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Hundeforum Der Hund
asti

Bin ich ein Tierschützer? Möchte ich überhaupt einer sein?

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Was ist ein Tierschützer? Bin ich einer?

Viele der Menschen, die sich selbst als Tierschützer bezeichnen, würden dies mit einem klaren NEIN beantworten. Denn ich lebe nicht vegan. Sogar ganz vegetarisch lebe ich nicht. Ich esse Fleisch. Zwar selten, aber ich tue es. Und ich stehe dazu.

Ich helfe Hunden, ein neues Zuhause zu finden. Das mache ich schon seit einigen Jahren und ich liebe meinen "Job".

Neulich bin ich dabei auf zwei Kangaljunghunde gestoßen, die in einem deutschen Tierheim auf ihre Adoption warten. Vor ihrem Auszug sollten sie nun aber noch kastriert werden. Mit 8 Monaten, Herdenschutzhunde...

Ich begann, wie viele andere auch, zu argumentieren, warum in dem Alter eine Kastration nicht sinnvoll sei. Und ich war mir sicher, die besseren Argumente zu haben. Denn das einzige Argument auf seiten des Tierheims war: Verhütung.

Nun ist doch interessant, wer dort alles diskutiert und welche Argumente gegen eine Kastration sprechen. So ärgerte ich mich massiv über eine Tierschützerin, die sich mit Herdenschutzhunden befasst, dass Tierschutz auch Artenschutz wäre und daher besser sich die Hunde hierzulande vermehren sollten, statt welche aus dem Ausland zu holen.

Klar, zum Tierschutz gehört auch Artenschutz. Aber doch nicht bei einer nicht gefärdeten Hunderasse!!!

Und ja richtig, Kangals müssen nicht unbedingt nach Deutschland gebracht werden. Aber das nicht, weil wir sie hier besser selbst vermehren, sondern weil viele diesen Hunden nicht gerecht werden können.

Und trotzdem hat jeder Hund für mich ein Recht auf ein tolles Zuhause. Und wenn sich jemand in den Kangal in dem türkischen Tierheim verliebt und diesem einen geeigneten Platz bieten kann, warum ihm diesen vorenthalten?

Ich sag nur: Kopf meets Wand!

Ganz besonders schockiert hat mich die Aussage eines Herren: die Kastration "erinnert mich an Zwangssterilisierung durch Nazis".

Eine solche Aussage finde ich abscheulich, widerlich. Das relativiert die Verbrechen von damals massiv. Und eine solche Aussage ist für mich schlichtweg dumm.

Nein, mit solchen Tierschützern möchte ich nicht auf einer Stufe stehen. Und ja, auch bei mir ist das Wort "Tierschützer" inzwischen negativ besetzt.

Ich glaube, ich möchte kein Tierschützer sein. Ich betreibe lieber Tierschutz.

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Das hast du sehr schön beschrieben und geschrieben.

Mehr kann ich dazu nicht beitragen.

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Tierschützer, deren Hauptdiziplin Selbstbeweihräucherung ist, nerven mich extrem.

Und wenn sich Tierschutzorgas, die eigentlich das selbe Ziel verfolgen sollten, sich gegenseitig diffamieren, erinner mich das ganze an Monty Python: " Judäische Volksfront? Quatsch! Wir sind die Volksfront von Judäa!" Sie geben sich der Lächerlichkeit preis, und das auf Kosten der Tiere.

Tierschützer ist nunmal kein geschützter Begriff.

Inzwischen gewinne ich zunehmend den Eindruck, dass Tierschutz oft Leute anzieht, die mit Menschen nicht klarkommen und Menschen nicht mögen. Das bringt natürlich unweigerlich Probleme beim Vermitteln. :Oo

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(bearbeitet)

... dabei kann ein Tierheim die Kastration/Sterilisation nicht erzwingen. Auch wenn die TAs wohl oft fix auf Zuruf eine Kastration/Sterilisation durchführen. Auch Klauseln in den Übernahmeverträgens sind meiner Meinung nach nichtig, da diese dem Tierschutzgesetz "Eingriffe an Tieren (§§5-6a)" wiedersprechen.

Wir haben uns mit einem Chip dem Ärger entzogen, und somit die Übernahme möglich gemacht. Auch dort war das Argument "Tierschutz" ... aber in Richtung gesundheitliche Vorbeugung, weil Rüden sonst ja alle krank werden, wenn sie nicht kastriert werden.

Das Argument, dass unserer meinung nach mit geschätzten 1,5 Jahren das noch zu jung wäre, und wir bis zum Alter von 2 Jahren abwarten wollen ließ man nicht gelten. Da divergieren ja die Meinungen, wann ein Hund (Rassenabhängig) seine psychologische Reife entwickelt hat (ich glaube gelsen zu haben bei Tsch. Wolfshund sogar bis zu 3 Jahre).

Für mich hat dies in D jedenfalls wenig mit Tierschutz zu tun. Bei Straßenhunden in anderen Ländern, die sich unkontrolliert vermehren sehe ich das etwas anders.

Dennoch kann ich das Argument nachvollziehen, dass auch ungewollte Welpen ausgestezt werden und in Tierheimen landen ... aber die sind ja meistens auch Ruck-Zuck vermittelt.

Vegan leben hat IMHO auch nichts mit Tierschutz zu tun. 100% Tierschutz wäre auf dem Mars zu leben ...

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Originalbeitrag

Menschen nicht klarkommen und Menschen nicht mögen. Das bringt natürlich unweigerlich Probleme beim Vermitteln. :Oo

Das musste ich auch bereits öfters feststellen. Allerdings eher in etablierten deutschen Tierheimen,als in Organisationen aus dem Ausland.

Die Vorstellung,dass man als "echter Tierschützer" vegan leben müsse,kam mir noch nicht unter.

Die Idee,dass sich der Massenhafte Konsum von geqältem Billigfleisch nicht damit vereinbaren lässt schon eher.

Allerdings finde ich es tatsächlich nicht ohne Sinn,generell zumindest Hündinnen zu kastrieren. Wenn auch nicht in einer Alles oder Nix-Mentalität.

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(bearbeitet)

So wie das Wort heute ausgenutzt wird ist es schwierig ein seriöser Tierschützer zu sein. Bzw muss man seriös noch vorne vor stellen.

Das Wort hat für mich eine klare bedeutung und auch wenn sich viele ***** so nennen, heißt es noch lange nicht das sie auch TS sind.

Nun ist die Frage ob man Tierschützer ist wenn man hauptsächlich Hunden und Heimtieren hilft, aber Fleisch isst. Vieleicht ist man ein Heimtierschützer ?

Vielleicht bist du ein Zuhausefinder für Notnasen. Vielleicht eine aufpäpplerin, Informations verbreiterin.

Du ist einfach DU !

Und das was du machst ist eine tolle Arbeit. :kuss:

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Bin ich ein Tierschützer oder bin ich keiner?

Diese Frage habe ich mir noch nie so gestellt, denn ich bin ein Mensch, der einfach einem hilflosen oder hilfsbedürftigen Wesen hilft bzw. wenigstens zu helfen versucht. Egal ob Mensch oder Tier und ich erwarte auch keine Gegenleistung von diesem Lebewesen, obwohl alleine schon ein hoffnungsvoller Blick dieses Wesen wäre wohl eine Belohnung für mich.

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Aber jetzt mal ernsthaft, wie weit ist es schon gekommen, das man sich nicht mal mehr Tierschützer nennen kann?

Es war ja schon zu Zeiten einer G.K. so das sich prominente "Tierschützer" von diesem Begriff abgewendet haben.

Wenn ich heute so gucke, wie Hunde nach D gekarrt werden, ohne Papiere, zu 100erten auf Anhängern mit Plane oder zu mehreren in Boxen, gestapelt bis an die Transporterdecken, nicht mal ein gang dazwischen frei um die Tiere versorgen zu können, hauptsächlich natürlich junge Hunde bzw Welpen, da wird mir echt übel!

Ja, ich bin in einem Verein aktiv, der sich für Tiere im In- und Ausland einsetzt aber ich bin weder Veganer, noch Vegetarier und werde es auch nicht werden.

Mich macht es traurig, denn selbst als seriöser Verein hast Du immer das Nachsehen!

Zur Not sind es dann die Ex-Mitglieder, die versuchen einen an den Karren zu pinkeln. :(

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Als Forstmensch trifft man immer mal wieder auf die Rubrik der Tierschützer, und auch auf die der Naturschützer.

Meist beißt die Forstfraktion dann die Zähne zusammen und hofft, dass es Menschen mit Sachverstand sind, die da mit einem reden, bei den Tierschützern versucht man sich wie der berühmte Mitarbeiter im Baumarkt hinter den Bäumen vorbei zu schleichen.

Warum?

Weil sehr viele der -Schützer keinen Blick für das Ganze haben. Naturschutz ist häufig der Wunsch und Versuch, einen Zustand zu erhalten der einem erhaltenswert erscheint - eine bestimmte Anzahl Tiere, ein bestimmtes Landschaftsbild, eine Pflanzenart ... Natur ist aber nicht statisch, sie MUSS sich verändern, und so wird der Naturschützer ohne dieses Wissen stets ein unglücklicher Mensch bleiben, denn sein Idealzustand ist einfach nicht natürlich.

Tierschützer - man verzeihe mir, ich schreibe jetzt aus der Sicht der Waldschrate :D - sind noch schlimmer. Sie wollen JEDES Tier schützen. Bambi und seine Mutter, und Bambis 40 Cousins und Cousinen. Sie füttern wilde Tiere ("die armen, ist doch so kalt") und manchmal auch die Tiere der Nachbarn ("der Herr X füttert seine Miezie nie!") und verstehen in den seltensten Fällen, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein schickes Modewort ist, sondern dass es eben auch bedeutet, weiter zu denken als nur bis zum Gartentor.

Bambi im Garten zu füttern freut Bambi ganz sicher sehr - langfristig schadet es aber der Gattung Capreolus capreolus (Reh), und den Nachbarn ganz sicher auch. Aber das ist ja egal, Hauptsache Bambi geht es gut...

Bäume fällen ist BÖSE! Der arme Baum, und der arme Wald, und überhaupt, weiß denn der böse Förster (oder Jäger, sind ja eh die gleichen) nicht, dass der Regenwald fast abgeholzt ist und dass man Bäume schützen muss?

:Oo

Ich habe sicherlich einen enormen Vorteil gegenüber vielen anderen, dadurch dass ich einen Studiengang und eine Ausbildung durchlaufen habe, die in extrem langen Zeitabständen denkt. Ein Förster denkt nie nur an nächstes Jahr - was heute gepflanzt wird sieht er in den seltensten Fällen noch im erwachsenen Zustand (eine Buche braucht in Deutschland mindestens 90 Jahre, um einigermaßen Profit abzuwerfen, Fichte immerhin noch ca 60, und eine Eiche die wirklich Wert schöpfen soll muss man 120 Jahre mindestens stehen haben)

Er muss heute schon einkalkulieren, wie sich der Klimawandel auf den Wald auswirkt, muss einplanen welche Baumarten die besten Chancen haben, wenn das Wetter sich dauerhaft ändert - und welche dieser Baumarten dann immer noch für unsere Zwecke geeignet ist.

Welche Berufsgruppe denkt und plant denn so lange voraus?

Kann ich dann von jemandem der Zimmermann oder Banker gelernt hat ebensolches Wissen verlangen?

Sicher nicht.

Und wenn Zimmermann und Banker sich in ihrer Freizeit mit der Rettung und dem Schutz von Tieren beschäftigen, dann ist das im Grunde ein sehr lobenswerter Zug, den ich nicht per se abschätzen möchte.

Allerdings ist so mancher Aktionismus komplett fehl am Platze, und läuft sich selber tot.

Als Beispiel (aus dem Naturschutz jetzt)

Ein Waldgebiet wurde von einer Stiftung gekauft, die sich eine Rück-Entwicklung dieses Gebietes von einem reinen Nadelwald zu einem Laub-Mischwald auf die Fahne geschrieben hatte. Um dies zu gewährleisten beauftragt sie eine Firma für Forstliche Fachberatung und forstliche Dienstleistungen. Soweit, so gut.

Ein Teil des Gebietes ist ein Niedermoor, welches ebenfalls renaturiert werden soll. Es soll sich auf die ursprüngliche Größe zurück entwickeln. Zuständig hier - weil nicht Wald - sind die Naturschützer, selber Biologen. Um dies zu schaffen ist eine der ersten Ideen der Naturschützer, einen Drainage-Graben zu verschließen, damit das Wasser nicht mehr weiter aus dem Moor heraus fließen kann.

Richtig. Grundsätzlich.

Leider wurde übersehen/vergessen/ignoriert, dass auf dem Teil des Moores das wieder vernässen soll noch Fichten stehen. Die müssen natürlich weg, denn ein Moor ist ein nährstoffarmer Lebensraum, dem zu viele Nährstoffe (und insbesondere schwer verwendbare wie Fichtennadeln) schaden.

Nun stehen die Fichten aber schon unter Wasser. Wie bekommt man die Fichten, die in knietiefem Matsch stehen nun da raus? :think:

Zum Glück gab es einen harten Winter, und durch den Frost konnten die Fichten gefällt werden, sie mussten mühsam mit langen Seilen aus dem Matschgebiet gezogen werden da kein Tracktor auf dem weichen Untergrund fahren konnte.

Um das ganze noch zu verschlimmern wurde ebenfalls beim Abdichten der Drainagen übersehen, dass ein Grundstück durch das aufstauende Wasser dauerhaft vernässte - der Garten war nicht mehr benutzbar. Immerhin, das Haus selber stand erhöht - nicht auszudenken was das für ein Schaden wäre, wenn das auch noch unter Wasser gesetzt werden würde!

Fazit:

ein lobenswertes Unterfangen, dass leider durch den Wunsch sofort zu handeln um schnell ein Ergebnis zu erzielen deutlich teurer wurde als es hätte sein müssen und zudem noch Probleme mit Anwohnern verursachte - wo doch gerade deren Wohlwollen ungeheuer wichtig ist damit alles funktioniert.

Ähnlich sehe ich es mit den vielen Hunden, die aus anderen Ländern nach Deutschland kommen. Man will helfen - jetzt, sofort! - und man möchte auch etwas sehen von seiner Hilfe.

Einen Hund, der halb verhungert ist zu retten kommt all diesen Wünschen nach, und hinterlässt das schöne Gefühl, etwas getan zu haben um das Leid in der Welt zu mindern.

Ja, das stimmt - diesem Hund geht es (vermutlich) besser als vorher.

Aber ist das langfristig der beste Weg? Kann ich überhaupt durch das Vermitteln von Tieren aus dem Ausland irgendwas bewirken, was mehr als diesem einen Tier hilft?

Es gibt Organisationen, die dual arbeiten - sprich die Projekte zum Umdenken in den anderen Ländern fördern, die Kastrationsmaßnahmen durchführen anstatt alle Straßenhunde einzufangen und wild zu vermitteln. Die MIT den Menschen vor Ort arbeiten, statt als große "Retter" und Kolonialherren aufzutreten und den Anwohnern zu vermitteln, dass alles doof ist solange es nicht aus Deutschland kommt. Die ihre Einnahmen korrekt verbuchen, eine saubere Buchhaltung haben und ein System, welches Geld wohin fließt.

in solchen Fällen sage ich ganz klar: Ja, hier wird sinnvoll geholfen.

Dazu braucht man nicht zu studieren ;)

Aber ganz oft ist das eben nicht der Fall, und gerade diese "Kopflosen" Tier- und Naturschützer schreien auf, wenn man es wagt ein Steak zu essen oder seinem Hund ein Ringerohr (mit Fell) zu fressen gibt.

Ich frage mich, ob da ein direkter Zusammenhang besteht :think: ...

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Originalbeitrag

(...wenn man es wagt ein Steak zu essen oder seinem Hund ein Ringerohr (mit Fell) zu fressen gibt.

Ich frage mich, ob da ein direkter Zusammenhang besteht :think: ...

Löblicher, sehr differrenzierter Beitrag! :klatsch::klatsch:

Allerdings finde ich es bendenklich, Ringerohren zu verfüttern.. und wo findet man die mit Fell ? :???

:zunge:

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