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Hundeforum Der Hund
Serenada

Junghund zu selbständig und spielfaul (?)

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Huhu,

wir haben seit Dezember einen Sheltie-Bub, mit 16 Wochen kam er zu uns, ist jetzt 7 Monate alt.

Er ist kein so typischer Sheltie, d.h. er ist ein recht offener Hund, auch zu Fremden freundlich, kein Kläffer und insgesamt ein recht ruhiger Vertreter seiner Rasse. Wir sind so im Großen und Ganz ganz glücklich mit ihm :zunge: , allerdings gibt doch das ein oder andere Problemchen (?).

Seine ruhige Art ist einerseits sehr positiv (wir haben noch zwei kleine Kinder, da kann man nicht noch mehr Hektik gebrauchen...), was aber wiederum so aussieht, dass er m.M. nach schwer zu motivieren ist... Leckerchen sind draußen das einzige Mittel um etwas Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich schätze ihn als recht selbständig ein. Er würde gerne sein eigenes Ding machen, also am liebsten nur Schnüffeln. Dabei folgte er mir gut ohne Leine, nur manchmal finde ich die Zeit wie lange er an einer Stelle schnüffelt bzw die Distanz die sich daraus ergibt während ich weiter gehe, zu lang/groß. Ich hätte ihn gerne näher bei mir. Während er schnüffelt, ist er allerdings taub auf mein Rufen! Seit die Pubertät losgelegt hat ist das noch extremer geworden.

Gelegentlich meint er auch in eine andere Richtung gehen zu wollen (z.B. auf die Hundewiese abbiegen und nicht geradeaus weiter). Er bleibt dann recht hartnäckig hocken, folgt dann allerdings doch wenn ich weiter gehe und sein Verhalten ignoriere. Da ist er kein einziges Mal ausgebüchst.

Vorher (4-5 Monate) haben wir das Abrufen als allerstes geübt und er kam zügig und freudig. Jetzt ist irgendwie der Wurm drin. Ich bin genervt weil er sich so viel Zeit lässt und nehm ich dann immer an die Leine wenn er "sein Ding" durchzieht und so weit hinter uns bleibt.

Auf dem Rückweg wird er immer langsamer, bleibt auch machmal untentschlossen sitzen, weil er wohl nicht Heim möchte (gehe ich nie drauf ein - entweder ich geh weiter oder ich geh zügig zurück und er kommt an die Leine).

Er möchte draußen GAR NICHT mit mir spielen. Da ist wirklich nur Schnüffeln und andere Hunde wichtig für ihn. Auch in der Wohnung war Apportieren nicht so sein Ding. Mittlerweile habe ich es indoor mit dem Futterbeutel aufgebaut, aber er macht es mit so viel Gelassenheit/Ruhe, dass ich den Eindruck habe, es würde ihm eigentlich keinen Spass machen (?).

Futterbeutel draußen ist keines Blickes würdig, auch wenn der Hund hungrig ist!

Eine Zeitlang habe ich seine Futterration größtenteils während der Spaziergänge verteilt, das habe ich dann wegen einer Magen-Darm-Geschichte unterbrechen müssen (momentan nur Nassfutter). Bis jetzt konnte ich ihn für etwa 1 min für ein Ziehspiel mit einem Seil begeistern, dann ist aber wirklich komplett schluss für ihn, da kann ich mich zum Kasperl machen, er interessiert sich null für das Ding (oder Ball oder ....).

Seit ca. 1 Monat ist er komplett taub wenn er mit anderen (vor allem in seiner Größe) Hunden spielt und da war auch ein Super-Leckerchen total egal und ich kam mir wie ein Hampelmann vor meinen Hund aus dem Spiel rauszuholen. :motz: Aber da mir in der Schule gesagt wurde, diese große Kunst (Rückruf aus dem Spiel) noch nichts für einen pubertiärenden Jüngling ist, kann ich damit leben...

Wo wir gar keine Probleme haben ist Leinenführigkeit, Bellen, alleine bleiben, Jogger/Radfahrer, Verträglichkeit mit anderen Hunden usw. Was auch toll ist :)

Er kann sitz, platz, bleib, ein paar "unwichtige" Tricks, bei Fuß (im Aufbau). Während der Spaziergänge wird immer mal geübt.

Vögel findet er plötzlich recht interessant, scheucht sie jetzt gerne ab und an weg, aber bleibt dabei in der Nähe. Also so lange sich die Sache bewegt bleibt es für ihn spannend... Ich dachte an eine Reizangel, aber da wir Katzen haben und wir da ab und an auch mit einer Spielangel spielen, möchte ich eigentlich nicht dass er später meint da mitmischen zu müssen.

Das Verhältnis zu den Katzen ist soweit gut. Außer er bekommt einen leckeren Kauknochen, dann meint er diesen vor den Katzen verteidigen zu müssen. :( (Er bellt sie dann an wenn sie zu nah kommen).

Habt ihr iregendwelche Tipps für mich? Steh ich irgendwie auf der Leitung und mache einen gravierenden Fehler??? Oder hat jemand einen ähnlich tickenden Hund und ein paar Anregungen übrig?

Schleppleine? Hm... ich habe sogar schon eine besorgt, aber das Ding ist sowas von unpraktisch :( (vor allem wenn man noch einen Kinderwagen mit hat).

LG

Serenada

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(bearbeitet)

:winken:

da hast du vermutlich einen bestimmten Typ Hund erwischt, der, egal wie man ihn nun nennt, in der Tat selbständig ist und für die üblichen Erziehungsmethoden, die der Mensch sich ausgedacht hat, um Hunde zu gängeln, nur ein müdes Lächeln übrig hat.

Also lasse ihn besser so, wie er ist, sonst wird sein Verhalten eventuell noch schlimmer als vorher und er beachtet dich noch weniger als vorher.

Gestehe ihm seine Selbständigkeit zu. Wenn er lange schnüffeln oder länger irgendwo zuschauen will, lasse ihn, bleibe neben ihm stehen. Du gehst doch seinetwegen spazieren, oder? Dann lasse ihn doch die Dinge tun, die er interessant findet.

Lasse ihn auch mal entscheiden, woher ihr lauft, wenn eigentlich nichts dagegen spricht, woanders abzubiegen als du es geplant hast.

Das heißt nicht, dass er immer entscheidet, es sollte sich die Waage halten, mal darf er, mal entscheidest du. Sage ihm vorher, dass er jetzt entscheiden darf bzw. kündige vorher an, dass er jetzt nicht entsheiden kann, weil du keine Zeit mehr hast oder was auch immer der Grund dafür ist.

Du wirst sehen, dieser Typ Hund versteht es, wenn du mit ihm sprichst wie mit einem normalen Menschen.

Und du wirst nie einen freudigen Befehlsempfänger aus ihm machen können, also versuche es besser gar nicht.

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ich kann mich Kristin nur anschließen.

Dein Hund hat Qualitäten, die viele andere Hunde nicht haben und wenn du diese Qualtiäten bewahrst hast du ein Juwel, den viele andere nicht haben.

Ein Hund, der mitdenkt, klug handelt und dir sehr viel Freude machen wir.

Gib ihm die Zeit, die er braucht und wenn er irgendwo schnüffelt, dann hat das seinen Grund. Was spricht denn dagegen, ihn gewähren zu lassen?

Freue dich mit ihm, wenn er etwas tolles findet, z.B. einen Stock und freue dich daran, wie stolz ihn das macht. Werde sein Partner, sein Freund. Dann wird er dich auch wie einen behandeln :)

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Ich kann mich meinen Vorrednerinnen nur anschließen. Er hat einen ruhigen Charakter, sei froh. Ich selbst habe einen jetzt 10-jährigen Collie, der genauso war und heute natürlich immer noch ist, nein - er ist altersmäßig noch ruhiger geworden. Ich habe das immer sehr geschätzt an meinem Hund, diese Ruhe die er ausstrahlt. Aufgedrehte Hunde gibt es genug. Besonders weiß ich das Verhalten zu schätzen, seit ich eine jetzt 8-monatige Whippethündin habe. Die Dame ist sowas von hibbelig und überdreht, entspannte Spaziergänge sehen anders aus. Bei unserem Collie konnten wir vom ersten Tag an ruhig und entspannt laufen, er hat nie eine Leine benutzt, wenn dann nur in der Stadt.

Ich beneide Dich für Deinen Hund. Stell mal Fotos ein bitte.

Gruß Mary

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Huhu,

ich danke euch die Antworten.

Naja, ruhig ist er in gewisser Weise schon, aber vielleicht habe ich ihn zu ruhig beschrieben?

Also wenn wir beim Spazieren gehen eine Pause (reine Übungszweck) machen, dann neigt er schon dazu zu winseln, damit es weiter geht. Das übe ich jetzt (im Winter bei Minusgraden war das nicht so einfach) intensiv, er soll uns ja möglichst überall begleiten wo möglich.

Bei der Welpenstunde neigt er auch dazu zu winseln wenn grad nichts von ihm verlangt wird, beides ist insgesamt schon besser geworden.

Aber so im ganzen kommt er mir vom Wesen vor wie ein Hirten- und nicht wie ein Hütehund - aber ohne Aggression. :Oo

Ich hatte jetzt 10 Jahre Hundepause, davor hatte ich einen überdrehten Yorkie... Vielleicht fällt es mir deshalb so schwer ihn jetzt in seiner ruhigeren Art anzunehmen? Ich vermisse das Spielen mit dem Hund während der Spaziergänge. So ist es ja eher ein nebeneinander als ein miteinander (?). Überall heißt es, man soll sich für den Hund interessant machen, nur schaffe ich es eben nicht wenn man Süsser nur schnüffeln und mit anderen Hunden spielen mag.

Oder kann sich das noch - nach der Pubertät - ändern?

Das ich ihn entscheiden lasse wo wir hingehen, widerstrebt mir (noch?).

Habt ihr vielleicht einen Buchtipp für "solche Art" von Hund?

LG

Serenada

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Hi

also mein erster Collie war auch eher ruhig und selbstständig.

So ganz kann ich mich da meinen Vorrednern nicht anschließen. Ich würde eher Kompromisse machen.

Es gibt eine (imaginäre, von mir bestimmte) Linie, bis dahin darf der Hund Abstand nehmen, mehr nicht. Der Hund darf schnüffeln, klar, aber ich habe nicht immer ewig Zeit. Somit muß der Hund lernen, dass nicht er allein bestimmt wann es weiter geht. Ich lasse ihn eine Weile, aber wenn ich rufe muß er auch kommen. Nur ein Hund der abrufbar ist darf bei mir auch von der Leine.

Aber...

Mit 7 Monaten ist der Hund gerade in der Flegelphase. Und das gute ist Phasen gehen vorbei. Der Hund entdeckt jetzt neue Interessen (die Hormone tanzen gerade Samba!). Viele Hunde muß man in/ nach der Phase ein zweites mal erziehen. Er testet aus. Und das ist auch gut so.

Aber du mußt konsequent bleiben. Denn wenn er lernt, dass er Erfolg hat macht er so weiter.

Wenn du gehen willst, und er folgt nicht. Dreh dich um und gehe. Und zwar sehr zügig.

Schnüffelt er zu lange, machst du das auch. Oder du nimmst ihn an der Leine. Baue den Rückruf neu auf (leicht gesagt hmm...).

Du hast einen Nasenhund, gut. Biete ihm Schnüffelspiele an, dann machst du dich auch gleich interessanter.

Es gibt Hunde die spielen nicht, das muß man dann akzeptieren. Aber oftmals würden die Hunde schon spielen, nur spielen die Hundehalter nicht richtig. Oftmals sind die Besitzer nicht genug in Bewegung. Hunde finden es oft langweilig wenn ihnen einfach nur was dargeboten wird.

Man kann versuchen ein super Spielzeug aufzubauen. Eines was der Hund selten haben kann und es ganz selten gibt. Das kostet Zeit aber auch da kann man noch versuchen dran zu arbeiten.

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