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Hundeforum Der Hund
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"Hund hinterfragt" ... oder ist einfach nur ungehorsam?

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Finja (leider gefühlte mindestens 90% Hovawart, der Rest der in ihr steckt ist fast nicht vorhanden) hinterfragt auch gerne. Heute zwar weniger als früher, aber ab und zu macht sie es auch heute noch.

Der Klassiker ist eigentlich, wenn ich sie zu mir rufe, schaut sie erst rechts und links, einmal um 360 Grad, um dann, wenn nichts zu sehen ist zu beschließen, "nö, warum soll ich kommen? ist doch nichts, wir gehen doch eh in die Richtung weiter, ich setz mich lieber mal und warte auf Dich". Wenn ihr der Sinn des Kommandos einleuchtet, z.B. wenn uns jemand entgegen kommt, führt sie es auch brav aus.

Heute denke ich schon mal ein bißchen anders darüber. Vielleicht hätte ich da einfach konsequenter sein müssen. Vielleicht bin ich es auch, die das Nachfragen gefördert hat.

Da Finja mich letzte Woche mal wieder seit langem das erste Mal hat stehen lassen bei Abruf vom gesichteten Reh, läuft bei uns im Moment ein recht straffes Erziehungsprogramm. Ich bin mal in mich gegangen und hab überlegt, was ich vielleicht falsch gemacht haben könnte, weil das konnte sie auch schon mal besser. Kommandos zu lau eingefordert? Finja als Prinzeßchen behandelt? Bin ich zu sehr auf ihre Spielchen eingegangen und wir haben eigentlich nicht mehr mein Spiel gespielt? Keine Ahnung.

Und komischerweise scheint sie im Moment zu merken, daß ich es bitterernst meine und nur vollkommen korrekt ausgeführte Befehle belohnt werden und ich da auch wieder vermehrt hinterher bin, hinterfragt sie gar nicht mehr und kommt direkt. Auf einmal kann sie perfekt apportieren, ohne das wir viel geübt haben. Das haben wir in 4 Jahren bisher noch nie auf die Reihe bekommen. Vielleicht fehlte auch mir immer die Entschlossenheit dazu.

Deshalb frage ich mich manchmal jetzt, ist das wirklich Hinterfragen oder doch nur Ungehorsam? Es geht ja anscheinend auch anders beim selben Hund. Vielleicht gibt es Hunde, die brauchen Konsequenz weniger und andere, die brauchen es mehr. Finja ist kein Hund, die dieses "will to please" hat, bin ich der Meinung. Sie hat auch oft genug ihr eigenes Ding im Kopf, wo ich ihr auch manchmal sch...egal bin, sie aber nach solchen Nummern schon recht genau weiß, was ich davon halte. Dann fällt ihr anscheinend schon mal ein, oh, da war doch noch mein Frauchen, die ist jetzt sauer, jetzt mach ich mal auf schuldbewußt.

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Meist entstehen aber Kommunikationsprobleme (unter anderem die aufgezählten), weil wir Menschen die unterschiedlichsten Fehler machen.

Dies möchte ich doch gern mal nutzen und folgenden Gedanken niederschreiben.

Du schreibst, dass es meist zu Kommunikationosproblemen kommt, weil der Mensch Fehler macht richtig?

Also es entsteht ein Problem (aufgrund von uns) und wir korrigieren diesen (je nach belieben natürlich) um das gewünschte Ziel dann doch zu erreichen richtig.

Wäre es so grundverkehrt (nur mal rein gesponnen) wenn auch HUnde dies bei uns tun? Ich spreche jetzt nicht davon, dass der Hund die Hosen anhat und seinen Besitzer rumkommandiert. Ich rede von einer guten Grund-Vertrauensbasis wo grundsätzlich auch alles klappt. Auch da gibt es ja hier und da mal nen MIssverständnis zwischen Mensch und Hund, kommt vor. Ist es dann so verkehrt, dass mein Hund mir leichte Signale sendet um auch mich zu korrigieren?

Schließlich lernen auch wir HUndehalter alle sehr viel von unseren Hunden, ob nun durch Beobachtung, eigene Erfahrung oder anlesen von bestimmten Dingen. Ich muss ehrlich gestehen, auch wenn vllt viele gerad meinen Gedanken nicht nachvollziehen können, das ich kein Problem damit habe, wenn mein Hund mir ab und an kleine Signale sendet - dadurch lerne ich ja auch.

Allein der Fall von uns heute. Klar sie hat Platz gemacht (wir schei*en jetzt auf die 5cm Luftspalt zwischen Boden und Vorderpfoten) aber sie hat mir eben auch gesagt das es nicht nötig war.

Seh ich es zu menschlich? Mag sein. Aber ich bin eben ein Mensch der sich durchaus auch eingesteht von einem Tier was gelernt zu bekommen :D

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:D

Woher kenn ich das nur, Ufi....???

Ist hier bei uns ähnlich, um nicht zu sagen, fast genau identisch....

Nur beim Jungspund muss ich halt aufpassen, dass er mir nicht zu sehr abdrifet. Er hinterfragt auch, aber da versuch ich mich nicht drauf ein zu lassen.

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Originalbeitrag

Es ist nun mal so, dass die meisten Hunde gerne etwas "richtig" machen. Gerne ihrem Menschen gefallen (ein gewisses Vertrauensverhältnis voraus gesetzt).

So gesehen: meine wissen eben, dass sie etwas "richtig" machen, wenn sie ab und an hinterfragen :D

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Also es entsteht ein Problem (aufgrund von uns) und wir korrigieren diesen (je nach belieben natürlich) um das gewünschte Ziel dann doch zu erreichen richtig.

Wäre es so grundverkehrt (nur mal rein gesponnen) wenn auch HUnde dies bei uns tun? Ich spreche jetzt nicht davon, dass der Hund die Hosen anhat und seinen Besitzer rumkommandiert. Ich rede von einer guten Grund-Vertrauensbasis wo grundsätzlich auch alles klappt. Auch da gibt es ja hier und da mal nen MIssverständnis zwischen Mensch und Hund, kommt vor. Ist es dann so verkehrt, dass mein Hund mir leichte Signale sendet um auch mich zu korrigieren?

Bin nicht sicher, ob ich verstehe was du meinst.

Dass auch Hunde uns korrigieren?

Klar. Aber nicht ständig, dazu sind die meisten viel zu nett ;)

Aber auch dem geduldigsten Hund wird es mal zu viel und maßregelt unser grobmotorisches Verhalten. Und das zu Recht.

Allein der Fall von uns heute. Klar sie hat Platz gemacht (wir schei*en jetzt auf die 5cm Luftspalt zwischen Boden und Vorderpfoten) aber sie hat mir eben auch gesagt das es nicht nötig war.

Ich weiß nicht, was genau mit deiner Hündin war (muss das erst nachlesen).

Das war ja, was ich schrieb. Gibt unterschiedliche Gründe, wieso ein Hund bestimmte Kommandos hinterfragt. Es ist nicht immer bloßer Ungehorsam, sondern vielleicht einfach Unsicherheit über die Ausführung.

Dass sich ein Hund unter Umständen nicht gerne in Pfützen hockt oder reinlegt, finde ich normal. Würde ich als Mensch nie verlangen, weil ich das nicht brauche und mir wegen sowas auch sicher keinen Stress mit den Monstern geben würde. Wenn ich aber Wert darauf legen würde, müsste ich es auch durchziehen, sonst mach ich mich ja noch lächerlicher, als ich vielleicht sowieso schon bin in den Augen meines Hundes.

Aber: waren das überhaupt deine Gedanken dazu?

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Da war keine Pfütze, das Gras (oder was davon übrig ist) war nur durch den Schnee nass ;) aber ist ja auch egal. Unsicher war meine Hündin in diesem Fall absolut NULL. Sie wusste genau was ich von ihr verlange, sie hat es ja auch ausgeführt. Ich deute ihr Verhalten eben eher so, dass sie (sie war wirklich total gechillt in diesem Moment) mir einfach irgendwie klar machen wollte, dass sie weiß was ich will und verlange aber das es eben grundsätzlich gar nicht nötig ist das ICH die Situation jetzt eben nochmals (zusätzlich zu meinem Verbot dem ball hinterher zu wetzen) absichere.

Das war für mich auch kein maßregeln wie du es nennst, ich war auch nicht grobmotorisch. Lief eher alles so beiläufig ab. Ich mache das öfters gar nicht so bewusst sondern nebenher, dass ich das halt lieber "nochmal absichere". Sie bekam nen Winker mit der hand von mir und das handzeichen für Platz.

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Originalbeitrag

@ Skita

Ich sehe BC zB auch als Wtp und weniger als "Hinterfrager".

Wieso immer diese Unterscheidung?

Muss ein Hund entweder-oder sein? Wenn ein BC zum Beispiel statt sich bei "Sitz" sofort hinzusetzen erstmal ne Sekunde umguckt, warum er sich hinsetzen soll, sich dann aber doch setzt - ist das nun WTP, und schließt das eine Hinterfragung aus?

Warum kann ein Hund der viel Willen zu Gefallen hat nicht auch gleichzeitig in anderen Situationen anders ticken, und beispielsweise beim "Platz" einfach nicht so gerne gefallen wollen, weil er den Befehl einfach aus irgendwelchen Gründen nicht mag.

Ich denke schon, Schrödinger hat sehr viel Richtiges gesagt in dem Post:

Die MEISTEN "Nachfragen" basieren auf nur mäßig ausgearbeiteten Kommandos. In den meisten Fällen ist der Mensch nicht sauber genug gewesen, hat dem Hund zu oft durch niedliches Gucken doch nachgegeben. Beispiel das Wort "Decke" bei Lemmy:

Ich sage "Decke", damit er auf seinen Platz links neben mir an der Wand geht. Hund legt sich nicht links, sonder rechts neben mir hin, unterbricht aber das, was ich unterbrechen wollte mit dem Wegschicken.

Korrigier ich nun? Oder sehe ich es als freie Interpretation meines Befehls von seiner Seite aus und akzeptiere, dass er eben auch dort liegen kann, solange er nicht mehr bettelt (oder was auch immer mich gerade störte)

Ich sehe es meist als freie Interpretation an und lass ihn - aber nicht immer! Sicher ist das schon fast Willkür, "fair" wäre, dass Decke immer das Gleiche bedeutet. Ich habe den "verwässern" lassen, weil ich seine feine Art, sich aus der Affaire zu ziehen einfach putzig finde. Und dann lach ich und sage "na gut, bleib halt da", während ich an manchen Tagen den Befehl eben doch wiederhole und ihn auf die echte Decke schicke...

Uhm.... ich werde morgen nochmal nachlesen, was ich hier geschrieben hab... und überlegen was ich sagen wollte :zunge:

Schon spät :D

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Friederike, bei mir gibt es auch solche Sachen, bei denen mein Hund mich fein umerzogen hat ... bei denen, wo es mir bewusst ist, macht's ja auch nichts ... aber ich vermute, es gibt auch welche, wo es mir nicht klar ist :D Und in der Tat ist es eigentlich nicht fair, wenn man dann doch irgendwann auf der Einhaltung des ursprünglichen Kommandos besteht, woher soll der Hund wissen, dass es mal ernsthaft gemeint ist und mal nicht. Drum gibt es bei mit einige wenige Kommandos, auf deren Einhaltung ich immer bestehe (sonst gebe ich sie lieber gar nicht erst), alles andere ist eher Gequatsche mit dem Hund :)

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Dass ein Hund einen will-to-please hat, heisst nicht automatisch, dass

er nie hinterfragt.

Jasper hat diesen WTP durchaus, aber ab und an wird eben nicht jeder

Befehl sofort und ohne einen warum-eigentlich?-Blick ausgeführt.

Das find ich auch völlig ok, in gewissen Situationen.

ich glaub, wie in so vielen Dingen gibt es auch hier nicht nur

schwarz oder weiss.

und ich denke auch, dass man keine Hunderasse als "dumm" bezeichnen

kann....es hängt immer davon ab, was der Mensch draus macht.

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Genau diese Diskussion gibt es momentan bei uns im Verein.

Die einen erklären stolz, dass sie kreative Hunde haben, die eben auch mal hinterfragen und nicht nur "stumpf" Befehle ausführen.

Die anderen sehen das als Ungehorsam und fühlen sich (teilweise zu Recht) angegriffen, dass ihr Hunde als dumm betitelt werden, nur weil sie gehorchen.

Ich kann nur bestätigen, dass momentan kreative und hinterfragende Hunde "in" sind, zumindest sind die meisten stolz ein solches Exemplar zu haben.

demnach habe ich ein ganz besonders tolles Exemplar. Sie hinterfragt nicht, sie stellt in Frage. Grundsätzlich. Ich bin nicht stolz darauf, weil ich weiß, dass dieses Verhalten aus mangelnder Führung entsteht und arbeite daran.

Ich finde es fatal gehorsame Hunde als dumm hinzustellen.

Bei uns wird daraus ein regelrechter Kleinkrieg und ich finde das sehr schade.

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