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Hundeforum Der Hund
gast

Hunde lernen von ihren Artgenossen nicht so gut wie Wölfe?

Empfohlene Beiträge

Stimmt. ;)

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Für den Einzelhund wird das sicher stimmen, klingt jedenfalls logisch. Ich kann mir aber vorstellen, dass es sich ganz anders verhält, wenn man z.B.

dasselbe mit Welpen/Junghunden und deren Mutter oder einem anderem engen Rudelmitglied von Geburt an testen würde.

Meine Erfahrung, Welpen, die länger bei der Mutter bleiben, orientieren sich stärker am Vorbild der Mutter oder auch der Tanten im Rudel oder auch an den Geschwistern und sie lernen auch voneinander alles mögliche, meinetwegen konditionieren sie sich auch gegenseitig, oft mehr als einem als Mensch lieb ist, als Hunde, die "lose" zusammen leben. (völlig unwissenschaftlich, aber Hans-Georg wird sowieso gleich behaupten, dass das Gegenteil stimmt)

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Das ist aber nichts neues. Habe ich schon mal in einem Buch gelesen.

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Ich empfehle das Buch "Wölfisch für Hundehalter" von Günther Bosch. Da erklärt sich vieles von selbst.

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(bearbeitet)

Susi, ich kenne das Buch nicht, insofern bin ich (mit Hinblick auf den von mir eingestellten link) jetzt etwas irritiert, weil gemäß dieses Artikels die hündische Kommunikation ja wohl einschneidende Unterscheidungen gegenüber der wölfischen besitzt.

Insofern ist mir nicht wirklich klar, wieso mir "wölfisch" hierbei weiterhelfen soll :think:

Oder wird in diesem Buch explizit auf die Unterschiede Wolf - Hund eingegangen?

Vom Titel allein her würde ich dies jetzt nicht vermuten.

Je mehr Möglichkeiten man hat, sein Gegenüber zu studieren, umso mehr Feinheiten entdeckt man, was wiederum Auswirkungen auf das eigene Handeln hat, weil man aufgrund von Erfahrungswerten auch kleine Signale erkennen und entsprechend auswerten kann.

Je weniger häufig man sein Gegenüber sieht, desto größer ist die Unsicherheit bei der - bewussten oder unbewussten - Auswertung solcher Signale.

Darum geht es aber in dem Artikel gar nicht.

Grob gesagt geht es darum, dass das Lernen von Artgenossen, wie es beim Urvater des Hundes zu sehen ist, abgenommen hat - und zwar zugungsten des Lernens von einer anderen Art, in diesem Fall dem Menschen.

Ich finde, das ist ein ganz wichtiger Aspekt in der Haltung unserer Hunde, weil sich daraus der Schluss ergibt, dass ein reines Lernen-lassen unserer Hunde von anderen Hunden ihrer Art nicht mehr gerecht wird.

Es wäre also völlig falsch, bei der Haltung eines Hundes die über die Domestikation evolutiv verankerte Anpassung an den Menschen unberücksichtigt zu lassen.

Man kann auch sagen: Die Bereitschaft des Hundes, sich am Menschen zu orientieren, ist zwingend zu bedienen, weil es dem heutigen Wesen des Hundes entspricht.

Edit: Susi, das o.g. soll jetzt keine Kritik sein, vielleicht kannst du ja mal mehr zu dem Inhalt dieses Buches sagen :)

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Der Bericht hängt ja in der Luft. Es ist von den Forschern ja noch gar nichts veröffentlicht worden. Insofern ist mir ertmal völlig unklar woraus die Probandengruppe der Hunde besteht. Sind das Hunde der FCI Kat 5 gewesen? Oder der 0815 Retriever? Hütehunde?

Sind die Hunde in Ihrem Familienverbund aufgewachsen oder sind das Tiere die nach 12 Wochen aus der Gruppe raugebrochen wurden und dann bei Menschen gelebt haben?

Das was chibambola bemerkt ist auch meine Erfahrung. Hund lernt immer besser von Hund als das durch Konditionierung von Mensch möglich ist.

gruss t_g

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Es gibt den Klassiker "Der Wolf" von Erik Zimen.

Er beschreibt sehr schön, auch die Unterschiede zwischen Wolf und Hund.

Der Königspudel ist nach seinen Worten übrigens der Hund, welcher dem Wolf noch am ähnlichsten ist.

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Hm ... ich meine, selbst Zimen war zuletzt klar, dass die Vergleiche GEHEGEwölfe - Hund nicht repräsentativ waren ...

Z. B. beruhten die Aussagen zum Alphatier zunächst ausschließlich auf die Beobachtung von Gehegewölfen; mittlerweile weiß man aber, dass die daraus gezogenen Rückschlüsse NICHT mit dem Verhalten eines Alphawolfes in der freien Wildbahn 1:1 übereinstimmen.

Ich verweise hier mal auf die von Hans Georg in einem anderen Thread eingestellte Formel:

Genotyp + Umwelt = Phänotyp

aus der Verhaltensbiologie.

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(bearbeitet)

:think:

Aber es ist doch längst klar, dass Hunde sich weit mehr an den Menschen angepasst haben als jeder Wolf (auch gezämt) es je tun würde.

Hunde brauchen den Menschen - ein Wolf toleriert ihn höchstens. Und nein, die Quelle fällt mir jetzt nicht ein ;) aber ich habe das definitiv nicht aus der Bild oder ähnlichem. Ich meine sogar, den Namen von Frau Range (der fällt mir naturgemäß schnell ins Auge ;) ) zu erinnern in dem Zusammenhang.

Von daher überrascht mich nicht, wenn Hunde MEHR vom Menschen lernen als Wölfe es je täten, dies aber zu Ungunsten des Lernens vom Artgenossen geht.

Wölfe zB achten stark auf das Verhalten von Krähen und Raben - inter-spezifisches Verständnis gibt es demnach. Der Mensch ist dem Wolf aber wohl einfach nie so hilfreich erschienen wie die Raben - folglich ergab sich kein Grund, sich so sehr auf ihn einzulassen, abgesehen von den grundsätzlichen Dingen wie "hat Waffe in der Hand" oder "Stinkt nach Blut" ;)

Generell stell ich es mir auch schwierig vor, die beiden Wolf und Hund miteinander im wissenschaftlichen Experiment zu vergleichen. Wenn es heißt, die Tiere seien unter gleichen Bedingungen aufgewachsen, so ist das zwar wissenschaftlich korrekt um keinen Fehler zu produzieren, allerdings ist "gleiche Bedingung" ja nicht gleich-gut für beide Arten!

Einen Wolf in einer Menschenfamilie aufzuziehen ist für den Wolf sicher eher nachteilig, das wird jeder einsehen.

Aber ein Hund, von dem man ja nun schon öfter feststellte dass er sich viel mehr an den Menschen orientiert und diesen eher braucht ist eine Aufzucht wie bei einem Wolfsrudel eben auch nicht ideal.

:think:

Interessant wäre demnach auch die Gegenstudie: Hunde und Wölfe zu vergleichen, die nach für ihre Unterart IDEALEN Bedingungen aufgewachsen sind. Also beim Hund mit viel Kontakt zum Menschen, beim Wolf so "wild" wie möglich.

Aber das ist immer schon ein Problem in der Verhaltensforschung - im Freiland sind Beobachtungen nicht vergleichbar und statistisch einwandfrei, und in Gefangenschaft sind sie es eben auch oft nicht.

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