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polar-chat.de  Der Hund
lyka

Lieb durch Clickern

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Hallo zusammen,

Seit anderthalb Monaten ist unser Schäferhund-Rüde bei uns. Er ist 15 Wochen alt.

Wir besuchen mit ihm die Hundeschule.

Wir haben von Anfang an viel auf die Erziehung, Entwicklung und Bindung geachtet und er ist eingeclickert.

Eigentlich ist er ein gelehriger und bestimmt auch lieber Kerl.

Uneigentlich kaut er gerne an uns rum, wenn wir ihn streicheln wollen. Das Hampeln bezieht sich auf:

- Leine/Geschirr/Halsband anlegen

- Bürsten

- Liebkosen

- Übungs-Leckerchen geben (werden manchmal sehr ruppig aus der Hand gebissen)

Die üblichen Techniken, um das zu unterbinden funzten bislang iwo gar nicht so recht.

Bislang habe ich sorgfältig (dachte ich) darauf geachtet, ihm die Gegenstände positiv verknüpfen zu lassen. Bei dem Leckerchen habe ich mit ihm geübt, ihm die geschlossene Faust mit dem Lecker hinzuhalten und sie erst zu öffnen, wenn er ruhig ist. Vielleicht kennt hier jemand noch einen besseren Tipp hierfür.

Beim Kuscheln halten wir uns dazu an, ihn in Ruhe zu lassen, wenn er es zeigt. (zum Beispiel mit weggehen)

Er mag keine übermässige Schmusebacke zu sein (zumindest im Moment nicht), aber ich habe den Eindruck, dass er es grundsätzlich nicht ablehnt, angefasst zu werden, sondern, dass er es nicht anders versteht oder verstanden hat. Aua rufen und weggehen bringts iwo nicht...

So bin ich seit gestern wieder zwei Schritte zurückgegangen und habe begonnen, ihn fürs nicht beissen beim Anfassen zu clickern.

Ich hab mich mit ihm auf den Boden gesetzt und in kleinen Schritten mit der Hand oder mit der Bürste genähert. Für jedesmal, wenn er nicht zum Beissen ansetzte, hab ich geclickert. Das war tatsächlich sehr mühsam und musste teilweise noch aufgesplittet werden mit dem Befehl "Schau" (mir in die Augen zu schauen).

Ich hab teils nur in seine Richtung bewegt, teils ihn an unempfindlichen Stellen leicht berührt. Heute morgen hab ich die Übungen mit dem Halsband weitergemacht. Ich dachte, ich mache das nun 3-4 mal tgl., in kurzen Einheiten von 5 Minuten.

Es war schon seltsam einen kleinen, jungen (unvorbelasteten) Hund fürs anfassen zu belohnen.

Haben einige von euch ähnliche Erfahrungen?

Gruß

lyka

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Hallo und willkommen.

Was die Leckerchen betrifft, versuch mal diese mal zwischen zwei Fingern einzuklemmen damit er sie vorsichtig herausknubbeln muss. Sobald er grob wird, stoppen.

Beim herumhampeln solange warten bis er ruhig ist und sofort wieder abbrechen wenn er wieder aufdreht.

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Hallo und willkommen hier,

... Er ist 15 Wochen alt.

Dann ist er noch ein Baby :)

Wir haben von Anfang an viel auf die Erziehung, Entwicklung und Bindung geachtet und er ist eingeclickert.

Das ist gut.

Beim Kuscheln halten wir uns dazu an, ihn in Ruhe zu lassen, wenn er es zeigt. (zum Beispiel mit weggehen)

hmm, wie muss ich mir das vorstellen? Bestimmt der Hund wann du ihn streicheln kannst/sollst/darfst?

ihn fürs nicht beissen beim Anfassen zu clickern.

das kann man machen, aber ist das praktisch?

Es war schon seltsam einen kleinen, jungen (unvorbelasteten) Hund fürs anfassen zu belohnen.

Na ja, ... die Belohnung ist dann im Prinzip deine Aufmerksamkeit.

Hunde 'streicheln' sich nicht gegenseitig. Die Mutter leckt den Bauch um die Verdauung anzuregen oder z.B. die Ohren zum säubern. Ansonsten balgen junge Hunde viel miteinander.

Ein Hund hat keine angeborene Beisshemmung, das muss er lernen und tut das wenn es im Spiel mit seinen Geschwistern zu ruppig wird. Du kannst ein Abbruchsignal einführen. 'Nein', 'Pfui' oder 'Tschsch'... such dir etwas, das dir liegt. Wenn dein Hund dich anstubst ignorierst du ihn, erst wenn er das Interesse verloren hat rufst du ihn und spielst oder streichelst. DU bestimmst Anfang und Ende der Zuwendung. Auf keinen Fall solltest du Hund hinterherrennen.

Leckerlies vorsichtig zu nehmen kannst du gut klickern. Halte ihm eines vor die Nase, wenn er sich danach ausstreckt: wegziehen. Wenn er ruhig schaut click Leckerlie. Die Zeit ausdehnen. Das ist auch eine gute Übung zur Impulskontrolle.

Und weiter ist es gut immer einen Kauknochen parat zu haben. Jedes Mal wenn dein Hundi zu fest zubeißt: Spiel, Bürsten, ... abbrechen mit dem Abbruchsignal und den Kauknochen anbieten. Bald wird auch der Zahnwechsel anfangen, dann wird viel und gern gekaut.

Und weiter heißt deine Aufgabe: GEDULD und dann wird das schon. Erfolg und viel Spaß mit deinem Welpen.

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Mit Clickern hab ich leider keine Erfahrungen... :kaffee:

Dafür habe ich aber auch so einen kleinen Derwisch hier... :D

Holly ist jetzt 6 Monate alt und sie ist und war ähnlich wie deiner...

Meine Erfahrung dazu ist, dass diese Phasen immer mal wiederkommen. Was gestern super geklappt hat, ist morgen vergessen oder wird wieder getestet... :Oo

Das kann dir echt den letzten Nerv rauben, aber so lange du deine klare Linie immer und immer in Ruhe weiterfährst lernt der Hund, dass du einen Plan hast, konsequent bleibst und orientiert sich an dir ;)

Dazu musst du oft 2 Schritte zurück, einen vor, mal 2 vor. Mal kapiert er, was du möchtest, mal kommt Durchzug, mal wieder Aufmerksamkeit... :kaffee:

Ich kann dir nur Mut machen, dass es Phasen sind, die vorbeigehen werden. :D

Holly hat meine Linie sehr wohl erkannt und verinnerlicht, haut aber trotzdem zwischendurch auf die K... :kaffee:

Ist halt so, ist ja auch ein kleines Kind :D

Nicht aufgeben, weitermachen, deine klare Linie fahren und es wird besser werden :D

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(bearbeitet)

Danke für eure Antworten bisher!

Das er noch ein Kind ist, halte ich mir auch immer bewusst vor Augen. Er ist sehr gelehrig und arbeitet gerne und das verleitet dazu ihm irgend einen Quark beizubringen, anstatt erstmal die Basics.

Also es ist nicht so, dass wir ihm hinterherrennen, aber ich denke, wir haben die Tendenz dazu, ihn in den Mittelpunkt zu stellen, weil er halt ein lustiger und süßer Welpe ist. Wir achten da aber gegenseitig drauf, dass er nie die Zügel in den Pfoten hat.

Es ist halt so, dass er von sich aus keine (menschlichen) Streicheleinheiten haben muss. Daher ist es auch keine Belohnung für ihn, gestreichelt zu werden. Erst, wenn er es als das gelernt hat.

Leckerchen geben:

Also die "drei-Finger"-Methode hab ich auch schon probiert und hab nun ne Bisswunde :D

Die Übung "Nimms erst, wenn Du ruhig bist" kennt er schon, aber ausserhalb der Übung macht er es nicht mehr ...

Die Beisshemmungs-Methode (Abbruchsignale, Aua, abbrechen) hatte wie gesagt keinen Erfolg.

Ich hatte mal gelesen, dass einige ihren Hund dann zwicken oder ins Ohr beissen. Das hab ich auch mal versucht und fand es blöd. Er sieht dann imemr aus, als wüßte er keine Alternative, weil für ihn das rumkauen ein Liebesbeweis ist. Daher dachte ich, ihm mit dem Grabbel-Clickern zeigen zu können, was ich überhaupt wünsche und nicht das, was ich doof finde, versteht ihr?

Vorhin grad hab ich eine Clickereinheit eingelegt fürs Brustgeschirr. Da beisst und hibbelt er vermehrt.

- Übern Kopf gezogen - Click (kein Problem)

- Gezumpel sortiert und unterm Bauch - Click (schon hibbeliger)

- Geschirr übern Kopf ausziehen - (sehr hibbelig und beisst)

- Also erstmal nen Schritt zurück, das Geschirr um den Hals hängen lassen und "Schau" (mir in die Augen), beide Hände zur Schulter geführt - Click

Ich vermute, dass diese ganzen Berührungsübungen zusammenhängen.

Das Schreiben und Lesen hier hilft mir gut weiter.

Liebe Grüße

Lyka

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mein eine Hündin lies sich am anfang nicht gerne anfassen, erstarrrte total vor angst, hab dann mit tellingten touch gearbeitet. das hat super geholfen. Machte das cirka 4 Monate täglich mehrfach kurz, sie entspannte zusehens. Vielleicht hilft das auch deinem hippel.

Mein Schäfi war auch am Anfang so ein zappel, aber ich hab ihn einfach gekrallt und bei mir gehalten, bis er ruhig war. lies ihn nie los wenn er rumzappelte. Egal ob beim an o. ableinen, herkommen, bleiben. er durfte er erst wieder los wenn er ruhig war. das hat schnell geklappt.

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...aber ich denke, wir haben die Tendenz dazu, ihn in den Mittelpunkt zu stellen, ...

Lyka

Ja, verständlich... :D ...

Deswegen - zusammennehmen und ihn mehr ignorieren.

Was das Anlegen des Geschirrs anbetrifft. Versuch ihn neugierig danach zu machen. Vor die Nase halten, Leckeri oder Spielzeug hinter die Öffnung durch die er muss halten, warten bis er kommt. Die Nase durch stecken, Geschirr wieder weglegen, beim nächsten Mal noch mal, wenn er es schon halb über dem Kopf hat, wieder wegnehmen, usw. Versuch also alles in noch kleinere Schritte zu unterteilen und verbinde es mit einem Spiel.

- Gezumpel sortiert und unterm Bauch - Click (schon hibbeliger)

Hier fängt das Problem schon an. Der Click ist ja quasi ein Platzhalter und bedeutet 'gut gemacht' Wenn du klickst obwohl Hundi hibbelig ist belohnst du schon. :)

Die Übung "Nimms erst, wenn Du ruhig bist" kennt er schon, aber ausserhalb der Übung macht er es nicht mehr ...

Es gibt kein 'außerhalb der Übung' ;)

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Huhu, danke für eure Hinweise!

Ich werde also nun noch kleinere Brötchen backen mit dem kleinen Teufel. :)

Vom Tellington Touch hab ich schon gehört. Das schau ich mir mal an.

Liebe Grüße

Lyka

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Holly war auch bei vielem so hibbelig, da hilft nur ruhig bleiben und immer bestätigen, wenn Ruhe ist.

Egal bei was und wie klein die Schritte sind...Kleine Schritte, die richtig sitzen, halten auch am längsten vor ;)

Und so wie dolby auch schon sagte, neugierig machen auf so langweilige Dinge wie Geschirr anziehen und bürsten...

Und die Neugier schon belohnen :D

Dann bekommst du bei so Sachen automatisch seine Aufmerksamkeit und kannst dann üben, alles in und mit Ruhe zu machen...

Bei Holly war es auch das Schwerste, ihre Aufmerksamkeit zu kriegen, aber als sie verstanden hat, dass was Tolles passiert wenn sie aufmerksam ist und mir zuhört, konnte ich ihr viele Dinge beibringen, die in meinen Augen zwar normal und alltäglich waren, in ihren Augen aber nur Spiel und/oder unnötig.

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Ich sag's ganz ehrlich, soviel Heiligkeit hat mein Hund von mir nicht erlebt, daß ich ihn für das pure gewohnheitsmäßige Unterlassen von Unarten belohnt habe.

Ich finde es bei einem selbstbewußten Junghund auch schwer, ihm dabei klare schwarz-weiß-Signale zu geben. Beißt er in etwas, wo er nicht reinbeißen darf, ist es meist selbstbelohnend, wenn man es nicht unterbindet. Beißt er nicht, wird er belohnt. So oder so - es lohnt sich für ihn auf jeden Fall, mal wird diese, mal jene Variante Favorit sein. Je nach Stimmungslage.

Bezüglich des Beißens habe ich nach Beibringen des Abbruchsignales unterbunden (im Extremfall durchaus mit Schnauzgriff) und sofort eine erlaubte Alternative angeboten. Damit war der Lernerfolg ein schneller und nachhaltiger.

Wenn mein Hund Halsband und Geschirr kennt, dann gibt es mal ein strengeres Machtwort, wenn er rumtanzt und sich sträubt. Ich würde nicht warten wollen, bis er der Meinung ist, genug Spaß gehabt zu haben, und jetzt lieber Leckerlie abstauben möchte.

Ich fürchte, mit Deiner Methode gibt es für Deinen Hund im Extrem einen anderen Lernerfolg: ich kann machen, was ich will, und Frauchen wird gut von mir trainiert....

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