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Hundeforum Der Hund
Cony

Wenn Herrchen ins Krankenhaus muss

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Hallo!

Wir wurden von der Polizei gebeten, für einen Hund einen Pflegeplatz zu suchen, da der Besitzer ins Krankenhaus musste.

Unsere Tierarzt hat den Hund in der Wohnung abgeholt. Die Wohnung war sehr verwahrlost, der Besitzer war aufgrund eines Virus geschwächt, ist gestürzt und lag tagelang in der Wohnung bis er durch Rufen auf sich aufmerksam machen konnte.

Polizei und Feuerwehr wurden durch die Nachbarin gerufen und haben den Mann "befreit" und ins Krankenhaus überwiesen.

Der Hund ist gut in einer Pflegestelle untergebracht worden.

Der Besitzer ist sehr stark sehbehindert und seine Kleidung mußte entsorgt werden.

Er hat sich sehr aufgeregt, da ihm im Krankenhaus niemand sagen konnte, was mit seinem Hund geschehen war.

Erst nach einem Anruf bei der Polizei durchs Krankenhaus und die Antwort, dass es dem Hund gut geht, konnte er sich entspannen.

Es sind keine Angehörige da, der Hund ist sein einziger Freund. :motz:

Nun mag für machen der Tierschutz schon aufhören, indem der Hund versorgt ist.

Meine Devise ist das nicht, ich habe den Mann im Krankenhaus besucht und werde auch nochmals hinfahren und habe auch den Sozialdienst eingeschaltet, damit er Hilfe bekommt.

Es ist schon traurig, dass solche Sachen passieren - denn wir leben nicht in einer Großstadt sondern in einer Kleinstadt. :(

Ich bitte also alle, etwas aufmerksam zu sein, gerade, wenn es um einsame, alte Menschen geht

- wenn also irgendwo auffällt, dass dieser Mensch über Tage nicht mehr mit dem Hund draußen war, dass er Briefkasten überläuft etc. dann gebt Euch einen Ruck und klingelt mal an der Wohnungstüre - vielleicht ist da ein Mensch in Not.

Wenn nicht, freut sich der einsame Mensch, wenn er mal ein paar nette Worte zu hören bekommt.

Liebe Grüße

Cony

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Finde ich klasse Conny, auch das Du den Sozialdienst eingeschaltet hast, denn nur so kann ihm auch im Anschluss geholfen werden :respekt:

Leider gucken viel zu viele weg :(

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(bearbeitet)

:respekt: find ich auch richtig klasse von Dir, das du dich darum gekümmert hast.

Das gibt es wirklich viel zu wenig. :(

Wie meine Oma immer sagt, es gibt keine Liebe mehr unter den Menschen.

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Hier bei uns klappt es.

Und noch mehr.

Meine Nachbarin bringt mir regelmäßig mal ein Stück Kuchen vorbei.

Genauso achten wir auf die älteren Bewohner, wenn da zu lange niemand zu sehen ist, wird geklingelt.

Alle haben die Telefonnummern voneinander und je nachdem, wer es ist, wird schon mal öfter nach gefragt.

Die eine Dame hat z.B. COPD und man weiß einfach, dass sie täglich um Luft ringt.

Wenn sie mal länger als 24h nicht gesehen wird, wird bei ihr angeklingelt.

Leider ist das aber die Ausnahme, aber ich finde es sehr schön.

Bedeutet aber auch, dass man immer beobachtet wird, das will auch nicht jeder.

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Hallo!

Wenn beobachtet werden, bedeutet, dass es Leben retten kann, dann werde ich gerne beobachtet.[sMILIE][/sMILIE]

Unser Nachbar zieht normalerweise um eine bestimmte Zeit seinen Rolladen hoch und holt morgens die Zeitung aus dem Briefkasten. Er ist Diabetiker!

Es kam auch schon vor, dass er in der Toilette zusammengebrochen lag. Gott sei Dank gibt es noch eine ältere Dame, die täglich vorbei kommt und ihm den Haushalt macht und Essen kocht.

Aber da wir die Situation kennen und nebenan wohnen, haben wir ein besonderes Auge darauf.

Notfalls rufe ich die Dame an und sie kommt und schaut nach.

Ich bin mit einer hilfsbereiten Mama aufgewachsen - das färbt wohl ab ;)

Liebe Grüße

Cony

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Meinen Respekt hast Du. :respekt:

Leider werden viele alte Menschen allein gelaßen.Manche nehmen auch schwer Hilfe an.

Da sollte man langsam ein Vertrauensverhältnis aufbauen.Besonders bei männlichen Patienten dauert es etwas länger ihre Hilfsbedürftigkeit zuzugeben.

Ist dieser Bann gebrochen können wunderbare Freundschaften entstehen.Denn auch wir bereichern uns an ihnen indem wir ihnen zuhören. Können viel dazu lernen.

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Hallo!

Ich komme gerade vom Krankenhaus zurück und habe erfahren, dass der Mann morgen in seine Wohnung entlassen wird. Der Sozialdienst hat versucht, ihm Hilfe anzubieten - er lehnt aber alles ab.

Heute lag er mit Sauerstoff versorgt im Bett und konnte auf meine Fragen keine Antworten geben.

Ich frage mich wirklich, wie man jemanden in diesem Zustand nach Hause schicken kann, wenn man weiß, er muss sich alleine versorgen :motz:

Beim Sozialdienst habe ich nachgefragt, wie sie ihn denn nach Hause schicken, da er außer 1 Paar Schuhe nichts im Schrank hat (die Kleidung mußte entsorgt werden, da sie verschmutzt war).

Die Antwort war: " in seinem Flügelhemdchen, das er momentan anhat!"

Ich war fassungslos über diese Antwort, bin in die Stadt zu KIK gelaufen und habe auf meine Kosten Unterwäsche, Socken und einen Jogginganzug in Übergröße gekauft, damit er nicht so entwürdigend nach Hause gebracht wird.

Vermutlich kann er weder sich selbst noch seinen Hund versorgen - den Hund werden wir noch in der Pflegestelle lassen, bis man sieht, ob man ihn überhaupt zurückgeben kann.

Ich bin wirklich erschreckt, wie man mit den Leuten umgeht. Der Sozialdienst hätte doch wenigstens in der Kleiderkammer in der Stadt Kleidung besorgen können.

Wer keine Angehörige hat, ist komplett aufgeschmissen.

Als ich fragte, ob sie ihm gesagt hätten, dass er bei den Hilfsangeboten seinen Hund mitnehmen hätte können, meinten sie, darum würden sie sich nicht kümmern.

Er wäre nicht kooperativ und dann könnten sie halt nichts machen. :( Wenigstens hätten sie ihm aber doch Kleidung besorgen können.

Ich schäme mich gerade für meine Mitmenschen! :???

Cony

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Oh, das ist übel.

Umso schöner, dass Du Dich kümmerst.

Vielleicht kannst Du ja mit ihm reden?

Wenn er sich Sorgen macht, was mit seinem Hund passieren würde, kannst Du ihm ja vielleicht die Angst nehmen.

Meist sind ältere Menschen sehr auf ihre Autonomie bedacht und wollen nur sehr ungern Verantwortung abgeben.

Trotzdem braucht er wohl Hilfe.

Gibt es einen Sozialdienst, der ihn zu Hause besuchen und ganz nebenbei helfen könnte?

So, dass er zuhause bleiben kann.

Hat er zuviel Angst, sein Tier wäre alleine?

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Ja,....hier darf man alles werden....nur nicht alt oder krank.

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Hallo!

Scheinbar hat mein Kommentar beim Sozialdienst etwas zum Nachdenken geholfen.

Ich bin heute mit dem Satz "Das ist ja beschämend" (dazu, dass er ohne Kleidung und recht hilflos heimgeschickt werden soll) aus dem Raum gegangen und man konnte mir ansehen, dass ich sehr

fassungslos und nah bei den Tränen war. Ich bekam die Antwort: "Ja!"

Heute nachmittag hat die Mitarbeiterin des Sozialdienstes nochmal bei mir angerufen. Sie hätte die Sozialstation des Ortes informiert, sich die nächsten Tage um ihn zu kümmern, es wenigstens zu versuchen, ob er diese Hilfe akzeptieren kann.

Mal sehen, ob das klappt. Vermutlich werden die sich erschrecken, wenn sie die vermüllte Wohnung sehen.

Liebe Grüße

Cony

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