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polar-chat.de  Der Hund
Paulaleila

Wie bleibe ich fair "ungerecht"?

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Liebe Hundefreunde,

vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an mich. Ich schrieb vor ca. 1 Jahr und habe mit meinem Post "Hund baut immer mehr ab" einen Riesenstrang verursacht.

Damals ging es um meine große Liebe "Paula", die aufgrund nicht diagnostizierbarer Bauchprobleme fast starb. Paula gibt es zum Glück immer noch, die Bauchprobleme leider auch.... Nach unzähligen Arztbesuchen und auch einem Klinikaufenthalt lebt sie mittlerweile nur mit hochdosiertem Cortison mal recht, leider aber auch sehr oft schlecht.

Nun ist sie austherapiert. Nix hilft mehr und es kann jeden Tag eine dramatische Situation eintreten. Sozusagen leben wir auf dem Pulverfass....

Ich muss erklären, das Paula immer eine "andere Hündin" war. (Deswegen hätte mir dieses Forum zu früheren Zeiten auch nie wirklich genützt) Paula bekam ich mit 6 Monaten ( heute ist sie 12 1/2) und sie war vom ersten Tag an bedürftig. Sie war eigentlich immer ein ganz kleiner Welpe. In ihren 12 Jahren hat sie noch nie gespielt, noch nie gebettelt, wollte nie gerne raus gehen, sich überhaupt wenig bewegen. Menschen und Hunde sind doof und überhaupt....es gab rein gar nichts womit ich sie in irgend einer Form aus der Reserve locken konnte.

Ihre Hundwelt hielt sie durch engen Körperkontakt aufrecht. Mehr wollte sie nicht. Tagsüber im Büro teilten wir uns einen Bürostuhl (sie lag mir 8 Stunden im Rücken ohne auch nur einmal den Kopf zu heben geschweige denn zu nölen), abends auf meinem Schoss auf dem Sofa und nachts natürlich unter der Bettdecke an meinem Bauch gekuschelt.

Ich habe mich immer durchgesetzt und bin trotzdem jeden Tag mind. 2 Stunden mit ihr durch den Wald gelaufen. Rehe, Stöckchen, Geschnüffel war genauso popelig und uninteressant wie Leckerchen oder Versteckspielen. Sie wollte mir nur am Fuss hängen, und ich glaube nicht, das wir beide in den letzten 12 Jahren auch nur 1 Sekunde nicht aneinander geklebt hätten.

Dieser Hund hat mich unmerklich sehr verändert. Mein Tag dreht sich nur um Paula - ich muss sie ja in allem mit einbeziehen. Ich glaube, ich kann gar nicht mehr normal mit Hunden umgehen....

Und nun kommt mein neues Problem:

In 1 Woche bekommen wir aus der Tötungsstation Spanien einen neuen Hund.

Ich habe lange überlegt ob ich das überhaupt tun soll, aber ich dachte, das -wenn Paula schon austherapiert ist, und angeblich nix mehr hilft, hilft vielleicht die Psyche.

Ich denke mir, das es Paula vielleicht noch einen Motivationsschub gibt, wenn dieser kleine unsichere, eigentlich lebensuntaugliche Hund mal einmal in ihrem Leben " BIG BOSS" sein darf statt immer nur unterwürfig und devot.

Bitte versteht- ich habe alles versucht und möchte für meine Hündin alles tun was in meiner Macht steht. Ich könnte mir vorstellen, wenn das Ruder mal gänzlich umgerissen wird, und SIE das Kommando in ihren kleinen Pfötchen hält, kann vielleicht auch diese merkwürdige Seele mobilisiert werden.

Was meint ihr? Könnt ihr mein Gedankengut nach voll ziehen?

Auf jeden Fall habe ich mich in meiner eigenen Idee so reingesteigert, das ein neuer Hund bei uns in 1 Woche einziehen wird. Es ist ein zauberhaftes Geschöpf von 5 Monaten und ich freue mich auch wirklich auf ihn.

Nun habe ich aber Zweifel- denn ich weiss jetzt schon, das ich 'ungerecht' sein muss. Immerhin will ich Paula ja nicht entthronen (das wäre ja contraproduktiv) aber ich darf dem neuen Hund nicht ihre Rechte gestatten. Das geht einfach nicht weil er auch deutlich größer werden wird.

Ein Beispiel: Der neue Hund MUSS was machen (Sitz / Komm u.s.w.) bevor er ein Leckerchen bekommt. Paula hingegen bekommt Leckerchen ohne etwas machen zu müssen ( die bekommt es nur damit sie überhaupt mal 1 Meter vorwärts läuft...)

Oder - meist bin ich dankbar das Paula überhaupt Appetit hat. Ihre "Bar" ist 24 Stunden mit all ihren Lieblingsspeisen geöffnet (die ich zu Hauf wegschmeissen muss weil sie so schlecht isst wegen ihrem kranken Bauch ). Bei dem neuen Hund kann ich sowas doch gar nicht erst anfangen.

Oder- Paula schläft unter meiner Bettdecke und sitzt beim Autofahren auf meinem Schoss. Das wird der neue Hund nicht dürfen.

Versteht ihr meine Bedenken?

Ich habe einfach Angst das ich dem neuen Hund nicht fair behandel. Der muss doch auch mitkriegen das seine Artgenössin mehr erlaubt wird als ihm. Ich will ja auch nur Gutes für ihn. Oder denken Hunde nicht so emotional wie ich?

Ich bin unglaublich neugierig auf eure Antworten und Ansichten.

Aber bitte tut mir einen Gefallen: Schreibt mir bitte nicht "Wie konntest du nur.....!" Damit macht ihr mich nur zweifelhafter - denn der neue Hund kommt nun.

Macht mir lieber Mut....

Ich möchte unbedingt erwähnen, das mich Paula im Laufe der Jahre aufgrund ihrer Bedürftigkeit sehr verändert hat. Ihr Verhalten sowie ihre jahrelange Krankheit haben mich echt gezeichnet. Ich glaube, ein normal denkender Hund würde über mich sagen " die Alte spinnt doch",- aber Paula hat mich jedwede Objektivität beraubt... :-)

Ich hoffe, das ich ihr einen Gefallen tue und sie noch eine gute letzte Zeit haben wird. Ich habe schon so oft gehört das Hundeseelen durch einen Zweithund gesunden können.

Aber der neue Hund soll auch ein gutes Leben bei mir haben.

Kriege ich beide unter einem Hut?

Was meint ihr?

vielen Dank für's zuhören

Paula

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Ich schreibe nicht, wie konntest du nur, aber glaubst du wirklich dass du deiner kranken Hündin einen Gefallen damit machst, einen weiteren Hund zu holen? Für deine Hündin wird es erstmal Stress bedeuten.ist vielleicht in dem gesundheitlichen Zustand kontraproduktiv. Von dem neuen Hund mal ganz abgesehen. Ich glaube das es der denkbar schlechteste Zeitpunkt ist, sich einen Zweithund zu holen.

Ich kann verstehen, dass du deiner Hündin noch ein bisschen Freude und Lebensqualität geben willst, glaube allerdings nicht, das es dir so gelingt. Ich denke das wird nur Stress für dich, deiner Hündin und dem neuen Hund.

Vielleicht kannst du die Adoptiin des neuen Hundes noch rückgängig machen.

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(bearbeitet)

wie kannst du ihr das antun? Sie ist mit dir tiefenverknüpft. Und jetzt auf ihre letzten Tage verstößt du sie??????

Glaubst du allen Ernstes, sie schreit Hurra?? Dafür finde ich nur ein Wort: grausam.

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Ich würde das auf gar keinen Fall machen und du wirst das sicher bitter bereuen.

Du wirst deinen Hund 100% tot unglücklich machen, wenn der Stress sie nicht umbringt.

Du wirst dann Unglück sein, auch wenn du deinen Hund jetzt als Belastung siehst wirst du merken das es die falschen Entscheidung war.

Und wenn es nicht klappt schmeißt du auch den neuen Hund ins Unglück.

Niemals würd ich das machen. Sorry aber andere Worte find ich nicht.

Gib ihr doch noch die letzten Tage Wochen Monate mit dir und dann hol dir einen souveränen Hund der Hund ist und dich Mensch sein lässt. Aber nicht jetzt und schon garnicht wieder einen labilen Hund

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Ich würde mir aufgrund der minimalen Chance, dass der neue Hund ein "Motivationsschub sein könnte in der Situation auf gar keinen Fall einen weiteren Hund ins Haus holen! Ich persönlich sehe das nicht als ungerecht gegen den neuen Hund, der weniger "darf" (sich aber vielleicht dann auch weniger "bedrängt" fühlt), sondern gegen Paula.

In dem Alter und Gesundheitszustand ein neues Rudelmitglied vor die Nase setzen, da hätte ich Angst, dass der Schuß nach hinten los geht und dass sie sich zurückgewiesen fühlt und sich aufgibt.

Und selbst, wenn nicht, finde ich, dass Paula es verdient hätte ihre letzte scheinbar nicht mehr all zu lange Zeit mit ihrem Menschen ganz für sich allein zu verbringen.

Ansonsten kann ich nur sagen: Meine Hunde werden auch unterschiedlich behandelt, jeder so, wie es (in meinen Augen) seinem Wesen entspricht. Das ist ganz normal und Hunde nehmen es nicht "krumm" oder sind "neidisch" auf den anderen. Wie schon gesagt, kann der neue Hund so viel Nähe vielleicht gar nicht ab und würde das als Bedrängung sehen.

Da die Entscheidung zum 2. Hund ja scheinbar fest steht, kann ich nur alles Gute für Paula wünschen und fest die Daumen drücken, dass sie nicht darunter leidet! Viel Glück wünsche ich Dir.

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Ganz ehrlich? Ich würde es nicht tun.

Als Dein Hund etwas jünger war, hätte man einen Versuch starten können bzw. in diesem Fall hätte ich erst mal geschaut, wie Dein Hund auf einen zweiten Hund im Haushalt überhaupt reagiert. Ich hätte mir Bekannte mit Hund eingeladen, vielleicht mal einen Hund von Bekannten "ausgeliehen", um zu schauen, wie es ist.

Jetzt in dem Alter finde ich es Deinem Hund gegenüber nicht fair, sich mit einem weiteren Hund im Haushalt auseinandersetzen zu müssen.

Sie ist dieses Leben nun schon von Junghund an gewöhnt, Du lebst mit ihrem Verhalten und sie kommt ja scheinbar klar. In den letzten Monaten/Jahren, die ihr noch bleiben, würde ich daran in diesem Fall nichts mehr ändern wollen.

Abgesehen davon, finde ich es einem Welpen gegenüber recht unfair. Dein Hund nimmt so viel Raum ein und das nicht nur im physischen, sondern auch im psychischen Sinne. Wo soll da Platz für einen kleinen Wurm sein?

Ein heranwachsender Hund braucht so viel Aufmerksamkeit, macht so viel Arbeit, hat ein Recht auf Zeit mit Dir alleine und das Recht, eigene Erfahrungen machen zu dürfen, ohne dass immer der Ersthund dabei ist.

Ein junger Hund wird Dich fordern, er will vielleicht lange spazieren gehen, was erleben, Neues sehen - all das wird Deine Hündin nicht mit machen können/wollen.

Ich selbst habe auch Jung und Alt zusammen leben, aber jeder einzelne Hund hat Qualitätszeit für sich alleine - und mit mir alleine.

Mein junger Hund hat das Recht darauf, sich auspowern zu dürfen, eigene Dinge zu erleben, mit mir zu arbeiten.

Mein alter Hund (13) hat Knochenkrebs, schafft keine langen Spaziergänge mehr, hat aber auch sein Recht auf Zeit mit mir, denn viel Zeit bleibt ihm nicht mehr. Er geht gerade vor, ich mache bewusst viele Dinge nur mit ihm zusammen.

Und mit den anderen Hunden, die bei mir leben, auch. Dieser Spagat ist nicht einfach.

Keiner dieser Hunde vereinnahmt mich so wie Dein Hund es tut und gewöhnt ist. Jeder kann alleine alleine bleiben, jeder bekommt seine eigene Zeit mit mir. Allen gerecht zu werden ist sehr zeitintensiv.

Meinen jungen Hund habe ich dazu bekommen, als mein alter Hund noch fit war. ER ist es aber gewöhnt, sein Reich mit anderen Hunden zu teilen. ER durfte mit erziehen, seine Weisheit und Erfahrungen weiter geben - und er hat Spaß an so was.

Und der Welpe hat mich in der ersten Zeit stark beansprucht, jetzt ist er fast zwei und aus dem Gröbsten raus. Er hat gelernt, auch mal zurück zu stecken, so dass ich mir jetzt bewusst meine Zeit für den alten Hund nehmen kann, den ich nicht mehr so lange haben werde. Auch er hat jetzt eine Thronstellung hier und darf mehr oder weniger machen, was er will, fressen, was er will usw.

Ich würde in KEINEM Fall einen weiteren Hund und erst recht keinen Welpen dazu nehmen. Absagen kannst Du noch, jeder wird Verständnis dafür haben und auch der Welpe wird seinen Platz finden, bei Menschen, die IHN wollen.

Bei Dir hört es sich so an, als wen Du ihn nur für Deine Hündin holen willst, in der Hoffnung, ihr Leben zu verbessern und dadurch zu verlängern.

Überleg Dir mal, welche Gründe Du wirklich hast? Geht es Dir um Dich? Hast Du Angst, Deinen Hund zu verlieren und dann in ein Loch zu fallen, weil er Dein ganzes Leben ausmacht?

Willst Du einen Welpen, weil Du dann das Loch stopfen kannst?

Willst Du einen Welpen, um des Welpens willen? Willst Du einen weiteren Hund, weil Du immer schon zwei Hunde haben wolltest? Warum hast Du dann nicht eher dafür entschieden, als Dein Hund noch jung war?

Ich glaube, Deine Gründe sind eher psychischer Natur. Die Hoffnung, dass Dein alter Hund noch mal aufblüht, dass sie mehr Lebensfreude bekommt.

Kannst Du Dich schwer damit abfinden, dass sie Dich bald verlassen wird? Hast Du Angst davor, dann alleine zu sein?

Ich kann Dir nur raten, geh noch mal in Dich, überlege nur für DICH, was Deine wahren Beweggründe sind.

Und finde Dich vielleicht damit ab, dass Dein Hund alt ist, nicht mehr viel Zeit auf Erden hat und dass Abschied nehmen dazu gehört. Und die Zeit bis zum Abschied hat Dein Hund ein RECHT darauf, ihr gewohntes Leben weiter zu führen. Mit einem Welpen rüttelst Du ihre gesamte Welt durcheinander. Sie wird es nicht verstehen können und sicherlich sehr leiden.

Entscheide Dich zu ihrem Wohl, nicht zu Deinem. Auch das ist ein Teil der Liebe zum Hund.

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Der neue Hund wird kein Problem mit deinen Regeln haben, wenn du sie von Anfang an aufstellst.

Aber für Paula wird höchstwahrscheinlich eine Welt zusammenbrechen. Der neue Hund wird viel von deiner Zeit beanspruchen.

Paula ist krank und schwach, sie wird deinen Schutz vor dem Junghund, mit dem sie höchstwahrscheinlich nichts zu tun haben will, brauchen.

Setzt man einer kränkelnden alten Dame ein zehnjähriges Kind zur Dauergesellschaft vor?

Warum konntest du nicht noch ein wenig warten?

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Vielleicht hättest du diese Fragen hier stellen sollen, bevor du dich entschieden hast, einen neuen Hund zu holen!

Die Antworten wären die gleichen geblieben! Deiner Paula gegenüber ist es nicht fair, ihr einen neuen Hund und noch dazu einen Welpen vor die Nase zusetzen. Der braucht deine ganze Aufmerksamkeit und Paula braucht sie auch! Du bist berufstätig? Wie willst du das schaffen?

Einer bleibt auf der Strecke!

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Auch wenn du schreibst, dass du das nicht hören möchtest und stattdessen lieber Mut zugesprochen bekommen willst..

Wenn Paula deine große Liebe ist, wie du sagst, dann geh mit ihr diesen Weg auch zuende.

Und zwar nur ihr beide.

Tu es ihr zuliebe.

Sie ist alt und krank und wird keinen Motivationsschub durch einen Junghund erleben. Eher das Gegenteil.

Dieses Experiment würde ich für meinen Hund in einer solchen Situation nicht eingehen wollen.

Alles Gute.

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*kopfschüttel* alles andere haben die User vor mir schon geschrieben

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