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Hundeforum Der Hund
federica

Der selbstständig denkende Hund

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Ich werfe mal eine kleine Geschichte von meinem heutigen Gassigang ein, meinem Versagen bezüglich der Erziehung meiner Hunde und der eigenen Freude darüber ;)

Bei mir wohnen eine Angsthündin, die ca. 12 Jahre ihres Lebens in einem ital. Canile saß und eine türk. Straßenhündin, die mindestens 5 Jahre in ihrem Familienverband, mit 7 oder 8 Hunden auf der Straße gelebt hat.

Die Ansthündin läuft offline, meidet den Waldweg, da man dort gefährliche Menschen oder Hunde trifft und bewegt sich immer parallel zum Weg auf 15 - 20 Meter Distanz im Unterholz. Sie weiß, dass sie zu uns gehört, läuft nicht weg, möchte aber andere Zwei- und Vierbeiner meiden und das darf sie. Da ihr eigener Weg ein unwegsamerer ist, als der von mir und Mine, kommt es manchmal dazu, dass man sie in dem Wirrwarr von Bäumen, Sträuchern und Unterholz nicht gleich entdeckt, was ja auch ihrer Absicht entspricht und wir oft stehenbleiben müssen, um zu schauen, ob der Eisbär mit unserem Tempo mithalten kann.

Da stehe ich dann so und rufe nach dem Eisbären. Mine ist mit Schnüffeln beschäftigt und geht immer weiter voraus, bis ich ihr Kommando zum Warten gebe und sie auffordere zu mir zu kommen. Mine stoppt auch, weigert sich aber zu mir zu kommen und wartet an der Stelle, wo ich sagte, dass sie anhalten soll, schaut mich fragend an, während ich die ganze Zeit parallel dazu nach dem Eisbären rufe, weil ich sie im Unterholz noch immer nicht entdeckt hab. Zwischendurch rufe ich wieder Minchen doch endlich herzukommen, aber sie bleibt stehen und mustert mich immer seltsamer. Sie schaut immer zu mir und dann wieder in den Wald. Innerlich schon leicht ärgerlich, dass sie nicht rückrufsicher ist und sich der Eisbär wieder sehr gut getarnt hat, macht es schließlich auch in meinem Gehirn endlich "klick". Ich folge nochmal Mines Blick in den Wald und da steht der Eisbär, direkt auf Minchens Höhe keine 5 Meter entfernt.

Meine Hündin hatte sie schon die ganze Zeit gesehen, wusste genau, dass wir ihretwegen warten und wunderte sich über mein seltsames und unverständliches Verhalten, weiter zu rufen, obwohl sie doch schon längst bei uns ist. Ihr nicht zu mir kommen, war ihre Art mir zu zeigen, dass die Problematik gar nicht mehr bestand. Wir sind wirklich ein gutes Team, wenn bei einem von uns die Sinne mal ausfallen, springt der Andere kurzfristig ein :D

Bloß gut, dass sie nicht hundert Prozent hört ;)

Ein Eisbärangstnasenhund im Wald

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Dort isse doch, siehste .....?

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Auf dem Weg laufen? Mhhhm... kommt da auch wirklich keiner?

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Aber ich bin immer erstmal Schuld, weil ich so schlecht höre? Tssss... Menschen wieder.

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Ich mag es, wenn meine Hunde selber denken und mir meine mangelhafte Wahrnehmung aufzeigen. Das Situative ist immer noch der beste Trainer.

LG

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:klatsch:

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Wie schön! :)

Ist das denn ungewöhnlich für Deine Hunde? Ehrlich gesagt, ich hätte hier wahrscheinlich eher einen Thread eröffnet, wenn meine sich auf einmal nicht so verhalten würden, das gehört bei uns zum alltäglichen Miteinander.

Dany holt Lotte auch zurück für mich, oder einfach von sich aus - manchmal sogar auch nur durch Blicke. Ich bedanke mich auch bei ihm dafür.

Freut mich, dass es anderswo auch selbständig denkende Hunde gibt, bzw. Menschen, die das erkennen. ;)

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Ungewöhnlich ist das nur dann, wenn Frauchen zu viel über Erziehungsmethoden liest, denkt das der Hund vielleicht doch ein bisschen besser hören müsste und wieder mal den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

Da bin ich dann froh, dass wenigstens eine einen kühlen Kopf bewahrt und sich von sämtlichen Lerntheorien und Methodenquatsch in meinem Kopf, unbeeindruckt zeigt.

So ist sie eben das Minchen :)

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ja, kenn ich auch von meinen Hunden, die holen sich auch gegenseitig zurück oder zeigen mir, wenn eine abgängig ist und wo sie steckt.

Am Tag als meine Bambi starb, waren wir nachmittags nochmal Gassi, vormittags war noch alles in Ordnung. Nachmittags saß sie im Gras und wollte nicht weiter gehen, Rückruf wurde ignoriert, das merkwürdige war, dass auch die Schwester Chiqui sich nah neben sie setzte und auch nicht weitergehen wollte, nachdem ich dann merkte, dass da nichts geht, bin ich zurück, um Bambi zu tragen (sie hatte immer mal so Phasen, wo sie nicht laufen wollte und stehen blieb, aber eben nicht ihre Schwester), lief die Schwester dann auch wieder mit mir mit, aber der Blick sagte "na endlich hast du kapiert, dass sie nicht kann". Am Abend ist sie dann gestorben.

Chiqui war besonders schlau, die hat mir auch immer Autos, Radfahrer und Hunde angezeigt, die um die Ecke kamen.

Meine zeigen mir auch den Rückweg beim Wandern, ich verlauf mich ja gerne mal und dann stehen sie erstaunt an einer Kreuzung und schauen demonstrativ in die andere Richtung, bis mir ein Licht aufgeht :D . Chiqui ist sogar die Abkürzungen voraus gelaufen, z.B. Trampelpfad durch den Wald, obwohl sie sonst nie durch den Wald auf eigene Faust ist.

Oder auch, wenn ein Gewitter bevorsteht, dann streiken sie nämlich auch, und dann kommt auch der Blick, "hab ich dir doch gleich gesagt", wenn ich sie dennoch weiter laufen lasse, was sie missmutig tun und wir dann nass werden. :D .

Drum überleg ich jetzt auch immer, was sie mir wohl sagen wollen, wenn sie sich so verhalten, denn normalerweise laufen sie ja gerne und folgen auch gut.

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Da bin ich dann froh, dass wenigstens eine einen kühlen Kopf bewahrt und sich von sämtlichen Lerntheorien und Methodenquatsch in meinem Kopf, unbeeindruckt zeigt.

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Unsere Hunde sind eben klüger, als man so gemeinhin denkt. Möchte mal wissen, was in der Situtation in Mine vorgegangen ist. :zunge:

Ich glaube, das Reserl hält uns manchmal für begriffsstutzig. Nämlich immer dann, wenn sie uns ganz deutlich zeigt, dass sie in die Küche (und was fressen) will und wir einfach nicht reagieren!

Sie stupst uns an, leckt uns über die Hand und schaut dann Richtung Küchentür. Das Ganze mehrmals. Wenn wir nicht reagieren, geht sie Richtung Küche, kommt zurück, leckt die Hand, geht wieder zur Küche.

Irgendwann gibt sie auf, legt sich hin und seufzt - und dann denkt sie mit Sicherheit: "Was für Spatzenhirne..."

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Was für ein schönes Thema :)

Federica, ich finde es ganz toll, dass du deine Eisbärin selbst entscheiden lässt, wo sie laufen will.

Solche Situationen, in denen der Hund deutlich etwas anzeigt, kenne ich auch.

Ich habe auch schon mal meine Hündin gerufen, weil ich dachte, sie wäre im Unterholz. Bis ich irgendwann meinen Rüden anschaute, in dessen Gesicht "Ähm.. Frauchen.. ist alles in Ordnung mit dir?" stand- befand sich Baghira doch direkt hinter mir :Oo

Oft gab es Situationen, in denen mein Rüde nicht weiterlaufen wollte (einen bestimmten Weg) oder sich strikt weigerte, an einer Kreuzung eine von mir vorgeschlagene Abbiegung zu nehmen.

Ich gehe dann einen anderen Weg- geht auch sonst nicht anders, außer ich würde ihn tragen.

Der Blick, der mich traf, als ich ihn damals einmal gegen seinen Will in eine Richtung lotste und wir dort eine Gruppe ungestümer Hunde trafen- sprach Bände. Seitdem vertraue ich ihm-auch wenn ich manchmal nicht genau weiß, weshalb er einen Weg so gar nicht laufen will.

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Möchte mal wissen, was in der Situtation in Mine vorgegangen ist. Zunge

Mine hat wirklich unendlich viel Geduld mit mir :respekt: Sie ist'ne Lehrerin, die nicht so schnell aufgibt. In obiger Situation war sie konsequent und authentisch in ihrem Auftreten, ihrer Ansage. Sie hat mein "Komm" ignoriert, mir gewaltfrei gezeigt, wo der Hammer hängt :D und mich hinterher belohnt, indem sie sich wahnsinnig gefreut hat, als ich endlich verstanden hab, was sie von mir will.

Eisbär Sue ist da ganz anders. Ihr sieht man das Kopfschütteln regelrecht an und sie resigniert angesichts meiner Begriffstutzigkeit sehr schnell. Sie legt sich dann meist ab und denkt sich. "Nützt nichts, es nützt einfach nichts..." stöhn... Mine versucht für mich dann immer in die Presche zu springen: "Das wird schon noch, die braucht halt länger."

Geht es allerdings darum, dass ich die Essenszeit verschoben hab, ist Mine ganz bei Sue, die der Auffassung ist: "Die hat's verpeilt. Wir organisieren uns das jetzt selber."

Ich glaube ja, dass Hunde eh mehr Ahnung von Hunde- und Menschenerziehung bzw.Kommunikation haben als wir mit unseren tausenden von Worten.

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Ich habe auch schon mal meine Hündin gerufen, weil ich dachte, sie wäre im Unterholz. Bis ich irgendwann meinen Rüden anschaute, in dessen Gesicht "Ähm.. Frauchen.. ist alles in Ordnung mit dir?" stand- befand sich Baghira doch direkt hinter mir smilie_14.gif

Ich glaub wir blamieren uns sogar öfter vor unseren Hunden, als wir es tatsächlich merken :ui Die machen schon so einiges mit ihren Zweibeinern durch ...

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Eisbär Sue ist da ganz anders. Ihr sieht man das Kopfschütteln regelrecht an und sie resigniert angesichts meiner Begriffstutzigkeit sehr schnell. Sie legt sich dann meist ab und denkt sich. "Nützt nichts, es nützt einfach nichts..." stöhn...

Hehe. :D

Irgendjemand sagte mal, diesen Canile-Langzeitinsassen hat das Leben einfach die Ansprüche abgewöhnt. Ist bestimmt was dran. Die fügen sich in ihr Schicksal. ;)

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