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Hundeforum Der Hund
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Die Geschichte eines Hundes oder stille Post- Effekt im Internet

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Alles im Leben hat eine Ursache und eine Wirkung.

Nur, wo hat all das angefangen?

Für uns, als wir uns entschieden haben,das ein Hund einzieht. Die Pläne waren noch nicht durchdacht, da gab es einen Notfall. Uns wurde klar, wenn ein Hund, dann helfen wir. Das Schicksal will es wohl so. Ich war schon im innerländischen Tierschutz tätig, ich hatte schon Pflegehunde, Mann und Kind wünschten sich mehr als ich einen Hund. Also dort gemeldet, wir würde eine Pflegestelle anbieten, wenn alles passt, Option auf für immer.

Zwei Tage später die Antwort, alle Hunde seien unter, sie hätten da aber noch zwei Notfellchen in der Tötung, die eine Endstelle suchen. Wir bekamen eine Mail mit Infos auf französisch, grob ins englische und deutsche übersetzt. Aber egal was da stand, die Bilder waren es, die uns überzeugten. Ein einäugiger Schäfermix, mit einem Blick, der ins Herz ging. Wir holten Infos ein und bekamen sie, ungewisse Vergangenheit, sitzt in der Tötung, noch wenige Tage bis zur nächsten "Reinigungswelle", unter Druck sagten wir fest zu. Katzensicher, Umgang mit Kindern, alles ungewiss, wir wagten es.

Bei uns durchlief der Hund so manchen Tierarzt, er sei garantiert älter hieß es, er sei nie/auf jedenfall operiert worden. Seine Verhaltenstörung sei durch den Unfall verursacht, es war nie ein Unfall sondern ein Schlag. Wir hörten, Angst im Dunkeln, in engen Räumen, vorm allein sein wären Dominanz, Aggressionen, Kontrollverhalten!

Mit all dem lebten wir. Bis heute.

Da erfahren wir durch einen glücklichen Schicksalswink und einen wahren Schatz Liams komplette Vergangenheit. Und wir lernen, wie groß der Stille Post- Effekt im Internet ist. Liam saß nie in einer Tötung. Es war wirklich ein Unfall, es gab eine OP, es gab (nach deutschen Verhältnissen) Vernachlässigung. All diese Infos waren bekannt, sind frei abrufbar im Internet. Sein Alter stimmt, er hat wirklich einfach nur Angst. Und so wie wir Infos über seine Vergangenheit erfahren haben, so hoffe ich, seine Vergangenheit erfährt, das ihm gut geht.

Wir erfuhren von Vorurteilen und Verurteilungen auf allen Seite, von Mitleidsmasche und gezieltem Marketing. Und wie viel wert, ehrlicher, echter Tierschutz ist.

Danke an unsere Detektivin, es war ein spannender Krimi, fast schade, das du ihn sooo schnell gelöst hast, was knobeln wir nun? :D

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Sehr interessant zu lesen muss ich sagen. Es ist ja sowieso immer gut zu wissen was vorher mit dem Hund war. Aber erschreckend finde (wundern tut es mich aber ehrlich nicht), dass euch so eine Lügengeschichte aufgetischt wurde nur damit der Hund vermittelt ist.

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Ob Lügengeschichte oder nicht: auch der zu vermittelnde Tierschutz lebt von den Angaben die gemacht wurden. Ich kenne ein paar Fälle wo falsche Aussagen von qualitativ sehr hochwertigen Tierschützern gemacht wurden und später revidiert werden mussten.

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Genau so ging es mir auch. Das wir das Glück haben , was wohl sehr wenige haben, zu erfahren, was ihrem Hund passiert ist, wie seine Geschichte ist, das ist für uns viel wert.

Aber zu erfahren (und wenn man die Infos liest, war Liam nicht der einzige), das Tötung für manchen im Tierschutz einfach ein Wort geworden ist, um emotionalen Druck aufzubauen...

Und ich möchte nun auf keinen Fall ehrliche, gute Tierschützer angreifen, sondern wir fanden es nur sehr erstaunlich, wie von Mail zu Mail, über hunderte Verteiler, Foren, etc. die Infos sich veränderten.

Liam musste schleunigst weg, da wo er saß, wäre das nicht passiert wenn das Argument Tötung nicht da gewesen wäre? Was denken die Menschen in anderen Ländern über Deutsche, die Hunderte an Hunde rauskarren? Ist es wirklich nötig, so Druck zu erzeugen? Schadet man damit nicht eher den Hunden, denen es wirklich dreckig geht, die wirklich in Tötungen sitzen? Wo fängt bewußtes Verschleiern an, wo hört stille Post auf?

Holt man wirklich totkranke Tiere raus weil sie Spendenmagnete sind? (Auch eine Info mit der wir konfrontiert wurden)

Auch will ich der Orga von der Liam kommt, keinen schwarzen Peter zu schieben, die Mails die sie bekamen waren schon extrem verzerrt und sie konnten nur die Infos weitergeben.

Viele der Infos hätten uns sehr geholfen. Wir nutzen sie nun, um Liam anders anzugehen.

Edit : Ja genau das gehört ja zu den Fragen die sich nun aufwerfen, zumal der Punkt wo welche Infd verloren ging, nicht feststellbar ist, in Details einer Übersetzung versteckt ist, oder in der Menge an Infos über Hunde verloren ging. Es soll auch kein Vorwurf an den Tierschutz sein, eher die Motivation, vielleicht selbst einmal nachzuhorchen, hinzuschauen, es lohnt sich! :)

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Sieh es doch so: Du hast einen fantastischen Hund bekommen.

Wo er herkommt, spielt doch gar keine Rolle mehr - zumindest für ihn. Er lebt ihm hier und jetzt und das ist bei Euch. Und das ist doch das, was zählt.

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liam ist krank , bzw hat ja die gelähmte gesichtshälfte ... da hätte es mich auch interessiert ob von einem unfall oder einem schlag ..

ich finde es traurig das manche menschen sowas als druckmittel benutzen, ich sage aber auch ganz ehrlich das mich die storys kaum nich jucken wenn mit draussen wer stolz erzählt : ja mein hund ist aus der tötung!!!

ja , welcher mischling heute denn nicht ? gibt ja nurnoch ganz wenige von ...

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Ephe, ich finds einfach toll, das Du Liam zu euch genommen hast. Wieder eine ´geschundene Hundeseele gerettet und NUR darauf kommt es an.

Hast Du gut gemacht. Alles andere ist Geschichte und in den meisten Fällen sehr traurig.

Denkt an die Zukunft und schaut nach vorne.

ALLES WIRD GUT! :kuss:

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Man sollte grundsätzlich allem gegenüber skeptisch sein, was im Internet kursiert. Vor allem, wenn man seine Informationen ausschließlich daher bezieht.

Der "Stille-Post"-Effekt beschreibt die Sachlage ganz gut, oft sind da Interpretationen im Spiel, die gar nicht mal beabsichtigt sein müssen. Es können aber auch gezielt Fehlinformationen verbreitet werden, mit den Ziel, Tierschützer in Misskredit zu bringen. Ich habe das selbst schon erlebt, z. B. bei dem Rieti - Fall, in dem es auf einmal hieß, die Hunde seien auf Nimmerwiedersehen im Ausland verschwunden, was ausgemachter Blödsinn ist und dessen Ursprung bei einer "etwas seltsamen" italienischen Pseudo-Tierschützerin zu suchen ist.

Sich eine Leidensgeschichte auszudenken ist selbstverständlich indiskutabel.

Ich kann deinen Beitrag und deine Gefühle zu dem Thema also gut verstehen.

Ich möchte nur davor warnen, Vereine, die sich um Hunde im Ausland kümmern und sie auch nach Deutschland vermitteln, unter Generalverdacht zu stellen. Und auch wenn dein Beitrag nicht darauf abzielt, kann es doch mitschwingen.

Es ist ja nunmal nicht so, dass es keine Tötungen und keine Hundelager gibt, keine systematisch gequälten Kreaturen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind (wenn die Hilfe aus dem eigenen Land nicht reicht).

Umso wichtiger ist es aber auch für die einzelnen Organisationen, sachlich zu berichten. Dass man unbedingt bei der Wahrheit bleiben muss, auch wenn das heißt, dass ein Hund vielleicht kein Zuhause findet, versteht sich von selbst. Ebenso darf man bei den gesetzlichen Vorgaben (Impfungen, Papiere etc.) niemals Fünfe gerade sein lassen.

Arbeitet eine Organisation nicht sauber, ist das letztendlich ein Bärendienst für den gesamten Tierschutz.

Eine gute Methode, Zweifel zu zerstreuen, ist es, sich die Sachlage vor Ort anzusehen, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Man bekommt einen ganz anderen Bezug zu den Dingen - das habe ich jetzt in Polen gemerkt.

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Der Stichtag und die Tötung sind leider die Realität aber werden natürlich auch als Druckmittel benutzt und das ist einfach Mist

Schön das ihr jetzt wißt was los ist und ich freu mich das Liam ein Happy End hat :)

Lg Birgit

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Sieh es doch so: Du hast einen fantastischen Hund bekommen.

Wo er herkommt, spielt doch gar keine Rolle mehr - zumindest für ihn. Er lebt ihm hier und jetzt und das ist bei Euch. Und das ist doch das, was zählt.

Ich sehe das anders, es macht definitiv einen Unterschied, zumindest für Ephe und darüber hinaus hinsichtlich ihres Umgangs und ihrer Einschätzung von Liam und somit für Letztgenannten selbst und seine Entwicklung.

Auch kann sie auf Einschätzungen und Vermutungen von TÄ und Hundetrainern zukünftig ganz anders reagieren.

Die Person, die letztes Jahr in direktem Kontakt mit den Besitzern von Liam stand hat in ihrer Mail an den TS-Verteiler (die frei im Internet zu lesen ist) und in ihrem Post auf einer französischen Rescue-Seite zu keiner Zeit gesagt, dass der Hund in eine Tötung soll oder dort sitzt, geschweige denn in einer Pflegefamilie ist.

Ich hatte sie übrigens gestern Abend auch am Telefon und sie zuvor selbst den Hergang schildern lassen. Keinerlei Inkohärenz mit dem was sie vor einem Jahr schrieb. Auch war sie baff, als ich erzählte, was letztendlich in DE dargestellt wurde.

Es führt unter anderem dazu, dass es in DE (oder auch anderen Ländern) zu solchen Vorurteilen kommt wie: hier unten gibt's Massen an Tötungsstationen.

Das Gute an dieser Geschichte: Ich habe einen sehr lieben Menschen etwas näher kennengelernt und spannend war es sowieso :D

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