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Hundeforum Der Hund
Samy01

Briard: Sturm- und Drangzeit

Empfohlene Beiträge

Hallo

ich habe jetzt eine Weile nach dem entsprechenden Thema im Forum gesucht,konnte aber nichts passendes finden.

Also frage ich selbst nach :kaffee:

Es geht um meinen 2,5 jährigen Briard Rüden ,er ist Rasse-typisch sehr temperamentvoll,eigensinnig und im spiel mit anderen Hunden sehr wild aber ohne Aggression .Wir gehen seit er 10 Wochen alt ist in die Hundeschule, er ist gut sozialisiert,unkastiert aber seit 4 Wochen "chemisch gechipt" .

Aber im Moment bringt er mich wirklich an meine Grenzen, nicht nur das er seit etwa 6 Wochen anfängt sich mit anderen potenten Rüden anzulegen, er ist jetzt auch noch wilder als sonst und startet immer wieder den Versuch meine Kommandos in Frage zu stellen. Da ich wirklich SEHR viel Zeit mit ihm verbringe -ca. 3 st.täglich Gassi/Beschäftigung/Hundeschule oder Treffen mit anderen Hundebesitzern- kann ich nicht glauben das er unterfordert ist.

...und nun endlich zu meiner Frage, ist sein verändertes Verhalten auf sein Alter zurück zu führen? Wann genau ist ein Briard in seiner Sturm und Drang Phase?

Ich hoffe es gibt den ein oder anderen Briard erfahrenen Halter hier der mir weiterhelfen kann :klatsch:

Danke schon mal

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Zum einen: wenn er momentan vermehrt Aggressionen gegenüber Artgenossen zeigt, kann es sein, dass das auf die Erstverschlimmerung durch den Chip entsteht. In den ersten 6 Wochen nach Setzen des Chips, KÖNNEN Aggressionen auftreten, da der gesamte Hormonhaushalt durcheinander gebracht wird.

Zum anderen: Briards sind Spätentwickler und natürlich kann es sein, dass er jetzt gerade anfängt, Dich und alles in Frage zu stellen und auch mal zu verweigern.

Ob man das veränderte Verhalten alleine auf die Rasse zurück führen kann, weiß ich nicht. Jeder junge Hund wird Zeiten haben, wo er einfach mal ein bisschen austestet. Die Frage ist, wie reagiere ich als Mensch darauf.

In welchem Bereich genau hast Du denn Probleme, das geht aus Deinem Post leider nicht hervor.

Und die andere Frage ist, was machst Du außer 3 Stunden spazieren gehen noch mit dem Hund?

Lastest Du ihn in irgendeiner Form vom Kopf her aus?

Beschreib mal ein bisschen näher.

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Die Erstverschlimmerung durch den Chip war auch mein erster Gedanke.

Das sog. Flare Up (zu deutsch etwa: Aufflackern) der Hormonproduktion bei der Erstanwendung von Suprelorin. Ein ähnlicher Effekt kann übrigens beim Abklingen der Wirkung auftreten.

Ansonsten kann ich als halbe Briard-Halterin sagen, dass der Spruch auf meine zutrifft:

Unter jeder Pfote ein Jahr, dann ist der Hund erwachsen.

Meine wird im Sommer 5 und ich habe seit ein paar Monaten ab und an das Gefühl, sie könnte ein wenig erwachsen sein :) Reagiert nicht mehr ganz so impulsiv auf Reize, wird gelassener. Zumindest in einigen Situationen.

Wie reagierst du auf sein verändertes Verhalten? Oft schaukelt man sich gegenseitig in etwas hinein, ohne sich dessen bewusst zu sein.

LG Antonia

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Ich kenne sowas. Meine großer Rüde (Jagdhundmischling) ist jetzt knapp 4,5 Jahre alt und ich habe jetzt erst das Gefühl das er so langsam erwachsen wird. Manche sind einfach spät und dran ist das bei deiner Rasse ja auch normal. Noch dazu kommt die Hormonumstellung durch den Chip. Gib deinem Hund und dir Zeit und arbeite weiter an seiner Erziehung. Das wird mit der Zeit schon wieder.

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Hallo

Danke schon mal für Eure Antworten.

Also erstmal ist er 24 Std am Tag mit mir zusammen ich habe die Möglichkeit ihn immer mitzunehmen.Dann haben wir mit unterschiedlichen Hundebesitzern im Wechsel tägl. Treffen zum Spielen und auspowern.Einmal die Woche sind wir in der Hundeschule. Ansonsten liebt er Suchspiele/Nasenarbeit, Futterbeutel verstecken oder kleinere Gegenstände die nach mir riechen (Mütze,Handschuhe ein Tuch etc)

Mein Hauptproblem zur Zeit ist wie er auf andere Potente Rüden reagiert,das ist wie gesagt seit ca.6 Wochen der Fall, es sind immer Dominanz Geschichten,lautstarkes Gerangel also keine Beißerei mit Verletzungen.Ich kenne ihn so nicht, er konnte immer mit allem und jedem,und -ohne Übertreibung-von heute auf morgen dieses Verhalten.

Tja und die Sache mit dem Gehorsam,es ist schon offensichtlich das er meine Entscheidung das eine oder andere mal in Frage stellt. Beispiel: Ich sage ihm bei einer Gassirunde er soll sich setzen/legen oder auch bleiben.Da sieht er mich an als ob ich nicht ganz dicht wäre,zur Abwechslung wird sch auch mal gekratzt oder eben was anderes unglaublich wichtiges gemacht.Aber ich bin dann schon so konsequent das ich dran bleibe.Den Blödsinn macht er aber nur wenn wir draußen sind,im Haus ist er ruhig und legt sich ab. Wie lang hält denn die evtl. Reaktion (Flare up) an?

Meine Züchterin sagte es kann schon sein das es am Alter liegt und es sich mit spätestens 3 Jahren legen wird. Ich bin nicht sicher ob ich das aushalte...Aber mal im Ernst dieses Verhalten insbesondere das mit anderen Rüden ist schon sehr anstrengend , zumal ich mir so viel Mühe mit seiner Sozialisierung gemacht habe.

Liebe grüße

Conny

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Mein 3jähriger Rüde hatte Anfang des Jahres auch Anwandlungen, sich mit anderen intakten Rüden zu zoffen, extrem markiert im Beisein anderer Hunde usw.

Anfang Februar bekam er den Jahreschip. Nach 4 Wochen keinerlei Veränderung an den Hoden, ABER dann mit einem Mal extreme Verstärkung der hormongesteuerten Reaktionen auf andere Hunde. Das dauerte etwa 4 Wochen an (eine seeehr harte Zeit... :motz: ), dann fingen die Hoden an zu schrumpfen und ich bekam ganz allmählich wieder einen ansprechbaren Hund.

In den 4 "schlimmen" Wochen konnte ich ihn nicht mit anderen Hunden laufen lassen und habe ihn auch nicht in die HuTa gebracht, weil er ALLE anderen Hunde (Geschlecht egal) dominiert hat.

...und in der HuTa ist er einmal die Woche, damit er Kontakt zu anderen Hunden hat... ;)

Nun ist seit einigen Wochen wieder alles soweit "gut" bzw. gut händelbar, die komplette Wirkung des Chips haben wir aber vermutlich noch nicht erreicht.

Also: durchhalten, es besteht noch Hoffnung... ;):so

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er konnte immer mit allem und jedem,und -ohne Übertreibung-von heute auf morgen dieses Verhalten.

Nochmal zum Verständnis, die Verhaltensänderung kam VOR dem Chip? Hast du ihm deshalb den Chip implantieren lassen?

dieses Verhalten insbesondere das mit anderen Rüden ist schon sehr anstrengend , zumal ich mir so viel Mühe mit seiner Sozialisierung gemacht habe.

Naja, das hat nichts mit Sozialisation zu tun, wenn ein Rüde erwachsen wird und andere Rüden als Konkurrenten wahrnimmt. Das ist ganz normales Hundeverhalten.

Dass es anstrengend ist, bestreite ich allerdings nicht :)

Was mich aber sehr wundert ist dass es von jetzt auf gleich kam. Ist da wirklich nichts vorgefallen? Bekanntschaft mit einem fremden Rüden, Klopperei o.ä.?

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Hallo

ja die Veränderung kam vor dem Chip und nein der Chip war nicht der Grund dafür,ich habe ihn einsetzen lassen weil er in der Hundeschule sehr auf eine bestimmte Hündin fixiert war und ein normales Arbeiten so schwierig wurde.Eine Kastration wollten wir erstmal nicht vornehmen lassen und den Chip testen um zu sehen ob/wie sich sein Verhalten verändert.Sollte er sich positiv entwickeln kommt auch eine Kastration in Frage

Es gab keine "Klopperei" im Vorfeld ,es war so wie ich es schon beschrieben habe von heute auf morgen hat er auf andere Rüden so reagiert.

Genau aus dem Grund habe ich ja so gezielt meine Frage gestellt:Fällt die Sturm und Drang Zeit von großen Rassen bzw Briards in die bereits erwähnte Altersgruppe?

Viele Grüße

Conny

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Huhu

meine Eltern habe auch nur einen "halben" Briard, aber wie deiner fing er fast urplötzlich mit ca 2,5 Jahren an, sich mit anderen Rüden anzulegen. Da er ne kleine (aber großgewachsene) Memme ist, geht er nur auf kleine oder schwache Hunde los... sehr witzig.

Bei unserem hat sich das leider nicht wirklich gebessert, wir vermuten zum üblichen Rüden-Verhalten auch noch ein sehr starkes Territorialverhalten.

Inzwischen ist er deutlich erwachsener geworden, jetzt mit 4 Jahren "schon" :D

Keine Ahnung ob das "Sturm und Drang" war, aber definitiv stimmt die Altersgruppe: von 2,5 bis etwa 4 Jahren.

Ich bin aber kein Briard-Profi (und meine Eltern auch nicht, was vermutlich ein Problem war in unseren Fall ;) ) und deswegen kann ich dir da nicht weit helfen. Vielleicht bekommst du ja noch Tipps, es gibt hier ein oder zwei Leute die auch Briards halten.

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Was passiert denn genau, wenn er auf einen intakten Rüden trifft? Zeigt er das Verhalten eher bei fremden Hunden oder auch bei Hunden, die er schon länger kennt.

Ich finde es jetzt nicht ganz unnormal, dass zwei intakte Rüden sich mal einen kleinen Kommentkampf liefern oder umeinander rum stelzen und sich gegenseitig ordentlich abchecken.

Das gehört zum Rüdenverhalten einfach dazu und hat mit Sozialisierung auch nicht viel zu tun.

Die Vorstellung, dass alle Hunde immer nur nett miteinander sind und schön zusammen spielen, ist zwar eine schöne, existiert aber leider auch nur in unserem menschlichen Denken.

Wenn er aufgrund vieler und guter Hundekontakte gelernt hat, gut zu kommunizieren und seine Aggressionen (oft sind diese, richtig eingesetzt, eher deeskalierend) händeln kann und genau weiß, bei wem man mal ne dicke Lippe riskieren kann und bei wem man es besser lässt, finde ich das Verhalten völlig ok.Letztendlich kommt es darauf an, dass er mich ernst nimmt und ich sein Verhalten steuern und kontrollieren kann.

Ob es jetzt ne Phase ist oder nicht und wie genau die heißt und ob das nun briardtypisch ist oder nicht, ändert letztendlich nichts dran.

Wichtig ist, dass Du ihn händeln kannst, sein Verhalten einschätzen und lesen kannst und Hundekontakte managst. Und wenn man mal einen Hund nicht leiden kann, ist das auch kein Drama, finde ich.

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