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Hundeforum Der Hund
Maya Papaya

Mein Hund wird zusehends reaktiv gegenüber Menschen

Empfohlene Beiträge

(bearbeitet)

Hallo an alle,

Vorab Sorry wenn es etwas wirr wird, ich kann meine Gedanken im Moment kaum in logischer Reihenfolge sammeln.

Wir haben seit 3 Monaten eine ca 9 -12 Monatige alte Hündin aus dem Tierschutz bei uns, Vorgeschichte weitestgehend unbekannt. Sie kannte noch nicht viel als sie bei uns ankam, hat noch viel in Arme, Haare und Schals geschnappt wenn sie aufgedreht war, wir hatten win paar Diskussionen was die Ressourcenverteidigung angeht außerdem pöbelt sie gerne andere Junghunde an wenn man sie lassen würde.

Mittlerweile ist sie aber sehr ruhig im Haus, leinenführig, Freilauf problemlos möglich, eigentlich eine ganz liebe Maus. Wir haben sie Anfangs immer zu uns gerufen zum streicheln, da, wenn wir uns zu ihr runtergebeugt haben wenn sie irgendwo lag, sich sichtlich unwohl gefühlt hat. Seit einem Monat ist sie aber recht entspannt was das angeht, hebt oft ihr Beinchen und legt ihren Kopf zur Seite und scheint recht entspannt zu sein. Sie ist eigentlich sehr verschmust, liegt gerne abends unter unseren Füßen und sucht oft den Körperkontakt.

Es gibt ein paar Probleme mit Fremden, die sie auf den Kopf tätscheln wollen, da duckt sie sich und kommt hinter mich, wenn sie sich zu stark bedrängt fühlt knurrt und schnappt sie Richtung Hand. So weit kein Problem, Fremde dürfen sie eben nicht anfassen, sie muss an Ampeln etc neben mir absitzen und ich achte darauf das sie niemand ungefragt streichelt.

Auch Besucher im Haus haben strenge Anweisung sie zu ignorieren, kein angucken, kein ansprechen, kein streicheln. Sie schnuppert kurz und geht in dann meist in ihr Körbchen. Nach kurzer Zeit kommt sie oft und je nach Sympathie lehnt sie sich an den Besuch an, dann darf sie auch kurz! gestreichelt werden.

Es gibt definitiv Situationen in denen sie gestresst ist, z.B. wenn wir alle Stehen und laut Reden, gestikulieren. Dann liegt sie halb unter dem Wohnzimmertisch und kaut hektisch am Geweihstück. Deshalb befördern wir Besuch meist direkt auf die Couch und sie ins Körbchen. Wir versuchen auch nicht direkt frontal zu Besuch zu stehen, das kann sie noch nicht so gut einordnen und versucht sich zwischen uns zu stellen. Auch als ein Freund am Wochenende kam und eine Flasche Wein in der Hand hatte die er mir mit Schwung vor die Nase hielt, hat sie kurz geknurrt. Aber das finde ich noch alles im Bereich des Normalen und trainierbaren, das ist alles Führungssache sag ich mal und daran müssen wir noch arbeiten.

In den letzten zwei Wochen hat sie jedoch immer öfter nach ihr bekannten Personen geschnappt oder geknurrt wenn diese sie gestreichelt haben. Eine Freundin streichelte sie während Maya ihren Kopf auf ihrem Schoß hatte, nach ca 1 Minute fing Maya an zu knurren, blieb mit dem Kopf jedoch liegen. Unserer Mitbewohnerin hat sie ins Gesicht geschnappt als diese sie umarmt hat. Meine Schwägerin hat sie bei Kuscheln leicht angeknurrt, blieb jedoch an sie angelehnt und hat danach sofort angefangen ihre Arme abzulecken. Den Verlobten meiner Schwägerin hat sie richtig angefletscht als dieser sich neben sie setzte ( meine Schägerin hat ein "Hundesofa" auf der ihr Hund und unserer liegen) und sie berührte. Als er sie kommentarlos runterbeförderte schleckte sie ihm danach sofort die Hände ab.

Und zu guter Letzt: Meinen Mann hat sie angefletscht als er sie vor ein paar Tagen auf dem Boden auf seinen Schoß zog. Eigentlich liebt sie dieses Ritual von den beiden und schlief oft in seinem Schoß ein.

Und gestern hat sie ihm ins Gesicht geschnappt als sie halb auf seinem Schoß lag. Er saß auf einem Stuhl am Esstisch und sie kam, wie so oft, zu ihm und er 'lud sie ein' zu kuscheln. Sie kommt dann mit dem Oberkörper auf den Schoß und wird gestreichelt. Plötzlich nach ca 3 Minuten dreht sie ihren Kopf Richtung seinem und schnappt ihm volle Kanne ins Gesicht.

Seit zwei Tagen bilde ich mir ein sie würde manchmal leicht fiepen. Eben hat sie laut und deutlich kurz gefiept als sie in ihrem Körbchen lag. Aber sonst scheint es ihr gut zu gehen, sie springt, rennt, frisst normal. Mein Mann meint ich versuche mir ihr Verhalten schönzureden. (Sie hat Wachstumsschmerzen, sie hat sich bedrängt gefühlt, du hast sie geärgert...).

Ist sie dominant-aggressiv? was bedeutet diese Verhaltensänderung? Mag sie Anfassen generell nicht und zeigt das jetzt deutlich?

Mich hat sie noch nie angeknurrt oder versucht zu beißen. Manchmal heißt sie es nicht gut wenn ich ihr die Hinterbeine abschrubbe um den Matsch abzukriegen, das merke ich daran das sie ihre Pfoten mit aller Kraft auf den Boden stemmt, den Kopf dreht und kurz vor meiner Hand mit geöffneter Schnauze innehält,. Dann reicht ein ruhiges 'Hey' oder 'Lass das' und sie schleckt meine Hand ab oder dreht sich wieder um.

Ich hab mir so viel Mühe gegeben und nun sieht es aus als ob ich ein Monster erschaffen hätte das sich von niemandem außer mir mehr anfassen lässt.

Was habe ich bloß falsch gemacht?

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Hallo,

habt ihr sie schon mal untersuchen lassen?? Ein Hund liegt nicht im Körbchen und fiept einfach so?!

Ich würde sie errstmal körperlich durchschecken lassen

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Hm es ist ein Rotti (?) und es pubertiert.. sofern keine Schmerzen dahinterstehen ( unbedingt abklären ggf. auch das Hirn angucken)

würde ich mir einen guten Molossererfahrenen !Trainer suchen.. meiner Erfahrung nach sind Rottis sehr loyal-- zu EINER Person, ggf. musst du deine Führung ausbauen und ihr deutlicher machen was SIE zu tun hat , ich habe nach der Schilderung den Eindruck, das alle Rücksicht auf SIE nehmen müssen, kann sein, das ihr das und evtl deine Anspannung wenn Besuch kommt einen falschen ( aus Hundesicht inkompetenten, da nicht souverän ) Eindruck vermittelt hat.

Und: Runter vom Sofa, ein Hund der so Allüren an den Tag legt hat da nix zu suchen, der dürfte bei mir nurnoch ungefragt atmen ( überspitzt ausgedrückt).

Gut finde ich das dein Schwager sich nicht hat beeindrucken lassen, so habe ich das mit meiner Rottidame als sie es wissen wollte auch gemacht, die war allerdings schon 8 oder 9 jahre alt. Die hat sich von meinem Ex auch nicht maßregeln lassen geschweige denn auf den gehört..

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Hi,

das hört sich sehr filigran an - schwierig etwas dazu zu sagen, wenn man es nicht gesehen hat...

...aber definitiv zunächst gesundheitliches abklären.

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Beim Tierarzt waren wir noch nicht, mein Mann meinte sie hätte nix.

Pixelstall, sie reagiert definitiv auf meine Emotionen sehr stark und stellt sich bei Streit zwischen mich und meinen Mann. Sie ist tatsächlich unglaublich loyal zu mir. Sie darf bei uns übrigens nicht aufs Sofa, bei meiner Schwägerin darf sie jedoch aufs Hundesofa.

Wir haben eine Hundetrainerin, die mit Rottweilern aufgewachsen ist und auch auf Problemhunde spezialisiert ist. Ich hab ihr schon die Mailbox vollgequasselt. Vor zwei Wochen war sie da und sie fand die Fortschritte eigentlich ganz toll und fand mich und den Hund sehr ruhig, im Gegensatz zu ihrem letzten Besuch.

Mit dem Rücksicht nehmen hast du eventuell schon Recht, in den letzten drei Monaten hat sich alles bei mir nur noch um sie gedreht.

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Kann es sein, dass sie schlicht und ergreifend mehrfach die Lernerfahrung machen konnte "Schnappen in Richtung Menschengesicht bringt mir Distanz"? Manche Hunde lernen sehr schnell an solchen Erfolgen und wenden diese Strategie dann immer wieder an.

Ich würde sie vorerst körperlich nicht mehr so bedrängen, bis ein Trainer draufgeschaut hat. Für mich liest es sich ein wenig, als bekäme sie sehr viel Körperkontakt aufgezwängt, vielleicht mehr, als ihr gut tut.

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Darf ich fragen, wie ihr auf die eskalierenden Situationen ihr gegenüber reagiert habt?

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Ab zum Tierarzt. Wenn ein Hund plötzlich innerhalb von 2 Wochen mehrfach in Situationen schnappt, dann würde ich wirklich mal dringend zu allererst den Gesundheitlichen Aspekt abklären lassen.

Ohren z.b.

Allerdings finde ich einige geschilderte Situationen auch sehr übergriffig dem Hund gegenüber und von eurer Seite her auch etwas verantwortungslos.

Wenn ein Hund in einer Situation schnappt, wo er bedrängt oder gestreichelt wird, dann verhindere ich als Halter auf jeden Fall ersteinmal weitere Situationen wo soetwas passieren könnte. Heißt: laßt um himmelswillen ersteinmal niemanden den Hund einfach so anfassen geschweige denn umarmen lassen und am besten gewöhnt den Hund ersteinmal dringend an einen Maulkorb und sichert ihn damit.

Ihr habt ja nun keinen kleinen Schoßhund, sondern schon ein Kaliber welches wirklich heftig verletzen kann.

Dann könnt ihr mit einem Trainer weiterschauen, wenn es kein Gesundheitliches Problem gibt.

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Ich würde den Hund erstmal inklusive Kopf untersuchen lassen, um Schmerzen auszuschließen.

War sie schon läufig? Große Hunde werden ja oft erst mit 12 Monaten ca. läufig und sind dann auch durch die Hormone sehr seltsam drauf.

Dann würde ich mal versuchen, dir weniger Gedanken um den Hund zu machen und sie mal mehr ignorieren. Ruf sie nicht zum streichel, hol sie nicht auf den Schoß oder lass sie "fremde" Menschen auffordern, dass sie sie streicheln. Schick sie lieber mal mehr auf ihren Platz und vielleicht machst du den auch so sicher, dass sie sich gar nicht vor euch stellen kann, wenn ihr frontal vor Besuch steht z.b.

Sie muss noch weniger Möglichkeiten haben zu kontrollieren und ihr müsst freier leben können, ohne euch Gedanken zu machen, was ihr gut tut, was passieren kann und wie der Hund sich grade fühlt. Handel mehr aus dem Bauch heraus und mache sie nicht zu dem Mittelpunkt eures Lebens. Damit ist sie überfordert.

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Ich möchte dem User Pixelstall zustimmen.

Wenn deine Trainerin darauf spezialisiert ist: wie schätzt sie das denn ein?

Molossertypen sind tolle Hunde, aber nicht zu unterschätzen. Hohe Beutebereiche, schnelle Generalisierung (auch auf beutefremde Reize), weniger Triebkontrolle als viele andere Hundetypen.

Nicht wenige scheitern an der Ausbildung im (sportlichen/privaten) Schutzdienst, weil der Hund leicht trieblich kippt, wenn man diesen nicht lesen und mit umgehen kann. Das wird dann schnell gefährlich (wobei das nicht am Hund liegt, sondern am unfähigen Halter).

Der Hund nimmt Kontakt auf, Kopf auf Schoß, Knurren = das geht gar nicht. Sollte einen eigentlich alarmieren.

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