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polar-chat.de  Der Hund
Vara

Mein geliebter Hund ist gegangen

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Hallo zusammen,

hier bin ich noch ganz neu, ich hoffe, ich darf trotzdem schreiben, von meinem kleinen Hund.

An Silvester ist meine 14,5- jährige Dackelmischlingshündin gestorben.

Sie hatte ein Leben lang ein vergrößertes Herz, aber bis auf immer wieder mal eine Entwässerungskur kam sie damit prima klar. Im letzten dreiviertel Jahr hatte ich besonders viel Zeit für sie und konnte hier mit ihr jeden Tag über die Felder und im Wald spazieren gehen.

Sie liebte den Wald so und als Dackel war früher kein Drandenken, sie freizulassen, aber in den letzten Monaten konnte ich ihr diese Freiheit schenken. Und sobald sie mich nicht mehr sah, kam sie angerannt, ganz munter wie eine Junge. Es ging ihr so gut und sie war so lebensfroh.

Um Weihnachten herum hatte sie aus unerfindlichen Gründen fast jedes Jahr irgendeine Krankheit, mal Magen- Darm, mal Blasenentzündung. Dieses Jahr eine Blasenentzündung, die aber schon nach einem Tag wieder gut war. Sie lief zwar ein bisschen langsamer, aber das darf man ja in dem Alter auch.

Und dann ging es so plötzlich, sie war am Donnerstag unruhig, im Garten bellte sie einen vorbei gehenden Hund an, fiel zur Seite und krampfte. Danach lag sie einfach so am Boden und ich dachte, sie wäre tot. Als ich sie hochhob, atmete sie aber und nac ein paar Sekunden war sie wieder bei Bewusstsein. Da es schon späterer Abend war und eine Tierärztin, die wir anriefen und die eigentlic Hausbesuche macht, nicht kommen wollte, wollte ich meine Maus am nächsten Morgen zum Arzt bringen. Aber sie atmete immer schwerer und als sie auf meinem Bauch lag und hechelte, konnte ich ihr Lunge brodeln hören.

So fuhren wir mitten in der Nacht in die glücklicherweise nahe Tierklinik. Dort im Röntgen sah man ein massiv vergrößertes Herz und ein Lungenödem. Der Arzt gab ihr eine Entwässerungsspritze, machte uns aber nicht viel Hoffnung. Mit drei verschiedenen medis gings wieder nachhause.

Das Befinden meiner Kleinen wurde zunehmend wieder besser und wir konnten schon wieder vorsichtige Spaziergänge unternehmen. Auch der Arzt war bei der Kontrolle ganz zufrieden.

Am 31.12. hatte sie prima gefuttert, mir gekochte Nudeln fast aus der Hand gerissen und mittags waren wir im Wald spazieren. Ich musste sie fast bremsen, so munter lief sie und schnuffelte.

Zuhause merkte ich am Nachmittag wie sie unruhig wurde und obwohl sie keine Symptome zeigte- sie hechelte nicht, hatte keine Atemnot und soweit erkennbar auch keine Schmerzen, wurde ich mit einem Mal so traurig, mir wurde klar, dass wir nicht mehr lange miteinander haben würden. Der Gedanke ans Einschläfern fiel mir so unendlich schwer, diese Entscheidung zu treffen, das konnte ich mir nicht vorstellen.

Wir saßen dann im Wohnzimmer zusammen, die Maus schlief ganz friedlich im Körbchen. Zwischendurch war ich mit ihr draußen- glücklicherweise ist es hier an Silvester sehr ruhig.

Sie konnte noch Wasserlassen, ihre Nieren waren also noch fit. Das machte mir Hoffnung gegen meine Trauer.

Dann aber drinnen setzte sie sich mitten in den Raum. Ich setzte mich zu ihr und streichelte sie vorsichtig. Sie sah mich lieb an und schien das in Ordnung zu finden.

Vielleicht so innerhalb von 20 Minuten wich das Leben aus ihr. Die Kraft zu hecheln fehlte, sie lag halb auf der Seite und ich sah schon kein Leben mehr in ihren Augen. Sie zuckte aber noch einige Male.

Ich habe sie die ganze Zeit sanft gestreichelt, während ich neben ihr auf dem Boden lag und ihr erzählte, dass jetzt alles gut werden würde. Wie schön es dort wäre, wo sie nun hingeht.

Es wirkte friedlich, soweit ich es von außen beurteilen kann und irgendwie so, als hätte sie selbst entschieden, dass es jetzt so weit sei.

Sie war so ein wunderbarer Hund, hat mich mehr als mein halbes Leben begleitet und war einfach immer da. Am Anfang ganz wuselig und unruhig, später immer gesetzter und liebevoller.

Immer hat sie mich verteidigt, wenn sie es für nötig hielt und ich bin mir sicher, sie wäre für mich durchs Feuer gegangen.

Sie war alles für mich, mein Baby, meine beste Freundin, mein Kumpel fürs Leben.

Jetzt ist wie ein Schleier über mir, nach ihrem Tod konnte ich weinen, aber jetzt ist es einfach nur noch leer. Sie fehlt mir an jeder Ecke.

Heute habe ich ihr einen Grabstein für ihr Grab im Garten- mit kleinen Nadelbäumchen, wie ihr eigener kleiner Wald- gestaltet. Nun hat sie so ein schönes Grab, aber dadurch ist der Verlust noch konkreter.

Und doch denke ich ganz konkret über einen neuen Hund nach, einen kleinen südeuropäischen Straßenhund, der sich in mein Herz geschlichen hat, aber ich fühle mich gleichzeitig so schuldig.

Als ob ich meine Maus einfach austauschen würde, obwohl ich das ja gar nicht will.

Aber diese Einsamkeit am Abend, diese Sinnlosigkeit beim Aufstehen, weil da kein kleines Wesen ist.

Es ist alles so schwer...

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Lass dich unbekannterweise doll drücken.

Ich kann gut nachvollziehen, was du gerade durchmachst.

Deine Fellnase wird bestimmt gut im Regenbogenland angekommen sein und hat bestimmt meinen Wolfi getroffen.

Dir wünsche ich viel Kraft die Trauerzeit zu bewältigen. Irgendwann kommt die Zeit, in der man gerne an die lange gemeinsame Zeit zurückdenkt.:knuddel :knuddel :knuddel

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(bearbeitet)

Oh je, mein Beileid :(

Egal wie alt, egal wie lange schon krank - wenn es dann soweit ist, ist es immer, immer zu früh für uns Menschen :(

Ich glaube allerdings nicht, dass du dich schuldig fühlen musst, weil du "schon" einen neuen Hund zu dir nehmen willst.

Es fehlt einfach etwas in einem Leben, das man zuvor mit einem Hund geteilt hat, und das ist etwas, was meistens nur ein anderer Hund ansatzweise wiedergeben kann.

Die meisten die ich kenne, haben dieses Gefühl von "da fehlt etwas" gehabt, und die meisten hatten auch schnell wieder einen neuen Hund bei sich.

Wem gegenüber solltest du dich schuldig fühlen?

Deine Hündin wird es dir sicher nicht übel nehmen, und DU weißt dass du sie nicht austauschst - und sie weiß es auch. Wusste 14 Jahre lang, was sie dir bedeutet - warum sollte das nun anders sein?

Warum sollte sie wollen, dass du dich einsam fühlst?

Nochmal mein herzliches Beileid.

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Mein Beileid möchte ich hiermit ausdrücken.

Sie hatte einen schönen Tod in deinen Armen.

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Die Geschichte die du verfasst hast ist gleichzeitig unheimlich traurig und schön - ich hab tränen in den Augen.

Deine Maus hatt es bestimmt gut, da wo sie jetzt ist und sie kann auf ein schönes , mit Liebe befülltes Hundeleben an deiner Seite zurückblicken. Dich möchte ich unbekannterweise einfach drücken :kuss: und dir viel Kraft für diese schwere Zeit wünschen.

Schuldig fühlen brauchst du dich nicht wenn du mit einen anderen Hund zu dir holen möchtest, die kleine Maus wird dir kein anderer Hund ersetzen können, sie wird auch immer einen Platz in deinem Herzen haben.

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Dein Hund hatte ein schönes Leben bei Dir und

einen würdevollen Tod, bei dem sie nicht allein sein musste.

Trotzdem tut es weh und das ist auch gut so, denn es gehört dazu.

Ich wünsche Dir, dass bald die schönen Erinnerungen überwiegen und es

dann auch nicht mehr ganz so schmerzt, an sie zu denken.

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Mein Beileid :kuss:

Schuldig brauchst du dich nicht fühlen. Du willst ja deinen Hund nicht ersetzen sondern einfach nicht ohne Hund sein.

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(bearbeitet)

Guten Morgen! Nachdem ich das gelesen habe,sitze ich hier und wisch mir die Tränen weg :( ich kann dir nur von ganzem Herzen mein Beileid aus sprechen!

Ihr hattet eine schöne Zeit und das vergisst man nie! Auch wenn du schon mit dem Gedanken spielst,dir einen Auslandhund zu holen(dies habe ich auch "schon" nach 4 Wochen,als meine geliebte Shiva gestorben ist,gemacht)

Ein neuer Hund nimmt dir nicht den Platz im Herzen,den du für deinen verstorbenen darin hast! Aber er bringt(mir zumindest) wieder ein Lachen in unsere Gesichter,und das Gefühl,wieder auf zu leben!

Ich wünsche dir viel Kraft und alles gute

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Hallo

Fühle Dich auch von mir gedrückt und viel Kraft in diesen schweren Stunden.

Grüße Andi

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Du hast das so schön beschrieben, das Leben mit deinem Hund und deinen Abschied von ihr!

Sie fehlen uns, es tut weh ...

Ein neuer Hund wird sie nie ersetzen, das soll er auch nicht, sie bleiben in unseren Herzen!

Aber wir haben große Herzen und da ist Platz, auch für eine andere Hundeseele!

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