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Hundeforum Der Hund
garafiano

Erkennungsmerkmal *Der Chef* bei 2 oder mehr Hunden

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Viele von euch haben zwei und mehr Hunde.

Nun wurde ich ab und zu mal gefragt, wer von unseren Beiden der Chef ist. Ich habe schon öfters gehört sowie gelesen, wie sich der Ranghöhere angeblich verhält. Oft ist es aber so, das ich das Verhaltensmuster des sogenannten Chefs mal bei dem einen, mal bei dem anderen erkennen kann.

Somit könnte ich jetzt nicht sicher behaupten, wer von den Beiden untereinander das Sagen hat.

Mich beschäftigt nun die Frage, woran ihr erkennt, welcher eurer Hunde der Ranghöchste ist?

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Mir geht es da eigentlich ähnlich wie Dir.

Olivia ist draußen eindeutig der Chef. Sie beschützt Louis wo sie nur kann, sie erkundet zuerst unbekannte Objekte, sie pieselt meistens zuerst wo drauf und Louis geht dann ein Stückchen weiter.

Im Haus wechelst es in einigen Situationen.

Hört Louis ein Geräusch in der Küche, wartet er auf Olivia und lässt ihr den Vorzug.

Stehe ich aber in der Speisekammer, wo die Leckerlies drinnen sind, lässt Olivia immer Louis vor und sie selber hält sich im Hintergrund.

Im Garten versucht Louis, Olivia schonmal den Weg abzuschneiden, so dass sie nicht an ihm vorbei gehen kann.

Im Hausflur geht Louis nicht an Olivia vorbei wenn sie vor ihm steht.

Olivia ist definitiv die Mutigere von beiden, so dass Louis ihr wohl draußen gerne den Chefstatus überläßt.

Drinnen können sie sich wohl nicht wirklich einigen, bzw. sind einfach zufrieden mit der Rollenverteilung. :)

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Bei uns (5 Hunde) habe ich das Gefühl, dass es keine starre Hierarchie gibt, wer hier das "Sagen" hat, ist sehr situationsabhängig und kommt darauf an, wem was wichtig ist. :)

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Meiner Meinung nach gibt es in einer Hundegruppe keinen absoluten Ranghöheren. Mir geht es so wie den anderen hier. Geht es ums Futter, hat Nanook das Sagen. Geht es um Hundespiele, hat River das Sagen. Geht es um Streicheleinheiten drückt sich Brownie durch. Jeder hat mal die Chefrolle, das ändert aber auch immer wieder mal. Manchmal liegt Brownie an unseren Füssen, dann kommt Nanook und guckt ihn an, das reicht damit Brownie weggeht und Nanook sich dahin legt. An anderen Tagen wirkt es nicht. An manchen Tagen bleibt Nanook von sich aus weg oder sie liegen beide an unseren Füssen.

Ich glaube bei uns hat der Kater die Chefrolle :o)

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Bei uns ist die Rangfolge relativ eindeutig - wenn auch für Außenstehende sicherlich nicht sofort erkennbar. Bei uns hat mein Rüde das Sagen, die Hündin ordnet sich bedingungslos unter.

Askur läßt so gut wie nie den Chef raushängen - nur wenn ihm der Geduldsfaden entgültig reißt, es um spezielles Futter geht (an sein Trockenfutter darf Elli aber ran), etc. macht er eine kurze, aber klare Ansage.

Elli kommt oft bei ihm an, schlabbert ihm Ohren und Maul aus, dreht sich mit gesenktem Kopf weg, wenn er in Machomanier des Weges kommt. An sein Futter würde sie erst gehen, wenn Askur es frei gibt. Es gibt viele kleine, unscheinbare Gesten, an denen wir erkennen, das bei uns Askur unter den Hunden das Sagen hat.

Im Haus und Garten ist er unscheinbar - manchmal fragen Nachbarn, ob wir denn noch den Schlittenhund haben ... Er läßt sich selten blicken. Elli hat die Wachfunktion voll und ganz übernommen - Askur gesellt sich nur dazu, wenn er es für notwendig erachtet. Bellt mein Rüde allerdings, sollte man seinen A*** von der Couch hochheben und nachsehen. Er schlägt nie ohne Grund an. Das "sinnlose" Bellen überläßt er der Dame.

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Ich bin der Meinung, dass es bei Hunden, die in einer Gruppe leben, nicht unbedingt eine klare Hierarchie geben muss. Jedes Gruppenmitglied hat seinen "Job", seine Vorlieben und Dinge, die ihm wichtiger sind als andere, so dass jeder Hund situativ "Chef" sein könnte.

Selbst bei frei lebenden Wölfen oder wild lebenden Hunden gibt es nicht "DEN CHEF", es gibt Elterntiere mit Nachwuchs bzw. ein Pärchen mit Familienanhang oder auch Patchworkfamilien.

Somit würde ich immer eher daran denken, das WIR erziehungsberechtigte "Eltern"tiere unserer Hunde sind, die Entscheidungen treffen, klaren Durchblick haben, Vertrauen geben, Sicherheit vermitteln usw., ebenso wie Eltern es mit ihren Kindern handhaben.

Je besser ich das mache, desto einfacher können alle harmonisch zusammen leben. Kleiner Streitereien wird es immer und überall geben.

Wenn man davon ausgeht, dass von mehreren Hunden immer einer der Chef ist, müsste man ja ein Tier haben, was diese Rolle überhaupt bedienen kann. Chef spielen kann jeder, Chef sein nur wenige.

Ich selbst habe 5 Hunde, wo die Rollen zwar klar verteilt sind und wo in bestimmten Bereichen jeder mal was zu sagen hat, einen klaren "Chef" gibt es nicht, aber einen in der Gruppe, der die besten Voraussetzungen mitbringt. Er KÖNNTE alle Privilegien haben, wenn er denn wollte, weil ich sich am besten durchsetzen kann und alle anderen Respekt vor ihm haben. Dieser Hund ist sehr selbstsicher und souverän, total klar in dem, was er tut, von ihm geht nichts aus, er ist eher ignorant. Er lässt andere machen, wenn es ihn nicht betrifft, würde allerdings in ganz seltenen Fällen auch eingreifen, wenn seine Gruppenmitglieder in Gefahr sind bzw, die anderen würden ihm von sich aus die Führung überlassen und sich ihm anvertrauen, weil sie wissen, dass er Konflikte am besten regeln kann.

Da er sich seine Gruppenmitglieder aber nicht ausgesucht hat, muss er aber keine Führungsaufgabe übernehmen, denn das ist mein Job.

Aus meiner Sicht gibt es in bunt zusammen gewürfelten Hundegruppen, selbst wenn sie über einen längeren Zeitraum zusammen leben, keinen Chef, selbst wenn es manchmal so aussieht. Im besten Fall gibt es einfach eine gute Verteilung von verschiedenen Rollen und oder einen, der sich immer durch setzt und einem, dem das eher egal ist und der sich dem freiwillig unterordnet. Das OBEN wird immer von UNTEN gestützt.

Auch im Bezug auf den Menschen. Wenn mein Hund mir vertraut, weil er weiß, dass ich alle Dinge regeln kann und einen Plan vom Leben habe, wird er sich mir freiwillig anschließen und meinen Entscheidungen vertrauen. Auch in dem Fall werde ich dann von UNTEN gestützt. Das hat mit Chef sein dann aber auch nichts zu tun.

Chef von meinen Hunden möchte ich nicht sein, sondern ein Sozialpartner, der sich um alle Belange kümmert, managt, auch mal Situationen kontrollieren kann, der wichtige Entscheidungen trifft, der aber auch Spaß am Zusammenleben mit seinen Hunden hat und dem das soziale Miteinander genauso wichtig ist wie den Hunden.

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Hallo,

ich denke das es beim domestizierten Wolf kaum noch Rangordnungen gibt - die sind auch nicht mehr notwendig, bzw. wären einfach extremst anstrengend herzustellen.

In einem Wolfsrudel gibt es ganz klar einen Chef - der darf sich paaren. Das heißt aber nicht, das er IMMER als erstes vorweg rennt, das er IMMER als erstes ißt, das er IMMER an einer höher gelegenen Stelle liegt, das er IMMER derjenige ist der zum Spiel auffordert, etc...

Für den Hund gibt es nicht mehr die Notwendigkeit eine Rangordnung in diesem Maße herauszubilden, wie es beim Wolf sinnvoll sein mag. Frauchchen/Herrchen bestimmen darüber, wann wer was zu essen bekommt (obwohl es dann sicherlich in diesem Moment eine objektbezogene Rangordnung geben mag, wenn alle gleichzeitig zu essen bekommen...). Auch das Paarungsverhalten wird in der Regel vom Mensch bestimmt - nicht mehr vom Hund.

Wenn keine eindeutige Rangordnung zu erkennen ist, würde ich das spontan als harmonisches "Rudel" bezeichnen. Jede Ausbildung einer Rangordnung kostet (in dem Falll unnötige..) Kraft.

Da nun in unseren Samtpfoten noch eine ganze Menge Ausdrucksverhalten des Wolfes drin ist, würde ich folgende Sachen besonders beobachten, um ggf. eine Rangordnung erkennen zu können:

- Wer begrüßt wen und wie? Wer leckt wem am Maul?

- Wer bietet wem in welchen Situation eine aktive Unterwerfung an?

- Wer fordert von wem in welchen Situationen eine passive Unterwerfung ein?

- Wer legt wem in welchen Situation die Schnauze/die Pfote auf den Rücken?

- Wie oft kommt es in welchen Situationen zu einer T-Stellung?

- Wann kommt es zu Aggressionen zwischen den Hunden und wie wird die Situation von den einzelnen Teilnehmern aufgelöst?

Durch diese Beoabachtungen können Rangordnungsstrukturen ggf. erkannt werden. Zur Beachtung: Es kann durchaus mehrere Rangotrdnungen geben. So kann die Rangordnung am Futter eine ganz andere sein, als bei der Ressource Mensch.

Verwirrend, gell? :???

LG

S.

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bei uns hat Sunny ganz klar das sagen. Auch fremde Hunde ordnen sich sofort unter wenn sie bei uns sind. Auch unser derzeitiger Urlaubshund.

Wenn sie auf ein Kissen möchte stehen alle auf ohne das sie knurren oder sonst was machen muss.

Liegt Vivo in der Tür und sie will daher steht er auf oder legt sich so das sie platz hat. Bei Fly tut er das nicht, bei dem Urlaubshund auch nicht.

Würden alle aus einem Napf fressen würden die anderen aufpssen was Sunny macht. Würde sie knurren würden die anderen weg gehen. Bei Fly wiederum nicht.

Anderseits kann Sunny auch nicht ohne Fly. Ist sie im Urlaub mit schwiegermutter ist Sunny irgendwie trübseelig. Latscht uns drausen nur hinter her usw.

Und bei Vivo hat man jetzt gesehen, der ist so ein bischen der Fels, wenn es stress gibt.

Die Urlaubshündin hatte Sunny und Fly gernervt mit spielaufforderrungen. Die haben sich dann verzogen und Vivo hat sich demonstrativ immer in den Weg gelegt so das sie nicht an Fly oder Sunny ran kam. Erst dachte ich noch es wäre Zufall, dann aber wiederholte sich das ein paar mal.

Auch ist Vivo immer sehr deeskalierent was man garnicht glaubt, weil er mit manchen Rüden nicht so klar kommt.

Wenn wir aber in einer Gruppe sind und es gibt ärger, dann läuft er zwischen den Raudis durch oder bleibt dazwischen stehen.

Die haben alle ihr aufgaben in dennen sie gut sind im Rudel.

Aber ich dneke "chef" wenn überhaupt dann Sunny

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Vreni76, ein sehr schöner Beitrag.

Oftmals verblendet die menschliche Interpretation den Blick auf die tatsächlichen Gegebenheiten.

"Chefsein" wird dann assoziiert mit "dominant sein" bzw. "sich in mindestens 50% der Entscheidungen dominant verhalten", was letztlich vollkommen irrelevant ist.

Im Gegenteil- nicht selten testen die Hunde sich untereinander, überlassen Ressourcen und fördern Fähigkeiten anderer Gemeinschaftsmitglieder. Im Sinne des "Miteinanders" und der Gruppe; Hunde sind hoch soziale Wesen und haben eigentlich nicht vor sich permanent zu behaupten oder ständig bestimmte Privilegien für sich zu beanspruchen- das ist eher eine zutiefst menschliche Eigenart.

Sie tun das, was sie gut können und da gibt es Hunde die eher das Potential haben eine Gruppe souverän zu führen als andere. Das fußt aber (auch wenn es ein sehr menschliches und emotionales Wort ist) auf Vertrauen. Hat ein Hund kein Vertrauen in die Qualitäten eines anderen Hundes, wird er sich nicht führen lassen. Trotzdem kann es sein, dass sich zwischen diesen beiden Hunden Dynamiken entwickeln, die den Anschein haben, ein Hund wäre dem anderen "unterlegen".

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