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Hundeforum Der Hund
gast

Hündin läuft irgendwie aus dem Ruder

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Hallo allerseits,

ich muss Euch mal die Situation einer Freundin schildern, die langsam verzweifelt, aber ich kenne mich mit solchen Macken echt nicht aus, also frage ich Euch mal.

Sie hat eine kleine Mischlingshuendin aus dem Tierschutz, jetzt 3 Jahre alt, seit über zwei Jahren bei ihr. Bis vor einem halben oder Dreiviertel Jahr alles gut: die Huendin ist lieb und nett zu jedem Menschen und jedem Hund, laeuft problemlos ohne Leine, orientiert sich immer an der Halterin, ohne an ihr zu kleben. Kann alleine bleiben (im Haus und Garten, Tür ist offen). Macht nichts kaputt. Jammert nicht. Alles rundum gut, ein extrem unproblematischer Hund.

Allerdings: die Hündin bekommt immer sofort, was sie will. Sie schläft im Bett und auf dem Sofa, sie springt andauernd unaufgefordert auf den Schoß und wird dann gekrault, sie fordert beim Frisbee-Werfen laut kläffend den Wurf ein, Spielzeug steht in der Wohnung immer zur Verfügung und Futter gibt's auch reichlich und das auch vom Tisch (da sie sich viel bewegt, ist sie aber nicht dick). Also es gibt eigentlich keine Regeln, aber die beiden lebten bisher schwer entspannt miteinander. Wobei meiner Freundin absolut bewusst ist, dass die Huendin recht "verwoehnt" ist. Koerperlich wird sie gut ausgelastet, geistig eher nicht, obwohl der Hund daran viel Spass hat.

Vor einigen Monaten begannen die ersten "Problemchen", die Huendin jagte gelegentlich Joggern, Radfahrern und dann auch Autos hinterher. Wir haben darueber geredet (ich finde sowas extrem gefaehrlich und bin daher recht deutlich in "wehret den Anfaengen"), aber da es nur hin und wieder passierte, war meine Freundin nicht konsequent diesbezüglich. Dann machte der Hund in's Bett, waehrend meine Freundin im Wohnzimmer war. Einen ordentlichen See auf Decke und Kopfkissen. Vielleicht zwei Wochen spaeter wieder, allerdings als meine Freundin in der Tuer zum Schlafzimmer stand und den Hund gerade anschaute (also nicht etwa "heimlich"). Dann war erstmal Ruhe. Gestern Abend waren wir mit 3 Hunden zur letzten Runde draußen, danach ist meine Freundin wieder nach Hause (wo noch drei Freundinnen waren), nach etwa 10 Minuten springt der Hund ihr auf den Schoß, lässt sich kraulen und pinkelt (!!!). Nicht so viel, die Blase war ja recht leer, aber nun ja. Heute Morgen steht meine Freundin auf und findet im Bett erneut einen ordentlichen See. Wohlgemerkt, die Hündin kann jederzeit in den Garten, in welchem sie auch sonst Pipi macht.

Heute waren wir dann 4 Stunden spazieren (also mit Pausen natuerlich). Meine Freundin erzaehlte mir von den Pipi-Episoden von gestern Abend und heute morgen. Die Hunde waren baden, die Huendin hat nach Mäusen gebuddelt (meiner darf das nicht), sie sind um die Wette gerannt, haben andere Hunde getroffen, Frisbee gespielt). Gegen Ende des Spazierganges saßen wir in einen Café auf einer Wiese, meiner war ko und hat sich hingelegt, die Hündin fiepte rum, wollte auf den Schoß, ist nochmal Mäuse suchen gegangen, ich fand sie recht nervig dafür, dass wir so viel unterwegs gewesen waren, meine Freundin meinte, sie sei seit ein paar Monaten immer so. Nur zu Hause sei sie ruhig, wenn sie gemeinsam auf dem Sofa lägen. Wir sind dann Richtung Auto und auf dem Weg durch ein Waldstück sind die Hunde kurz in's Gestrüpp abgebogen. Wir haben sie gerufen, meiner kam, die Hündin nicht. Meine Freundin ist dann letztlich rufend in's Unterholz, findet die Hündin, diese schaut sie bestimmt 20 Sekunden lang intensiv an (so auf 2 m Entfernung), dreht um und jagt einer Spur hinterher. Hündin weg. Wir haben dann etwa eine Viertelstunde rufend das Unterholz durchkämmt und letztlich hat meine Freundin sie gefunden, sie saß ziemlich erschöpft einfach da. Als wir dann Richtung Auto gingen (an der Leine), scannte sie allerdings schon wieder die Gegend und ist auch einmal durchgestartet, da hatte sie wohl vergessen, dass sie an der Flexi war.

Tja. Meine Freundin voellig aufgelöst. Wir haben nochmal drüber geredet, dass für die Hündin sowas wie Impulskontrolle gar nicht existiert. Dass jagen selbstbelohnend ist und sie jede Form von hinterherrennen unterbinden muss, nicht nur das heute erstmals vorgekommene Kaninchen jagen.

Wie auch immer, ich weiß nicht, ob die Huendin erst jetzt die nicht vorhandenen Grenzen einfach ausnutzt, was sie vorher nicht getan hat? Warum pinkelt sie in's Bett, wenn die Terassentuer 4 m weiter sperrangelweit offen steht? Oder gar meiner Freundin auf den Schoß?!?!?

Ein Blasenproblem hat sie nicht, jedenfalls wurde das nach den vorherigen Vorfällen untersucht und sie hat ja nun auch einige Wochen nichts gemacht. Sie pinkelt auch nie in die Wohnung, also auf den Fußboden. Nur auf dem Bett. Gelegentlich.

Vielen Dank fuer's Lesen, ich bin froh ueber jeden Input!!! Ach so, morgen bin ich unterwegs, also eventuell antworte ich erst Montag :)

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Rein aus dem Bauch, wissenschaftlich nicht belegbar etc.: Für mich hört sich das nach einer Art Hilferuf des Hundes an. Fehlende Grenzen können den Hund auf Dauer überfordert haben.

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Aus dem Bauch raus ist gut, es geht mir nicht um Wissenschaft.

Ja, ich habe auch gesagt, irgendwas will sie mitteilen ... Uffa, es tut mir so leid fuer die beiden, bisher war es so unkompliziert (oder schien so, vielleicht war's fuer den Hund ja anstrengend).

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Wir hatten Ewigkeiten ein ähnliches Problem.

Hund pinkelte wenn wir raus wollten vor meine Füße.

Hund pinkelt ins Bett während wir schliefen.

Hund pinkelt unter den Tisch während sie liegt, ich saß 2m daneben.

Was nun 100% genau der Grund war wage ich mir nicht zu beurteilen. Jedoch half es bei uns mehr Ruhe reinzubringen, erstmal in uns und dann auch in den Hund. Klarere Regeln die auch durchgesetzt wurden aber ohne zu streng zu werden (eben Ruhe bewahren).

Ich denke diesem Hund fehlt (wie sagt man jetzt so schön) die Führung. Der Hund darf ja scheinbar sehr sehr viel, ich denke sie trägt zuviel Verantwortung auf ihren Schultern, das tut ihr nicht gut. Und ich bin nach den Erfahrungen mit meiner Hündin, der Meinung das Hunde diesen inneren und unpassenden Druck spüren und das erste Ventil um Druck abzulassen wäre nunmal die Blase. mag weit hergeholt sein...

Ich würde der Freundin ganz klar ans Herz legen das sie definitiv mehr Führung übernehmen muss und ihrem Hund die Verantwortung abnehmen muss. Ich denke dadurch das sie anfangs so lieb war hat sie das schleifen lassen und nun rächt sich das eben. Yumi wurde auch erst im 3. lebensjahr richtig erwachsen, vorher war sie ein Kind, auch im Kopf. Im letzten Jahr ist sie gereift, das merkt man richtig. Sollte dies auch bei der Hündin so eingetreten sein sieht sie sich jetzt eben nicht mehr als jungen Spund sondern eben selbst vllt als alt genug um die Sachen eben zu regeln, wenn der besitzer das schon nicht tut.

Du hast viel erfahrung in Sachen Hundeausbildung soweit ich weiß (korrigier mich wenn ich mich irre). Biete ihr doch an, gesetz dem Falle sie hat auch den Willen dazu, ihr zu helfen und zu zeigen wie sie es ihrem Hund und damit auch sich selbst wieder einfacher machen kann.

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Kann sein, wenn der Hund jetzt mit 3 Jahren erwachsen geworden ist. Klingt logisch, Vuk.

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Andere Idee: irgendeine Änderung im Leben der Freundin? Neuer Freund, neuerdings Single, neue Arbeit, neues Auto... irgendwas in der Art?

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Vielen Dank schon mal!

Veränderungen gab es keine, zumindest haben wir sehr lange überlegt und es ist uns nichts eingefallen. Ja, zum einführen und durchsetzen von Regeln könnte ich ihr sicher viel helfen, auch zur geistigen Auslastung (die Hündin ist total schlau, da macht es auch Spass). Genaugenommen weiß meine Freundin auch ganz gut, woran es hapert (ist aber noch unschlüssig über den Zusammenhang zur Pinkelei). Sie sieht mich mit meinem ja fast taeglich und der Unterschied in unserem Umgang mit den Hunden ist sehr offensichtlich. Wir tauschen uns oft drüber aus, tolerieren aber eben die andere Art des anderen (ich mische mich nicht ein, wenn jemand anderes mit seinem Hund anders umgeht und zufrieden ist). Bisher hat sie das eher lachend betrachtet, auch, weil ihre Hündin halt klein ist und man da vielleicht eher mal ein Auge zudrückt (weiß ich nicht genau, ich hatte noch nie einen kleinen Hund).

Auf jeden Fall werde ich mit ihr mal Eure Antworten durchgehen, sie weiß ja schon, dass mit der Huendin irgendwas im Argen ist und ist Anregungen gegenüber sicher aufgeschlossen, wenn sie dem Wohl des Hundes dienen. Die Hündin ist ihr ein und alles.

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Wurde denn mal geklärt ob es vielleicht Krankheitsbeding sein könnte?

Irgendwie klingt grade das Nachts ins Bett pinkeln für mich eher nach Inkontinenz als nach gewollt...

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Sie wurde nach den ersten Vorfällen untersucht, aber nichts gefunden.

Es passiert auch in zu großen Abstaenden (bisher jedenfalls), als dass ein gesundheitliches Problen wahrscheinlich ist, denke ich.

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mmh okay dachte nur ich frage formeshalber mal nach, damit da wirklich ausgeschlossen ist ;)

Ansonsten würde ich auch sagen, dass sie wahrscheinlich mit irgendwas gestresst/ überfordert ist, was durchaus auf mangelende Regeln zurück zuführen sein kann.

Allerdings würde ich es, wenn es so plötzlich auftritt vermuteten, dass es schon irgendeinen speziellen Auslöser gab, da die Hündin ja voher (scheinbar?) gut mit der Situation klargekommen ist.

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