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Hundeforum Der Hund
gast

Was ist aus den Rudelstellungen geworden?

Empfohlene Beiträge

Hallöchen,

wie schon in meinem Vorstellungsthread geschrieben, habe ich mich hier wieder angemeldet. Damals war das Thema mit dem Rudelstellungen ziemlich aktiv. Im Forum habe ich nichts aktuelles zu diesem Thema mehr gefunden und wollte fragen, was aus dieser Akademie/ Verein/ wasauchimmer geworden ist?

Liebe Grüße

Julia

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Der Administrator wünscht in seinem Forum keine weiteren Diskussionen über Rudelstellungen!

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    • Rudelstellungen - Erfahrungen aus erster Hand

      Einige hier kennen mich noch als Paige. Verloren gegangen bin ich diesem Forum, als ich mich Rudelstellungen anschloss und 2 Jahre lang feste Begleiterin von BE wurde. RS faszinierte mich - wie so viele - und RS verschluckte mich und verdaute mich - wie so viele. Nach zwei Jahren kam der Bruch und ich erwachte aus einem Alptraum, von dem ich nicht einmal wusste, dass es einer war. Wie lebt es sich auch so halb anverdaut? Drei Jahre lief das Thema unter ferner liefen und ich lernte mühselig, die RS-Brille abzulegen und die Hunde wieder als Hunde zu sehen. Heute finde ich die eintrainierte Sprache und Bezeichnung abschreckend.   Nun geschah es vor etwa zwei Wochen, dass mir ein Video zugespielt wurde. ICH WAR ENTSETZT!!! Auf dem Video war eine Gruppe Hunde zu sehen und man hörte Kommentare der Filmerin, die original nachgeplappert BE waren. Sie beschimpfte einen ihrer Hunde, das Benehmen wäre peinlich usw. Ich schämte mich fremd für diese Frau. Man hörte auch Kommentare auf denen die Filmerin verlauten ließ, sie würde sich freuen, wenn dieser Hund mal .... Und ihr Wunsch ging in Erfüllung. Bei Minute 8 wurde dieser Hund heftig angegriffen. Und dieser Angriff war KEINE Korrektur. Es war Beschädigungsbeißen mit Tötungsabsicht. Und die Rudler standen seelenruhig daneben und filmten. Hinterher suchte der Hund Schutz bei der Filmerin und wurde verjagt "Hau bloß ab". Dank diesem Film kehrte ich thematisch zu RS zurück. Als Gegner.   Aber der Reihe nach RS war vordergründig angetreten, Hunde in der Gemeinschaft so zusammenzustellen, dass sie harmonisch miteinander leben können. Ein lobenswertes Ziel. Ich gestand dem Projekt auch einige Geburtswehen zu, weil es hieß "die Hunde heutzutage wären kaputt und müssten lernen". Na gut. Offenbar mussten nicht nur die Hunde lernen. Barbara macht viele Fehler, viele dramatische Fehler. Und wir sahen großzügig darüber hinweg. Unser Fehler. Ihr Projekt Volpino - der eine oder andere erinnert sich - die Hunde waren auf einmal alle weg. Spurlos. Keiner wusste was. Und wir waren viel zu vernagelt und entrückt, um groß nachzufragen. Barbaras Canelo starb, angeblich Magendrehung. Nun gut, shit happens. Barbaras Mr.Big starb, Beißunfall. Nun gut, er war bekanntlich schwierig. Zu der Zeit fragte ich mich noch nicht, was sie selbst dazu beigetragen haben könnte. Inzwischen frage ich auch nicht mehr, weil ich denke, die Antwort zu kennen. Angeblich hatte er einen Schaden im Gehirn. Nächster Hund Balduin, ein junger Sheltie, den ich auch einmal einige Tage betreute. Ein toller Hund, mit einem völlig normalen Junghundverhalten, der sich danach sehnte, auch mal gekuschelt zu werden. Dies durfte man aber nur heimlich, denn Barbara erlaubte keine Herzlichkeit. Ihre Behandlung für ihn war sehr... robust. Wir stritten mehr als einmal heftig deswegen, weil man Hunde sooo einfach  nicht behandelt. Es kam wie es kommen musste: binnen weniger Monate begann er zu beißen. Das war dann auch das Ende meiner Zeit bei RS. Vor zwei Wochen erfuhr ich: auch Balduin ist tot. Angeblich jung wie er war, still im Auto eingeschlafen. Angeblich Schaden im Gehirn. Aha. Es gab noch etliche mehr Todesfälle im Umfeld dieser Frau. Hunde angeblich im Wald vom Jäger überfahren oder totgebissen (wundert mich angesichts oben erwähnten Videos gar nicht, denn auch dieser Hund ist ernsthaft in Gefahr; deswegen kann ich auch nicht mehr schweigen; da ist ein Hund dabei, vor den Augen der Besitzer niedergemetzgert zu werden, weil BE wohl meint, das wäre eine vorbildliche Resozialisierung; in einem aktuellen Video ist zu sehen, wie mehrere Hunde des Rudels diesen Hund angreifen und deftig verletzen. Was ist die nächste Eskalationsstufe? Dieser Hund in Einzelteilen?)   Diese BE, in deren Umfeld und Einflussbereich Hunde fast im Monatstakt auf die eine oder andere Weise gehimmelt werden, erteilt ihren Jüngern Ratschläge in Sachen Erziehung und Rudelzusammenstellung. Und die Jünger hinterfragen NICHTS und gehorchen!!!   Zu meiner Zeit schon war ich entsetzt, wie die Hunde sich benehmen, wie es auch innerhalb der Rudel knistert und kracht. Alles fest im Hinterzimmer versteckt, denn das sollte nicht nach draußen gelangen. Ging es nicht ursprünglich darum, dass es den Hunden besser geht?.   Ich halte es inzwischen für möglich, dass es sich um ein Experiment handelt, aber ein gänzlich anderes. Meine ganz persönliche Meinung. BE hat von Hunden NULL Ahnung, aber ist clever genug, für alles was sie sieht, eine passende Erklärung zu finden. Hunde erhalten Stellungen zugeordnet. Passt das Verhalten dazu, ist die Stellung bestätigt, passt es nicht, ist es Reparaturverhalten oder Stellungsschwäche. Derlei ausgerüstet, ist die RS nicht zu widerlegen. Egal was der Hund tut, er bestätigt seine Stellung. Clever. Was könnte nun eine Frau, die von Hunden null Ahnung hat, dazu veranlassen, sich derart intensiv mit dem Thema zu befassen? Geld, ganz klar. Eine naheliegende Erklärung. Was noch? Betrachte ich mir, wie die Menschen sich im Umfeld von BE erschreckend verändern, wie Leute, die vorgeben Hunde zu lieben, bereit sind, diese abzugeben, zu quälen und sogar töten zu lassen, wenn die Autoritätsperson BE es verlangt, kommen mir noch ganz andere Ideen. Die Menschen in RS werden von der gesamten restlichen Hundewelt abgeschnitten, Bestätigung bekommen sie nur noch innerhalb von RS. Und um diese Bestätigung zu erhalten, müssen sie oftmals Dinge tun, die ihren Hunden schaden. Diese tun sie, weil eine Autoritätsperson ihnen sagt, dass es nötig und zum Besten ihrer Hunde ist. Auch wenn es das offensichtlich nicht ist, wie auf zahllosen Videos deutlich zu sehen. Es wird vollkommen ausgeblendet, gar nicht mehr wahrgenommen, was jeder Außenstehende deutlich sieht. Man adaptiert Sprache, Ausdrucksweise, Denkweise, man wird zur Kopie von BE. Nur ein Gedankenspiel: Angenommen es gäbe ein Versuchsanordnung "Wie weit gehen Hundefreunde, die ihre Hunde lieben, darin, ihre Hunde zu quälen, wenn eine Autoritätsperson es von ihnen verlangt?" dann ist dieser Versuch in erschreckender Weise geglückt. Viele haben den Absprung geschafft, sind nicht sooo weit gegangen. Manche andere gehen diesen Weg bis heute. Alle haben eines gemeinsam: sie kommen von dem ganzen Mist nicht so schnell los. Es wird weiter über Stellungen und Verhalten debattiert. Es wird ausgeblendet, dass das gesamte Konstrukt eine einzige Farce sein könnte. Wie sonst erklärt sich Barbaras Einstand in dieses Forum? Auch ich hatte diese Frage zu meiner RS-Zeit vollkommen weggeschoben, egal wie oft Mark mir das aufs Butterbrot schmierte. Ja, Barbara hatte NULL Ahnung von Hunden.   Eine Sicherheit bleibt mir: etwas ist an der ganzen Sache von Grund auf faul. Dass Barbara NULL Ahnung von Hunden hat ist per se nicht schlimm. Dass es aber bereits viele Hunde in ihrem Umfeld gibt, die nicht mehr leben und zahllose Hunde, die leiden, KANN ich nicht länger hinnehmen. Da wird eine Grenze überschritten. Von den Leiden der Menschen, die in diesem Alptraum festsitzen, ohne es überhaupt zu merken (das merkt man erst hinterher), ganz zu schweigen. Der Vergleich mit einer Sekte stimmt, auch wenn viele das noch überhaupt nicht wahrhaben wollen, die noch immer feststecken..   Ich würde mich freuen, wenn auch andere aus diesem Umfeld, ihre Erfahrungen und Zweifel hier anbringen können.
      Und zwar bitte OHNE von den nicht-RS-lern zerfetzt zu werden. Was dort mit den Menschen passiert ist, können Außenstehende schwer nachvollziehen. Es ist verdammt schwer, da wieder rauszukommen, und die Sichtweise auf die Hunde wieder zu normalisieren und geradezurücken. Macht es den Leuten nicht schwerer als es eh schon ist. Es sind viele Hässlichkeiten passiert und passieren hinter immer dichter verschlossenen Türen immer noch. DAS MUSS AUFHÖREN !!!    

      in Hunderudel

    • Rudelstellungen - klargestellt

      Liebe Hundefreunde,   als sich Barbara Ertel in diesem Forum im Jahre 2010 anmeldete, um sich u.a. Rat wegen der sich bei ihrem 5-jährigen Rüden entwickelten Leinenaggression zu holen, konnte noch niemand ahnen, was daraus entstehen würde. Heute - 4 Jahre später - ist es gerade jene Frau, die Workshops zur sog. Lehre der vererbten Rudelstellungen anbietet und vorgibt, dies von von dem Gärtnermeister und Züchter Karl Werner vermittelt bekommen zu haben.   Workshops, die nach verschiedenen Diagnosen zu einschneidenden Konsequenzen bei Hund und Halter, teilweise bis zur Abgabe des eigenen geliebten Hundes oder zur Anschaffung eines "passenden / passender" Hunde führen können.    Seit das ZDF bzw. Maja Nowak mit der Sendung "Die Hundeflüsterin" auf diesen Zug aufgesprungen ist, auf der eigenen Website unter http://www.zdf.de/die-hundefluesterin/rudelstellungen-32032610.html das Konstrukt der vererbten Rudelstellungen als Realität vermittelt und auf den Konjunktiv gänzlich verzichtet, hat diese Theorie bedenklich weite Kreise gezogen.   Erschreckend wenn das ZDF offenbar ohne jedwede Prüfung die Familie Werner als Forscher über mehrere Generationen von 1810 bis 1977 beschreibt.    Zeit zur Klarstellung - was ist dran an den vererbten Rudelstellungen? Fakten, Meinungen und Hintergründe zur "Lehre der vererbten Rudelstellungen" - Rudelstellungen klargestellt. Die Plattform für sachliche und wissenswerte Informationen über Rudelstellungen.   http://www.rudelstellungen-klargestellt.de   Interviews mit Günter Bloch Dr. Dorit Feddersen-Petersen Prof. Dr. med. vet. Irene Sommerfeld-Stur Dr. Udo Gansloßer Thomas Riepe weitere folgen Berichte von Zeitzeugen, Erfahrungsberichte von Teilnehmern, Hintergründe.   Wer auch andere informieren möchte, darf und soll rudelstellungen-klargestellt.de gerne teilen. Dies ist von den Betreibern ausdrücklich erwünscht.   Die Seite wird weiter wachsen ... es lohnt sich also in den nächsten Tagen wieder reinzuschauen. Wer selbst etwas beizutragen hat, wendet sich bitte per E-Mail an: info@rudelstellungen-klargestellt.de   Die Betreiber sind an allen objektiv belegbaren Informationen interessiert.   Viele Grüße Mark

      in Hunderudel

    • Rudelstellungen - Aussteiger des Originals

      Die Hochzeiten von Rudelstellungen Original scheinen längst vorbei. Man schottet sich nahezu komplett ab. Nun haben einige "Aussteiger" bereits von ihren Erfahrungen berichtet.   Mich interessiert in diesem Zusammenhang wo ihr und auch die "Ableger" stehen?   Sind für Euch die propagierten 7 Stellungen noch ein Faktum? Sind die Stellungen von Relevanz im täglichen Umgang? Falls ja, inwiefern genau? Welche Konsequenzen ergeben sich - sofern ihr die Stellungen noch als Tatsache anseht - daraus für die Hundehaltung, Spaziergänge, Spielverhalten von Hund usw.
        Die Fragen würde ich gerne - möglichst ohne Störungen - geklärt wissen.  

      in Hundeerziehung & Probleme

    • Rudelstellungen - Maike Maja Nowak neue Staffel

      Gerade entdeckt, aber noch nicht angeschaut. Edit: Ist nur der Trailer´. Eine Folge aus Staffel 2 ist hier:

      in Hundeerziehung & Probleme

    • Rudelstellungen - ein Zwischenfazit & Kritik

      Rudelstellungen - eine kritische Betrachtung:

      Das Konzept der (vererbten) Rudelstellungen geht davon aus, dass jeder Hund - auf welche Art und Weise auch immer - mit einer fest in seinen Anlagen verankerten Aufgabe (= Rudelstellung) geboren wird.

      Außer mündlichen Überlieferungen, auf die sich Frau Ertel beruft, die in diesem Forum erstmalig im Jahre 2010 auftrat, gibt es vor 2011 keinerlei Dokumentationen zu diesem Konzept und auch keinerlei Hinweise zu den angeblichen Urhebern des Rudelstellungskonzeptes, einer Familie Werner.

      Was an der Vermutung erblich (geburtlich) festgelegter Rollen widerspricht heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen?

      Genetische Grundvoraussetzungen:

      Mendel hat die Grundgesetze der Genetik, den einfachen Erbgang, zu einer Zeit entwickelt, als es noch keinerlei Kenntnisse über Chromosomen und auch keinerlei technische Möglichkeiten zur Untersuchung dieser gab.
      Erst diese Kenntnisse und Möglichkeiten haben dann die Mendelschen Regeln bestätigt – und gleichzeitig ein völlig neues Universum geöffnet: Die heutige Genetik.
      Mendel konnte – mit den damals ihm zur Verfügung stehenden Mitteln – nur den „einfachen Erbgang“, also die Regeln für ein Merkmal, welches auf einem Gen festgelegt wird, untersuchen.
      So galten lange Zeit eineiige Zwillinge als der Beweis für die Wichtigkeit der Umwelteinflüsse (Erfahrungen), welche die Persönlichkeit und Verhaltensweisen eines Menschen formen.
      Mittlerweile weiß man nicht nur, dass eine nicht überschaubare Anzahl von Merkmalen auf 2 oder mehr Gene verteilt wird, die sich gegenseitig beeinflussen, sondern auch, dass die bis dahin zu 99,9999% identische DNS von eineiigen Zwillingen in ihren kleinsten Sequenzen dermaßen unterschiedlich ist, dass für einen Genetiker eineiige Zwillinge völlig unterschiedliche Individuen sind.
      Ging man nach Mendel bei der DNS von einem starren, geschlossenen Komplex aus, so weiß man heute, dass es sich um ein offenes System handelt, das einem ständigen Wandel unterliegt.
      Am Anschaulichsten, weil sehr simpel zu erkennen, lässt sich diese Komplexität von Zusammenspiel der einzelnen Bausteine einer DNA verdeutlichen am Silberfuchs-Experiment:
      Seit ungefähr 50 Jahren werden in diesem Experiment Silberfüchse nur auf EIN EINZIGES MERKMAL hin gezüchtet: Zahmheit ( = Zutraulichkeit dem Menschen gegenüber).

      Dabei entwickelten sich – neben etlichen kleineren Abweichungen – auch folgende gravierenden Unterschiede zum ursprünglichen Phänotypen:
        Die Zutraulichkeit zum Menschen der ehemals scheuen Füchse ist enorm Die solitär und deshalb untereinander unverträglich lebenden Füchse ziehen nun das Leben in einer Gemeinschaft vor Die vormals einheitliche Fellfarbe zeigt nun deutliche Farbvariationen Statt Stehohren zeigen die Füchse nun häufig Schlappohren Werden durch die Zuchtselektion auf Zahmheit eher geschlechtsreif
      Diese Veränderungen haben sich innerhalb weniger Generationen vollzogen.
      Nun hat der Mensch mit Beginn der Zivilisation in der Jungsteinzeit – also vor ca. 10.000 Jahren – eine rasante evolutive Entwicklung gemacht; manche Forscher sprechen von einer um das 100-fach beschleunigten Evolution.
      Seit ungefähr dieser Zeit ist der Hund permanenter Begleiter des Menschen und hat sich der menschlichen Umwelt angepasst.
      Es dürfe jedem klar sein, dass es aufgrund der Komplexität der DNS zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich ist, ein so komplexes Verhalten wie es das Rudelstellungs-Konstrukt beschreibt, genetisch nachzuweisen.
      Allerdings dürfte es anhand der heutigen Kenntnisse über die Genetik und Epigenetik auch nahezu unmöglich sein, dass ein so kompliziertes und starres Konstrukt die permanenten Wandlungen der genetischen Struktur über die Jahrtausende überdauert haben sollte – wenn es sie überhaupt jemals gegeben hat.

      Statt dessen gibt es aber einige wissenschaftliche Erkenntnisse, die einer Existenz von vererbten Rudelstellungen eindeutig widersprechen:
        Eine „ideale Gruppe“ (bei RS in Form eines 7-er-Verbandes) gibt es jedenfalls nach derzeitigen Erkenntnissen nicht Hohe Anpassungsfähigkeit als evolutionärer Vorteil (widerspricht einer starren Verhaltensform) Hochentwickeltes Sozialverhalten - Hunde besitzen die Fähigkeit, Sozialverhalten zu Lernen, das Lernen wird beeinflusst durch die äußeren Umstände/Erfordernisse Die enge Hund-Mensch-Beziehung (Mutualismus) Vererbtes/angeborenes Verhalten muss nicht erst erlernt (professionalisiert/konditioniert) werden Eindeutige Erklärungen hündischen Verhaltens und dessen zugrunde liegenden Motivationen sind NICHT möglich
      Woran liegt es, dass trotz dieser Fakten das Phänomen Rudelstellungen derzeit eine solche Verbreitung findet?
      Ein großer Aspekt ist dabei möglicherweise die „kognitive Verzerrung“, welche den Blickwinkel so einengt, dass nur noch das gesehen wird, woran man glaubt; verstärkt wird das Ganze durch den Verweis auf die genetische Verankerung der „Stellungen“, die Interessierten suggeriert, dass dieses Sozialkonstrukt dem „Wesen des Hundes“ entspricht und somit ausschließlich durch Einhaltung der RS-konformen menschlichen Handlungsweisen ein „Schlüssel“ zur Verständigung mit dem Hund möglich ist.

      Der genetische Exkurs und die derzeitigen wissenschaftlichen Fakten lassen zumindest vermuten, was das Rudelstellungs-Konzept ist:

      Eine menschliche Idealvorstellung von möglichem Sozialverhalten von Hunden, die geformt wird durch menschliche Beeinflussung, entweder durch direkte Handlungen des Menschen oder durch Formung der Umweltfaktoren durch den Menschen.

      Inwieweit dies zum Wohle des/der jeweiligen Hunde/s beiträgt, liegt allein in der Hand des Menschen.
      Aus Sicht der Kritiker gibt es unkompliziertere und deutlich artgerechtere Wege, die zum Wohle des Hundes beitragen.

      ------

      Erläuterungen:

      Ideale Gruppe: Die Idee der Rudelstellungen geht von einer Idealgruppierung aus, die genau 7 Positionen umfasst. In der Natur gibt es nach derzeitigen Erkenntnissen vermutlich keine "ideale Gruppe", denn die Idealstärke einer Gruppe richtet sich immer nach den Einflüssen (intrinsisch und extrinsisch), die auf diese Gruppe einwirken. Davon ausgehend erschließt sich keinerlei Erkenntnis, die evolutionären Notwendigkeiten eine solche starre Aufgabenverteilung bewirkt haben könnten; ganz im Gegenteil: Ein entscheidender Entwicklungsvorteil, der nicht nur Hunden, sondern allem pflanzlichen und tierischen Leben auf diesem Planeten gegeben ist, ist die Fähigkeit zur Anpassung (Quellen u.a.: Verhaltensbiologie von Kappeler; Das Silberfuchs-Experiment von D. Belayev) Anpassungsfähigkeit: Nur wer sich an seine Umwelt anpassen kann, ist in der Lage zu überleben. Diese Fähigkeit zur Anpassung ist in den Genen unserer Hunde verankert und bestimmt maßgeblich ihr Verhalten. Hätten Hunde tatsächlich eine ihnen angeborene/vererbte Stellung, so wären Bedingungen, die sie am Ausleben dieser Stellung hindern, ein für sie zusätzlicher Stressor, der sich über den Hormonstatus nachweisen ließe. Man kann davon ausgehen, dass in den über 10.000 Jahren Domestikation der überwiegende Teil an Hunden nicht nach den Prinzipien dieses Konzeptes leben konnte, sondern sich den Bedingungen ihres menschlichen Umfeldes anpassen musste. Ein permanenter Stress (im Rudelstellungs-Konzept als Reparaturverhalten bezeichnet) wäre vermutlich ein evolutionärer Nachteil, der sich auf die gesamte Spezies Hund hätte auswirken und das Aussterben herbeiführen müssen – wer sich nicht anpasst, überlebt nicht. Statt dessen ist der Hund das am weitesten verbreitete und am engsten mit dem Menschen verbundene Haustier. Erwähnt werden muss an dieser Stelle noch, dass Untersuchungen an freilebenden Wölfen ergeben haben, dass die Rudelmitglieder mit dem höchsten Cortisolwert die jeweiligen Leittiere sind. Das widerspricht dem Rudelstellungs-Konzept, denn nach diesem müssten diese Werte sich innerhalb eines jeweiligen Rudels auf die einzelnen Rudelmitglieder so verteilen, dass sich Fehl- bzw. Doppelbesatz (=es fehlen Positionen im Rudel bzw. sind doppelt besetzt, womit ein erhöhter Cortisolwert zu erkennen sein müsste) klar erkennen lassen. (Quellen u. A.: Verhaltensbiologie von Kappeler; Das Silberfuchs-Experiment von D. Belayev) Sozialverhalten: „Der Mensch hat das Sozialverhalten von Hunden maßgeblich verändert“ (H. Feddersen-Petersen). Die genetische Vielfalt von Hundeartigen lässt sich am besten nachvollziehen am Silberfuchs-Experiment, bei dem es gelungen ist, aus ursprünglich solitär lebenden Füchsen innerhalb weniger Generationen durch Selektion auf „Zahmheit“ in Gemeinschaft lebende Füchse zu wandeln. Einem genetischen Pool kann man nichts hinzufügen, alles was sich daraus entwickelt, muss letztlich auch vorhanden sein; dieses Vorhandene entwickelt sich den jeweiligen Umständen entsprechend. Ein weiteres Beispiel: Der Vergleich Gehegewölfe – Freilandwölfe. Die gängige Meinung hierzu ist, dass sich das jeweilige Verhalten dieser Wölfe aufgrund der unterschiedlichen Haltungsbedingungen (= Umfeld) nicht vergleichen lässt. Tatsächlich lassen sich aber im Vergleich eindeutige Rückschlüsse auf das Potential des Sozialverhaltens ziehen: Bei Gehegewölfen zeigte sich eine klare, lineare Hierarchiestruktur (eine Schlussfolgerung daraus war die „Alphatheorie“, die sich auch heute noch hartnäckig in den Köpfen der Menschheit hält), bei den späteren Untersuchungen/Beobachtungen an freilebenden Wölfen zeigte sich aber, dass die Hierarchie dort nicht so linear ausgebildet ist, sondern sehr viel vielschichtiger und komplexer gestaltet wird. Das lässt den Schluss zu, dass Sozialverhalten den äußeren Umständen angepasst wird. Sozialverhalten ist folglich nicht etwa angeboren bzw vererbt, sondern erlernt. Hunde haben die Fähigkeit, Sozialverhalten zu lernen (Quellen u. A.: Eric H. W. Aldington und H. Feddersen-Petersen). Hund-Mensch-Beziehung (Mutualismus): Mutualismus ist eine Form interspezifischen Verhaltens, welche für beide artverschiedenen Partner von gegenseitigem Nutzen ist. Der Hund begleitet den Menschen seit mehr als 10.000 Jahren, die Domestikation (Manipulation des Genpools durch den Menschen zum Zwecke der Haustierwerdung) ist eng gekoppelt an die evolutive Veränderung des Menschen in diesem Zeitraum. Tatsächlich ist diese Veränderung der Hunde in der Beziehungsfähigkeit zum Menschen so weit fortgeschritten, dass ein Hund bei der Wahlmöglichkeit, eine Beziehung zu einem Hund oder einem Menschen eingehen zu können, den Menschen vorzieht. (Quellen u. A.: Ethologisches Wörterbuch, A. Heymer; Einführung in die Verhaltensforschung, Klaus Immelmann (Studientexte Paul Parey) Was Hunde denken: Tja, trotz aller Erkenntnisse und Spekulationen, werden wir das niemals genau wissen ... wir sind keine Hunde, fühlen nicht wie Hunde, denken nicht wie Hunde und können uns da nicht hineinversetzen. Wir können nur Schlüsse ziehen aus gezeigtem Verhalten, wobei sich manches ähnliche Verhalten zwar häufiger sehen lässt, aufgrund der heutigen verhaltensbiologischen Erkenntnisse aber oft auch zeigt, dass die Motivationen für ähnliches Verhalten durchaus sehr unterschiedlich sein können. Das wird aber häufig nur dann tatsächlich erkannt, wenn man ähnliches Verhalten miteinander vergleicht und die oft kaum zu sehenden abweichenden Aspekte herausfiltert. Bestes Beispiel ist hier der nach Vorne gehende Hund: Dieser oft als „dominant“ beschriebenen Verhaltensweise können völlig unterschiedliche Motivationen zugrunde liegen, welche durch eine subjektive Sichtweise nicht mehr klar erkennbar sein können … womit wir bei Punkt 6 sind … Kognitive Verzerrung: "Wir glauben, was wir sehen … aber letztendlich SEHEN wir nur, was wir GLAUBEN" Einmal in diesem intrinsischen Kreislauf gefangen, ist es unendlich schwer, eine andere Sichtweise einzunehmen um OBJEKTIV betrachten (und bewerten) zu können. Der Fokus ist dann deutlich verstärkt auf Fakten gerichtet, welche die subjektive Annahme bestärken; Abweichungen werden INNERHALB dieser subjektiven Betrachtung erklärt (= „die Ausnahme bestätigt die Regel“) (Quelle: Wikipedia) Vererbtes/angeborenes Verhalten: Unter vererbtem/angeborenem Verhalten versteht man ein Verhalten, welches zwingend gezeigt wird, ohne dass es vorher erlernt werden musste; dazu gehört z. B. das Ausräumen des Nestes durch einen frisch geschlüpften Kuckuck, oder die Ei-Einrollbewegung der Graugans (die auch im Leerlauf vollzogen wird); auch die bevorzugte Nutzung einer Hand ist zumindest angeboren; erlernt wird hier nur die Feinmotorik, die im Rahmen der gesamten körperlichen Entwicklung stattfindet. „Quellen u. A.: Lexikon der Verhaltensbiologie, Gattermann; Verhaltensbiologie von Kappeler,2011; Campbell Biologie, 2012)


      (die Stellungnahme ist aus einer Zusammenarbeit mehrerer Forumsmitglieder entstanden)

      in Hundeerziehung & Probleme


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