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Hundeforum Der Hund
AngelaE

EMRA-MODELL vom COAPE Institut, England

Empfohlene Beiträge

Das EMRA-Modell von COAPE (Centre Of Applied Pet Ethology)Emotional-Moodstate- & Reinforcement Acessment

(=Emotionale-Stimmungszustands- und Verstärker – Einschätzung)

Das EMRA –Modell ist von Dr. Peter Neville vom COAPE –Institut, England entwickelt worden. Dr. Peter Neville hat schon länger die Dominanztheorie hinter sich gelassen und sucht nach besseren Erklärungen und neuen Wegen in der Hundeerziehung. Näheres über Dr. Peter Neville findet ihr HIER:

Beim EMRA Modell geht es in erster Linie um die Einschätzung des Hundes in seinem gesamten Wesen, es wird keine feste Diagnose gestellt. Da ist ein Problem und das geht man an. Ohne danach zu fragen, ob und wie und was der Halter überträgt oder ob genügend „Führung“ vorhanden ist. Nur der Hund wird eingeschätzt (insofern es nicht offensichtlich ist, das der Halter gravierende Fehler macht).

Dazu werden folgende Fragen gestellt und abgehandelt:

STIMMUNGSEINSCHÄTZUNG

Wie fühlt sich das Tier generell, wie ist seine allgemeine Grundstimmung? – Werden seine Grundbedürfnisse befriedigt?

- Rassespezifische Bedürfnisse

- Gewohnheiten

- Soziale Bedürfnisse

- emotionale Bedürfnisse

Eine Schieflage in diesem Bereich kann ein Problem verschlechtern bzw. kann sogar die Ursache dafür sein.

Beispiele: Bordercollie im Zwinger gehalten, Umzug von Haus mit Garten in den 8. Stock eines Hochhauses, Entzug von Kontakt mit Artgenossen, Entzug von Zuwendung

EMOTIONSEINSCHÄTZUNG

Wie fühlt sich der Hund in der Problemsituation? Dazu gibt es eine Erregungsskala, die in Farben eingeteilt ist:

Manie.................................... rot

Ekstase................................. rot

Entzücken/Euphorisch............. orange

Freude.................................. grün

Zufriedenheit/Wohlbefinden..... grün

Unbehagen/Angst....................grün

Unzufriedenheit/Frustration......grün

starke Angst...........................grün-blau

Depression.............................grün-blau

Elend.....................................blau

Verzweiflung..........................dunkelblau

In den Bereichen blau und rot ist ein Zugang zum Hund meistens nicht möglich. Man muss den Hund erst wieder in den „grünen Bereich“ bringen, damit er für den Halter ansprechbar ist. D.h., man muss erst am Erregungslevel arbeiten, um Zugang zum Hund zu bekommen. Mögliche Hilfsmittel sind: Clicker, T-Touch, Gentle Leader, Kong

VERSTÄRKEREINSCHÄTZUNG

WAS verstärkt das Problemverhalten?

- Aufmerksamkeit

- Erfolg

- Erleichterung

- Spaß?

- …?

Nimmt man den Verstärker weg, kann das Verhalten des Hundes abgeschwächt werden. (Vorsicht: Es kann auch zu einer Erstverschlechterung kommen).

Beispiele:

ÄNGSTE(Geräusche, Menschen, fremde Hunde…)

GRUNDSTIMMUNG?.....- allgemeine Grundbedürfnisse des Hundes sind befriedigt, Bindung…?

EMOTION?.................- Angst

VERSTÄRKER?...........- selbstverstärkend durch Wiederholung und Erleichterung

................................- unbewusstes Verstärken durch den Menschen

TRAININGSMÖGLICHKEITEN:

- Gewöhnung (wiederholte, kontrollierte Konfrontation)

- Desensibilisierung (schrittweise Gewöhnung)

- Gegenkonditionierung (auch emotional, z.B. mit dem Clicker)

- Stressabbau? (Kong?)

AGGRESSIONEN(Menschen, Hunde)

GEFAHREINSCHÄTZUNG!

GRUNDSTIMMUNG?.... - allgemeines Grundbedürfnisse des Hundes sind befriedigt, Bindung…?

EMOTION?................ - Angst, Wut oder Frust…

VERSTÄRKER?........... - Erleichterung, Spaß! (=selbstbelohnend)

................................- Aufmerksamkeit?

TRAININGSMÖGLICHKEITEN:

- Verhalten und Erregung verhindern (z.B. mit dem Gentle Leader)

- Gegenkonditionierung des auslösenden Reizes (Clicker)

- evtl. spätere Sanktionen (Verbot, Fisher Discs,…)

- andere Problemlösungen (Flucht) üben und verstärken

- „Entscheidungen“ an Stelle von „Reflexen“?

- Stressabbau? (Kong?)

Meine Anmerkungen dazu:

Erst einmal, ich bin kein Experte für EMRA, habe dieses Modell auch erst vor kurzem in einem Trainerseminar kennen gelernt. Und natürlich ist es in der Praxis wesentlich umfangreicher, als das, was ich dazu geschrieben habe. Generell wird sehr viel mit dem Clicker, dem Gentle Leader (eine neue Form des Haltis) und dem Kong gearbeitet. Zudem finde ich, dass dieses Modell eine sehr „kundenfreundliches Methode“ ist. Hier wird dem Halter nicht ständig unter die Nase gerieben, was er alles falsch macht und was er erst ändern muss, bevor man überhaupt mit dem Hund anfangen kann zu arbeiten.

Und alles auf der Basis, dass die Dominanztheorie nicht zutreffend ist. (Ich bin kein Verhaltensforscher aber mein Bauchgefühl stimmt dem zu). Mit dieser Sicht können sich natürlich ganz andere Gründe für ein Problemverhalten des Hundes ergeben.

Habe ich sehr lange Zeit geglaubt (und es wurde mir auch von anderen Trainern immer wieder gesagt), dass Apachi unser Auto verteidigt, weil ich nicht genügend „Führung“ übernehme, habe ich jetzt gelernt, dass sie dieses Theater im Auto veranstaltet, weil sie einfach Spaß daran hat! Sie springt mit der Erwartungshaltung „mal wieder ordentlich die Sau raus lassen, wat’n Spaß!“ ins Auto. Dies kann ich mit der Anwendung des Kongs im Vorfeld verhindern. Hat sie den zum Stressabbau, ist sie ruhig, natürlich auch, weil anderweitig beschäftigt. Die „Verteidigung des Autos“ interessiert sie jetzt nicht mehr die Bohne…und ich habe mich nicht geändert, verteidige das Auto jetzt nicht selbst *grins*… Ziel ist, ihre vorherige Erwartungshaltung zu ändern.

Um dieses Modell besser verstehen zu können und um damit zu arbeiten, sollte man sich aber auf jeden Fall damit intensiver beschäftigen. Diese Möglichkeit besteht im Herbst: Dr. Peter Neville und sein Kollege Robert Falkoner-Taylor sind mit ihrem Seminar „Auf in die Zukunft II – neue Wege in der Verhaltenstherapie und –training“ bei Rolf C. Franck zu Gast.

Näheres über das Seminar HIER

Liebe Grüße

Angela

mit Apachi und Jayteeh

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Hallo AngelaE,

Das EMRA-Modell von COAPE (Centre Of Applied Pet Ethology)Emotional-Moodstate- & Reinforcement Acessment

(=Emotionale-Stimmungszustands- und Verstärker – Einschätzung)

Das EMRA –Modell ist von Dr. Peter Neville vom COAPE –Institut, England entwickelt worden. Dr. Peter Neville hat schon länger die Dominanztheorie hinter sich gelassen und sucht nach besseren Erklärungen und neuen Wegen in der Hundeerziehung. Näheres über Dr. Peter Neville findet ihr HIER:

Beim EMRA Modell geht es in erster Linie um die Einschätzung des Hundes in seinem gesamten Wesen, es wird keine feste Diagnose gestellt. Da ist ein Problem und das geht man an. Ohne danach zu fragen, ob und wie und was der Halter überträgt oder ob genügend „Führung“ vorhanden ist. Nur der Hund wird eingeschätzt (insofern es nicht offensichtlich ist, das der Halter gravierende Fehler macht).

Aus Sicht der Verhaltenswissenschaften ist das nicht ganz neu, es ist eine etwas modernere Fassung.

Die Ersten die sich daran versuchten war ein Ehepaar (Dr. med. und Dr. phil.) Menzel (ca. 1936), in Anlehnung an die Individualpsychologie Adlers und die Definitionen Kants.

Humphrey und Warner haben sich später mehr von der praktischen Seite genähert,und neue Erkenntnisse über Temperament und Wesen des Hundes gewonnen, sie haben auch eine Liste und Bewertungsskala von Emotionszuständen erstellt.

Und alles auf der Basis, dass die Dominanztheorie nicht zutreffend ist. (Ich bin kein Verhaltensforscher aber mein Bauchgefühl stimmt dem zu). Mit dieser Sicht können sich natürlich ganz andere Gründe für ein Problemverhalten des Hundes ergeben.

Liebe Grüße

Angela

mit Apachi und Jayteeh

Zitat:

…, dass das dominante Tier (Hund) von seinem Rudel dazu gemacht wird und dass nicht umgekehrt das dominante Tier sich ein Rudel wie Sklaven zusammentreibt.

Alles nachzulesen in „Von der Seele des Hundes“ (Wesen, Psychologie und Verhaltensweisen des Hundes), von E. H. W. Aldington (1986)

Was nicht sinnvoll erscheint, ist das Generelle in Fragestellen von früher gemachten Erfahrungen, sie gehören immer wieder auf den Prüfstand, aber nicht alles kann und muss verworfen werden, im Gegenteil, Differenzierung ist angebracht. Hier im Besonderen der Terminus „Führung“.

LG Hans Georg

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