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Hundeforum Der Hund
luftkraft

Kommunikation / Interaktion

Empfohlene Beiträge

Hey

Originalbeitrag

Naja es gibt eine ganze Reihe verschiedener wissenschaftlicher Definitionen der beiden Begriffe.

Für mich ist der Ansatz von Watzlawick ein Interessanter und Ganbarer:

"Man kann nicht nicht kommunizieren".

Das Problem, Definitionen gibt es in der Tat viele und Watzlawick bezieht es (a) auf Menschen und (B) hat die Neurobiologie/Verhaltensbiologie einen anderen Ansatz für Lebewesen allgemein.

Watzlawick in Ehren, aber diese obsolete annahmen sind kaum haltbar, denn.

Man kann schon nicht „kommunizieren“ das ist keine Frage mehr.

Was man aber nicht kann, ist.

Man kann sich nicht, nicht Verhalten.

Und das, ist ein wesentlicher Unterschied.

Beweise haben nicht wirklich die Aufgabe, jemanden davon zu überzeugen, dass etwas wahr ist. Sie dienen nur dazu, um zu zeigen, warum etwas wahr ist. (Andrew Gleason)

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Kommunikation ist ein Nachrichten/Informationsaustausch zwischen Sender und Empfänger. Hierzu bedarf es eines gemeinsamen Codes (z. B. gleiche Sprache).

Interaktion ist die wechselseitige Beeinflussung von Handlungen/Verhalten zwischen Individuen; diese umfasst alle Umfeldfaktoren, kann also auch Kommunikation beiinhalten, muss es aber nicht.

Warum es wichtig ist, zwischen Kommunikation und Interaktion zu unterscheiden, kann vielleicht folgendes hypothetisches Beispiel erklären:

3 Hunde begegnen sich, ein erwachsener, eher ruhiger Rüde, ein Junghund in der Rüpelphase, eine souveräne Hündin.

Die beiden Rüden treten in Kontakt, beschnüffeln sich - sie kommunizieren. Die Hündin hält sich zunächst abseits, ist nicht aktiv an dieser Kommunikation beteiligt. Nun versucht der Junghund, ob er den anderen Rüden vielleicht dominieren kann, legt zunächst eine Pfote auf dessen Nackenbereich.

Die Hündin bleibt abseits, schnüffelt am Gras, wirft aber immer wieder einen Blick zu den beiden Rüden, ab dem Zeitpunkt des Pfotenauflegens ist ihre Aufmerksamkeit aber mehr in Richtung der Rüden gerichtet.

Da der ältere Rüde dieses Pfotenauflegen ohne Reaktion hinnimmt, wird der Junghund nun mutig und versucht den älteren Rüden zu bespringen. Dieser reagiert immer noch nicht - dafür aber nun die Hündin: Sie wendet sich plötzlich den beiden Rüden zu und maßregelt den Jungspund für sein Benehmen.

Zwischen den beiden Rüden hat Kommunikation stattgefunden, zwischen allen 3 Hunden aber Interaktion.

Ohne kommuniziert zu haben hat das Verhalten des Junghundes eine Handlung bei der Hündin hervorgerufen.

Was bedeutet das jetzt für die anwesenden Menschen?

Kommunikation (als Beispiel mal Beschwichtigungssignale) zu erkennen und zu beobachten ist bei Hundekontakten wichtig - aber die Interaktionen im Umfeld (und dazu gehören nicht nur alle anwesenden Hunde, sondern auch die Menschen, evtl. sogar noch andere Umwelteinflüsse, sofern sie Interaktion beeinflussen können, Sylvesterböller mal als ganz krasses Beispiel) sind mindestens genauso wichtig.

In diesem hypothetischen Beispiel hätte der Halter der Hündin - wenn er sie genügend kennt und einschätzen kann - diese z. B. sichern können, um ihr Eingreifen zu unterbinden (wenn es nicht gewünscht ist).

Der Halter des jüngeren Rüden hätte aber - wenn er die Hündin mit beobachtet und deren Verhalten entsprechend hätte einschätzen können - schon direkt nach dem Pfotenauflegen und somit VOR dem Bespringen seinen Junghund unterbrechen und damit eine Grenze aufzeigen können.

Dann hätte die Hündin nicht eingreifen brauchen.

In einer Hundegruppe läuft viel mehr Interaktion als Kommunikation, nur kommunikative Signale als Mensch zu beachten kann fatale Auswirkungen haben.

Dieses Beispiel ist jetzt natürlich um der Klarheit willen sehr einfach und damit grob strukturiert; in der Realität wird wohl in den meisten Fällen auch ein kurzer Kommunikationsaustausch zwischen Hündin und dem älteren Rüden, oder Hündin und dem jüngeren Rüden stattgefunden haben.

Dazu kommt, dass nun eine mögliche Beziehung zwischen der Hündin und einem der Rüden außer Acht gelassen wurde, welche möglicherweise das Verhalten der Rüden beeinflusst.

Mir ging es aber um die Unterscheidung von Kommunikation und Interaktion, und die damit verbundene Wichtigkeit.

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(bearbeitet)

Hey

Originalbeitrag

Hm, da für mich Kommunikation immer einen Austausch an Informationen beinhaltet, ist es schwer die K wirklich von der I zu trennen. Denn in dem Moment wo zwei Wesen miteinander in Kontakt treten, interagieren sie - und tauschen Informationen aus.

Hier bist du ja schon auf dem Weg der Erkenntnis, denn.

Treten zwei oder mehrere Individuen in eine Kommunikation ein, ist es auch immer eine Interaktion.

Dagegen, wenn du eine Straße entlang gehst und dir begegnen Menschen, dann interagierst und verhältst du dich, aber du kommunizierst nicht mit ihnen.

Denn die Informationen, die du bekommst und sendest und umgekehrt, sind nicht das, was wir einen bewussten Kommunikationsaustausch nennen könnten und würden.

Du führst höchsten eine Auto-Kommunikation ein inneres Gespräch usw.

Originalbeitrag

Vielleicht sollte man dann - also für die Praxis - zwischen gewollter und ungewollter Kommunikation trennen?

Und genau das ist die Quintessenz, die du oben beschrieben hast, salopp gesagt, die Trennung von Interaktion und Kommunikation, obwohl beide sich meist durchdringen.

Originalbeitrag

Bei Hunde/Mensch als Beispiel:

Ein Mensch teilt dem Hund Dinge mit, Gemütsverfassungen und auch Absichten - jeder weiß ja, dass man dem Hund nicht wirklich verheimlichen kann dass man zB in den Urlaub fährt, oder dass man jetzt gleich zum Gassi rausgeht.

Schuhe anziehen ist schon eine Mitteilung - die allerdings in den meisten Fällen nicht unbedingt gewollt war ;)

Wenn K voraussetzt, dass man GEZIELT Informationen an den Mann/den Hund bringen will, dann wäre mein Beispiel keine K. :think:

Nun hab ich mich irgendwie verrannt....

Ich denke, mialour hat es schön zusammen gefasst, ich werde mich jetzt mal daran halten :D

Somit hast du den Faden zwar kurzfristig verloren, aber das Wesentliche, siehe oben erfasst.

Menschen sind deutende Wesen, für die reines Verstehen schon Selbstzweck ist.

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Für mich sind nonverbale Kommunikation und unbewusste Kommunikation auch Kommunikation, wenn man unter Kommunikation den Austausch oder die Übertragung von Informationen versteht, so wie es allgemein üblich ist.

Interaktion ist nicht nur auf Handlungen zwischen zwei oder mehr Lebewesen beschränkt, sondern sie bezeichnet das Geschehen zwischen Lebewesen, die aufeinander reagieren, einander beeinflussen und steuern, wozu wiederum Informationen oder Botschaften ausgetauscht und übertragen werden müssen.

Daher hängen ( soziale) Interaktion und Kommunikation so eng zusammen, dass mir der Sinn theoretischer Überlegungen dazu immer noch nicht einleuchtet.

Wenn ich jemandem / einem Hund einen drohenden Blick zuwerfe oder einen Warnlaut von mir gebe und dieser deshalb erstarrt und von seiner geplanten Handlung absieht, was liegt vor?

Konditionierung, Kommunikation, Interaktion? Was beginnt wann, wann hört was auf?

Mir ist es egal, Hauptsache, es funktioniert ohne jahrelanges Üben und fleißiges Trainieren.

Wenn jemand das gern analysieren möchte, soll er seinen Spaß daran haben. Und wenn er nur durch diese strenge Analyse mit seinem Hund im Alltag zurechtkommt bzw. sein Hund mit ihm, dann ist das wohl so.

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wäre es in dem Fall 'Interaktion versus Kommunikation' wirklich so ein riesen Unterschied, dass man meint von Äpfeln und Birnen zu reden? Wo ist da das Durcheinander? Wo kommen wir zu einem "Obstsalat an verschiedenen Meinungen", wenn ich bspw. statt Interaktion Kommunikation sage?

Das kommt drauf an.

Es ist für den Austausch (so er denn zielführend, erkenntnisreich sein soll) schlicht einfacher, wenn man weiß, worüber man spricht/schreibt. Und manchmal redet man aneinander vorbei, meint u.U. trotzdem dasselbe usw.

Aber die Definitionen sind besonders nach Fachbereichen so vielfältig, dass es selbst dahingehend schwierig wird, einen Konsens zu finden.

Kommunikation hängt mit der Interaktion fast untrennbar zusammen, dennoch meinen die Begriffe nicht dasselbe.

Vereinfacht könnte man sagen, dass die Kommunikation auf Verständigung abzielt (Aushandlung von speziellen Zeichen und ihrer Bedeutung) und die Interaktion mehr eine Abfolge von sozialen Handlungen ist. D.h. ein Individuum verhält sich zu einem anderen Individuum, es tritt in Interaktion mit ihm, es kommt zu Aktionen und Reaktionen. Das ist etwas, was durchaus mit unseren Hunden auch passiert, wir interagieren mit ihnen. Wir können mit ihnen aber weniger gut etwas aushandeln.

Anders verhält es sich bei Arten untereinander, die durch ihr Set an Zeichen die Möglichkeit zur Kommunikation haben. Die grünen Meerkatzen zum Beispiel haben für drei unterschiedliche Raubtiere drei unterschiedliche Alarmrufe, die sich in der akkustischen Struktur unterscheiden und dadurch Informationen über die Art des Raubfeindes verschlüsseln, die wiederum von den Empfängern entsprechend decodiert werden.

Der Schimpansin "Washoe" wurden angeblich 250 Wörter in amerikanischer Zeichensprache beigebracht, durch die sie sich dem Menschen verständlich machen konnte.

In gewisser Weise ist das mit Hunden insofern möglich, als dass sie gelernt haben, auf bestimmte Aktionen des Menschen in einer gewissen Weise zu reagieren und damit in Interaktion zu treten. So "kommuniziert" der Hund, der vor der Haustür auf und ab geht und dabei seinen Halter anschaut vermutlich, dass er raus muss/möchte und der Halter reagiert entsprechend. Oder das Warten vor dem Futternapf als codierte Information an den Menschen, der nun entschlüsseln muss, dass der Hund gern etwas zu fressen will.

Das sind aber Dinge, die einen Lernprozess voraussetzen und eine jahrzehntelange Anpassung.

Trotzdem ist es schwierig in eine intentionale Kommunikation zu treten, die in allen Situationen sicher decodiert werden kann.

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Danke für die Mühe die Standpunkte zu verdeutlichen.

Habe es gelesen, bleibe aber inhaltlich auf diesem Kommentar:

Daher hängen ( soziale) Interaktion und Kommunikation so eng zusammen, dass mir der Sinn theoretischer Überlegungen dazu immer noch nicht einleuchtet.

hängen.

Denn das sehe ich genauso.

Es ergibt sich praktisch (für meinen Umgang mit Hunden), kein Unterschied.

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@Schrödinger:

In wie weit ist dies von Bedeutung?

Also in wie weit ist es sinnvoll eine Unterscheidung zu treffen zwischen beiden Begriffen, wenn es um Hunde geht?

Hat dies eine Relevanz für euch?

Den Kommunikationscode für Hunde haben wir zumindest teilweise entschlüsselt - bestimmte Kommunikationssignale können wir Menschen lesen.

Das betrifft aber immer nur solche Hunde, die in Kommunikation bestehen, und auch da ist die Fähigkeit des Menschen zum Entschlüsseln noch ziemlich eingeschränkt.

Interaktionen sind aber immer sehr subjektiv, von der Individualität des Einzelnen (Hundes/Halters) abhängig.

Bleiben wir zunächst einmal nur bei Interaktionen von Hunden:

Wieder ein sehr einfaches Beispiel: 2 Rüden begegnen sich, kommen gut miteinander aus. Nun kommt eine Hündin dazu - und damit eröffnen sich wieder ungeahnte Möglichkeiten der Interaktion; beide Rüden "begrüßen" die Hündin, diese findet die Rüden "nett" - keine Komplikationen.

Oder: Die Hündin fühlt sich von den Rüden gleichzeitig bedrängt, reagiert zickig dem näher an ihr befindlichen Rüden gegenüber - der andere Rüde unterstützt sie, wendet sich also gegen den Rüden, mit dem er vorher doch eigentlich gut konnte ...

Oder: Einer der Rüden beansprucht generell Hündinnen für sich - es entsteht Rivalität zwischen beiden Rüden, wenn der andere Rüde dies nicht widerspruchslos hinnimmt.

Was ich vorhin vergessen habe: Kommunikation ist immer beschränkt; neben der Tatsache, dass für eine Kommunikation ein gemeinsamer Code vorhanden sein muss, damit ein Informationsaustausch überhaupt stattfinden kann, ist natürlich die Aufmerksamkeit des Empfängers für an ihn gesandte Nachrichten zwingend notwendig.

Deshalb ist Kommunikation situationsabhängig nur begrenzt möglich, während Interaktion permanent und unbegrenzt stattfindet.

Da sich durch jedes neue Individuum die Möglichkeiten an Interaktionen um ein Vielfaches erhöhen, Interaktionen aber die Beziehung der einzelnen Individuen untereinander beeinflussen, werden diese Interaktionen irgendwann unüberschaubar und lösen gegebenenfalls Verhaltensketten aus, die für das einzelne Individuum eigentlich eher untypisch sind.

Dazu ein Beipiel:

Hundewiese, hier treffen sich 5 Halter und deren Hunde, die sich regelmäßig zusammentun, dies auch, weil sie wissen, dass es mit ihren Hunden gut klappt.

Nun kommt ein 6. HuHa-Gespann dazu, ich nehme mal wieder einen Junghund, der die Netiquette noch nicht kennt :kaffee:

Da die 5 anderen Hunde gut miteinander harmonieren, wird das etwas rüpelhafte, ungestüme Verhalten des Junghundes problemlos in der Gruppe aufgefangen.

Nun kommt noch ein weiterer HuHa dazu mit einem eher zurückhaltendem, etwas ängstlichen Hund - und der ist dann für den Junghund, dessen rüpelhaftes Verhalten an den anderen 5 Hunden abprallte, ein gefundenes Fressen ... er rüpelt diesen an, bedrängt ihn, sie fangen an zu Rennen.

Jetzt befinden sich aber in der ursprünglichen Gruppe auch 2 Junghunde ... die sich auf einmal freudig diesem Rennen anschließen ... und aus dem zunächst fröhlich aussehendem Gerenne wird auf einmal eine wunderschöne Jagd mit 3 Junghunden und einem Opfer :kaffee:

Woraufhin sich 2 der älteren Hunde aus der Gruppe genötigt sehen, diesem Treiben ein Ende zu bereiten ... :kaffee:

... denkt euch selber ein Ende für diese Geschichte aus :whistle

Hinterher stehen dann alle da und sagen: Das haben sie ja noch NIIIEEE gemacht!!!

:Oo

So, und jetzt stellt euch vor, der Halter des rüpelhaften Jungspundes kennt dessen Verhalten und weiß, in welcher Rüpelphase dieser sich derzeit befindet - und geht hin und nimmt seinen Jungspund sofort an die Leine, als dieser die wilde Hatz mit dem ängstlichen Hund beginnt...

Der Mensch agiert, und somit brauchen es die anderen Hunde nicht zu tun :kaffee:

Der ängstlichere Hund hat nun erst mal ausgiebig und in Ruhe Gelegenheit, die anderen Hunde zu betrachten, wird von diesen akzeptiert - und wenn DANN der Jungspund wieder von der Leine gelassen wird, achten die anderen Hunde auf die Reaktionen des Halters, ob dieser bei einem "Aufbegehren" des Hundes nicht wieder eingreift.

Das Verhalten des Menschen beeinflusst maßgeblich das Verhalten nicht nur unseres, sondern auch das Verhalten anderer Hunde - so wie Hunde ihr Verhalten untereinander beeinflussen.

Was ich dabei für mich erfahren habe: Ich mute mir nicht mehr an Interaktionen zu, als ich in der Lage bin zu überschauen - und dabei spielt selbstverständlich ein Rolle, ob ich die Hunde und Menschen kenne (und einschätzen kann) ... und in welcher Tagesverfassung ich bin ... :Oo

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Bleiben wir zunächst einmal nur bei Interaktionen von Hunden:

...

Deshalb ist Kommunikation situationsabhängig nur begrenzt möglich, während Interaktion permanent und unbegrenzt stattfindet.

Ich halte dies für falsch.

Wenn ich überhaupt eine Unterscheidung sinnvoll finden würde, würde ich es genau umdrehen.

Kommunikation findet immer statt (eben auch in deinen Beispielen), aber daraus erfolgt nicht immer zwingend eine Interaktion.

Wenn bspw. ein Hund kein direktes Interesse an anderen Hunden hat und lieber abseits am Boden schnüffelt, ist das ein deutliches Zeichen für andere Hunde (außer Labbis *scherz*), welches kommuniziert "kein Interesse". Die abweisende, desinteressierte Körperhaltung ist die Botschaft, die vermittelt (und verstanden) wird (funktioniert bei Menschen genauso).

Und deshalb kommt es zu keiner weiteren Interaktion.

Nur: das alles, selbst wenn ich mich theoretisch für einen Unterschied interessiere und diesen herausarbeiten könnte, was hat das für einen Sinn?

Einen Hund lesen und einschätzen zu können wird nicht leichter oder schwerer, wenn ich es Interaktion statt Kommunikation (oder andersrum) nenne.

Situationen zwischen Hunden werde ich aufgrund dieser Differenzierung nicht anders einschätzen als zuvor.

Wieso also nehme ich Kommunikation nicht einfach als Oberbegriff (egal wie man dies fachlich korrekt auseinanderdröseln könnte) und gebe mich damit zufrieden?

Ich sehe es in sehr vielen Bereichen als unerlässlich an gewisse Begriffe zu definieren.

Aber immer nur dann, wenn dies eine tatsächliche Relevanz hat, zB. durch sehr entgegengesetzte Begriffsbewertungen (Dominanz ist für viele gleichbedeutend mit "Herrschaft von Oben", dort schwingt also eine emotionale Wertung mit, die ich in einer Diskussion evt. bewusst ausklammern möchte) oder bspw. durch tatsächliche inhaltliche Unterschiede, die sich auch im realen Leben zeigen (Trieb, Aggression u.a.).

Innerhalb dieser Diskussion leuchtet mir nicht ein, wieso eine Unterscheidung sinnvoll ist.

Aber vielleicht äußert sich der Themenstarter ja noch dazu.

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Ich gebe zu: Kommunikation und Interaktion sind häufig miteinander vermischt und beeinflussen sich wechselseitig.

Warum Kommunikation wichtig ist, auch der Unterschied zwischen Kommunikation und Interaktion, ist anhand deines Labbi-Scherzes gut nachvollziehbar - danke für den Spielball :D

Grundsätzlich ist Kommunikation JEDES Signal, welches eine Verhaltensänderung beim EMPFÄNGER bewirkt.

Wird bei dem Labbi eine Verhaltensänderung durch dieses Signal (abwenden und schnüffeln) bewirkt?

Nein - also hat keine Kommunikation stattgefunden.

Was dadurch verursacht passiert, kann allerdings durchaus äußerst herbe Verhaltensänderungen hervorrufen :kaffee:

Dass dir, Schrödinger (hast du eigentlich einen Namen zum ansprechen - Schrödinger fühlt sich für mich als Ansprache ziemlich doof an :) , können wir aber auch bei bleiben, wenn es für dich ok ist ;) ) die Unterscheidung von Interaktion und Kommunikation in der Praxis egal ist, glaube ich dir ungesehen. Bei dir gehe ich davon aus, dass du Begegnungen sowieso so lenkst, dass es nicht zu Missverständnissen kommen kann ;)

Für Halter der "der will doch nur Spielen"-Fraktion wäre es aber äußerst wichtig zu erkennen, dass sie durch ihre Haltung dem eigenen Hund die Möglichkeit zur Kommunikationsfähigkeit rauben und ihn damit vermeidbaren - weil kommunizierbaren - Gefahren/Missverständnissen aussetzen.

Für die Labbi-Besitzer: Dieses "Labbi-Verhalten" sieht man häufiger beim Labrador, ist aber ein typisches Verhalten aller Hunde, die als Welpe neugierig-überschäumend-freudig-unvoreingenommen-furchtlos ... zu Allem und Jedem hinrennen und NICHT durch Einwirken ihres Halters lernen, diese wunderbare Veranlagung mit Bedacht einzusetzen :kuss:;)

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Grundsätzlich ist Kommunikation JEDES Signal, welches eine Verhaltensänderung beim EMPFÄNGER bewirkt.

Diese Annahme ist es eben, die sehr diskussionswürdig wäre (aber bitte mit Menschen, die das interessiert), denn es ist fraglich, ob das wirklich so ist.

Ich kann auch kommunizieren, ohne jegliche Verhaltensänderung.

Ein passendes Thesenpapier:

http://kommunikation.wikia.com/wiki/Kommunikation,_Interaktion,_Interaktivit%C3%A4t_%E2%80%93_Begriffe_der_Kommunikationsforschung/_Thesenpapiere_Gruppe_A

Diese Diskussion ist auch in Fachkreisen unendlich.

Im Falle von Hunden: Kommunikationsfehler (Missverständnisse welcher Natur auch immer) führen zu Konflikten (unterschiedlich ausgeprägt). Damit muss man umgehen.

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