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wolke07

Calciumcitrat, Calciumcarbonat, Eierschalenpulver ....Hiiiillfee

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Hallo zusammen,

bin total durcheinander wegen der Calciumversorgung meiner Hündin.

Wollte ursprünglich Calciumcitrat kaufen zur Calciumversorgung. Habe mich dann etwas informiert und dabei kam raus:

Calciumcitrat ist organisch und daher besser für den Hundekörper verwertbar. Aber für Hunde mit empfindlichen Magen oder dem Hang zu übersäuern eher nicht empfehlenswert. Das trifft auf Wolke zu.

Dachte OK, dann eben Calciumcarbonat :??? Tja, bei

Calciumcarbonat habe ich gefunden: Ist anorganisch, damit für den Hund nicht so gut verwertbar wie citrat.

Wieder woanders habe ich dann gelesen, dass beides sowohl Citrat, wie auch Carbonat schlecht ist, wenn es überdosiert wird, da der Hundekörper nur den Überschuss von natürlichem Calcium ausscheidet, diese beiden aber zu zu "künstlichen" dazuzählen und somit im Körper gespeichert werden, und das ebenfalls schädlich ist.

So, dann überlegt, was nun?!

Hatte noch Eierschalenpulver von Lunderland (ganz zu Anfang gekauft) und gedacht nimmst, das. Dort steht jedoch drauf ist nur zum "neutralisieren" vom Phosphor, welches man mit Fleisch etc. zuführt, aber nicht zur Calciumversorgung gedacht.

So, da ich jetzt komplett verunsichert bin, habe ich mir überlegt, einfach die Eierschalen zu sammeln, im Backofen etwas trocknen und mörsern (oder in Mixer) und ihr täglich davon einen

TL zu geben. Ein TL soll ja den Bedarf am Tag decken an Calcium, wenn Wolke dann an einem Tag Knochen bekommt, würde ich diesen TL dann eben an dem Tag nicht geben.

Wolke wiegt 31 kg somit würde sie ja, wenn ich mit 50 mg Calcium am Tag rechne: 1.550 mg / je Tag benötigen.

Oder ich gebe ihr einfach jeden Tag zwischen 100 g und 200 g Hühnerhälse, damit müsste ich ja definitiv auf der sicheren Seite sein, mit der Calciumversorgung, oder? 100 g Hühnerhälse müssten etwas um die 1.500 mg Calcium haben, wenn ich das richtig im Kopf habe.

Wäre super, wenn mir hierzu jemand was sagen könnte, der wirklich Ahnung von der Materie hat.

Vielen lieben Dank von einer völlig Verwirrten :Oo

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Ich schubs mal hoch, denn das würde mich wirklich auch mal schwer interessieren.

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Bessi - ca. 30 kg - soll pro Tag ungegfähr eine halbe Eierschale (schön fein zermahlen) bekommen. Allerdings bekommt sie wegen ihres Alters nur noch ca. 50 % Fleisch.

Möglicherweise braucht dein Hund als Ausgleich für den Fleischanteil etwas mehr Calcium. :???

LG

Renate

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(bearbeitet)

Sowohl Calciumcitrat als auch Calciumcarbonat als auch Eierschale (warum kauft man eigentlich sowas, Eier hat man doch für gewöhnlich zu Hause :??? ) sind fast pures Calcium und somit nur zum Ausgleichen gedacht falls ein Phosphor Überschuss besteht.

Das heißt, wenn du nur mit den 3 oben genannten Mitteln ergänzen würdest, dann magst du zwar auf deinen täglichen Calciumbedarf kommen, aber nicht auf das optimale Ca/P Verhältnis. Oder du supplementierst auf ein optimales Ca/P Verhältnis, dann wirst du aber nicht auf den Tagesbedarf von Calcium kommen.

Ich würde als Calciumquelle immer Knochenmehl geben. Damit erreicht man ein ausgewogenes Ca/P Verhältnis und erfüllt gleichzeitig den Tagesbedarf an Calcium.

Edit:

Warum willst du denn zusätzlich Calcium geben wenn der Hund Knochen bekommt?

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Oder ich gebe ihr einfach jeden Tag zwischen 100 g und 200 g Hühnerhälse, damit müsste ich ja definitiv auf der sicheren Seite sein, mit der Calciumversorgung, oder? 100 g Hühnerhälse müssten etwas um die 1.500 mg Calcium haben

So wurde das mal gemessen und seither so behauptet, ja :)

Finde ich die beste Lösung, da Knochen ja nicht nur Ca und P liefern, sondern auch etliche andere Mineralien.

Das Problem, wenn du Ca nur über Eierschalen deckst (die übrigens nur etwa zu 1/3 aus Ca bestehen) kann sein, dass der Hund zu wenig P bekommt, davon braucht er nach M/Z 60mg/kg KM /Tag.

Und bei Supplementierung ausschließlich mit Knochenmehl* ist schnell zuviel P im Hund.

Ja ich weiß, klingt nach Erbsenzählerei :zunge: .....ist es auch. Milligrammzählerei.

Da ich leider gar keine Knochen füttern kann, habe ich das 1x genau ausgerechnet für Jule knapp 30 Kilo und gebe nun täglich zu ca. 500g Fleisch etwa 2,5g Eierschalenmehl und 3g Knochenmehl von Grau.

So hat sie Pi mal Daumen die richtige Menge Ca und P und das Verhältnis stimmt grob und ungefähr.

*Was man als Knochenmehl zu kaufen bekommt ist übrigens nicht immer Mehl von Knochen. Das von Trixie etwa ist aus Mineralien zusammengemixt, nix naturrein, behaupten sie aber auch nicht, wenn man anruft und fragt.

Das ist nicht AUS Knochen, sondern FÜR die Knochen :so

Das von Grau ist naturrein.

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Warum willst du denn zusätzlich Calcium geben wenn der Hund Knochen bekommt?

gute Frage!

Kurze Version:

Das Gespenst 'Calzium-Phosphor-Verhältnis' besteht nur, wenn man seinem Hund nur Muskelfleisch (auch Herz) füttert. Wer seinem Hund eine Mischung aus Muskelfleisch, Sehnen, Bindegewebe, Fett, Innereien, Knorpel, Knochen füttert braucht sich da nicht so viele Gedanken zu machen.

Der Phosphorüberschuß entsteht bei der Fütterung von Muskelfleisch, weil es einen hohen Phosphorgehalt und einen niedrigen Calziumgehalt hat (ca. 1Teil Calcium auf drei Teile Phosphor)

Bei der Verfütterung von reinem Muskelfleisch entsteht also ein 'relativer' Kalziummangel. Das kann man ausgleichen indem man ein Mineralstoffgemisch zufüttern, das ein umgekehrtes Calzium/ Phosphor Verhältnis hat.

Aber am besten deckt man den Bedarf aber über fleischige Knochen.

..."neutralisieren" vom Phosphor, ...

Nett. Nein, Phosphor wird nicht wirklich 'neutralisiert'. Das Verhältnis macht hier den Unterschied.

Zu viel Phosphor bei gleichzeitig zu wenig Calcium über längere Zeit und in stärkerem Maß führt zur Knochenentmineralisierung

Die lange Version:

Calcium ist kein Spurenelement und findet sich im Körper hauptsächlich in den Knochen und den Zähnen in einer Verbindung mit Phosphor (Ca5(PO4)3(OH)). Aber auch der Rest des Körpers kommt nicht ohne Calcium aus. Bei der Erregung der Muskeln durch die Nerven wird es gebraucht, bei der Zellteilung, bei der Blutgerinnung…

Dabei ist dieses Element zum grossen Teil nicht ‚frei‘ sondern in Verbindungen mit anderen Elementen. Ein Teil ist an Proteine gebunden. Je nachdem wie es gebunden ist ändert sich der Name: z.B. Calciumcitrat, Calciumsulfat oder eben auch Calciumphosphat.

Je nach Alter, Aktivität und Lebensumständen ändert sich der Bedarf von sowohl Calcium als auch Phosphor. Das ist übrigens nicht nur bei Hunden, sondern auch beim Menschen so.

Nicht alles Calcium wird resorbiert (Beim Menschen geschieht das im Magen, ich nehme an bei Hunden auch). Je nach Bedarf wird ein größerer oder eben kleinerer Teil direkt wieder ausgeschieden.

Damit Calcium überhaupt aufgenommen werden kann ist in erster Linie eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D3 (z.B. in Fischölen wie Lebertran) notwendig. Zu viel aufgenommenes Calcium wird über die Nieren wieder ausgeschieden – das stellt für einen gesunden Hund (oder Menschen) auch kein Problem dar.

Übrigens fördern auch schwefelhaltige Aminosäuren die Ausscheidung von Calcium und die finden sich z.B. in Getreide.

Als Quelle für Calcium eigenen sich für Hunde vor allem Knochen, aber in Maßen z.B. auch Joghurt, Kefir, Quark (100 - 150 mg/100g Lebensmittel).

Nierengesunde Hunde scheiden Calcium wie schon geschrieben über die Nieren aus. Bei Hunden mit eingeschränkter Nierenfunktion ist die Sache komplizierter. Da besteht die Gefahr, dass sich Calciumcarbonat (das z.B. als ‚Phosphatbinder‘ eingesetzt wird – war oben angesprochen) zur Aderverkalkung beiträgt.

Man kann davon ausgehen, dass eine normale Ernährung keine Substitution erfordert. Calcium mit Knochen überzudosieren ist kaum möglich.

Dafür sorgt ein gesteuerter Kreislauf des Calciums an dem unterschiedliche Teile des Körpers beteiligt sind. Der Magen-Darmtrakt dient der Aufnahme und der Ausscheidung, die Knochen dienen als Zwischenspeicher und die Nieren scheiden schon im Körper befindliches überschüssiges Calcium aus. Geregelt wird dieser Kreislauf von calciumsensitiven Rezeptoren (in den Nebenschilddrüsen und den Nieren) die durch Hormone diesen Kreislauf steuern. Hier hat auch oben erwähntes Vitamin D seine Aufgabe indem es die Aufnahme von Calcium aus dem Darm steuert.

Calcium interagiert mit anderen Stoffen schon vor der Aufnahme. So behindern z.B. Vollkornprodukte, Mais oder Soja die Aufnahme, fördernd wirkt dagegen das schon angesprochene Vitamin D3 oder Zitronensäure.

Phosphor ist ebenfalls ein chemisches Element. Es kommt in vielen, sehr unterschiedlichen Formen vor. Hunde müssen, wie alle Lebewesen Phosphor mit der Nahrung aufnehmen (essentiell). Es spielt eine wichtige Rolle bei der DNA und der Energieversorgung der Zellen durch ADP/ATP. Wie das Calcium wird auch die Anwesenheit von Phosphor in eine Kreislauf geregelt.

Als Phosphorquelle (und niedrigem Calciumgehalt) gelten vor allem Muskelfleisch und Organe, besonders das Herz (ebenfalls ein Muskel).

Und jetzt zur Fütterung. Wie soll man jetzt die richtige Menge vom einen und vom anderen finden? Das scheint sehr kompliziert zu sein.

Man weiß

Knochen: viel Calcium

Muskelfleisch: viel Phosphor

Wer also genug Knochen füttert bringt das Verhältnis von Phosphor und Calcium wieder auf die Reihe – jetzt wird jeder wissen wollen was ‚genug‘ ist – hier kann man sich an normalen Beutetieren orientieren. Da findet sich ein Knochenanteil von ca. 7-10%. Daher kann man davon ausgehen, dass alles um die 10% Knochenanteil am Futter ‚genug‘ ist.

Die meisten Hunde lieben Knochen. Da ist es kein Problem. Bei den andern können die Knochen gewolft werden oder es wird Knochenmehl gefüttert.

Sollte ein Hund zu harten Stuhl haben kann ein Esslöffel Leinsamen und genügend Wasser Abhilfe schaffen.

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Danke für die ausführliche Erklärung! lv29.gif

Jetzt hängt die ganze Calcium-Phospor-Geschichte nicht mehr wie ein Damoklesschwert über mir.

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Sowohl Calciumcitrat als auch Calciumcarbonat als auch Eierschale (warum kauft man eigentlich sowas, Eier hat man doch für gewöhnlich zu Hause :??? ) sind fast pures Calcium und somit nur zum Ausgleichen gedacht falls ein Phosphor Überschuss besteht.

Das heißt, wenn du nur mit den 3 oben genannten Mitteln ergänzen würdest, dann magst du zwar auf deinen täglichen Calciumbedarf kommen, aber nicht auf das optimale Ca/P Verhältnis. Oder du supplementierst auf ein optimales Ca/P Verhältnis, dann wirst du aber nicht auf den Tagesbedarf von Calcium kommen.

Entweder ich steh gerade auf´m Schlauch, oder ich verstehe das einfach nicht.... würdest mir das nochmal für nochmal für Blonde erklären ;)

Ich würde als Calciumquelle immer Knochenmehl geben. Damit erreicht man ein ausgewogenes Ca/P Verhältnis und erfüllt gleichzeitig den Tagesbedarf an Calcium.

Edit:

Warum willst du denn zusätzlich Calcium geben wenn der Hund Knochen bekommt?

Wolke bekommt 1-2 x die Woche je um die 200-300 gr. Rinderbrustknochen und zwischendrin auch über die Woche verteilt immer wieder Hühnerhälse.

Und ich bin mir unsicher, ob das ausreicht :???

Bin eh total verwirrt mit dem Ca/Ph Verhältnis. Die einen sagen, ist nicht so wichtig. Die anderen wiederrum sagen, aber es ist eben doch wichtig.

Das heisst ja dann, Wolke würde jedesmal, wenn sie z. B. Rindfleisch, oder anders Fleisch mit Gemüse bekommt eine Portion mit einem absolut schlechten Ca/Ph Verhältnis zu sich nehmen, oder? Solche Portionen bekommt sie ja aber eigentlich tgl.

Edit:

@Dolby:

Vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung. Werde ich mir heute in Ruhe durchlesen, später. Bin jetzt auf Arbeit. Und da kommen bestimmt noch Rückfragen zu Deinem Text. Trotzdem Vielen Dank schon mal.

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Warum willst du denn zusätzlich Calcium geben wenn der Hund Knochen bekommt?

gute Frage!

Kurze Version:

Das Gespenst 'Calzium-Phosphor-Verhältnis' besteht nur, wenn man seinem Hund nur Muskelfleisch (auch Herz) füttert. Wer seinem Hund eine Mischung aus Muskelfleisch, Sehnen, Bindegewebe, Fett, Innereien, Knorpel, Knochen füttert braucht sich da nicht so viele Gedanken zu machen.

Also es gibt schon Tage, wo meine Hündin nur Muskelfleisch bekommt, aber an einem anderen Tag eben Knochen etc. Ich hoffe, ich liege damit richtig, dass nicht JEDE einzelne Portion korrekt in der Zusammensetzung sein muss, oder. D. h. wenn ich an einem Tag Pansen, an einem Blättermagen, an einem anderen Herz und wieder an einem anderen Innereien oder Schlund/Gurgel zum essen gebe ist das doch in Ordnung, oder liege ich damit falsch? Welches Fleisch z. B. ist denn Bindegewebe? Backenfleisch und Kopffleisch ist auch Muskelfleisch, oder?

Der Phosphorüberschuß entsteht bei der Fütterung von Muskelfleisch, weil es einen hohen Phosphorgehalt und einen niedrigen Calziumgehalt hat (ca. 1Teil Calcium auf drei Teile Phosphor)

Bei der Verfütterung von reinem Muskelfleisch entsteht also ein 'relativer' Kalziummangel. Das kann man ausgleichen indem man ein Mineralstoffgemisch zufüttern, das ein umgekehrtes Calzium/ Phosphor Verhältnis hat.

Aber am besten deckt man den Bedarf aber über fleischige Knochen.

Wie gesagt, gibt es Portionen, die aus reinem Muskelfleisch bestehen. Also bei mir sehen die Portionen eher so aus:

1 Tag komplett Muskelfleisch o.ä. ich mixe nicht die Portionen mit z. B. 30 g Innerein, 70 g Knochen, 50 g Pansen etc. sondern verteile diese Sachen über die Woche, weil ich der Meinung war und es auch so in versch. Büchern oder Foren gelesen habe, dass es eben über einen gewissen Zeitraum passen muss, und nicht jeden einzelnen Tag.

..."neutralisieren" vom Phosphor, ...

Nett. Nein, Phosphor wird nicht wirklich 'neutralisiert'. Das Verhältnis macht hier den Unterschied.

Zu viel Phosphor bei gleichzeitig zu wenig Calcium über längere Zeit und in stärkerem Maß führt zur Knochenentmineralisierung

Entweder ich habe Deine Antwort überlesen oder verstehe es nicht. Wozu benütze ich dann das Eierschalenpulver? Um das Verhältnis Ca/Ph vom Fleisch, welches ich gebe zu "verbessern", d.h. ich muss bei jeder Fütterung von Muskelfleisch Eierschalenpulver untermischen?

Die lange Version:

Calcium ist kein Spurenelement und findet sich im Körper hauptsächlich in den Knochen und den Zähnen in einer Verbindung mit Phosphor (Ca5(PO4)3(OH)). Aber auch der Rest des Körpers kommt nicht ohne Calcium aus. Bei der Erregung der Muskeln durch die Nerven wird es gebraucht, bei der Zellteilung, bei der Blutgerinnung…

Dabei ist dieses Element zum grossen Teil nicht ‚frei‘ sondern in Verbindungen mit anderen Elementen. Ein Teil ist an Proteine gebunden. Je nachdem wie es gebunden ist ändert sich der Name: z.B. Calciumcitrat, Calciumsulfat oder eben auch Calciumphosphat.

Je nach Alter, Aktivität und Lebensumständen ändert sich der Bedarf von sowohl Calcium als auch Phosphor. Das ist übrigens nicht nur bei Hunden, sondern auch beim Menschen so.

Nicht alles Calcium wird resorbiert (Beim Menschen geschieht das im Magen, ich nehme an bei Hunden auch). Je nach Bedarf wird ein größerer oder eben kleinerer Teil direkt wieder ausgeschieden.

Damit Calcium überhaupt aufgenommen werden kann ist in erster Linie eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D3 (z.B. in Fischölen wie Lebertran) notwendig.

Wolke bekommt äußerst selten Lebertran, weil gesagt wird, dass das sehr schnell überdosiert werden kann und auch zu einer Hypervitamose führen kann. Und es sei ausreichend in Fleisch, Fisch, Innereien enthalten. Kannst Du das so bestätigen?

Zu viel aufgenommenes Calcium wird über die Nieren wieder ausgeschieden – das stellt für einen gesunden Hund (oder Menschen) auch kein Problem dar.

Übrigens fördern auch schwefelhaltige Aminosäuren die Ausscheidung von Calcium und die finden sich z.B. in Getreide.

Als Quelle für Calcium eigenen sich für Hunde vor allem Knochen, aber in Maßen z.B. auch Joghurt, Kefir, Quark (100 - 150 mg/100g Lebensmittel).

Nierengesunde Hunde scheiden Calcium wie schon geschrieben über die Nieren aus. Bei Hunden mit eingeschränkter Nierenfunktion ist die Sache komplizierter. Da besteht die Gefahr, dass sich Calciumcarbonat (das z.B. als ‚Phosphatbinder‘ eingesetzt wird – war oben angesprochen) zur Aderverkalkung beiträgt.

Man kann davon ausgehen, dass eine normale Ernährung keine Substitution erfordert. Calcium mit Knochen überzudosieren ist kaum möglich.

Dafür sorgt ein gesteuerter Kreislauf des Calciums an dem unterschiedliche Teile des Körpers beteiligt sind. Der Magen-Darmtrakt dient der Aufnahme und der Ausscheidung, die Knochen dienen als Zwischenspeicher und die Nieren scheiden schon im Körper befindliches überschüssiges Calcium aus. Geregelt wird dieser Kreislauf von calciumsensitiven Rezeptoren (in den Nebenschilddrüsen und den Nieren) die durch Hormone diesen Kreislauf steuern. Hier hat auch oben erwähntes Vitamin D seine Aufgabe indem es die Aufnahme von Calcium aus dem Darm steuert.

Calcium interagiert mit anderen Stoffen schon vor der Aufnahme. So behindern z.B. Vollkornprodukte, Mais oder Soja die Aufnahme, fördernd wirkt dagegen das schon angesprochene Vitamin D3 oder Zitronensäure.

Phosphor ist ebenfalls ein chemisches Element. Es kommt in vielen, sehr unterschiedlichen Formen vor. Hunde müssen, wie alle Lebewesen Phosphor mit der Nahrung aufnehmen (essentiell). Es spielt eine wichtige Rolle bei der DNA und der Energieversorgung der Zellen durch ADP/ATP. Wie das Calcium wird auch die Anwesenheit von Phosphor in eine Kreislauf geregelt.

Als Phosphorquelle (und niedrigem Calciumgehalt) gelten vor allem Muskelfleisch und Organe, besonders das Herz (ebenfalls ein Muskel).

Und jetzt zur Fütterung. Wie soll man jetzt die richtige Menge vom einen und vom anderen finden? Das scheint sehr kompliziert zu sein.

Man weiß

Knochen: viel Calcium

Muskelfleisch: viel Phosphor

Wer also genug Knochen füttert bringt das Verhältnis von Phosphor und Calcium wieder auf die Reihe – jetzt wird jeder wissen wollen was ‚genug‘ ist – hier kann man sich an normalen Beutetieren orientieren. Da findet sich ein Knochenanteil von ca. 7-10%. Daher kann man davon ausgehen, dass alles um die 10% Knochenanteil am Futter ‚genug‘ ist.

Die meisten Hunde lieben Knochen. Da ist es kein Problem. Bei den andern können die Knochen gewolft werden oder es wird Knochenmehl gefüttert.

Sollte ein Hund zu harten Stuhl haben kann ein Esslöffel Leinsamen und genügend Wasser Abhilfe schaffen.

Meinst, wenn ich Wolke einfach täglich zwischen 100-200 gr. Knochen füttere und 1-2 x die Woche einen Rinderbrustknochen von ca. 200-300 gr. ist die Calciumversorgung gewährleistet und das Ca/PH Verhältnis im Einklang bzw. in Ordnung?

Sorry, für meine vielen Fragen, aber das Thema beschäftigt mich doch sehr.

Dankschön :kuss:

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Sorry, für meine vielen Fragen, aber das Thema beschäftigt mich doch sehr.

Kein Problem. Vielleicht hilft dir die Frage, ob du dir auch so viel Gedanken um deine eigene Ernährung machst? Ist bei dir jede Mahlzeit 100% ausgewogen? Wiegst du jedes Gram eines Lebensmittels ab?

Also es gibt schon Tage, wo meine Hündin nur Muskelfleisch bekommt, aber an einem anderen Tag eben Knochen etc.

Wenn man von 'Ausgewogenheit' spricht geht es eher um Wochen, bzw. sogar Monate und nicht um Tage. Die Knochen des Hundes (und des Menschen) sind der Calciumspeicher. Knochen im Körper sind kein totes Gewebe, wie manche glauben. Es findet ein ständiger Ab-und Wiederaufbau statt. Es ist kein Problem für den Körper Calcium'mangel' einer Mahlzeit zu verarbeiten, Da kann es z.B. schon genug sein ein wenig weniger Calcium durch die Nieren aus zu scheiden. Genau das ist der Regelkreislauf den ich kurz angesprochen habe.

Bindegewebe ist 'weiß', das sind Häute die um die Muskeln liegen, Sehnen, Bänder, ... alles was 'rot' ist sind Muskeln. Wer also gut durchwachsenes Fleisch von vielen Körperteilen füttert ist auf der sicheren Seite. Außerdem sind Innereien wichtig - und hier allen voran die Leber.

Darin befinden sich alle Vitamin die ein Hund braucht (A, D, E, K, B1, B2, B6, B12, Nicotinsäure, Pantothensäure, Biotin, Folsäure) Um das mit Gemüse hin zu bekommen muss sehr variiert und teils mit großen Mengen gefüttert werden - und selbst dann ist die Form in der die Vitamine vorliegen für Hunde uU problematisch. Das einzige was fast alle Gemüse und Fruchtsorten bieten - und Leber nicht - ist Vitamin C. Das können Hunde (im Gegensatz zum Menschen) aber selbst herstelle - es muss also gar nicht zugeführt werden..

Entweder ich habe Deine Antwort überlesen oder verstehe es nicht. Wozu benütze ich dann das Eierschalenpulver? Um das Verhältnis Ca/Ph vom Fleisch, welches ich gebe zu "verbessern", d.h. ich muss bei jeder Fütterung von Muskelfleisch Eierschalenpulver untermischen?

Eierschalen bestehen aus ca. 97% aus Calciumcarbonat (CaCO3)

Knochen bestehen zu ca. 55% aus einem Gemisch unterschiedlicher Mineralischer Verbindungen, darunter auch Calciumkarbonat, aber auch Calciumphosphat, Calciumfluorid, Calciumchlorid und Magnesiumphosphat (der Rest ist Wasser und organische Bestandteile)

Eierschalen eigenen sich also ganz gut um Calcium zuzuführen (wenn man z.B. keine Knochen füttern will oder kann). Schadet nicht, muss aber sicher nicht bei jeder Mahlzeit gegeben werden

Wolke bekommt äußerst selten Lebertran, weil gesagt wird, dass das sehr schnell überdosiert werden kann und auch zu einer Hypervitamose führen kann. Und es sei ausreichend in Fleisch, Fisch, Innereien enthalten. Kannst Du das so bestätigen?

Klar, ein zu Viel an Vitaminen ist auch nicht gut. Aber da über zu dosieren ist gar nicht so einfach. Bei Lebertran geht es auch weniger um die Überdosierung von Vitamin D sondern von Vitamin A. Aber da braucht man schon täglich ca. 5mal soviel über eine längeren Zeitraum. Vitamin D hat zudem eine recht kurze Halbwertzeit - 19–25 Stunden - das heißt dann ist die Hälfte schon wieder weg. Also das kann man auch entspannt sehen.

Meinst, wenn ich Wolke einfach täglich zwischen 100-200 gr. Knochen füttere und 1-2 x die Woche einen Rinderbrustknochen von ca. 200-300 gr. ist die Calciumversorgung gewährleistet und das Ca/PH Verhältnis im Einklang bzw. in Ordnung?

Ich hab jetzt nicht im Kopf wie schwer Wolke ist, aber wenn ca. 70-75% des Fleischanteils fleischige Knochen sind bist du auf der sicheren Seite.

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