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Hundeforum Der Hund
Birgit S

Gemeinschaftsarbeit mit dem Hund

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Hi ihr,

das Thema interessiert mich sehr, da ich jahrelang dank SD-U einen Hund hatte, der in seiner eigenen Welt lebte.

Nachdem er eingestellt wurde mit Forthyron Tbl. hatte ich erstmals die Chance, mit meinem Hund überhaupt zusammen zu leben.

Mittlerweile nehme ich ihn mit zur Arbeit, er lebt einfach mit mir zusammen.

Wir machen keinen Hundesport und gehen in keine Hundeschule mehr.

Ich finde, dass es ein längerer Prozess ist, bis man sich so richtig versteht. Für Hundeanfänger allemal.

In den schwierigen Jahren habe ich allerdings sehr viel gelernt, über meinen Hund, aber auch über Hunde allgemein.

Das in dem anderen Thread angesprochene Verscheuchen des Hundes bei unerlaubtem Entfernen hatte ich damals auch versucht, was aber außer einer leichten Verstörtheit nichts bei meinem Hund bewirkt hat.

Mitnichten hatte er damals verstanden, dass er sich nicht unerlaubt entfernen darf.

Das war ihm schlicht egal. Er wusste, dass er mich immer wiederfindet oder sein zu Hause findet.

Denn er ist ja nicht blöd.

Mich hat es ziemlich verzweifelt, dass ihm die Gemeinschaft mit mir recht egal ist.

Außerdem hatte er ja beides, sein Jagen (oder Streunen) und mich, die er immer wieder fand.

Und nachdem ich ein Weilchen böse war war es wieder gut.

Er nahm das in Kauf.

Ich denke, das alles ist ein Gesamtpaket.

Einzeln geht gar nichts.

Es hat mit Vertrauensarbeit, mit Souveränität und solchen Dingen zu tun.

Also sagt mal, was für euch Schlüsselerlebnisse waren in Sachen Gemeinschaft und Vertrauen.

Wie gestaltet ihr euren Alltag, damit "Gemeinschaft" entsteht?

LG

Birgit

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In diesem Zusammenhang benutze ich zwar auch das Wort "Arbeit", allerdings passt es nicht wirklich zu dem was ich denke oder fühle wenn ich was mit dem Hund mache. Wir machen ja auch keinen Hundesport oder sowas, sondern blödeln eigentlich nur ein wenig rum.

Jacki möchte gerne beschäftigt werden, sie will laufen - und das kann sie auch auf längeren Spaziergängen und/oder -ritten. Mal ein bißchen Action hier, mal wenig Herausforderung dort, mehr machen wir nicht. Jacki läuft sozusagen nebenher.

Das Gesamtpaket zwischen uns stimmt, denn sonst könnte ich mir nicht erklären, daß Jacki z.B bei einem epileptischen Anfall meine/unsere Nähe (Schutz) sucht. DAS ist für mich der Vertrauensbeweis schlechthin.

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Eine gute Gemeinschaft ist hier erst entstanden, als ich angefangen habe, meinen Hund als Persönlichkeit mit allen Ecken und Kanten wahrzunehmen und so zu akzeptieren.

Auf unsere Aktivitäten im Alltag hat sich das jetzt nicht so viel ausgewirkt, aber für die Bindung/Beziehung war das irgendwie schon der Knackpunkt.

Ein Schlüsselerlebnis in Sachen Vertrauen war z.B. als es donnerte (sie hat panische Angst bei Gewitter und Feuerwerk) und sie das erste Mal umgedreht ist und direkt zu mir kam anstatt wegzulaufen. Das heißt jetzt leider nicht, dass es immer so ist, aber es war ein schöner Anfang. Es kam später trotzdem nochmal vor, dass sie erstmal weggelaufen ist, offenbar war ich da gedanklich zu weit weg und nicht bei ihr.

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Stimmt Hilde, ich finde das Wort Arbeit auch nicht so passend.

Aber was bringt einen Hund dazu, bei einem zu bleiben? Außer der Leine. Auf den Menschen zu achten und gar nicht das Bedürfnis zu haben, eigenständig zu handeln?

Insgesamt denke ich schon, dass es sehr individuell ist.

Ich empfinde meinen Hund als sehr eigenständig, selbstständig Entscheidungen treffend und durchaus in der Lage, ohne Menschen klar zu kommen.

Manch einer mag sagen, so einen Hund hätte ich nie :D

Nun hab ich ihn aber und möchte das bestmögliche erreichen ;)

LG

Birgit

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Und hier muß ich passen - ich kann das nicht erklären und um ehrlich zu sein: Mir persönlich ist der Grund auch relativ egal, hauptsache Jacki bleibt wo sie ist, nämlich bei mir/uns. Wir haben Glück, Jacki ist keine Jägerin. Von daher habe ich vermutlich auch leicht reden...

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Originalbeitrag

Eine gute Gemeinschaft ist hier erst entstanden, als ich angefangen habe, meinen Hund als Persönlichkeit mit allen Ecken und Kanten wahrzunehmen und so zu akzeptieren.

Auf unsere Aktivitäten im Alltag hat sich das jetzt nicht so viel ausgewirkt, aber für die Bindung/Beziehung war das irgendwie schon der Knackpunkt.

Ja, das. Zumindest war das bei MIR der Anfang - wann mein Hund damit anfing, weiß ich nicht. Aber inzwischen tut er es, und die Beziehung oder Zusammenarbeit etc ist enorm besser geworden.

Mein (persönlicher, aber immer wieder angepriesener weil im Grunde ungefährlicher) Schlüssel zum Erfolg war, dass ich anfing die Aufgabe meines Hundes zu ermitteln (bei HTS wäre er ein Polizist) und dann in diesem Sinne mit ihm zu kommunizieren.

Sprich:

Mein Hund ist in meinen Augen zumindest dazu geboren, Dinge blitzschnell wahr zu nehmen und zu "melden". Er meldet, weil kein anderer Hund vorhanden die das interessiert, mir.

Bis dahin war es so, dass seine Meldungen quasi ins Leere liefen. Erst, wenn er von der Meldung "da, Hund" in "ok, Hund, ich mach den mal eben fertig" umschwenkte, habe ich reagiert. VIEL zu spät!

Denn bis zu dem Punkt hatte er mir schon sehr viel früher "gesagt", dass da gleich ein Hund kommt.

Nur sind Hunde nicht solche Plappertaschen wie wir Menschen, und er hat nur einen kurzen Blick in die Richtung geworfen, Ohren etwas gespitzt.

Wirklich nie sehr lange - für den richtigen Hund aber wäre das genau ausreichend gewesen.

Die Meldung zu bewerten, das liegt in meiner Hand (als Ersatz-Hund, sozusagen). Wie mach ich das? - wie machen es Hunde.

Nur körpersprachlich.

Wer mal ein Video gesehen hat, bei dem ein Hund den anderen "schickt", der wird verstehen was ich meine. Das ist ein kurzer Blick, der mal eben zeigt "jo, mach den da mal alle" - und Juhuu, los gehts. Meist sind die "Schicker" gar nicht selber groß auffällig, und man schnauzt ständig den falschen Hund an, anstatt dem "Schicker" mal zu erklären, dass das grade unerwünscht ist. Stattdessen bekommt der "Geschickte" eins auf den Deckel...

Also hab ich mir angewöhnt, eben NICHT zu schicken.

Ich blicke KURZ, wirklich nur ganz kurz in die Richtung, die angezeigt wird - und dann wieder weg. Meine Bewertung wäre (so hoffe ich zumindest - was mein Hund tatsächlich empfindet weiß ich natürlich nicht) "Jo, gesehen, unwichtig"

Manchmal gibt es noch ein verbales Gequatsche dazu, sowas wie "ja, ok, wir gehen aber hier lang"

Das ist wirklcih nicht viel gewesen, genauer gesagt ist das kaum etwas.

Aber die Wirkung war wirklich durchschlagend!

Von sich aus bietet Lemmy nun die Dinge an, die mir früher wichtig waren.

Ich verlange kein "Fuß" mehr um an anderen Hunden vorbei zu gehen. Hat eh nie geklappt ;)

Ich gehe einfach einen leichten Bogen - und mein Hund geht mit!

Er weicht nicht mehr ab vom Bogen, um den Hund der uns entgegen kommt mal eben auf zu mischen. Er bleibt in meiner nähe, die ich aber nicht mehr zwanghaft einfordere (mit "Fuß" oder so)

Witzigerweise gehorcht er BESSER (wenn ich mal was verlange), seit ich weniger verlange.

Jagen tut er (vermutlich) immer noch. Aber wie schon gesagt, ich hab einfach die Leine dran. Stirbt keiner von, und Freiraum hat er so auch (ist 10 m Leine, die dazu noch schleift meistens)

Ach so, und wir machen Mantrailing. Das findet er auch super, es ist gute Zusammenarbeits-Arbeit und er kann zeigen, wie toll er ist ;)

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Friederike, Lemmy und Timmy sind sich sehr ähnlich :D

Also hab ich mir angewöhnt, eben NICHT zu schicken.

Ich blicke KURZ, wirklich nur ganz kurz in die Richtung, die angezeigt wird - und dann wieder weg. Meine Bewertung wäre (so hoffe ich zumindest - was mein Hund tatsächlich empfindet weiß ich natürlich nicht) "Jo, gesehen, unwichtig"

Nur hier hab ich so meine Zweifel. Ich denke Timmy wäre der "geschickte" Hund und er möchte gerne geschickt werden.

Nun muss ich ihn überzeugen, dass nicht alles auf der Welt geregelt werden braucht.

An dieser Einsicht hapert es etwas.

An der Einsicht oder an meiner Überzeugungskraft ;)

Ich nehme ihn ja jetzt häufiger mit zum Nachtdienst und dort überlässt er mir alle Entscheidungen.

Früher sah das noch ganz anders aus. Da wollte er alle Ungewöhnlichkeiten melden und regeln.

Daran sehe ich, dass wir auf einem guten Weg sind.

Nur draußen meint er noch oft, es sind SEINE Kompetenzen. Ob andere Hunde, Katze oder Kaninchen :Oo

Ich beobachte ihn und rede viel mit ihm. Sieht er was oder riecht etwas, dann kommentiere ich das.

Es wird besser, aber gaaanz langsam.

LG

Birgit

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Vielleicht ist es bei mir anders, weil ich einen sog. "Gebrauchshund" habe. Lady ist ein Hütehund. Sie will arbeiten, das ist für sie ein Bedürfnis! Sie ist bereits unser zweiter Berger des Pyrénées und unser erster ist schon als Welpe auf die Weiden gerannt und hat das Vieh getrieben :wall: Damals wurden wir davon überrumpelt, bei Lady natürlich nicht mehr :D Von daher baue ich die Beziehung zu meinen Hunden schon auch über das zusammen Arbeiten auf!

Ich hatte schon zu Skipper und jetzt auch zu Lady eine extrem enge Bindung resp. sie zu mir. Und alle Leute, die unseren Hund mit uns erleben, sind überrascht davon! Lady läuft ca. 3 m voraus, bleibt stehen und macht Blickkontakt zu mir. Kann sie den nicht herstellen, weil z.B. eine andere Person zwischen uns läuft oder ich mich versteckt habe, dann sucht Lady sofort nach mir! Dabei sage ich kein Wort... Wenn Lady mit einem Hund spielt, bricht sie immer wieder kurz das Spiel ab und macht Blickkontakt zu mir. Sieht sie, dass ich ruhig stehe, spielt sie sofort weiter. Sobald ich weiterlaufe, bricht sie das Spiel ab und kommt zu mir. Ihre mentale Leine ist so stark, dass ich sie nur rufe, wenn überraschend von hinten ein Radfahrer kommt, damit ich sie an den Wegrand schicken kann. Ansonsten ist rufen unnötig! Bleibe ich stehen, kommt Lady eh SOFORT zu mir und bleibt neben mir stehen bis ich weiterlaufe. Ist ein anderer Hund da, schicke ich sie mit ihm spielen und wenn sie Lust hat, tut sie es, sonst bleibt sie neben mir stehen. Lady ist zu 99% frei. Wenn sie unsicher ist, macht sie Blickkontakt oder kommt zu mir. Ich bin für alles und jedes ihre Bezugsperson. Egal, ob sie sich verletzt hat, ob sie ein Blatt im Fell hat und das entfernt haben möchte, ob sie wegen einem anderen Hund unsicher ist und bei mir Schutz sucht, ob es dorniges Gestrüpp hat und sie ihr Spielzeug nicht selber rausholen will - sie kommt zu mir. Und auch Skipper war so!

Ich baue das mit den Welpen so auf, dass ich sie in der ersten Woche NIE an die Leine nehme! Sie sollen mir VON SICH AUS FOLGEN und gucken, wo ich bin! An gefährlichen Orten (Strasse usw.) nehme ich sie auf den Arm und trage sie. Wenn der Welpe sich an einem "gefährlichen Gegenstand" wie einem Müllsack usw. nicht vorbei traut und vor Angst bellt und stehen bleibt, dann gehe ich zu dem schlimmen Müllsack hin - ignoriere meinen Welpen - und streichle den Müllsack und rede ganz lieb mit hoher Stimme mit ihm (jaaa, ich weiss, sieht bekloppt aus für Menschen :D ) bis mein Welpe sich rantraut und dann lobe ich meinen mutigen Welpen über den grünen Klee und laufe weiter. Ich rufe nicht ständig, sondern laufe einfach langsam. Frisst der Welpe etwas, was er nicht soll, nehme ich es ihm weg. Ist der Welpe allein und kann nicht abhauen, dann verstecke ich mich - er soll lernen, dass er auf MICH ACHTEN MUSS! Nicht ICH muss ständig rufen und Action machen, der Welpe muss gucken!

Da man ja die erste Zeit eh jede Stunde raus muss, hat man schön Zeit das zu üben :D Bisher hat noch jeder meiner Welpen nach der ersten Woche auf mich geachtet. Dann erst habe ich begonnen sie namentlich draussen zu rufen! Im Haus spiele und arbeite ich viel mit meinem Welpen. Ist der kleine Knuddel wach, sofort raus, und wieder drin, wird erst mal eine Runde zusammen am Boden rumgebalgt und gespielt. Den ersten Monat verbringe ich am Boden mit meinem Welpen... So bekommen sie viel Körperkontakt, ich bin immer "greifbar" für den Welpen, ausser ab der 3. Woche, da fange ich mit dem Alleinseintraining an.

Interessant ist noch, dass ich ja auch Dogsitting mache. Von den Hunden, die ich tageweise oder z.T. einfach ein paar Wochen im Jahr betreue sind nur ganz wenige Hütehunde. Die anderen sind "bunt gemischte" Rassen vom Chihuahua über Dackel bis zum Labbi. Aber sie alle haben in kurzer Zeit eine gute Bindung zu mir hergestellt, einige sogar eine bessere als zu ihren Haltern :Oo Evt. liegt es auch daran, dass ich sehr konsequent und strukturiert und für Hunde damit "gut lesbar" bin. Oder wie Moony schrieb: ich respektiere das Wesen von jedem Hund! Lady hat andere Vorlieben als unserer früherer Skipper sie hatte und sie DARF andere haben, obwohl sie auch ein Pyrie ist! Das macht ihn und sie einzigartig :kuss:

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Originalbeitrag

Friederike, Lemmy und Timmy sind sich sehr ähnlich :D

Das hab ich auch immer so gedacht :)

Nur hier hab ich so meine Zweifel. Ich denke Timmy wäre der "geschickte" Hund und er möchte gerne geschickt werden.

Klar, meinen Hund könnte ich auch schicken. Und er ist mit Sicherheit einer, dessen Aufgabe das "geschickt werden" beinhaltet.

Hab ich einmal gemacht, weil eine nervige Hündin auf unseren Hüftkranken aber weicheiigen Butch aufgeritten ist. Nur ein Blick, ein "regel das", und dann stakste er mal hin und die Hündin war unten. Keinerlei Körperkontakt nötig von Lemmy.

Das war eine Situation, bei der ich WUSSTE, dass er a) der Hündin nichts tun wird und B) die Hündin sofort reagieren wird. Hat auch geklappt, aber normalerweise schicke ich ihn eben nicht.

Keine Ahnung, ob ich mental irgendwelche Schwingungen aussende, wenn ich ihn explizit nicht schicke :think:

Bewusst jedenfalls nicht :D

Meine "check-Blicke" sind wirklich nur ein Kopfdrehen oder ein Augenaufschlag in die Richtung, in die er angezeigt hat. Dabei sehe ich eigentlich selten, was er dort wahr genommen hat... ist auch nicht wichtig. Ich nehme zur Kenntnis, dass da was war, und was immer es auch ist, es wird wohl nicht wichtig sein.

Bei Wild - neee, da würde ich nie darauf vertrauen, dass er nur nach "Freigabe" losgehen würde :Oo

ich habe den Eindruck - mehr ist es ja nicht, lediglich ein Eindruck - dass mein Status bei meinem Hund enorm gewachsen ist, seit ich auf seine Meldungen reagiere. Hätte ich vorher immer gedacht, bei uns läuft alles tutti, so muss ich jetzt im direkten Vergleich sagen, dass da noch viel Verbesserungspotential war. Und ich bin sicher, dass es das immer noch gibt heute ;)

Ich rede eigentlich nicht dauernd mit ihm, aber ich beachte was er beachtet - und vielleicht war es bei meinem Hund einfach ein kleinerer Schritt als bei Timmy. Lemmy ist ja auch schon ein wenig älter.

Dass dein Hund jetzt mit zur Arbeit kann ist super! Ist doch toll :yes:

Ich muss dazu sagen: mein Hund hat immer noch "Ecken und Kanten". Er jagt (bzw würde wenn er dürfte), er ist unglaublich bellfreudig, er verteidigt Höhlen unter dem Tisch :Oo und er kann nicht alleine sein (ausser zur Jagd ... ).

Perfekt ist mein Hund immer noch nicht, und wenn ich mir seinen grauen Bart so ansehe, wird er das wohl auch nicht werden ;)

Aber sind wir beide zusammen unterwegs, dann sind wir ein super Team. Andere Hunde halten erstaunlicherweise meist freiwillig Abstand - tun sie es nicht, dann weil sie sich geirrt haben (und dann plötzlich doof gucken :D ) oder weil sie genau so drauf sind wie er - und dann sorgen ich für einen geordneten Rückzug :zunge:

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Meine Hunde hatte ich alle als Welpen (3 jetzt insgesamt).

Meine Intention war immer, meine Hunde "stark" zu machen, im Sinne von souverän, wobei souverän für mich bedeutet, sich der eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu sein, dabei zu erkennen, wie das jeweilige Gegenüber tickt - und zu entscheiden, wie am Besten damit unbeschadet umzugehen ist.

Zu lernen, wie das Gegenüber (also der andere Hund) tickt, habe ich möglichst viele Hundekontakte ermöglicht und meinen Hunden beigebracht, sich zunächst einmal die Zeit zu nehmen, diese zu beobachten und sich im gemäßigten Tempo zu nähern - bei dem Überrollkommandogen, das Golden anscheinend haben, war diese gemäßigte Annäherung für mich unerläßlich.

Dies gab mir auch selber die Zeit, das Hund-Halter-Gespann einzuschätzen, um dann einen Kontakt zuzulassen, oder aber lieber aus dem Weg zu gehen.

War ein Ausweichen nötig, so bin ich auch immer ausgewichen, schön im Bogen mit einem Abstand, der größtmöglichen Erfolg auf ruhiges Passieren brachte.

Leinenführigkeit habe ich keinen großen Wert drauf gelegt, mir war immer der Freilauf wichtiger, weil in unserem Alltag die Möglichkeit besteht, die Spaziergänge zu nahezu 100 % ohne Leine absolvieren zu können. Deshalb bin ich schon mit meinen Welpen zu Freilaufmöglichkeiten gefahren, wo sie ungefährdet unangeleint laufen konnten.

Die Spaziergänge beim Welpen sind ja noch sehr kurz, dabei habe ich sie von Beginn an ermuntert, ihre Umwelt mutig zu erkunden. Schutz durften sie immer bei mir suchen - und sie sind auch immer fündig geworden ;)

Die eigentliche Beschäftigung fand im häuslichen Bereich (Haus und Garten) statt, weil ich hier einfach ohne Ablenkung mit den Welpen agieren konnte.

Das waren dann hauptsächlich Tobespiele, bei denen ich von Beginn an darauf geachtet habe, dass meine Hände keine Kauspielzeuge sind (ich habe sie immer sanft, aber ganz konsequent dem Mäulchen entzogen, mal kommentarlos, mal mit einem "Au" oder einem sanften "Nein" mal als Alternative ein weiches Kauspielzeug ins Maul geschoben oder den Zipfel der Decke - das Thema war innerhalb weniger Tage durch).

Genauso diese "kleinen Alltagsregeln", wie Anspringen, ständig vor den Füßen rumwuseln, Leckerchen aus der Hand reißen etc., wurden einfach "nebenbei" ohne großes Tamtam und Üben beigebracht. Springt der Hund hoch - und beim Welpen WEISS ich das doch - dann halte ich die Handfläche etwas mehr als kniehoch, sodaß er gegen die Hand springt. Wuselt er vor mir rum, wird er sanft mit dem Bein oder der Hand zur Seite geschoben, damit ich mein Ding weitermachen kann. Reißt er mir die Leckerchen aus der Hand - nun, da gibt es den einfachen Trick, die Leckerchen nicht von oben mit spitzen Fingern hinzuhalten, sondern das Leckerchen einfach in der flachen Hand dem Hund UNTER das Maul zu halten.

Wenn ich Zeit und Lust habe, lasse ich mich auch gerne von meinen Jungs zum Streicheln oder Spielen auffordern - habe ich das nicht, bleibt es bei einem "Nein - jetzt nicht". Das haben meine Jungs schon als Welpen sehr schnell akzeptiert, hatte ich nie Probleme mit.

Beim gemeinsamen Toben mit mir Abzubrechen und ruhig zu werden haben sie dadurch gelernt, dass ich selber ganz ruhig wurde, nahezu eingefroren bin in der Bewegung - einen "leblosen Gegenstand" zum Spielen zu animieren, ist irgendwie frustrierend, weshalb sie selber auch aufhörten - was sofort SANFT gelobt wurde. Um zu signalisieren, dass das Spiel auch tatsächlich beendet ist, bin ich aufgestanden und habe ihnen eine Kleinigkeit zu Kauen gegeben, einen Hundekeks oder ein Stück Dörrfleisch z. B.. Damit haben sie sich dann sowieso irgendwo hingelegt und genüsslich gekaut =Spiel beendet :D

Dadurch haben meine Hunde überhaupt erst mal mitbekommen, dass es Regeln im Miteinander mit mir gibt - und auf diese Regeln konnte ich dann Stück für Stück aufbauen beim Junghund.

Puh, es gibt echt so viele Kleinigkeiten, die einfach so nebenher liefen, der Rückruf z. B., der sich einfach auf die Erfahrung schon beim Welpen: "Ey, die freut sich immer wie Huddel wenn ich zu der komm, da geh ich doch gerne hin!" aufgebaut hat ...

Das war jetzt zu meinen Hunden.

Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass meine Regeln auch für fremde Hunde, die sich in meinem Dunstkreis befinden, gelten, dass ich diese dort auch durchsetzen kann - völlig unspektakulär.

Vielleicht habe (und ich hoffe, dies bleibt auch so) ich bisher einfach immer ein glückliches Händchen gehabt bei der Wahl der Fremdkontakte; allerdings enden mittlerweile ca. 90 % aller Hundebegegnungen mit einem Kontakt - wobei ich bewusst ausschließlich in Gegenden mit nicht zu hoher Hundepopulation unterwegs bin.

Sicher mit ein Grund dafür, dass mir so manche unliebsame Begegnung, wie sie hier so häufig im Forum geschildert werden, bisher erspart geblieben ist.

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