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Hundeforum Der Hund
Lea11

Hund "schnappt"

Empfohlene Beiträge

Hallo ihr Lieben,

Ich habe mich hier angemeldet weil ich hier viele sehr kompetente Antworten gelesen habe und mir neuen Input und Hilfe in der jetzigen Situation erhoffe.

Kurz zu mir/ uns. Ich und mein Mann führen ein Rudel von insgesamt fünf Hunden und zwei kleinen Kindern:-) ich würde uns als recht Hundekompetent bezeichnen und wir haben bis dato keine Probleme mit unserem bunt gemischten Rudel gehabt, auch wenns nicht immer alles perfekt läuft. Besucher sind immer überrascht wie ruhig es bei uns zugeht, obwohl wir soviele Hunde haben.

Tja, und jetzt bin ich das erste mal wirklich ratlos und unsicher wie ich weiter vorgehe.

Es geht um unseren 1 1/2 jährigem Australien Sherperd Rüden ( kastriert). Ich höre jetzt manche von euch schon entnervt aufstöhnen :) Er ist der jüngste im Rudel und sehr gut darin integriert.

Ich würde unseren "guten Jungen" als ruhigen, gehorsamen und sehr gelassenen Hund bezeichnen. Es gibt Situationen da scheint er mir etwas unsicher. Strafen jeglicher Art müssen sehr dosiert sein, da er sehr sensibel ist und ich bemerke, wenn ich zu hart bin ( egal ob nur mit Stimme oder Körpersprache), er extrem unterwürfig und verunsichert ist und nur noch kuscht!

Er ist eigentlich sehr Salonfähig und wir nehmen ihn überall mit hin. Fremden und Besuchern gegenüber war er immer sehr aufgeschlossen und lies sich auch anfassen und streicheln. Da er sehr kuschelig ist hat er auch jede Gelegenheit genutzt um jemanden zu finden der ihn verwöhnt. Bei Kindern hatten wir bis dato keine Probleme. Bis jetzt...

Letzte Woche hat er das erste mal einen Freund meines Sohnes in den Arm geschnappt, als dieser sein Halsband anschauen wollte. Dabei zeigt er keinerlei Anzeichen, zumindest kann ich sie nicht sehen, von Aggression oder Warnung. Er dreht den Kopf und schnappt, um dann relativ relaxt wieder in der alten Position zu verharren. Die Zahnabdrücke waren an dem kleinen Ärmchen deutlich zu sehen und ich hab gedacht ich müsste sterben :-(

Die zweite Situation war außerhalb unseres Grundstücks mit einer fremden Frau die unseren Hund gestreichelt hat. Er lies sich auch Fröhlich begrabbeln und wedelte mit dem SchwAnz. Die Frau unterhielt sich dann eine Weile um dann wieder weiter zu grabbeln, und in dem Moment des Hand ausstreckens schnappte er auch schon danach, diesmal jeddoch in die Luft.

Besonders beängstigend ist für mich das ich seinenReaktion nicht voraussehen kann, obwohl ich darauf geschworen hätte das ich meine Hunde sehr gut lesen kann. Er macht auf mich in der Situation einen völlig ausdruckslosen Eindruck.

Jetzt ist es ja möglich situationsvermeidung zu betreiben und Fremden einfach nicht erlauben den Hund anzufassen. Aber zum einen ist es ganz schwierig Leute von ihm abzuhalten, weil er ja so süß und harmlos aussieht, und zum zweiten denke ich das hier gerade etwas seinen Anfang genommen hat, was sich schnell weiterentwickelt und nur noch schwer zu Bremsen ist.

Bezüglich unserer Kinder die noch recht klein sind, habe ich kein gutes Gefühl mehr und Sorge mich das diese mit der Schnapperei als nächstes dran sind. Auch weil ich bemerkt habe das ihm das Getobe doch eher nervt. Es ist für mich nur eine Frage der Zeit wann er diese auch " Maßregeln " will.

Ich habe diese Woche noch Termin in meiner Hundeschule bezüglich dieses Problems, habe aber im Vorgespräch schon bemerkt das das unter Umständen nicht ganz den gewünschten Erfolg bringt. Es fielen Worte mit : Aussies dieser Farbe neigen dazu usw...

Also meine Frage an Euch: was passiert hier gerade, was läuft falsch, was kann ich tun?

Grüße

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Ich würde den Hund erstmal vom Tierarzt komplett durchchecken lassen um auszuschließen, dass es evtl. Schmerzen sind, die dazu führen dass er schnappt.

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(bearbeitet)

Hallo,

Jetzt ist es ja möglich situationsvermeidung zu betreiben und Fremden einfach nicht erlauben den Hund anzufassen. Aber zum einen ist es ganz schwierig Leute von ihm abzuhalten, weil er ja so süß und harmlos aussieht, und zum zweiten denke ich das hier gerade etwas seinen Anfang genommen hat, was sich schnell weiterentwickelt und nur noch schwer zu Bremsen ist.

Bezüglich unserer Kinder die noch recht klein sind, habe ich kein gutes Gefühl mehr und Sorge mich das diese mit der Schnapperei als nächstes dran sind. Auch weil ich bemerkt habe das ihm das Getobe doch eher nervt. Es ist für mich nur eine Frage der Zeit wann er diese auch " Maßregeln " will.

Du schreibst hier zwei Dinge, die für mich zeigen, dass dein Hund bereits seit langem überfordert ist mit den Bedrängungen im Umfeld von Menschen/Kindern. Du beschreibst ihn ja als eher devot, etwas unsicher, gerade solche Hunde neigen dazu, dann so zu reagieren, wenn sie alleingelassen überfordert letztlich einen Ausweg suchen. Du schreibst, du kannst deine Hunde gut lesen. Glaub ich dir auch, du hast ja erkannt, dass er manchmal genervt ist von den Kindern, aber du hast noch nicht die richtige Schlussfolgerung gezogen.

Achte noch mehr auf seine Signale und sobald du merkst, dass er nicht mehr begeistert ist von Anfassen, Rennen etc. nimm ihn aus der Situation raus, lieber einmal zu früh als zu spät. Evtl. ist es sogar besser, ihn erstmal überhaupt nicht mehr von Fremden anfassen zu lassen und wenn dann nur, wenn er selber deutlich zeigt, dass er das möchte. Nicht jeder Hund ist dazu geboren, alles immerzu zu ertragen. Gerade so knuffige Hunde werden dann oft total überfordert, weil eben jeder sie nur herzig findet und andatschen will. Ich kenn das Problem bei Chihuahuas zur Genüge, wenn man da nicht von Anfang an klare Abgrenzungen trifft, wird jeder Chi früher oder später schnappen, weil es ihnen einfach irgendwann zuviel wird, tausendmal über den Kopf gestreichelt oder auf die Nase geditscht zu werden. Bei einem furchteinflössenden schwarzen großen Hund, der beim Hecheln schon seine Zähne zeigt, würde kaum ein Mensch auf die Idee kommen, ihm immer wieder über den Kopf zu streicheln. du hast ja noch andere Hunde, sag den Leuten einfach, sie sollen die anderen streicheln und nimm ihn hinter dich, dass keiner ran geht.

Nur mit Verbot oder Strafe wirst du nur erreichen, dass die Eskalationsleiter weiter oben noch härter zuschlägt, dh. er wird dann länger erdulden und dann ohne Vorwarnung (Schnappen) noch härter zubeissen. Es ist wichtig, dass er aus der Bedrängung genommen wird, bzw. erst gar nicht in die Bedrängung gelassen wird, damit ist nicht Wegsperren gemeint, sondern Abschirmung.

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Zur Erstsicherung: Hund an Maulkorb gewöhnen und anziehen.

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das hätte zumindest auch den Effekt, dass die Leute nicht mehr gedankenlos den Hund streicheln. Als Dauerlösung ist das aber kein Weg!

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Den Hinweis von Teckeljung finde ich sinnvoll!

Was aber - von meinem jetzigen Gefühl her - auch passen könnte: Vom Alter/Entwicklungsstand her könnte es durchaus sein, dass dein Hund jetzt ausprobiert, inwieweit er selber auch seiner Umwelt gegenüber SEINE Grenzen aufweisen kann.

Ich finde es absolut gerecht einem Hunde gegenüber, dessen eigene Grenzen zu berücksichtigen und ihm dabei zu helfen, dass diese auch von seiner Umwelt eingehalten werden können.

Als Halterin hast du nun die Aufgabe, ihm einerseits klar zu machen, dass "seine Art" des Grenzen-Aufzeigens nicht erwünscht ist, andererseits aber ein Alternativverhalten anzubieten, mit welchem sowohl deine Vorstellung von einem "umgänglichen" Hund als auch die Vorstellung deines Hundes zur Wahrung seiner Grenzen eingehalten werden.

Ein Alternativverhalten wäre in diesem Fall z. B. Rückzug - er sucht deine Nähe, damit du ihn vor "Belästigungen" schützt. Im Haus könnte dies ein Ort sein, den er aufsuchen kann wenn er absolute Ruhe haben will und wo ihn dann wirklich niemand stört.

Ich glaube aber nicht, dass dein Hund KURZFRISTIG diese Übergriffe bei Familienmitgliedern zeigt, zumindest nicht in der Form von Beißen (also tatsächliche Beschädigungen).

Familienmitglieder haben einen anderen Status als Fremde, wenn du diesbezüglich bisher keine Probleme hattest, wirst du zumindest Beschädigungen in naher Zukunft nicht befürchten müssen.

Wenn gesundheitliche Probleme ausgeschlossen werden können, halte ich dieses Verhalten für eine Phase; unbehandelt können sich daraus große Probleme entwickeln - aber du reagierst ja jetzt darauf ;)

Der Junge wollte sich das Halsband ansehen - hat er danach gegriffen, also eine Berührung im Nackenbereich des Hundes vollzogen?

Ob das für viele Hunde unangenehm ist, kann ich jetzt nicht sagen - aber DAS es für manche Hunde einfach unangenehm ist, sich dort von Fremden berühren zu lassen, weiß ich und finde ich auch nicht ungewöhnlich.

Fremde Kinder würde ich nicht mehr unbeaufsichtigt bzw. ohne schnelle Eingriffsmöglichkeit deinerseits mit deinem Hund zusammen lassen, vor Allem wenn es sich um jüngere Kinder handelt.

Bei der fremden Frau: Ist dein Hund den Erstkontakt (zum Grabbeln) freiwillig eingegangen, macht er das auch gerne?

Das ist gut; ist dieser Kontakt aber beendet bzw. unterbrochen (ihr habt euch unterhalten, dabei war der Hund erst mal Außen vor), dann gebe deinem Hund Schutz, indem du dich zwischen Hund und Mensch platzierst - so kann dein Hund selber entscheiden, ob er sich noch mal auf Locken hin begrabbeln lassen will.

Rückzug vor dem Hund unangenehmen Übergriffen seitens eines Menschen ist für mich die Alternative, und du solltest dafür sorgen, dass er diese Alternative auch hat.

P.S.: Die Hundeschule wäre mir aufgrund solcher Äußerungen auch ... hm ... "suspekt" ... :Oo

P.P.S: Kommt es trotz aller Voraussicht deinerseits doch noch einmal zu einem Schnapper, würde ich eine ganz klare Ansage machen, verbunden mit der klaren Anweisung: Halte Distanz, wenn du das nicht willst! (Das kann ein "Hinter" sein, oder auch ein "Geh!", körperlich von dir unterstützt durch z. B. Abblocken).

Ein Hund DARF sagen, wenn er etwas nicht will, ihm etwas unangenehm ist - es ist UNSERE Aufgabe dem Hund zu zeigen, auf welche Art und Weise er dies tut, und auch UNSERE Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Andere diese Grenze auch akzeptieren ;)

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Egal wie süß dein hund auf andere wirkt .... Du musst ihn schützen. .. ja auch vor personen die ihn NUR streicheln wollen.

Quinny hasst es von fremden geszreichelt zu werden und wenn jemand sie anfassen will heisst esklipp und klar "sie beisst" da verschönere ich auch nix.

Kinder und hund aus keinen fall mehr zusammen alleine lassen.

Viel erfolg

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Danke für die schon zahlreichen Antworten.

Ich bin im tiermedizinischen Bereich tätig, ich halte körperliche Ursachen für ausgeschlossen.

Vielleicht muss ich konkreter werden was die Gestaltung des Raums bei uns angeht. Unsere Hunde werden immer geschützt vor den Kindern soweit dies eben möglich ist. Das heißt das unser großer Sohn ( der andere ist erst 8 Monate) wenn überhaupt nur unter Aufsicht mit dem Hunden spielt. Jeder hat seinen Bereich, sogar im Garten gibt es für beide Parteien Tabuzonen. Ich will damit sagen das wir es nicht zulassen das die Kinder unsere Hunde Nerven und nach Gutdünken betatschen. Andersherum darf natürlich keiner der Hunde ungefragt unsere Kinder anspringen, ihnen was weg nehmen usw.

Unbestreitbar gibt es da ein Problem. Ich glaube aber nicht das es daran liegt weil wir ihn zuviel den Kindern ausgesetzt haben.

Naja und das mit der Körpersprache des Hundes ist ja eben so ein Ding für sich. Wie interpretiere ich denn einen Hund der sich schwänzchenwedelnd von Besuchern und Fremden streicheln lässt und es sich nach fünf Minuten anders überlegt und zuschnappt ?

Logisch ist sicher das zu unterbinden. Aber das kann langfristig nicht das Ziel sein. Selbst wenn ich es untersage das jemand ihn anpackt, kann es doch passieren. Und dann beißt er zu weil das Grundproblem nicht gelöst ist.

Wir haben übrigens auch einen Chihuahua im Rudel.

Der Maulkorb ist bestellt. Das ist quasi meine erste Hilfe, sollte aber keine Dauerlösung sein.

Vielleicht ist erwähnenswert das dass Problem bei unseren Katzen begonnen hat, fällt mir jedenfalls ein wenn ich länger drüber nachdenke :-) die wurden nämlich nach anderthalb Jahren friedlichen Zusammenlebens als erste weg gebissen und am liebsten aus Haus und Hof verbannt.

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@Moni

Ja, er hat im Haus seine Box. Die Tür bleibt offen, er schläft auch darin.

Ich denke muss einfach deutlicher werden wenn andere ihn anfassen wollen. Aber kann manchmal echt nur den Kopf schütteln wie dreist viele Leute sind. Und ja, er hat sich der Frau aus eigenen Stücken freundlich genähert. Sonst hätte ich gar nicht zugelassen das sie ihn anfasst.

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Der Hund ist jetzt 1 1/5 - die Katzen wurden nach 1 1/5 Jahren friedlichen Zusammenlebens als Erste mit diesem Verhalten deines Hundes konfrontiert.

Ist also auch erst seit Kurzem so, oder?

Gut möglich, dass er dieses Verhalten erst bei den Katzen erfolgreich erprobte - und dies nun auf andere Bereiche ausweitet :think:

Inwieweit hast du denn dieses Verhalten den Katzen gegenüber gelenkt?

Wie hast du überhaupt nach diesem "Schnappen" reagiert?

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