Jump to content
polar-chat.de  Der Hund
Shania007

Erfahrungsbericht GBMA Mantrailing Seminar Havelberg

Empfohlene Beiträge

Gerrit und ich waren mit Google, Shania und Hubble für drei Tage in Havelberg. Das Seminar dauert eigentlich länger, aber mich hat die Arbeit eher gerufen. Da wir keine Lust auf Unterbringung in Mehrbettzimmern hatten, haben wir uns eine Ferienwohnung in der Nähe von Havelberg genommen. Eine traumhaft schöne Landschaft! Aus dem Wohnzimmerfenster konnten wir Familie Storch ins Nest schauen und die Havel war keine 150m entfernt.

Die GBMA (German Bloodhound Mantrailing Association) richtet jedes Jahr ein mehrtätiges Seminar mit amerikanischen Ausbildern aus. Jedem Amerikaner ist dabei ein weiter deutscher Ausbilder zugeordnet. Es waren insgesamt 30 Hunde, darunter 9 Bloodies, gemeldet, die auf sechs Gruppen aufgeteilt wurden. Die Runner wurden von der RHS des DRK Stendal gestellt. Hier wurde auch die komplette Ausrichtung des Trainings unterstützt. Aus Palm Beach, Florida, waren die Diensthundeführer Luis Ledbetter, Jon Newcombe und Chris Wolff angereist.

Aufgrund einer Unwetterwarnmeldung haben wir am Sonntag mit dem Theorieteil begonnen. Hier ging es nochmals um die Verteilung von Geruch, wie es sich auf den Trail auswirkt und was es für mich und meinen Hund bedeutet. Hier wurde auch Bezug auf die Veröffentlichung von Syrotuck genommen. Was ich bisher noch nicht kannte, war die Möglichkeit von Clickern auf dem Trail. Die Erklärungen der Amis wurden immer ins deutsche übersetzt. Hier kam das erste große Gelächter, als die norddeutschen Trailer um eine Übersetzung aus dem schwäbischen baten. Das Englisch der Amis war für uns da leichter zu verstehen......

Nachmittags klarte das Wetter auf und es ging zu den "Evaluations trails" in die Botanik. Und natürlich passiert es in solchen Situationen, dass sich das Geschirr vertüdelt und ich uns damit den Start verhaue. Shania hat sich aber nach ersten Irritationen super auf die Spur gearbeitet und auch den rechten Winkel exakt ausgearbeitet, tolles Mädchen! Trotzdem war klar, dass wir noch viel zu verbessern haben. Gerrit kam mit Google freudestrahlend zurück und erzählte nur etwas von "brilliant" und "just polishing".

Montag sind wir dann mit drei Kleingruppen nach Stendal gefahren, um hier in den verwinkelten Altstadtgassen weiter zu lernen. An meinem Leinenhandling gab es aber mal so gar nichts zu korrigieren. Egal was war, ich war immer in gerader Linie hinter dem Hund. Auch meine Ruhe und Geduld am Start wurden als sehr gut bewertet, ebenso wie die Wahl des Startpunktes, sofern er nicht vorgegeben war. Timing des Kommandos war nicht immer auf dem Punkt, da gibt es noch etwas zu tun. Shania und ich wurden dann der Gruppe von Michael Reissig zugeordnet.

Der erste Trail in Stendal startete in einer kleinen Grünanlage, ging über zwei beampelte Straßenübergänge direkt eine Straße hoch. Interessant war ein Abschnitt, auf dem zwischen Trail legen und Suchen eine Baustelle begonnen wurde. Dieser Weg endete in einem größeren Platz, die gesuchte Person saß ganz hinten am Platz neben der Kirche. Shania musste sich durch ganz viele andere VPs, die alle verschiedene Wege zu diesem Platz genommen haben, ihren Weg. Das hat sie super gemacht, selbst die Bratwurstbude wurde ausgeblendet. Allerdings war sie Bloodie-typisch so in ihrer Suche vertieft, dass die tatsächlich gegen einen Mülleimer gelaufen ist. Die Suche an sich war gut, die Anzeige bzw. Differenzierung müssen wir uns noch sauber erarbeiten. Manchmal war ich in der Annahme der Richtung etwas zu langsam, manchmal stand ich ihr im Weg. Insgesamt aber eine solide Suche und keine grundlegenden Fehler.

Der zweite Trail ging nach dem Start gleich über eine relativ viel befahrene Straße. An diesem Punkt ist Shania erst nach links und rechts gependelt, bevor sie sich richtig für den Abgang über die Straße entscheiden hat. Dann über eine Rasenfläche, einen kleinen Wall hoch und hier ist sie direkt in den richtigen Weg abgebogen, nur kurzes abchecken der anderen Richtungen. Nach links mit flowing negatives immer wieder abgebrochen, dann kreiseln an einer T-Kreuzung und einen kleineren Weg in Richtung einer weiteren Kirche. Hier hat sie nach einem kurzen Zögern die frischeste Spur genommen (es gab einen Bogen um die Kirche rum), von da an war sie dann ganz klar in ihrer Körpersprache. Nach der Rückmeldung, die ich nach dem ersten Trail bekommen habe, habe ich auch mehr auf das Zusammenspiel von Kopfbewegung und Rutenhaltung geachtet. Und zack, mit einem Mal war sie super deutlich zu lesen! Während des Trails habe ich sogar darauf geachtet, dass ich mich ausdrehe, wenn sie um eine Ecke geht. Dadurch bin ich sofort wieder in einer Linie mit dem Hund (das habe ich vor vier Wochen bei einem Training in Bredstedt gelernt). Natürlich gibt es immer etwas zu verbessern, aber auch hier auf der Ebene "verfeinern". Bei diesem Trail musste ich mich beim Start selber korrigieren. Ich wollte darauf achten, dass ich in den Wind starte, damit genau gegen die bekannte Startrichtung. Dann verdödeln ich mich aber, weil ich mir als Startpunkt mit dem Rücken zu einem Elektrokasten ausgesucht habe. Die Änderung des Startpunktes erzeugte natürlich ein Grinsen beim Ausbilder.

Dritter Trail an diesem Tag war wieder kurz und ging um Differenzierung. Hier haben wir dann so ziemlich abgeka..t. Trainieren wir einfach zu wenig :traurig1: Shania war der Meinung, dass jeder Mensch aus der Truppe toll ist (womit sie absolut recht hat) und zeigte jeden an! Trotzdem wurde der Unterschied deutlich, als sie bei "ihrer" Person. Hier gibt es viel für uns zu tun.

Die Gruppe war absolut klasse, viel gelacht und viele ernsthafte Arbeit. Der Austausch mit wie, was, wieso usw. war intensiv und wertschätzend. Ebenso wie das Feedback der Trainer. Mich irritiert nach wie vor das Leinenhandling mit einer Hand. Die Amis begründen dies mit "Hand frei fürs Funkgerät". Ich vermute ein Modell der Marke Glock, Walther oder Smith und Wesson.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

×

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie zu, dass wir Cookies verwenden, um unser Angebot zu personalisieren. Mehr erfahren.