es vollkommen richtig, daß bei Krankheiten, deren Erbgang bekannt ist, oder bei Verpaarungen, bei denen man mit dem Auftreten von Erkrankungen rechnen muß (weil die Eltern, nahe Verwandte oder Geschwister daran leiden), der Züchter gegenüber dem Käufer in der Pflicht ist. Das betrifft sowohl die Aufklärung über Rassedispositionen, als auch Unterstützung, sollte es zum Krankheitsausbruch kommen.

Andererseits ist der Hund wie der Mensch vor Krankheiten nicht gefeit. Zucht bedeutet IMMER das Risiko, daß nicht harmonierende Erbanlagen aufeinandertreffen. Wollte man das ausschließen, bliebe nur das tausendfache Klonen des EINEN idealen Modelltieres. Wollen wir hunderttausend bis aufs letzte Haar identische Lassies oder "Kommissar Rex"? Denn das wäre die Konsequenz, weil ein Züchter, selbst bei äußerster Gewissenhaftigkeit, aus der Natur der Sache heraus keine Garantie geben KANN. Wer das fordert, verwechselt Hundezucht mit Autobau.

Und dann: was wird mit DEN Hunden, die krank sind, für die aber kein Züchter zur Verantwortung gezogen werden kann? Wird dann die Tierschutzorga verklagt, wenn der Mittelmeer-Mischling krank wird? Oder die ganzen Vermehrer, die mal eben ihre Hündin werfen lassen, um eine schnelle Mark zu machen, gerne auch unter Vorspiegelung von Reinrassigkeit? Oder bleiben deren Käufer im Regen stehen?

Angesichts der Interesselosigkeit, mit der die Politik die Welpenmafia ihr dreckiges Geschäft verrichten läßt, bin ich skeptisch, ob es über das "Exempel-Statuieren" hinaus geht.

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