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Hundeforum Der Hund
MaryB

Nicht so ganz glücklich mit Zweithund

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Ein freundliches Hallo,

möchte mir gerne mal etwas von der Seele schreiben, das ich mir bis gestern selbst nicht eingestehen wollte.

Wir haben letztes Jahr im Oktober zu unserem 10-jährigen Collie, der sich leider schon aufs Altenteil zurückgezogen hat, nach reiflicher Überlegung einen Welpen dazugeholt. Die Entscheidung war wohl überlegt, fast ein ganzes Jahr haben wir darüber gegrübelt ob wir das dem Collie zumuten sollen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind die beiden mittlerweile ein gutes, wenn auch sehr unterschiedliches Team.

Ich bin sehr sportlich, mache lange Spaziergänge, gehe Nordic walken und, wenn auch mittlerweile eingeschränkt, joggen. Der Collie konnte mich nicht mehr begleiten, so dass ich meistens alleine unterwegs war. Allein schon deshalb wollte ich einen jungen Hund dazu holen. Wir haben uns für einen Whippet entschieden. Leider konnten wir keinen Whippet vom Tierschutz bekommen, ich hätte gerne einen älteren Hund gehabt, ein Welpe stand nicht auf dem Plan. Aber die wenigen Whippets, die in der Windhundhilfe oder bei Whippet in Not zu haben sind, gehen weg wie warme Semmeln, kaum im Internet - schon weg. Deshalb haben wir uns für einen Welpen entschieden.

Beim Züchter waren noch eine HÜndin und ein Rüde zur Auswahl, alle anderen 7 Welpen waren schon vergeben. Da wir immer Rüden hatten, wollte ich dieses Mal eine HÜndin. Die Kleine hat uns auch sehr gut gefallen und beim Züchter war sie sehr ruhig, auch die Züchterin hat sie als ruhig, aber durchaus durchsetzungsfähig beschrieben.

Von Anfang an war Nele, wie soll ich sagen, anders als unsere vorherigen Hunde. Wir haben bisher aufgezogen: Collie, Hovawart, Neufundländer, Rottweiler und am Schluss wieder einen Collie (den wir ja noch haben). Mit allen Hunden hatten wir ein schönes Leben, speziell der Rottweiler wurde 13,5 Jahre alt und es gab nie Probleme. Einzig der Hovawart hat uns etwas mehr herausgefordert, wer die Rasse kennt, weiß was ich meine. Egal - wir haben alles gemeistert. Aber Nele - die ist, wie soll ich sagen, sehr speziell. Anfangs war sie sehr temperamentvoll in der Wohnung, hat vom ersten Tag an alles auf den Kopf gestellt. Das haben wir mittlerweile sehr gut im Griff, auch mit Strenge (was bei den anderen Hunden gar nicht nötig war). Sie kann sehr nervig sein, ist sehr selbstbewusst, hibbelig, nervös. Sie ist wie ein Kleinkind das an alles ran geht. Mein Sohn sagt, sie hat ADHS.

Jetzt ist sie 6 Monate alt und in der Wohnung ist sie eigentlich sehr lieb. Sie liegt meistens in ihrem Körbchen, döst oder schläft oder beobachtet uns. Natürlich spielen wir auch mit ihr in der Wohnung, meist Zerrspiele oder fangen oder mit ihren Stofftieren. Mein Mann versteckt Futter, das sie suchen muss oder wir spielen mit einen Hundebrettspiel.

Das Problem haben wir draußen. Sobald es nach draußen geht ist sie abwesend, ich bin überhaupt nicht mehr vorhanden. So anhänglich sie auch in der Wohnung ist, draußen hat sie ein ganz anderes Wesen. Das ewige Ziehen an der Leine z.B., das geht mir dermaßen auf den Geist. Wir üben das seit Monaten, immer und immer wieder. Mit kurzer Leine, mit langer Leine, mit Schleppleine, sie zieht und zieht. Alles was die Lehrbücher hergeben haben wir ausprobiert.

Ich muß sagen sie ist gegen alles resistent. Da sie jagt muß sie derzeit an der Leine bleiben. Anfangs hat es mit der 8 m Flexi sehr gut geklappt, das ist jetzt auch vorbei.

Momentan geht gar nichts. Nele ist völlig auf die Umwelt konzentriert, jeder Depp, jeder Hund, jeder Baum, jeder Strauch ist wichtiger als das Ende an der Leine. Da kannst Du noch so sehr den Horst machen, sie schaut dich kurz an und das war es dann. Fast wirkt sie autistisch auf mich.

Ich kann zu diesem Hund einfach nicht so eine Bindung aufbauen, wie es es zu allen anderen Hunden hatte. Es fehlt der Austausch, die Kommunkation, spezielle bei den Spaziergängen. Alles das war es, was die Spaziergängen mit unseren früheren Hunden ausgemacht hat, auch als sie Junghunde waren. Sogar der Hovawart, der immer Unsinn im Kopf hatte und bis zum Schluss (er wurde leider nur 4 Jahre alt) pubertierte, selbst er hat mit mir kommuniziert. Nele nicht - die macht ihr eigenes Ding. Ich kann zwar nicht sagen, dass die Spaziergänge Dauerstress sind, sie ist ja in keinster Weise aggressiv, aber es macht einfach keinen Spaß. Von der Leine kann sie nicht und an der Leine zieht sie, von rechts nach links, alles ist interessant, ich weiß gar nicht wie ich es beschreiben soll.

Gestern Abend habe ich mir dann endlich eingestanden, auch meinem Mann gegenüber, dass ich mit diesem Hund einfach nicht glücklich bin. Sie ist süß, sie sieht putzig aus, die schläft nachts bei uns im Bett und schmiegt sich an uns - aber es fehlt einfach die Bindung.

Kann das irgend jemand hier nachvollziehen?

Wir sind anfangs mit ihr in der Welpenspielgruppe gewesen und 1 x im Monat treffen wir uns mit Gleichgesinnten, also anderen Whippetbesitzern. Ich denken ich werde mit ihr in die Hundeschule gehen bzw. Trainerstunden nehmen. Ich wollte damit warten bis es etwas wärmer ist, ich habe schlicht und ergreifend keine Lust in der Affenkälte im Schnee auf dem Hundeplatz zu stehen. Am liebsten wären mir Einzelstunden. Was meint ihr?

Danke dass ihr den ellenlangen Text durchgelesen habt.

Gruß Mary

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Liebe Mary,

was Du da beschreibst kann ich sehr gut nachvollziehen. Ihr habt Euch einen Turbolader ins Haus geholt und nun rächt sich das....

Mir ging es mit meiner Emily anfangs sehr ähnlich. Ich fühlte mich oft komplett überfordert. Besonders die erste Zeit war extrem.

Ich kann Dir nur zu Einzelstunden bei einem guten Trainer raten. Diesen solltest Du sorgsam auswählen. Es gibt solche und solche.... Bis Du ihn gefunden hast versuche ihr möglichst nicht mehr großartig neue Dinge beizubringen.

Das was ihr im Moment in der Wohnung veranstaltet solltet ihr (trotz Kälte) ausschließlich nach draußen verlagern. Drinnen ist Spielpause - draußen wird sich mit ihr befasst.

Einiges kann man auch über die Futtergabe steuern. Habt ihr die Handfütterung schon mal probiert? Ein hungriger Hund, der weiß, dass er draußen sein Futter bekommt und bespielt wird hört dann oftmals besser draußen.

Zerrspiele würde ich komplett unterlassen. Für den Hund sind diese kein Spiel, sondern Ernst. Auch wenn es für uns Menschen so aussieht, als wäre es ein Spiel für ihn. Auch Quietsche-Spielzeug gehört nicht in die Spielzeugkiste eines hibbeligen Hundes.

Ich kann Dich beruhigen... Wenn es so ist wie bei mir wird sie von Monat zu Monat ruhiger und spätestens nach der Pubertät legt sich dann bestimmt auch das "hibbelige". Bis dahin einfach nicht aufgeben.....

Was die Bindung angeht: Ich hatte da mit Emily auch so meine Anfangsschwierigkeiten. Inzwischen ist Emily ein sehr anhänglicher und verschmuster Zeitgenosse geworden, ohne die ich mir mein Leben (trotz dem Stress, den sie macht und den ich mir auch selber mache) gar nicht mehr vorstellen kann...

Liebe Grüße,

Openmind

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Hallo :)

In letzter Zeit mein Patent-Rezept, aber ich meine es ernst: hast du mal daran gedacht, Mantrailing mit ihr zu machen?

Nicht nur ist das eine gute Auslastung, die viel Konzentration erfordert und demnach schlaucht, sondern es ist eben auch etwas, was wirklich sehr dazu beiträgt, die Bindung zwischen Hund und Mensch, die Teamarbeit zu stärken.

Bevor jetzt jemand kreischt "ein Whippet????!!" - bei uns trailt jemand mit ihrem Whippet ;) Vorher hat sie Flächensuche mit ihm gemacht, musste aber abbrechen. Sicher wird ein Sighthound keinen Bloodhound ausstechen, oder sogar irgendeinen Stöberhund, aber falls sei Spaß daran hat ist es ein tolles Hobby.

Wichtig ist der Spaß - und miss den nicht daran, ob sie JETZT an Spuren etc interessiert ist, das für das Trailen nicht ausschlaggebend. Und keine Sorge - es fördert nicht das Jagen ;) Zumindest bei uns ist kein Unterschied von vorher zu nachher zu sehen.

Ehrlich, ich würde es mal probieren, ob das nicht etwas für euch beide ist.

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Nicht resignieren - das wird! :winken:

Sie ist ja erst 6 Monate alt.

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:kaffee:

Ich verstehe was Du meinst. Ich wollte auch nie einen Hund, der höchstwahrscheinlich ständig an der Leine laufen muß.

Da wir am Waldrand wohnen habe ich bei der Hundeauswahl die Windhunde, Schlittenhunde und Jagdhunde von vornherein ausgeschlossen.

Wir haben jetzt den dritten Kuvasz und die sind ja ähnlich wie Howavart.

Du must Dich sicherlich auf extrem viel Arbeit einrichten und ob Deine Hündin jemals ohne Leine laufen kann :???

Da gibt es hier sicherlich Windhundhalter, die können sicherlich gute Ratschläge geben.

:winken:

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Naja, Openmind hat ja auch wahrscheinlich einen Herdimix. Ob man den mit einen rein rassigen Windhund vergleichen kann :???

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Originalbeitrag

Naja, Openmind hat ja auch wahrscheinlich einen Herdimix. Ob man den mit einen rein rassigen Windhund vergleichen kann :???

Die Problematiken die oben beschrieben werden habe (und hatte ich) mit Emily leider auch. Ob sich da der HSH und der Windhund soviel nehmen ist mir natürlich nicht bekannt, da ich bisher noch keinen Windhund hatte.

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Kann mich nur Friederikes Vorschlag anschliessen! :D

Rassebedingt ist euer Hund schon ein *Formel I-Geschoss* und die kannst du entweder nur auf der Rennbahn (was leider den Jadtrieb enorm fördert! :Oo ) oder über Kopf- bzw. Nasenarbeit auslasten!

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Vielleicht gibt es dir einen Funken Hoffnung, wenn ich dir berichte, dass es bei uns sehr ähnlich war und jetzt ganz anders ist :)

Im ersten Jahr hat mich Tschuli draußen kaum wahr genommen, ich hätte Hampelmann bis zum Abwinken machen können. Hab ich zwar nicht, weil ich von Gehampel und Gequietsche à la "mach dich interessant" nicht viel halte. Dennoch war ich nicht wirklich anwesend in ihrem Kopf. Sie machte zwar alle Spiel- und Beschäftigungsangebote begeistert mit, aber sobald etwas anderes auftauchte, was interessant war, wurde ich zu Luft.

Das änderte sich langsam, als sie ein Jahr alt war und ich vermehrt auf dem Hundeplatz mit ihr arbeitete, und zwar nicht mehr nur UO, sondern Agility. Ich bin mir gar nicht sicher, ob das mit-auslösend war, vielleicht auch nur zufällig zeitgleich.

Da entstand dann endlich die Bindung, auch draußen, die ich damals (wie du jetzt!) so vermisst hatte.

Seitdem bin ich ihr mehr und mehr zur wichtigen Person geworden, Partnerin, Führerin, Spielkameradin.

Manche Hunde brauchen einfach länger.

Spielst du denn mit dem Gedanken, sie abzugeben?

LG Antonia

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...

Von Anfang an war Nele, wie soll ich sagen, anders als unsere vorherigen Hunde. ... in der Wohnung ist sie eigentlich sehr lieb. ... draußen .. abwesend,... gegen alles resistent. ...

Neben allen Rassen-, Pubertät- und Charaktereigenschaften lohnt es sich vielleicht auch, die Schilddrüsenwerte kontrollieren zu lassen.

fT4, T3, fT3, TAK, evt auch Selen, Zink, Jod, Eisen

Diese Werte, geben Hinweise auf Funktion der Schilddrüse (z.B. eine evt. Hypothyriose-eine Unterfunktion). Auch Junge Hunde können schon von einer Unterfunktion betroffen sein.

Allerdings wäre es wichtig, das nicht von einem normalen Tierarzt machen zu lassen, sondern zumindest die Auswertung mit einem der sich mit Schilddrüsenerkrankungen auskennt. Die Werte bedürfen nämlich einer Interpretation die einiges an Erfahrung voraussetzt. Ich weiß, dass Windhunde allgemein niedrigere Werte haben als andere Rassen und keine Verhaltensauffälligkeiten zeigen.

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