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polar-chat.de  Der Hund
Loonee

Augen zu und durch, oder: Wie wir die Pubertät überlebten

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So, ich mag hier mal so ein wenig für mich meine Erfolge und Misserfolge, guten Tage und Missgeschicke auf dem Weg durch die Pubertät meines Hundes sammeln.

Vielleicht gibts dem einen oder anderen Mut, denn mir z.B. kommt es oft so vor als wäre mein Hund der einzige, der wild pubertiert und alle anderen reißen sich zusammen und benehmen sich um Längen besser. Vielleicht gibts auch für mich hier und da einen Rat oder Tipp wie ich etwas hinbekommen kann oder auch ob das, was ich tue, wirklich das Beste ist.

Vor allem aber hoffe ich, dass ich in einem Jahr spätestens diesen Thread noch einmal von vorne lese und dann herzlich über all das lachen kann. :)

Und um ihn hier gehts:

Balou, Standard Australian Shepherd Rüde. Geboren 21.06.2012

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Unser aktuelles Problem entstand erst durch meine Kur. Ich war drei Wochen nicht hier und mein Mann, Katzenmensch und von Hunden null Ahnung, hat Balou mit Freuden verwöhnt und verzogen. Als ich wiederkam meinte er: Er zieht ein wenig mehr an der Leine als früher.

Das "wenig mehr" äußerte sich darin, dass er nach vorne in die Leine sprang, nach hinten stehen blieb weil irgendwas spannender war und auch schon mal Ausflüge auf die Straße machte. Ging es nicht mehr weiter, dann hängte er sich regelreicht rein, stand auf zwei Beinen oder ging eine Gangart tiefer und versuchte es damit, sich regelrecht an der gespannten Leine nach vorne zu katapultieren.

Die ersten Spaziergänge nach meiner Heimkehr habe ich regelmäßig geheult, denn von dem recht gut leinenführigen Hund vor der Kur war null übrig geblieben und mir schmerzten nach jeder Hunderunde Arme und Schultern.

Ich fing also wieder das Trainieren an. Immer wenn er anfing zu ziehen hab ich ihn zu mir zurück gerufen, hab ihn in die Grundstellung links neben mich geholt, hab ihn mit Leckerlies bestochen Fuß zu gehen. Aber war das wieder aufgelöst: Spurt und ab nach vorne.

Hundeschule ging auch kaum. Zwar arbeitete er in der Stunde selbst recht gut mit. Naja... Fuß gehen war bestenfalls eine 4-. Sitz und Frauchen geht weg war eine 4 weil er sich lieber hinlegte. Aber Platz und Frauchen geht weg, das war dafür eine strahlende 1+, das hat alles wieder rausgerissen. ;)

Aber der Weg in den Park, wo wir die Sonne auf einer riesigen Wiese ausnutzten weil der Hundeplatz recht matschig war, und wieder zurück war der Horror und so geht das nicht!

Kaum waren jedoch die anderen Hunde nicht mehr in Sicht, da besserte sich sein Verhalten wieder deutlich. Leinenführigkeit war zwar noch immer alles andere als toll, aber wenigstens renkte er mir nicht weiter die Schulter aus.

So kann das nicht weiter gehen!

Deshalb hab ich auch einen Thread hier im Forum interessiert gelesen. Diesen hier:

http://www.polar-chat.de/topic_97078.html

Ich habe Balou darin deutlich wiedererkannt und mir dann aufmerksam die Videos von diesem Michael Bolte angesehen. Diese hier, sie sind auf Seite 1 des obigen Threads verlinkt:

Ich muß dazu sagen: Diese Stopp-Methode habe ich anfangs zwar versucht, aber sie war für mich nicht leicht in den Alltag einzubauen weil ich nicht immer die Zeit dazu habe sondern mit Hund auch mal schnell von A nach B muß.

Geschirr nutze ich vor allem für die Schleppleine, im normalen Straßenverkehr im Ort habe ich das Halsband um. Auf die Idee, diese zwei Dinge (Halsband/Geschirr) zu kombinieren, kam ich nie.

Seit gestern jedoch ziehe ich das so durch, wie es in diesen Videos erklärt wird. Bericht des ersten Spazierganges folgt in der Antwort. :)

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So, wir haben also Baby sein Geschirr angezogen und sind außerhalb gefahren. Ich mochte für die ersten Versuche einfach eine unbeobachtete Stelle. Unsere Nachbarn haben da so ein wenig die Weisheit mit Löffeln gefressen und hätten mir da sonst zu viel mitbekommen. ;)

Wir sind also auf die Wiese, haben das Auto geparkt und Baby erstmal laufen gelassen. Nur wenige Minuten, bis er sein Geschäft erledigt hatte. Danach rief ich ihn ran und leinte ihn an. Am Geschirr. Und los gings. Balou, kaum hörte er das Klicken, legte seinen ersten Spurt hin und Frauchen bohrte die Hacken in den Boden und blieb stur stehen.

Ein verdutzter Hund setzte sich erstmal auf den Hosenboden und blickte Frauchen an. Ich rief ihn zu mir und wir gingen weiter.

Spurt

Stopp

Hinsetzen und verdutzt gucken

Hinter dem Ohr kratzen

Rangerufen werden

Weiter

Dann kamen zwei normale Schritte, ehe er den Spurt hinlegte. Und wieder das gleiche Spiel von vorne.

So gingen wir dann um das halbe Feld und bogen in den Wald ab. Herrchen ging voraus und Balou fing wieder mit dem Zugpferdspielchen an. Ich sagte also meinem Mann, er solle mal bitte stehen bleiben. Er war da ca. 10 - 15 Meter weiter vorne.

Ich blieb stehen, rief Balou zu mir. Wir gingen los, er spurtete, ich blieb stehen. Ein halber Meter, yay!

So ging das einige Minuten lang ohne das wir wirklich weiter kamen. Dann, von jetzt auf gleich, konnten wir mehrere Meter an der gelockerten Leine laufen. Erst kurz vor Herrchen fiels ihm wieder ein. Spurt. Stopp. Ranrufen und... wieder zurück gehen!

Das haben wir noch zweimal durchspielen müssen und dann hatte er an der locker laufenden Leine Herrchen erreicht und wurde von diesem (und mir natürlich) überschwänglich gelobt.

Wir gingen auf diese Weise wieder zurück, immer wieder unterbrochen von Stopps die aber dazu führten das er sehr schnell umkehrte und zu mir kam, und dann waren wir wieder an der Wiese. Zur Belohnung leinte ich ihn ab und er durfte noch eine ganze Zeitlang mit Herrchen, meinem Sohn und mir auf der Wiese toben ehe ich ihn wieder anleinte und wir im Stopp-Verfahren zum Auto gingen und wieder heim fuhren.

Balou war so platt aber erwirkte recht zufrieden und kuschelte sich die ganze Heimfahrt mit dem Kopf in meine Armbeuge während er aus dem Fenster guckte.

Daheim durfte er den Weg vom Auto bis zur Haustür ohne Leine laufen, was meinen Mann dann sehr erstaunte. Dass das Baby das kann, das wußte er noch garnicht. Aber Balou hört ohne Leine um Längen besser als mit. ;)

So, jetzt gehts auf eine kleine Pipirunde und heute mittag gehe ich unsere zukünftige Walk-Trainingsstrecke mit ihm im Stopp-Verfahren ab. :)

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Ja Hallo Loonee...mach dir keine Sorgen, du bist ganz und gar nicht alleine auf der Welt mit einem pubertierendem Aussie !! :D Habe da ja auch so ein Exemplar....^^

Ich muss zwar ehrlich sein, und sagen das meine die meiste Zeit recht gut folgt (hauptsächlich wenn wir alleine Gassi gehen), aber regelmäßig fällt ihr ein das sie ja auch mal nicht hören könnte :kaffee:

Leine ziehen steht bei uns auch hoch im Kurs. Ich bin auch noch nicht dahinter gekommen, was die beste Gegenmaßnahme ist. Stehen bleiben, zurück gehen oder Ruck geben ?! Alles momentan nicht so von Erfolg gekrönt. :motz: Muss da jetzt auf alle Fälle rigoroser werden :so

Dann vergisst sie auch regelmäßig das sie mit ihren Ohren auch hören kann. So überlegt die Madame gerne erst mal ob sie auf Rückruf jetzt auch wirklich kommen sollte oder nicht doch gerade was besseres zu tun hat. Am schlimmsten ist es wenn sie mit ihren gleichaltrigen Hundefreunden spielt, dann stellt sie auf Durchzug.

Auch Sitz und Platz bedürfen momentan mehrfacher Aufforderung bevor es ausgeführt wird. Dann aber auch nur unter einem motzeneden Grummeln, was ich doofer Weise auch noch lustig finde.

Also fühle dich gedrückt.....bist nicht alleine ! :party: Bin schon oft an einem Straßenstempen vorbei gegangen und hätte sie da hinhängen können... ;)

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Hach ja, das Grummeln kenne ich.

Balou hat lange an der Glastür, die zur Straße zeigt, gestanden und die vorbeigehenden Leute verbellt und ich kam nicht dahinter was helfen könnte (außer Box, aber die wollte ich nicht zigmal am Tag anwenden.). Heute ist es so, dass ich ihn ein- oder zweimal bellen lasse. Dadurch macht er es auch nur noch bei Menschen, die ihm auffallen weil sie entweder seltsam aussehen oder einen Hund haben. Und dann ruf ich ihn. Ich will ja, dass er anschlägt, aber halt nicht minutenlang sondern kurz und gut ists.

Ich ruf ihn dann jedenfalls. Er kommt, setzt sich, wedelt und dann fängt er an zu grummeln. Aber ich glaub, das ist weniger Protest. Ich glaub, das ist eher seine Version von "Hast du die Alte mit dem komischen Hut da grad gesehen? Boah ey, die fand ich ja total gruselig, Frauchen!". Ich finds niedlich, wenn er so mit mir schwätzt. :D

Danke für deinen Zuspruch. Eigentlich hört er auch recht gut. Hier daheim oder wenns keiner sieht... :kaffee:

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So, nun haben wir einen wunderschönen Erziehungsspaziergang hinter uns.

Wir sind eine Strecke gegangen, die uns aus unserem Dorf heraus führt, dann abbiegt und eine Landstaße entlang verläuft, die relativ wenig befahren ist. Schließlich geht es wieder ums Eck und einen kleinen Hügel hoch bis wir wieder auf einer anderen Seite des Dorfes rein kommen. Die Strecke dauert, wenn man sie normal geht, 45 Minuten. Wir brauchten heute 60. Ich hätte mit mehr gerechnet. :so

Ich hab Balou am Halsband angeleint gelassen bis wir das Ortsschild hinter uns hatten. Bis dahin hatte er eh sein Geschäft erledigt. Also gings an das Geschirr und ich blieb wieder stur immer dann stehen, wenn die Leine sich straffte und er anfing zu ziehen.

Anfangs fand er das totaaal kacke! :D

Das ging so weit, dass er sogar mal frustriert in die Leine gebissen hat, was er sonst nie tut. Aber es half nichts, Frauchen ist stur geworden. So ein Mist. ;)

Auf der Landstraße dann leinte ich ihn wieder ans Halsband. Es wurde nämlich langsam dämmerig und da war es mir zu riskant mit ihm an dieser Strecke Stop and Go zu spielen. Wie gesagt: Geschirr steht derzeit für Stop sobald die Leine sich strafft. Am Halsband "darf" er ziehen, da bleib ich nicht stehen. Allerdings stellte ich fest, dass er um einiges weniger zog. Es war trotz gestraffter Leine sogar recht angenehm. Also, im Verhältnis zu vorher.

Und ich muß ihn loben. Wir gingen links und sahen schon von weitem entgegenkommende Autos, so das wir auf die Wiese ausweichen konnten. Ich habe Balou dann jedesmal absitzen lassen und er hat wirklich jedesmal sofort aufs Wort gehört, sich praktisch im Gehen hingesetzt und zu mir hochgegrinst.

Ich war wirklich superstolz auf ihn!

Nun ja, wieder im Ort kam er wieder ans Geschirr. Und nach ein paar Stops hat er es wieder drin gehabt. Wir kamen richtig gut voran und ich merkte, dass die Leine beim Ziehen nicht mehr Ansatzweise so stark gespannt war. Er zog zwar immer mal wieder nach vorne, aber irgendwie machte er das nur noch lustlos. Kurzes stehenbleiben führte dazu, dass er nach mir schaute, sich umdrehte und an meine Seite kam.

Guter Hund! :)

Letztlich war es heute lange nicht perfekt aber um vieles besser als die letzte Woche. Man merkt ihm an, dass er doch ein sehr kluger Vertreter ist. Und vor allem machte er durch die Bank weg brav Sitz wenn wir Passanten begegneten. Er guckte nur interessiert aber hat nicht einmal Anstalten gemacht die Passanten neugierig zu begrüßen. Nicht mal bei den Nordic Walkern, die uns entgegen kamen und SOWAS hat er vorher noch nie gesehen.

Ich glaube, die Taktik bringt uns echt weiter. Jetzt muß es nur auch an den Samstagen Wirkung zeigen. Ich schätze, der samstägliche Gang zur Hundeschule wird unsere nächste Herausforderung. :)

Nun liegt der Dicke zufrieden auf seiner Matratze und schläft den Schlaf der Gerechten. :holy:

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Hach was ein toller Thread!!! Ich erkenne meinen 7monatigen Hund in allen deinen Erzählungen sooooo wieder und es macht mir Mut, dass diese Phase vllt doch eines Tages vorbei sein wird!! Freue mich auf weitere Infos und Tipps weil manchmal möchte ich auch verzweifeln....

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Ja, die Pubertäter.

Freut mich, wenn dir der Thread gut tut. Dann hat er sich schon rentiert! So gehts mir nämlich auch, es ist so schön nicht alleine mit den Problemen dazustehen. :)

Und ansonsten: Alles wird gut!

Hoffe ich... :D

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Ich schliess mich mal dem Kreis der Pubertätsgeplagten unauffällig an.... :kaffee::D

Holly, 8 Monate, weiblich... :kaffee:

Noch klappt es gut, aber wehe wehe sie sieht wie ich Schlepp oder Flexi in den Rucksack packe... :wall:

Dann weiss sie nämlich genau, dass wir rausfahren und in Wald oder Feld streifen gehen...Ein Bad in Bach und Teich ist natürlich auch geplant... :D

Der Weg zur Haltestelle kann da schonmal seeeehr holperig und prollig werden, weil ich zu langsam bin, nicht sofort die Flexi auspacken möchte, den Ball nicht rausrücke...etc. :kaffee:

Sitzt sie dann an der Haltestelle und im Bus ist alles wie immer...

Zu Hause total unauffällig und ruhig....bis jetzt noch..... :kaffee:

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Originalbeitrag

Der Weg zur Haltestelle kann da schonmal seeeehr holperig und prollig werden, weil ich zu langsam bin, nicht sofort die Flexi auspacken möchte, den Ball nicht rausrücke...etc. :kaffee:

So ähnlich sieht es aus, wenn Balou merkt, dass wir den Weg zur Hundeschule einschlagen. Derzeit ist das die einzige Möglichkeit für ihn, mit Artgenossen zu toben. Auf Spaziergang ist ja entweder Leinenpflicht oder wir sind außerhalb und treffen kaum auf andere.

In der Hundeschule wird von den 60 Minuten mindestens die ersten 10 Minuten getobt, damit die Hunde die gröbste Power los sind und natürlich kommt dann die Vorfreude.

Jaaa, und ab dem letzten Drittel Kurpark (Der Hundeplatz ist direkt am Ende) geht genau das los: Prollen, pöbeln, sich bald strangulieren weils nicht schnell genug geht. Horror... :Oo

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Jaaaaa, es ist ein schönes Gefühl zu merken: man ist nicht allein! Man denkt ja leider ständig, der eigene Hund sei der Einzige, der so rum spinnt ;) freue mich also sehr über deinen Thread :D

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