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Wie kann ich meinem Hund die Angst nehmen?

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Hallo,

im Juli 2012 haben wir eine wunderschöne und herzensgute Bretonen-Hündin aus dem Tierschutz bei uns aufgenommen. Sie ist ca. 3 Jahre alt und kommt aus Griechenland. Als sie gefunden wurde, war sie fast verhungert und hatte 2 Welpen bei sich, die sie liebevoll großgezogen hat.

In Deutschland kam sie dann erstmal in eine Pflegefamilie, die sie als extrem ängstlich beschrieben haben. Wir sind, bevor sie zu uns kam, regelmässig 8 Wochen mit ihr rausgegangen und so war sie bereits an uns gewöhnt und irgendwie war es auf beiden Seiten direkt Liebe.

Nun ist sie ja über ein halbes Jahr bei uns und sie hat sich auch schon sehr gut entwickelt. Sie ist unheimlich gelehrig und hat alle Grundkommandos innerhalb kürzester Zeit gelernt. Wir lassen sie auch ohne Leine herumlaufen und sie ist trotz Jagdtrieb sehr gut abrufbar. Sie hat sich gut eingelebt und schmeisst sich aus Angst auch nicht mehr direkt auf den Boden oder läuft nur mit eingezogener Rute herum. Auch ist ihre extreme Fixierung auf mich mittlerweile auf ein annehmbares Maß gesunken, so dass sie nun wirklich ein Familienhund ist.

Es gibt jedoch 2 Dinge bei denen ich etwas ratlos bin und nicht genau weiß, wie ich damit umgehen soll. Da sie sehr aufgeweckt ist, langweilt sie sich natürlich oft. Ich kann nicht den ganzen Tag mit ihr draussen verbringen, wo sie herumstöbern kann. In der Wohnung scheint sie jedoch nichts mit sich anzufangen zu wissen. Wir haben ihr schon alle möglichen Spielzeuge gekauft, aber nichts davon scheint sie zu interessieren bzw. kann sie damit nichts anfangen.

Das Problem ist, dass wir nicht wissen, wie man einem Hund beibringt, dass er manche Dinge haben darf. Sie darf ja gerne auf dem Stofftier rumkauen und es auch kaputt machen. Sowas würde sie aber nie tun. Wenn man ihr etwas hinlegt, dann dreht sie regelrecht den Kopf weg. Wir haben es dann mal mit einer Socke versucht, in die wir ein Stück Fleischwurst getan haben, aber wirklich gespielt hat sie damit auch nicht. Vorsichtige Zerrspiele scheitern auch daran, dass sie sofort loslässt, wenn man zieht. Im Grunde unterwirft sie sich immer sofort. Dann haben wir versucht ihre Aufmerksamkeit zu erregen, indem wir Menschen mit einem Hundespielzeug herumgetollt sind, damit sie neugierig darauf wird. Das scheint sie jedoch eher verunsichert zu haben.

Draussen macht sie manchmal den Ansatz und fordert mich zum spielen auf und möchte gerne mit mir herumrennen. In der Wohnung liegt sie nur auf ihrem Platz und schaut mich sehnsüchtig an.

Das zweite Problem sind andere Hunde. Ich habe das Gefühl, sie fühlt sich von anderen Hunden bedroht und geht daher von vornherein in eine Abwehrhaltung. Sie knurrt besonders große oder sehr temperamentvolle Hunde erstmal an oder schnappt nach ihnen, damit sie sie in Ruhe lassen. Sie beisst sie nicht und lässt sie auch in Ruhe, wenn sie sie in Ruhe lassen. Hin und wieder jedoch, wenn sie einen Hund mag oder ihn schon öfter getroffen hat, dann macht sie zögerliche Spielaufforderungen. Leider hat sie bei den meisten Hunden wohl schon den Zickenruf weg, so dass sie sie nun ihrerseits ignorieren.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit seinem Hund gemacht? Wie habt ihr das gelöst?

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(bearbeitet)

Hallo und herzlich willkommen!

Wir haben auch einen Hund hier, der anfangs sehr, sehr ängstlich auf alles reagierte.

Er kann mit Spielzeug ebensowenig etwas anfangen, wie Eure Hündin und ich denke,

das wird sich bei ihm auch nicht mehr ändern.

Zerrspiele gehen gar nicht und "körperliche" Spiele (also raufen, jagen) mit uns, gehen erst

seit einigen Wochen und nur mit mir. (Er ist heute genau 1 Jahr bei uns).

Erst seit ganz kurzem zeigt er Spielaufforderungen an mich und fordert zum Toben auf,

ich freu mich da riesig drüber.

Da er an Spielzeug keinerlei Interesse zeigt, haben wir jetzt angefangen mit dem Futterdummy

(Futterbeutel) zu arbeiten, erst das Apportieren beigebracht und jetzt wird der Dummy

im Haus oder auf Spaziergängen versteckt und muss von ihm gesucht werden.

Das macht ihm richtig Spass und er blüht dabei total auf....ausserdem macht das auch

richtig müde ;)

vielleicht wär das auch was für Euch?

Die Ruhe im Haus....Jasper spielt im Haus auch nicht, find ich aber ganz ok.

Jasper liegt im Haus die meiste Zeit auf seiner Decke und pennt oder beobachtet,

was ich so tue.

Dein Hund hält im Haus Ruhe und behält Dich dabei aber im Auge, das hört sich

für mich nicht nach "Langeweile" oder "Unglücklichsein" an.

Der Hund muss nicht die ganze Zeit bespasst werden, er muss auch Ruhezeiten

einhalten können, denn man hat ja auch mal was anderes zu tun.

Das macht Eure Hündin doch toll!

Langeweile zeigen Hunde eher dadurch an, dass sie zum Kasper werden oder

anfangen etwas zu zerstören.

Versuche herauszufinden, was ihr Spass machen könnte. Nicht im Sinne von "Spielen",

sondern eher im Sinne von "Arbeiten"....Suchspiele, Hundesport, Tricks u.ä.

nicht jeder Hund spielt gern mit Bällen oder ähnlichem, das muss man manchmal einfach

akzeptieren.

Ich hoffe, ich konnte Dir helfen. ;)

edit: zu dem zweiten Problem

Jasper hat es geholfen , in eine Spielstunde in der Hundeschule zu gehen,

wo man einaml wöchentlich mehr oder weniger auf die gleichen Hunde trifft.

Dort wurde er immer gelassener, konnte die anderen auch nach einigen Malen

viel besser einschätzen (und sie ihn). Sowas gibts nicht nur für Welpen!

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Hi,

zu 1.

Der Hund braucht allgemein 18 Stunden Ruhe am Tag.

Also wenn sie nicht spielen möchte, ist das okay. Bei uns liegt das Spielzeug meist auch unbenutzt herum.

Neele schläft die meiste Zeit wenn ich nicht zuhause bin :)

zu 2.

Schau mal ob es bei euch eine Hundeschule gibt, die mit postiver Verstärkung arbeitet, gezielt nach Zeigen & Bennen.

Mit der Methode haben wir das bei Neele sehr gut hinbekommen, allerdings dauert es etwas.

Viele Grüße

Silvia

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Unser Rüde ist auch bei alles und jeden sehr unterwürfig. Wenn wir ihn kraueln freut er sich. Spielzeug ist auch uninteressant, selbt zum kauen. Früher war er sehr Ballfixiert, haben wir aber auch alters und Gelenkgrünen "abgestellt". Leider ist er schon recht alt, daher sind wir froh, wenn er entspannt liegt. Deine Hündin ist dagegen ja noch jung, also mit etwas Übung wird das bestimmt was. Futterdummy finde ich gut. Über Futter geht ja meist viel ;) Würde sowas auch erstmal versuchen.

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Denk daran dass der Hund den Großteil seines Lebens auf der Straße gelebt hat und nur damit beschäftigt war sich zu ernähren und nicht aufzufallen. Deshalb ist nicht spielen und unterwerfen im Sinne von "bloß keinen Stress" ganz normal, auch wenn sie schon eine Zeit lang mit Menschen zusammen im Haus lebt (meinen Beobachtungen nach). Kommt aber bestimmt noch ;)

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Denk daran dass der Hund den Großteil seines Lebens auf der Straße gelebt hat und nur damit beschäftigt war sich zu ernähren und nicht aufzufallen. Deshalb ist nicht spielen und unterwerfen im Sinne von "bloß keinen Stress" ganz normal, auch wenn sie schon eine Zeit lang mit Menschen zusammen im Haus lebt (meinen Beobachtungen nach). Kommt aber bestimmt noch smilie_24.gif

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Hallo,

freu Dich, was Du und der Hund in 6 Monaten erreicht habt.

Wir haben eine 9 Monate alte Hovawarthündin vom Züchter gekauft, die nie im Haus gelebt hat. Die Hündin war der "Underdog" im Rudel. Es ist eine liebe ruhige Hündin, die mit milden Hovawarteigenschaften ausgestattet ist. Sie hat sich auch ständig hingeschmissen, bei Berührung die Dramaqueen gegeben. Halsband, andere Hunde usw. ging garnicht.

Sie spielt kaum, Zerrspiele scheitern, weil sie nicht zupackt. Sie ist aber sehr neugierig.

Ich fülle Futterbälle, Kongs, lasse sie mit der Nase arbeiten und sie bewacht das Grundstück.

Im Haus ist sie sehr ruhig, schläft und ruht, wie Du es beschreibst.

Ich denke, dass ängstliche unsichere Hunde ihr heimisches Cocooning brauchen, um Stress abzubauen und sich wohlzufühlen.

Wenn der HUnd in der Prägephase nicht spielen gelernt hat, wird er es vielleicht auch später nicht anregen und brauchen. Einfach drauf achten, was der Hund gerne macht. Bewegung draussen, Nasenarbeit, Stöckchen verfolgen. Biete mal frische Knochen an oder Kauknochen zur Beschäftigung.

Wir sind damals in der Welpengruppe der HS gelandet, weil sie mit anderen Hunden nicht zurecht kam. Das fanden wir beide ziemlich doof. Wir haben uns daher 2-3 feste Hunde gesucht, mit denen wir toben und spazierengehen. Es sind allesamt Hündinnen, mit denen es nie Probleme gab. Wir haben meine Hündin vorsichtig herangeführt, und es hat sich alles von selbst ergeben. Jedes Mal ein Stückchen mehr Selbstvertrauen, die Rude ging höher. Aber es sollten gut sozialisierte Hündinnen sein, damit erst gar kein Stress aufkommt.

Deine Hündin hat sich 3 Jahre zurecht gefunden. Sie wird sich mit der Zeit zu einem wunderbaren Hund entwickeln, den man überall mit hinnehmen kann. Sie braucht nur Zeit.

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Hallo! :winken:

Ich hab auch einen "Griechen", der dort auf der Straße eingesammelt wurde. Er war anfangs auch sehr sehr ängstlich und hätte im Leben keine Anstalten gemacht, zu spielen.

Er ist inzwischen 11 Jahre alt und davon seit 8 Jahren bei uns. Heute gibt er uns gelegentlich die Ehre und spielt mit uns, aber das passiert ziemlich selten. Manchmal ist es heut noch so, dass er tut als würde er mit Prügel rechnen, wenn ich mit ihm spielen will. Dann lass ich es halt einfach. Grundsätzlich interessiert ihn "zweckentfremdetet" Spielzeug mehr wie gekauftes aus dem Pet-Handel, z.B. Stöckchen oder ein Karton (zum zerfetzen sehr beliebt!). Ich hab mir das immer so erklärt, dass er das aus seiner Zeit als Straßenhund wahrscheinlich kennt.

Eigentlich find ichs nicht schlimm wenn Deine Hündin drinnen nicht spielt, muss sie ja nicht. Ich würd das jedenfalls nicht forcieren, entweder es kommt oder es kommt eben nicht.

Genau so mit anderen Hunden, sie muss ja nicht begeistert sein wenn ihr andere Hunde trefft. Sinnvoller fänd ich den Kontakt zu den Hunden, denen gegenüber sie schon gewisse Sympathien bekundet hat, zu suchen. Vielleicht geht ihr ja doch noch der Knopf auf ;)

LG Anja

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