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polar-chat.de  Der Hund
Vara

Umgang mit Angst bei ehemaliger Straßenhündin

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Hallo zusammen,

als meine liebe alte Hündin verstorben ist, habe ich hier im Forum so liebe und herzliche Anteilnahme gefunden, dass ich gerne hier geblieben bin :kaffee:

Nun habe ich den Schritt gewagt und mir recht schnell nach dem Verlust meiner Hündin wieder eine kleine Hündin nach Hause geholt. Sie ist ca. 1 Jahr alt, wurde als Straßenhund in Italien aufgegriffen und ist irgendeine Mischung aus Volpino, Pinscher und vielleicht kleinem Boxer oder so (die Schnauze passt weder zum Spitz noch zum Pinscher), ganz eine Süße. Und sehr lieb, wenn sie Vertrauen geschöpft hat.

Man merkt ihr richtig an, dass sie bisher damit beschäftigt war, so wenig wie möglich aufzufallen und immer so zu tun, als wäre sie gar nicht da. Ich konnte jetzt schon eine ganz gute Beziehung zu ihr aufbauen und in meiner Wohnung fühlt sie sich recht sicher, schläft ganz viel in ihrem Körbchen. Wenn sie von einem Geräusch aufschreckt, guckt sie mich kurz an, ich beruhig sie und sie schläft weiter. Da bin ich schon sehr glücklich, dass sie auf mich so reagiert.

Nun zum eigentlichen Punkt: Wenn wir spazieren sind, gibt es viele Dinge, die ihr Angst machen- das fängt leider schon bei unserem Gartenzaun an, der ganz ähnlich aussieht wie in einem Zwinger, in dem sie war. Wenn Menschen auf sie zukommen oder große Autos hat sie ebenso ziemlich Angst. Die zeigt sich einmal in Zittern, vor allem aber setzt oder legt sie sich dann einfach hin. Manchmal hilft es, wenn ich sie locke und ihr gut zurede, meistens aber ist die Angst größer.

An der Leine leicht zu ziehen bringt nichts, sie würde sich einfach nur sitzend oder liegend über den Boden ziehen lassen. Zweimal hat sie sich nun schon mitten auf der Straße so hingesetzt, da hatte ich dann keine Wahl, als sie hochzuheben- aber das ist sicher erziehungstechnisch die schlechteste Variante.

Jetzt habe ich die große Hoffnung, dass es hier Tipps gibt, wie ich dieser Angst unterwegs begegnen kann, ohne sie zu bestärken- wenn ich sie mir Leckerli locke oder hochhebe, verstärke ich ja nur und einfach an der Leine zu ziehen, hat eben keinen Effekt.

Für Ideen wäre ich wirklich dankbar!!

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Wie lange hast du die Hündin jetzt?

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Die Kleine ist ja jetzt höchstens 2-3 Tage bei Dir, oder?

Lass sie erstmal ankommen.

Ihr ganzes Leben steht Kopf, logisch, dass sie verunsichert ist.

Wenn Du "Gartenzaun" schreibst, bedeutet das ja wahrscheinlich, dass Ihr nicht nur den Zaun sondern auch den dazu gehörenden Garten habt? :D

Dann beschränke doch Euer Ausserhaus Sein erstmal auf den Garten.

Spaziergänge scheinen sie im Moment ja noch sehr zu verunsichern, gib ihr etwas Zeit.

War sie auf einer Pflegestelle, bevor sie zu Dir kam?

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Also rein intuitiv (so handel ich eigentlich immer, wenn ich merk Hund hat Angst vor etwas oder erschrickt sich) würde ich das kurzweilig aussitzen.

Du sagst ja sie setzt oder legt sich just in der Situation hin. Ich würde genau das nutzen und einfach mit ihr in diesem Moment verharren kurzzeitig ohne jetzt groß etwas zu tun, dann passt gerade bei Autos. Bei Personen kannst du sie ja bitten sich klein zu machen und bitte von unten zu streicheln (also Hals Kinn oder sowas) das hilft meist.

Beim Zaun würde ich mir ab und an die Zeit nehmen und mich geduldig soweit ranbewegen wie es ihr keinen Stress bereitet, dort verweilst du dannund schmust und spielst etwas mit ihr rum. Nach und nach kannst du den Abstand verringern, irgendwann wird die Angst ganz weg sein *Daumen drück und hoff dafür*

Wie gesagt reine Intuition :) geh die Sache gelassen an, ich denke packen wirst du das mit ner guten Portion Ruhe und Geduld sicherlich ;)

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Hab meine Rosi auch immer "von unten" gestreichelt, das hilft wirklich :)

Wegen dem nicht Vorbeigehen... Naja, auch auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt in die Nesseln setze... Ich habe mein Ding einfach durchgezogen... Meine wollte anfangs z.B. keine Treppen laufen etc.. Hätte ich sie einmal hochgetragen, wäre das nie was geworden.

Deshalb hab ich sie gelockt und dann einfach an der Leine hoch.

ABER: Leine locker lassen. Also, du gehst mit ihr Richtung Zaun, sie versucht zurückzuweichen. Einmal ganz kurz und sachte Leine straff machen. Geht sie einen Schritt vorwärts, Leine locker. Usw. usw. bis sie durch ist. Nie die Leine länger als 1 Sekunde straff machen, das erzeugt nur Angst und Gegenwehr!

Gibt auch die Methode, wenn das Tier sich hinlegt, die Hinterbeine hochheben, sodass sie mit den Vorderbeinen laufen muss. Sieht dumm aus, der Hund ist erstmal verduzt, aber hilft.

Wenn sich die Angst auf den Zaun beschränkt:

Hab ich mich total zum Affen gemacht. Das war bei uns mit einem Gartenzwerg so. Ich hab meinem Freund gesagt, er soll mit Rosi da stehen bleiben. Ich zum Gartenzwerg und denn angefasst, an dem geklopft, mit dem geredet. Dann den Hund näher hin, und wieder mit dem Gartenzwerg geredet ^^ Gott sei Dank haben mich die Nachbarn nicht gesehen^^ :so

Irgendwann hat sie es dann verstanden und das war's.

Bei der Angst vor Fremden hab ich es ähnlich gemacht:

Jedem die Hand gegeben, in einer freudigen Stimmung erklärt was Sache ist, denen Leckerlis in die Hand gedrückt und so getan, als wäre das das Normalste der Welt...

Und klar, sie muss erst einmal ankommen und Vertrauen finden, aber ich würde es nicht zulassen, dass die Angst sich dann ins Unermessliche steigert, weil man das am Anfang zugelassen hat.

Meine hatte wirklich vor Allem Angst: Hunde, Menschen, glatte Fußböden, Treppen, durch Türen gehen, ihr eigener Futternapf, fallende Schlüssel etc. etc. Wir haben sie jetzt fast ein Jahr, und sie hat nichts mehr. Immer kleine Schritte machen, aber nichts durchgehen lassen (aber KEINE Strafen! Da bekommt sie noch mehr Angst). Sicherheit vermitteln durch selbstbewusstes Auftreten (nicht ihr gegenüber, aber der Situation) und den Hund überall da hin mitnehmen, wo du dem Hund zutraust, dass er das gut meistert, ohne ihn zu überfordern.

Viel Glück :)=)

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Danke Anja!

Das unterschreibe ich so!

Geh Selbstbewusst an die Sachen ran und bitte, bedauer oder lock sie nicht!

Ein schlauer Hundemensch hat mal gesagt: Lass den Hund nicht meiden.

Und das ist so!

Was noch ganz wichtig ist:

Sicher den Hund doppelt!

Halsband und Geschirr und beides nochmal miteinander verbinden!

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Hallo,

habe bzw. hatte auch so einen Angsthasen aus span. Tötungsstation. Nur mein "Hase" wog so ca. 60 Kilo und da war und ist mit Ziehen nicht sehr viel.

Die ersten Tage ging er so gut wie gar nicht aus dem Haus und wir waren schon sehr besorgt wie lange er aufhalten konnte nur damit er nicht raus mussste.

Habe ihn auch gelockt und mit kleinen Fleischwurststückchen, die ich so alle 0,5 m ausgelegt rausbekommen. Erst in den Garten und dann ist er jeden Tag ein wenig weiter mitgegangen. Mittlerweile gibt es kein Problem mehr.

Mit streicheln oder ziehen an der Leine wäre am Anfang auch nichts möglich gewesen, da er außerdem auch noch ein Angstbeißer war und noch ein klein wenig ist.

Das Wichtigste ist, was ich auch immer wieder hier im Forum gelesen habe, Zeit, Zeit für den Hund sich zu gewöhnen und Vertrauen zu fassen (gebe zu, es war für mich schwer, ihn nicht zu bedauern und zu knuffeln).

Übrigens das mit dem Streicheln, das mache ich auch noch häufiger, denn ich habe auch noch so ein Neufimädchen, das auch mit 8 Jahren noch ab und zu Angst hat, dann rede ich auch mit Anhängern, Eimern oder alles was so schrecklich für sie ist. Hatte da beim Fahrradfahren mal so eine Begegnung. Eine Frau kehrte den Bürgersteig und Sam wurde immer langsamer und ich musste ziehen. Die Frau voller Mitleid"der arme Hund ist müde" - aber nein es war der Eimer mit dem Besen und nach einem Gespräch mit dem bedrohlichen Eimer ging es dann fröhlich weiter.

Wünsche Euch ein wenig Geduld und alles Gute mit dem "neuen" Waufi!

LG Angelika mit Sam, Ella und Brandl

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Hallo,

was ich schon wichtig finde bei einem unsicheren und ängstlichen Hund, dass er sich das "Objekt", was Angst verursacht, anschauen darf.

Ich habe es bei meinen Hunden dann immer so gehalten, dass ich den Gegenstand auch benannt habe.

Immer wiederkehrende Dinge im täglichen Alltag waren so dann irgendwann ein Begriff für die Hunde und sie konnten es zuordnen.

Ansonsten würde ich die Tipps, die hier genannt wurden, auch unterschreiben.

Mache da nichts Besonderes draus, denn deine Hündin muss lernen, dass das nun zu ihrem Alltag gehört.

Eine Hilfe, gerade in der ersten Zeit, könnte es euch noch sein, einen sicheren Part dazu zu nehmen.

Hast du einen Hund in deinem Freundeskreis, der ihr "hündische" Sicherheit geben könnte, wenn er mit Gassi geht? Gerade in den Anfängen, kann ein sicherer Hund viel mehr, viel besser vermitteln, als ein Mensch. :)

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So wie schon häufig beschrieben haben wir es auch gemacht.....

Zlavia hatte ja auch vor vielem Angst (Joggern, Männern, Walkingstöcken, Kühen, Plastiktüten, überhaut Taschen oder Gegenständen in der Hand, Zeitungen, Brücken etc. etc.). Sie wurde in der Vergangenheit wohl auch geschlagen....

Allerding hat es sich bei ihr manchmam (draussen) eher so ausgewirkt, daß sie eben alles angeblafft hat, was ihr nicht geheuer war. So nach dem Motto, ich schrei mal am lautesten, vielleicht tut man mir dann nix.

Z.B. gab es oft Situationen, wie aus der Küche kommen und eine Rolle Frischhaltefolie in der Hand haben oder eine Zeitung. Da ist sie zusammengezuckt und erst mal einen Meter weggesprungen. Habe dann die Folie oder Zeitung einfach abgelegt, liegen lassen und ihr erklärt, daß das nichts "Böses" ist. Sie hat es dann erstmal kritisch beäugt, dann irgendwann beschnuppert (in geduckter Haltung und voller Panik) und sich letztlich davon überzeugt, daß das Ding nichts tut.

Bei z.B. den Kühen haben wir einfach gestoppt, es gab Leckerlis, Streicheln und "Unterhaltung" über die Kühe, die nichts tun und sie wurde nach und nach entspannter beim Durchlaufen. Jedesmal gestoppt und die Sache einfach mal beobachtet. Lediglich als das erste mal die ganz kleinen Kälbchen draussen waren, dachte sie wohl die sind so klein, jetzt kann sie mal zeigen wer hier der Chef ist :D

Das braucht einfach alles ein bißchen Zeit aber das wird :) Viel Spaß und Freude mit deiner Kleinen..... Stell doch mal ein Foto ein ;)

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Barney war auch so ein mega Angsthund als ich ihn bekam. faast durchgehend hat er untersich gemacht vor lauter Panik.

Ich habe mich einfach (zunächst mit großem Abstand) hingesetzt. Hingesetzt und gewartet bis er dann wieder zu mir kam und sich entspannte. am nächsten Tag das selbe irgendwo anders, oder an der selben Stelle. Manchmal saß ich Stundenlang an einer Stelle, bis er entlich entspannte. Heute ist er eigentlich schon fast zu Mutig, probiert alles aus.

Allerdings braucht man dafür Zeit. heute würde ich es zeitlich nicht nochmal schaffen.

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