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polar-chat.de  Der Hund
Kekschen

Hilfe & Rat gesucht: ehemaliger Wachhund

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Hallo Zusammen,

ich brauche eure Hilfe, Tipps für die Erziehung und eventuell sogar aktivere Hilfe, aber das wird sich zeigen. Vor allem will ich mich auskotzen, da mir das Ganze sehr nah geht. Das wird leider ein ziemlicher Roman.

Die Situation (ich stelle sie etwas zusammengefasst dar und allgemein gehalten, es ist mir zu riskant alles genau zu schreiben; falls jemand Einzelheiten benötigt bitte nur per PN)

Meine beste Freundin wohnt mit Freund und ihrem Hund (kastrierter Rüde, etwa 2-3 Jahre, total lieb und sozial verträglich mit jedem) etwas weiter weg (Großraum Stuttgart) und ich gehe immer für ein ganzes Wochenende zu ihnen, damit es sich lohnt. So auch das letzte Wochenende. Bei ihnen war nicht nur ihr Hund da, sondern auch ein anderer Mischling. Ich nenne ihn mal Balu.

Balu hat mich mit Bellen begrüßt, aber kein lautes Bellen (Aufregung etc.) sondern eher ein leises "wauwau". Er kam auf mich zu hat mich beschnüffelt und sich dann so hingestellt, dass ich ihn überall streicheln konnte. Mir fiel da der komische Geruch auf, er roch wie eine Tankstelle.

Balu folgte mir dann und ließ sich immer wieder streicheln, legte sich dann auf meine füße und schlief ein. Mir fiel auf, als er auf der Seite lag, dass er an seinem Oberschenkel eine große verkrustet Stelle hat. Zudem leidet er an sehr starkem Haarausfall und er war viel dünner, als ich erst dachte. Das war aber alles Fell.

Nun erzählte mir meine Freundin Balus Geschichte: Balu ist 11 Jahre alt, nicht kastriert und wohnt in einem Heizungskeller. Er wurde vor Jahren als Wachhund angeschafft. nachts war er auf dem Gelände, tagsüber im Heizungskeller (daher auch sein penetranter Geruch nach Benzin und Müll). Er kommt ab und zu raus zum "Gassi gehen" an die Ecke auf die Wiese. Er kennt kaum etwas, er kennt keine Befehle, keine Wohnung, kein Autofahren, lange Spaziergänge, Sonne etc. Balu ist charakterlich lieb, total anhänglich (klar), lernwillig und er sucht sehr die Nähe zu den Menschen.

Seinen "Besitzern" ist er sehr egal, er ist eine Sache für die sie nun keinen Verwendungszweck mehr haben. Sie beschreiben ihn als aggressiv und gefährlich, daher gehen sie nie mit ihm raus. Ich finde ihn weder aggressiv (man könnte als Hundeunkundiger das Bellen als Aggressiv betiteln) und gefährlich - naja nur für die Füße wenn er sich drauf legt, ich schätze ihn auf gut 30kg und wenn er normal gewichtig wäre hätte er sicherlich seine fast 40kg drauf.

Meine Freundin hat den Hund letzte Woche das erste mal gesehen und ihn gleich mitgenommen, sodass er übers Wochenende bei ihnen war. Er versteht sich super mit ihrem Rüden, daher ist das kein Problem.

Aber Balu keine aktive Hund-Mensch-Kommunikation. Er bellt um zu zeigen, dass er etwas möchte, egal ob Hunger/Gassi/Aua oder sonstiges. Wir haben in den 2 Tagen angefangen mit ihm zu trainieren und er ist echt lernwillig (er freut sich richtig, wenn er versteht was wir von ihm wollen). Trotzdem ist das Bellen ein Problem, er bellt ununterbrochen (verständlich, aber trotzdem nervig, denn in dem Haus wohnen noch andere Familien und die haben schon Probleme mit dem eigenen Rüden, obwohl er still ist).

Wir mussten ihn am Sonntag zurückbringen und ich war ehrlich gesagt nur schockiert. Das Gelände ist voll mit Sperrmüll, auch viele gefährliche Sachen. Wir haben versuch soviel als möglich wegzuräumen (u.a. alte Klingen von Teppichmessern, Sägeblätter, Benzinkanister etc.).

Da ich weiter weg wohne, kann ich erst Freitag wieder hin. Dann gehen wir zum TA, um die Wunde abklären zu lassen und einen allgemeinen Check Up zu machen. Den Besitzer interessiert es nicht, hauptsache er hat wenig Mühe mit dem Hund.

Wir wollen Balu auf jeden Fall da raus holen, jedoch muss dafür einiges geklärt werden und viel kann ich (noch) nicht schreiben. Der erste Schritt ist der Besuch beim Tierarzt am Freitag. Danach muss dringend ein anderes Halsband her (er hat ein Würgehalsband aus Metall, viel zu klein. Wir haben es abgeändert, sodass es nicht mehr würgt aber bequem ist das noch lange nicht).

Ich würde ihn am liebsten einfach zu mir nehmen und ihm zeigen, wie toll das Leben sein kann. Doch das geht aus privaten Gründen frühestens im Dezember und auch nur dann wenn wir sein Bellen in den Griff bekommen *seuftz

Meine ersten Fragen wären:

Wie können wir ihm am besten und verständlich zeigen, dass er anders kommunizieren kann, als über Bellen?

Welche Untersuchungen sind Priorität 1 bei einem Seniorenrüden (wir wissen nicht ob er geimpft ist oder jemals bei einem Tierarzt war)?

Wie gesagt nähere Informationen nur per PN, Nachfragen natürlich gerne hier. Das ist nur die grobe Geschichte, einfach da wir sehr sehr vorsichtig vorgehen müssen, um Balu helfen zu können.

Grüßle,

Kekschen

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Bevor ihr an trainieren oder abtrainieren denkt, ist es denn sicher, dass der Besitzer das Tier hergibt?

Und wenn ja, wird er sich in der Folge gleich einen neuen "Wachhund", womöglich einen Welpen holen, den das gleiche ätzende Elend erwartet?

Habt ihr daran gedacht, das Veterinäramt einzuschalten?

Ihm das Bellen abzugewöhnen sehe ich hier erst als Problem Nr. 2 an.

Möglich ist das höchstwahrscheinlich, auch wenn es etwas Geduld erfordert.

LG Antonia

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Ok, das hätte ich deutlicher schreiben müssen:

Seit etwa 2 Jahren gibt es nichts mehr zu bewachen, der Hund ist quasi arbeitslos und daher nur noch auf dem (verwahrlosten) Gelände. Was dort einmal war und er bewacht hat ist Konkurs gegangen und nun ist es ein Abladeplatz für Gerümpel. Es wird kein Wachhund mehr gebraucht und ein neuer Hund wird nicht geholt werden. Balu ist quasi nutzlos und wird weitgehend ignoriert/ vergessen.

Wegen der Abgabe, ja an sich soll er weg. Nur gibt es da noch einiges zu regeln, was ich hier noch nicht öffentlich schreiben möchte. Veterinäramt, Polizei, Ordnungsamt etc. sind (leider) keine Option.

das Training ist für uns Option Nr. 1, wenn es sich so entwickeln wird wie wir es momentan erwarten. Daher die Frage ob jemand Tipps hat wie man dieses trainieren kann.

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Ah ok das klingt schon besser :)

Klasse dass ihr euch kümmert.

wie man dieses trainieren kann.

Ich würde das zunächst mit stinknormaler Konditionierung aufbauen. Wenn der Hund gelernt hat, dass ihr auch andere Signale von ihm außer Bellen wahrnehmt, wird das schon werden.

Im Prinzip der Aufbau wie ein Trick.

Zum Beispiel so, wenn du mit Futter trainieren willst: Keks in die Schnauze stecken, Hund hört (weil er den Keks im Schnabel hat und kaut) automatisch auf zu bellen.

Mit dem Keks eine Sekunde vor der Schnauze innehalten, bevor er reingesteckt wird. Dann zwei, dann vier, dann 10 Sekunden, aber nur, wenn er in Erwartung des Kekses aufhört zu bellen.

Dann das Signal "still" oder was auch immer einführen (am besten gleich kombiniert mit Handzeichen, falls er schon oder bald nicht mehr gut hört).

Dann Keks nicht mehr vor die Nase halten, sondern in Hosentasche haben, hervorzaubern, wenn er auf "still" aufhört zu bellen. Usw.

Lernziel ist, dass er auf das Signal "still" aufhört zu bellen und seine Belohnung erwartet. Der Keks wird später ausgeschlichen, Belohnung ist dann ein Knuddler oder was er sonst so mag.

Ein Problem könnte aber sein, wenn er in eurer Abwesenheit bellt, aus Frust, Angst, Langeweile, oder?

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Ich durfte einen Hund kennen lernen der sein Leben lang auf dem Schrottplatz gelebt hat, bevor er aus dem Tierheim adoptiert wurde, haben seine zukünftigen Besitzer Monate (!) mit einer Hundepsychologin gearbeitet.

Frühere Vermittlungsversuche scheiterten auf Grund seines territorialen Verhaltens.

Er ist sehr lieb, auch Versuche ihn zur provozieren führten nicht zu einem Angriff, aber sobald er bei Interessenten Zuhause auftaute fing er so stark mit dem Bewachen an (auch gegen die Interessenten), dass er zurück gebracht werden musste.

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Mein Mann und ich gehen Vollzeitarbeiten, aber aufgrund unterschiedlicher Arbeitszeiten wäre der Hund 2x 3h alleine (9-12Uhr ; 13- 16 Uhr) In dieser Zeit darf er nicht andauernder Bellen, da unsere zukünftigen Vermieter damit große Probleme haben. Klar, normales Bellen gar kein Problem, aber er bellt wirklich sehr viel und lange.

Alles andere ist kein Grund ihn nicht aufzunehmen, nur das Bellen wäre ein großes Hindernis *seuftz*

Wir durften mit Hund (den Rüden meiner Freundin) in sein Revier "eindringen", er hat sich gefreut uns wieder zu sehen und sich kuscheln lassen und wollte nur noch mit raus. Ich denke, das wird sich ändern, sobald er ein Revier hat das ihm gefällt. Schließlich wurde sein territoriales Verhalten sicherlich belohnt.

Da wir ihn aber auch frühestens Dezember aufnehmen können (aufgrund Umzug etc.) wäre auch genug Zeit für ein gutes Training. Es ist nur die Frage wie man das konzipiert, da wir noch keinen Platz haben an den wir Balu hinbringen können, falls der Besitzer ihn "spontan" los werden möchte.

Notfalls wäre es ein Tierheim, aber dazu bräuchten wir eines mit dem wir kooperieren können und das ihn nicht einfach wegsperrt und vermittelt *hm* Mir persönlich wäre eine Pflegestelle in der Umgebung lieber, die uns aktiv ins Training mit einbezieht.

Ich bin nun erstmal gespannt was der Tierarzt zu ihm sagt und ich hoffe er ist wirklich so fit wie er wirkt *....*

Falls er fit genug ist nehmen wir ihn am Sonntag mit zum BaWü-Treffen, es wäre eine gute Möglichkeit an seinem Sozialverhalten zu feilen (Hündinnen toll, kastrierte Rüden auch toll, ganze Rüden -bäh) und ihn ausgiebig spielen zu lassen.

Edit: Wenn er stark territorial wäre, würden wir für ihn das perfekte Zuhause suchen, z.B. einen großen Hof mit hundelieben Menschen. Hier in der Gegend gibt es einige große Höfe, eventuelle findet sich da jemand der ein Gnadenbrot vergeben würde.

Edit spricht: Ein Bild von Balu in seinem "Zuhause". Es entstand am Sonntag, als wir ihn heim gebracht haben.

f3gj.jpg

Entschuldigung, ich kriege gerade die Verknüpfung nicht raus *schäm*

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Notfalls wäre es ein Tierheim, aber dazu bräuchten wir eines mit dem wir kooperieren können und das ihn nicht einfach wegsperrt und vermittelt *hm* Mir persönlich wäre eine Pflegestelle in der Umgebung lieber, die uns aktiv ins Training mit einbezieht.

Was wäre schlimm daran, falls Balu in einem Tierheim kurzfristig auf einen passenden Platz vermittelt werden könnte?

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Es wäre an sich nicht schlimm, nur habe ich selbst Erfahrung bei den meisten Tierheimen (ehrenamtliche Arbeit etc.) in unserer Umgebung und bin vorsichtig geworden. Ich würde auf zwei Tierheime zu gehen und beide sind kleinere Vereine die stark zu kämpfen haben und weder die Zeit noch die finanziellen Möglichkeiten hätten sich um Balu zu kümmern.

Da Balu mit unkastrierten Rüden nicht klar kommt, bzw mit pöbelnden Hunden hätte ich Angst, dass er im Tierheim Probleme bekommt.

Dazu brauch man einfach die Zeit und Energie für sein Training, da ich nur die Wochenenden rüber kommen kann (falls Balu hier in der Nähe bleibt) wegen Training etc.

Daher habe ich geschrieben Notfalls wäre es eben ein Tierheim, aber zuvor wollen wir noch ein paar andere Möglichkeiten versuchen.

Jetzt müssen wir erst mal Freitag abwarten und schauen was der Tierarzt meint. Dann wissen wir zumindest in etwa wie es gesundheitlich um ihn steht.

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