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Ostküste

Giftköder - Hund draussen fressen abgewöhnen, nach dem Ampelsystem?

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Hallo,

ich habe seit drei Monaten eine 2,5 Jahre alte Labradorhündin und bin sehr glücklich mit ihr. Ich habe mir im Umgang mit ihr das Ampelsystem angewöhnt, welches bisher sehr gut klappt. Ich habe hierzu viel Cesar Millan gesehen und gelesen, aber auch einiges von HTS. Einen Hundetrainer habe ich bisher nicht besucht, ist aber ein mittelfristiges Ziel von mir um noch sicherer im Umgang mit meinem Hund zu werden.

Nun zu meiner Frage, die mir auf dem Herzen liegt. Immer wieder höre ich von Giftködern. Aktuell ein Wiener Würstchen präpariert mit einer Rasierklinge - *krass* .. Ich möchte das Luna draussen nichts mehr frisst. Was sie derzeit jedoch macht. Und wenn sie was im Maul hat schluckt sie das auch runter, wenn ich es ihr nicht persönlich schnell genug raus hole.

Unsere aktuelle Situation: ich habe Luna vom Gefühl her zu 80 Prozent 'bei mir'. Wenn sie aber WIRKLICH will ist sie nicht mehr fuer mich abrufbar/ansprechbar, bzw. erst einige Sekunden später wieder. Zu Hause nimmt sie plötzlich Sachen vom Tisch, wenn keiner auf sie achtet und bettelt auch, wenn wir was essen. Problem: ich bin da nicht konsequent genug. Sollte Luna auf einem Platz liegen, wenn wir was essen? Ich habe noch einen zwei Jährigen Sohn, der ihr gerne von seinem Essen gibt, wenn er damit rumläuft und dem sie dann auch nicht von der Pelle weicht..

Liegt hier schon ein möglicher Anfang meines Problems?

Sollte ich auch draussen nach dem Ampelsystem üben draussen keinen Müll zu fressen? Oder besser über das Leckerchen-Bestechungssystem?

Über eure Erfahrungen und Ratschläge wäre ich sehr dankbar.

LG ich

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Ich glaube nicht, dass das Betteln zuhause und das Fressen von allem Möglichen draußen im Zusammenhang steht.

Am einfachsten finde ich, dem Hund ein Signal anzutrainieren, welches für ihn heißt: friss das nicht.

Ich hab es vor kurzer Zeit im Gretel-Thread beschrieben, wie ich es mache.

Das kopier ich jetzt einfach mal hierher:

Nein oder pfui oder lass es, egal welches Signal. Es muss nur immer dasselbe sein.

Es bedeutet: lass das sein, was du gerade vorhast ...z.B. den Hasenknödel fressen.

Der Aufbau des Signals beginnt zuhause ohne Ablenkung.

Ich nehme ein Leckerchen in die Hand, halte es dem Hund vor die Nase. Er wird versuchen, es zu fressen, ich verhindere das immer wieder, indem ich die Hand rechtzeitig schließe. Irgendwann wird er frustriert zurückweichen oder seine Versuche einstellen, in exakt diesem Moment erhält er ein Lob und eine Futterbelohnung aus meiner anderen Hand. Hier ist genaues Timing besonders wichtig. Anfangs belohne ich schon kleinstes Innehalten von einer viertel Sekunde!

Entscheidend ist, dass ich nur Innehalten /Zurückweichen beim Anblick des Leckerchens belohne, welches der Hund von sich aus zeigt. Nicht, wenn ich ihn mit der Leine zurückgezogen habe oder die Hand gerade geschlossen war.

Irgendwann kapiert er und ich führe das Signal ein. Ich sage also "nein", halte ihm das Leckerchen vor die Nase, wenn er keine Versuche macht, es zu nehmen, lobe und belohne ich (anfangs immer ein anderes Leckerchen aus der anderen Hand, das dargebotene erhält er anfangs nie).

Versucht er, es doch zu nehmen, scheuche ich ihn mit einer Handbewegung und einem „ksch“ weg. Allerdings ohne ihn zu verunsichern, er soll weiterhin Spaß an der Übung haben. Ich mache aber deutlich, dass mir das wichtig ist. Das ist mehr als ein lustiger Trick, das kann lebensrettend sein, wenn er mal einen Giftköder im Maul hat.

Wenn das nun perfekt klappt, fange ich mit der Generalisierung an. Andere Leckerchen, auch mal auf dem Boden liegend (Fuß daneben zum schnellen draufstellen, der Hund darf das Leckerchen nicht ergattern!).

Ich spiel mit dem Leckerchen vor seiner Nase rum. Werfe es in die Luft. Ich nehme Käse, Bratwurst, Leberwurstbrötchen.

Ich rolle es auf dem Boden vor seine Füße oder von ihm weg (immer auf Sicherung achten, er darf es nie bekommen, evtl. mit Helfer arbeiten). Wenn das drinnen perfekt sitzt, verlagere ich das Training nach draußen. Beginne wieder mit den einfachen Übungen mit der Hand, je nachdem wie gut das klappt, steigere ich den Schwierigkeitsgrad.

Lege "Köder" am Wegrand aus, sichere den Hund aber immer noch mit Leine, und ich belohne in der Lernphase (die mehrere Wochen, sogar Monate dauern kann) jedesmal.

Das erste Ziel ist, dass der Hund auf ein zugerufenes "nein" alles, was am Boden liegt, ignoriert und zum Halter kommt, um sich seine Belohnung abzuholen (die später nur noch sporadisch gegeben wird).

Das Endziel ist, dass der Hund auf ein "nein" das lässt, was er gerade vorhatte.

Erst wenn der Hund das Signal verinnerlicht hat, kann ich es in nahezu jeder Situation einfordern.

Manche Hunde verallgemeinern das sogar und nehmen von sich aus überhaupt nichts mehr vom Boden auf, das ist natürlich der superoptimale Lernerfolg :)

Gretel hatte das Signal in ein, zwei Wochen gelernt. Inzwischen kann ich ihr ohne Sicherung die feinsten Sachen vor die Füße werfen, mit einem gleichzeitigen "nein" lässt sie alles liegen.

Auch Katzensch*** und andere Leckereien unterwegs lässt sie sich verbieten.

Und meiner eigenen, Tschuli, hab ich "bring`s und zeig`s mir" beigebracht :)

Sie spuckt mir das Gefundene daraufhin vor die Füße und ich entscheide, ob sie es fressen darf.

Das klappt nicht in zwei Wochen, ich hoffe das ist dir klar, aber mit gut aufgebautem Training in absehbarer Zeit.

Wenn ihr Fressverhalten draußen allerdings so lange schon eingeübt ist, wirst du Ausdauer brauchen ;)

Naja und Schritt 2 ist ein sauber eintrainiertes "AUS", wenn du zu spät dran bist und er das Ding schon im Maul hat.

LG Antonia

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