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Hundeforum Der Hund
maravia

Ist das überhaupt Jagdtrieb??

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Hallo zusammen,

nach einem Erlebnis am gestrigen Tag stelle ich mir ernsthaft die Frage ob mein Hund überhaupt Jagdtrieb hat.

Für mich war bisher irgendwie völlig klar, dass ein JRT selbstverständlich Jagdtrieb hat. Aber ist das so?

Kurz zu uns.

Als meine letztes Jahr kam und ca. 4 Wochen bei mir war, ist sie einem Reh (das genau vor uns stand :motz: ) hinterher. Dabei volles Programm: aufheulen und losgesteppt.

Ich einfach still geblieben und gewartet. Nach ca. 20 m brach sie von selber ab und kam zurück, obwohl sie dem Reh echt nah dran war.

Dann folgte eine lange Phase an der Schleppleine mit viel Erziehungsarbeit, da sie mir ein wenig zu aufmerksam wurde. Das Erlebnis mit dem Reh hat sie nachhaltig beeindruckt.

Die Bindung wurde mit der Zeit besser, Erziehung auch, also läuft sie seit einiger Zeit komplett offline.

Nun kam es innerhalb 2 Wochen nochmal zu zwei Vorfällen.

Beim ersten habe ich nichts mitbekommen, aber sie sprintete plötzlich ins Unterholz und schien weg zu sein.

Ich drehte mich um und ging kommentarlos. Keine Minute später war die Maus wieder neben mir.

Und gestern dann der Volltreffer :o .

Wir waren im Wald unterwegs und keine 20 m entfernt überquerte eine Herde Rehe (ich glaube 5 Stk.) unseren Weg. Der Alptraum eines jeden Jagdhundbesitzers :D . Meine Kleine sofort hinterher, ich blieb wieder stehen konnte sie allerdings super gut beobachten und sah wie sie nach 10 m inne hielt und sich nach mir umdrehte und freudestrahlend zurück kam. Ich habe nicht gerufen!

Natürlich gabs dann eine riesen Party weil ich es schon eine starke Leistung fand.

Aber bevor ich mir nun ungerechtfertigter Weise einrede es sei womöglich die gute Erziehung (hust), stelle ich mir die weitaus warscheinlichere Frage: Hat meine Maus überhaupt Jagdtrieb?

Ich mein nur weil sie von der Rasse ein Jagdhund ist muss sie doch nicht unbedingt Trieb haben oder doch?

Bin gespannt auf eure Antworten.

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Das klingt für mich eher wie verjagen anstatt jagen, nun kann es aber auch sein der letzte Vorfall das sie nach 10 m wieder kam das am Schleppleinentraining liegt, meine machen es heute noch aller ca 10 m drehen sie sich um und warten auf unser Zeichen ob sie weiter gehen können und auch ob wir vielleicht auch noch da sind, lach. Unsere schauen auch nach uns und wir nicht nach ihnen, daher passen sie gut auf wo Frauchen und Herrchen sind.

Ist aber nur so ein Gedanke von mir, wenn man nicht dabei gewesen ist kann man dies schlecht von hier aqus beurteilen.

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Hmm, also den Reiz zu jagen hat sie ja, ganz klar. Das ist insofern schon Jagdtrieb.

Dass sie aber innerhalb von so kurzer Zeit wieder abbricht spricht dafür, dass sie keinen sehr ausgeprägten Jagdtrieb hat.

Butch ist ähnlich, der geht auch mal kurz einer frischen Fährte nach, oder springt für ein paar Schritte den Rehen nach. Ein Pfiff oder Ruf allerdings und er kommt sofort zurück (ich hab noch nie probiert, ihn nicht zu rufen - keine Ahnung wie er dann reagieren würde).

Mein Hund kommt erst nach 1 Stunde wieder :P

Jagd"trieb" haben sie alle irgendwie - nur scheint bei deiner Jacki-Dame und meinem Hüte-Herren der Gehorcht-Trieb oder die "Rudel"-Bindung stärker zu sein als der Wunsch zu jagen.

Freu dich! :) Ich bin ein wenig grün vor Neid ....

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Erstmal: Herzlichen Glückwunsch! :respekt:

Ob das Jagdtrieb ist - so spontan: Keine Ahnung :D

Sie hat auf Bewegungsimpulse reagiert, aber nahezu sofort abgebrochen - und DAS finde ich eine sehr starke Leistung.

Hm - könnte das auch VERJAGEN sein?

Dann versuche doch mal, wenn du ein Reh VOR ihr siehst, dieses gemeinsam mit ihr zu beobachten - und dann normal weiterzugehen.

Tolle Maus =)

Edit: ich finde deine Reaktion übrigens gut!

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Wenn ein Hund auf einen Bewegungsimpuls reagiert ist das mMn ganz klassisches Jagdverhalten, Moni.

"verjagen" würde ich eher bei anknurren, Bürste stellen, Drohbellen etc vermuten.

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Friederieke: Dass sie von selber abgebrochen hat - könnte aber auch für eine gute Bindung sprechen... und dass die Hündin Jagd vielleicht als Teamarbeit versteht?

Hinterher ist sie ja alleine - und das scheint ihr zumindest nicht so viel Spass zu bereiten :think:

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Was mir auch noch auffällt. Sie tut keinem anderen Tier was zu Leide. Sie buddelt leidenschaftlich gerne nach Mäusen, allerdings glaube ich ohne zu wissen was sie da sucht. Meine Katzen bringen ihr ab und an eine noch lebende Maus vorbei und sie kann partout nichts damit anfangen außer wegzurennen :o .

Auch die Hühner der Nachbarn sind interessant, aber sobald eins wirklich vor ihr steht geht sielieber mal.

Ich verbinde irgendwie mit Jagdtrieb immer Hetzen und auch reißen.

Beides tut sie ja irgendwie nicht.

@Betti: Stimmt das kann auch mit der Schlepp zusammenhängen. Die war auch 10 m lang lach :zunge: .

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Danke für eure Antworten.

Vielleicht rede ich mir das auch nur schön mit dem nicht vorhandenen Jagdinstinkt, und meine Hündin ist einfach zu schissig um nach der Jagd evtl. alleine da zu stehen. Sie ist ja ein sehr unsicherer Typ die sich sehr intensiv und stark bindet, wenn man sie überzeugt. Das alleine gelassen werden ist glaub ich ihre größte Angst.

"verjagen" würde ich eher bei anknurren, Bürste stellen, Drohbellen etc vermuten.

Davon zeigt sie nichts.

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Friederieke: Dass sie von selber abgebrochen hat - könnte aber auch für eine gute Bindung sprechen... und dass die Hündin Jagd vielleicht als Teamarbeit versteht?

Hinterher ist sie ja alleine - und das scheint ihr zumindest nicht so viel Spass zu bereiten :think:

Das ist gut möglich, widerspricht aber nicht der Tatsache, dass sie Jagdtrieb hat ;)

Ich hasse es ein wenig (oder auch ein wenig mehr), wenn jemand es als "gute Bindung" bezeichnet wennn ein Hund nicht jagen geht, da es immer ein wenig impliziert, dass die Bindung nicht stimmt wenn er es doch tut. Ich hab hier zwei Boxer zu Besuch, die kennen mich flüchtig und eben etwas länger seit Donnerstag - die jagen auch nicht. Sind die jetzt so an mich gebunden? Ich bezweifle das ein wenig ;)

@ maravia:

Jagdtrieb gehört zu den Hunden einfach dazu :) Das muss man sich nicht schön oder schlecht reden. Bei einigen Hunden ist er einfach nicht so ausgeprägt, dass er den Willen zur Zusammenarbeit übertönt, bei anderen ist er stark genug, um den Wunsch, bei seinen Menschen zu bleiben mal kurz komplett abschaltet.

Jagd dein Hund Bälle? Scheucht er manchmal Vögel auf? Mäusebuddeln - das ist alles Jagdverhalten. Nur dass es eben bei deiner Hündin nicht bis ins letzte, also töten und fressen ausgebildet ist.

Hütehunde bei der Arbeit zeigen auch Sequenzen aus dem Jagdverhalten. Das macht sie aber noch nicht automatisch zu wildernden Killerjägern ;)

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Vögel scheucht sie gerne auf, ebenso buddelt sie gerne nach Mäusen.

Beides lasse ich seit Anfang an zu, und beides wird von ihr unterbrochen wenn ich eine bestimmte Distanz entfernt bin.

Manchmal buddel ich allerdings mit ihr zusammen. Oder besser gesagt ich buddel und sie feuert mich an :o . Das gibt dann ein richtiges Konzert aber die Augen meiner Kleinen leuchten, und nur das interessiert mich. Sie liebt Teamarbeit. Sie ist kein Alleingänger.

LEIDER :motz: ist sie ein Balljunkie.

Der ganz typische Fall bei dem ich einfach nur Hassgefühle bekomme.

Leute holen sich aktiven und quirligen JRT Welpen, ziehen ihn irgendwie auf, bieten ihm weder vernünftig Auslauf noch Sozialisierung. Die einzige Bewegung besteht aus Ballspielen.

Fazit: Hund wird unglücklich und versucht sich zu äußern, wird als bissig abgestempelt und abgeschoben :motz: . So landete sie zu mir.

Den Ball bekommt sie nur noch dosiert bzw. eigentlich gar nicht mehr.

Und es wurde echt besser. Sie ist nicht mehr ganz so fixiert drauf, rennt nicht mehr hinter jedem her und dank Dummytraining mittlerweile vom fliegenden Ball abrufbar (Höchstleistung für sie).

Edit: Beim Vogelaufscheuchen hat sie sich übrigens selbst kuriert. Sie ist mal auf einen ziemlich mutigen Reiher gestoßen, der eben nicht wie alle anderen Vögel sofort aufflog sondern nach ihr hackt und ganz kurz nachsetzte. Puh sie ist um ihr Leben weg gerannt wie mir schien.

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