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polar-chat.de  Der Hund
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"Hund hinterfragt" ... oder ist einfach nur ungehorsam?

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(bearbeitet)

Hallo allerseits,

mal wieder eine allgemeine Frage ohne konkreten Anlass von mir:

Immer wieder lese ich hier (meist mit irgendwie leicht stolzem Unterton), der eigene Hund hinterfrage ja sehr viel und wenn er eine Aufforderung / Kommando für nicht richtig befinde, werde dieser eben auch nicht ausgeführt.

Gerne wird dabei der DSH als Beispiel-Hund mit blindem Kadaver-Gehorsam (und demnach letztlich doch irgendwie dumm), Hütehunde oder Herdenschutzhunde aber gerne als die "hinterfragenden" und irgendwie klügeren dargestellt. Oder der Labrador (Anscheindend in den Augen vieler Besitzer einer "hinterfragenden" Rasse der Inbegriff der Duemmlichkeit), der immer alles mit Begeisterung tut, was man von ihm will). Irgendwie ist es in, einen hinterfragenden Hund zu haben, scheint mir. Wären all diese "hinterfragenden" Hunde vor 10 Jahren nicht einfach als schlecht erzogen eingestuft worden? Zu Unrecht, weil sie ja nur mitdenken und selbst entscheiden, im Gegensatz zu ihren (dümmeren?) Artgenossen?

Nun frage ich mich... wie unterscheidet sich denn in euren Augen "hinterfragen" von schlichtem Ungehorsam?

Also, für mich persönlich gibt es schon viele Situationen, in denen mein Hund mich zu etwas anderem als dem eben gesagten "überredet", also vielleicht drehen wir eben doch noch eine Runde, obwohl ich gerade das nach Hause gehen angekündigt habe. Oder eigentlich will ich nicht mehr spielen, aber nun gut, einmal werfe ich den Ball noch. Oder ich will gerade was anderes machen, lasse mich aber zu fünf Minuten Kuscheln verleiten.

Aber bei Kommandos gibt es für mich kein Hinterfragen. Gesagt, Getan. Ich gebe nicht viele, aber wenn, dann sind die nicht in Frage zu stellen. Beim jetzigen Hund bestehe ich nicht mehr auf Ausübung in Sekundenschnelle und wenn er vor dem Kommen noch mal fix pinkelt, nur um Zeit zu schinden, dann ist's mir auch Wurscht (das war früher anders), aber trotzdem meint HIER eben genau das, auf direktem Wege und zumindest zügig.

(Und kurz zum DSH ... ja, unsere haben auch quasi in Perfektion gearbeitet, Kommandos in hoher Geschwindigkeit und unter allen Umständen ausgefuehrt ... aber die waren alles andere als dumm und haben trotzdem - insbesondere im Dienst - sehr selbständig gearbeitet und in Notsituationen Kommandos auch selbständig aufgehoben. Ausnahmslos Hunde, auf die ich mich 100% verlassen konnte) Und mein Labbi jetzt ... naja, ich habe ihn nicht wirklich anständig erzogen und schon gar nicht ausgebildet ... aber er macht auch nicht alles freudestrahlend mit, sondern einige Sachen lieber und andere weniger gern. Aber wenn ich's will, muss er sie halt trotzdem machen. Nur sehe ich selten Anlass, meine Hunde Dinge tun zu lassen, die sie nicht mögen. Aber wenn, dann ohne Diskussion.

Ja... also mal so allgemeiner Meinungsaustausch zu dieser Frage, bitteschoen :)

(Und wie immer sind die angeführten Rassen nur Verallgemeinernde Beispiele, zur Veranschaulichung. Selbstverständlich gibt's von jeder Rasse solche und andere Exemplare :D )

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Hinterfragen beginnt für mich zum beispiel beim Befehl Platz dann,wenn der Hund die Übung eigentlich aus dem FF kennt,zum ausführen ansetzt und dann aber unter Spannung auf halber Strecke bleibt.also rauszögert.

Ich kann das schlecht beschreiben...

Bei manchen Hunden sieht man das sie erst einen "Sinn" für Ihre Aktion haben wollen

zb Akita:Warum soll ich mich jetzt beeilen,die Hürden stehen auch noch in ner Minute da (1996 beim Agi aufm Übungsplatz)

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Mh, ich denke es kommt sehr auf die Situation an...und auch darauf, was man so alles als "Hinterfragen" bezeichnet. Ich denke vieles ist in Wirklichkeit ein reines "In Frage stellen der Entscheidung des Halters". Und ich behaupte mal der Hund muss nicht jede meiner Entscheidungen nachvollziehen können...kann er ja häufig auch gar nicht in dieser Menschenwelt. Wenn ich entscheide wann wir über die Straße gehen dann entscheide ich das und diskutiere das mit meinem Hund nicht aus. Wenn ich ihn rufe weil ich irgendwo ein potentielle Gefahr ausmache, dann diskutiere ich darüber nicht, sondern setze diese Entscheidung schlicht durch, wenn Hund sie in Frage stellt und korrigiere Hund dementsprechend.

Doch es gibt auch Moment wo ich mich hinterfragen lasse, wo ich nochmal überdenke was ich grad wollte wenn Hund zeigt das das vlt doof ist. Zum Beispiel wenn Hund an der Leine beschließt hier und jetzt undbedingt an diesem Baum schnüffeln zu müssen. Gaaaanz wichtig. Klar, wenn ich es eilig habe, wirds nich erlaubt. Doch manchmal fordere ich zum "Weiter" auf...Hund schaut mich an, bleibt aber stehen...jetzt kann ich entscheiden: "Wirklich?" Und denke mir manchmal: "Wieso eigentlich? Wir haben doch Zeit..." Und lass ihn schnüffeln...

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Naja, die Assoziation "Kadaver-Gehorsam = Dümmlich" ist ja nun Deine ;)

Ich persönlich mag Hunde (und Menschen!) die hinterfragen. Aber eben auf schwer zu beschreibene "intelligente" Art. Ein Hund, der immer alles verweigert, mag wohl ungehorsam sein. Ein Hund der dabei den "gewissen Blick" eine Art Herausforderung, Schalk im Nacken ... hat, ist in meinen Augen nicht einfach ungehorsam (wobei er das natürlich sachlich betrachtet ja doch ist), sondern "kreativ".

Ich verlange von keinem meiner Tiere, dass sie im Alltag ständig und überall "funktionieren", sie dürfen auch "sie selbst" sein. Wenn ich das Gefühl habe, da schlägt dann doch mal einer zu sehr über die Stränge, wird korrigiert (NEIN! nicht verprügelt! ;) )

Bei Cattles heißt es, dass ihre Halter vor allem und als allererstes Humor brauchen :D Stimmt!!! :D

Edit: Allerdings müssen meine Hunde "parieren", wenn´s drauf an kommt. (Ein Stop, an der Straße, z.B., ein Rückruf auf der appetitlichen Wildfährte...) Und das war bisher kein Problem :)

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Bei meiner ist es so, dass sie im Notfall funktioniert.

Wenn es darauf ankommt, dann wird nicht hinterfragt.

Wenn sie aber merkt, dass es nicht soo wichtig ist, dann hinterfragt sie öfter.

Ob das jetzt Dumm oder intelligent ist, naja, zumindest albern.

Ich mag es so lieber, ein Hund, der immer perfekt hört wäre mir zu langweilig.

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Ich mag es so lieber, ein Hund, der immer perfekt hört wäre mir zu langweilig.

Oh ja! Auch wenn er dabei noch so schlau ist :D

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Ein Hund der ständig und überall seinen Besitzer ignoriert und dem man 10x die Kommandos sagen muss bis er es denn (wenn überhaupt) tut der ist in meinen Augen ungehorsam.

Wenn ich jedoch einen Hund sehe der eigentlich den genannten Befehl aus dem Stehgreif kennt und weiß das er ihn zu befolgen hat aber (situationsabhängig) plötzlich einmal kurz innehält (meist sieht man richtig wie die Geräte im Kopf rattern beim denken^^) der hinterfragt ob es gerade jetzt so unbedingt notwendig ist dies und das zu tun.

Als dumm würde ich persönlich keinen Hund bezeichnen, aber das ist Ansichtssache. Jeder Hund ist auf seine Art nen schlaues Köpfchen. Ich find es immer wieder faszinierend, was sich gerade HUnde untereinander alles einfallen lassen, ja die tricksen sich gegenseitig sogar aus! Das ist für ein "dummes Tier" in meinen Augen nicht möglich. Manchmal ist es Kackendreist aber wir haebnd eswegen auch schon Tränen gelacht :)

Übrigens hat meine Hündin heute auch "hinterfragt". Ich habe ihr verboten, dem Wurfball hinterher zu rennen mit einem Nein. Sie blieb natürlich bei uns. Um auf Nummer sicher zu gehen habe ich sie aber an die linke Seite genommen und wollte ein Platz von ihr. sie blieb so minimal in der Luft hängen und schaute mich an wie "warum eigentlich? reicht odch wenn du nein sagst, außerdem is nass hier -.-' " << ich weiß Mensch interpretiert da gern viel rein. Aber dadurch das sie beim werfen des Balles nicht mal gezuckt hat und eher gelangweilt in die Umgebung geschaut hat weiß ich das das Platz im Grunde unnötig war!

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Ich finde es viel wichtiger, dass mein Hund unterscheiden kann, wann sie auch mal albern sein darf, und wann ich sie mit Konzentration brauche.

Bei der Situation, dass sie alleine die Treppe lang läuft, während ich die Rolltreppe nehme, wäre es richtig blöd, wenn sie da Unfug im Kopf hätte.

Meine unterscheidet das selber, ich muss da nichts sagen.

Das nenne ich intelligent.

Dafür darf sie dann auch mal in einem Holzstapel kriechen, weil es ihr Spaß macht.

An Straßen und Bahnhöfen etc. muss sie hören, und darf mich höchstens mal aufhalten, wenn sie meint, dass wir falsch sind.

Meist hat sie sogar recht...

Sie weiß besser als ich, wo die Aufzüge sind.

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Naja, ich hab nen Hovawart, der hinterfragt glaub ich schon direkt nach der Befruchtung :D

Unterm Strich ist für mich "hinterfragen" schon eine Form von Ungehorsam.

Es ist halt die Frage, in wie weit man die "Leinen lockerer" lässt- also das Hinterfragen zu lässt oder nicht.

Bei mir ist es im Alltag immer wie das Ziehen an einem Gummiseil, je nachdem auch, um welche Situation es sich handelt.

Aufm HuPla zB gibt es für mich keinerlei Hinterfragen....

Seit wann ist es eigentlich "in" einen Hund zu haben, der hinterfragt? Ich dachte immer es sei "in" einen "will to please" zu haben. :think:

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Den Willen zu gefallen hat meine, also will to please.

Trotzdem gestehe ich ihr einen gewissen Spielraum zu, wenn es die Umwelt zu lässt.

Dafür habe ich einen glücklichen Hund, der im Notfall absolut da ist.

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