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polar-chat.de  Der Hund
dani-andi

Ist das verwerflich (med. Behandlung bei altem Hund)?

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Hallo,

ich hatte weiter unten schon geschrieben, dass unsere Sandy (13,5 J.) nun auch beginnende Demenz hat. Um zu prüfen, ob man ihr ein Medikament geben kann, das (laienhaft ausgedrückt) ein paar abgestumpfte Nervenenden wieder aktiviert und die Demenzsymptome dadurch verringert werden, haben wir beim Tierarzt ein geriatrisches Profil (Blutabnahme) machen lassen.

Ergebnis: Es spricht nichts gegen die Gabe dieses Medikamentes. Allerdings ist ein Leberwert etwas erhöht, ein anderer mittelmäßig erhöht.

Die Tierärztin würde nun gerne der Sache auf den Grund gehen: Urinkontrolle, Röntgen, Ultraschall, zumindest vorübergehend Tabletten als Leberschutz - das volle Programm. Ich habe mir eine kurze Bedenkzeit erbeten.

(Ebenso verhält es sich mit einer beidseitigen "Umfangsvermehrung" am Brustkorb. Sie hat das seit Jahren, es macht sie optisch molliger, aber es schränkt sie nicht ein. Der Vorgänger unserer Tierärztin fand das nicht beunruhigend, sie würde es nun gerne punktieren und Gewebe untersuchen lassen.)

Wir haben nun hier am Wochenende Familienrat abgehalten und kamen zu folgendem Ergebnis: Der Hund hat offensichtlich keine Schmerzen, die erhöhten Leberwerte schränken sie in keinster Weise ein. Deshalb würden wir gerne auf eine weitere Untersuchung und Behandlung in diese Richtung verzichten. Was würden wir mit einem möglichen Ergebnis einer Röntgen-/Ultraschalluntersuchung anfangen? Was würden wir bei einem eventuellen Leberkarzinom unternehmen? Was, wenn sich zeigt, dass die Umfangsvermehrung kein Lipom ist, sondern ein Tumor? Nichts. Unsere Devise hieß eigentlich schon seit langem, dass wir Sandy in Würde altern lassen werden. Sie wird bei uns bleiben, so lange sie keine Schmerzen hat, es ihr gut geht und der Alltag ihr Lebensqualität bietet. Sollte es eines Tages nicht mehr gehen, werden wir ihr einen schmerzfreien Abschied ermöglichen.

Morgen sollte ich nun der Tierärztin unsere Entscheidung mitteilen. Nun plagt mich die Frage: Wird sie das so hinnehmen? Wird sie es verstehen? Und: Liegen wir mit dieser Entscheidung "richtig" - oder gibt es hier überhaupt kein richtig und falsch?

Ich würde mich freuen, wenn hier der eine oder andere berichten würde, wie er sich in einem vergleichbaren Fall entschieden hat. Oder auch nur, ob diese Entscheidung nachvollziehbar ist...

Danke & Grüße

dani-andi

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Kann eure Überlegung voll und ganz nachvollziehen

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Schwer zu sagen wie ich entscheiden würde - vermutlich würde ich das Medikament gegen Demenz geben (ich kenne jetzt nicht die Schwere bzw. das Stadium) und etwas für die Leber geben.

Ansonsten würde ich den Hund auch soweit in Ruhe lassen mit den ganzen Untersuchungen. Er ist in einem stattlichen Alter, in dem nicht mehr jede Diagnose Sinn macht.

Ich denke, wenn der Hund 10 Jahre jünger wäre, wärt ihr auch zu einer anderen Entscheidung gekommen - genau wie ich.

Viel Kraft und Mut euch allen.

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Eine große Untersuchung (mal ganz unabhängig von den Kosten, ich denke da eher an den damit verbundenen Streß für Euch und vor allem für den Hund!) macht doch nur Sinn, wenn eine sinnvolle Behandlung daraus erfolgen kann, oder?

Ein wenig Leberschutz (pflanzlich mit Fenchel, Mariendistel etc) kann sicherlich nicht schaden, da erhöhte Leberwerte oft mit Übelkeit einhergehen.

Aber sonst......

Ich würde das meinem Hund in dem Alter und in dem von Dir beschriebenen Zustand nicht zumuten wollen!

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Hey,

ich kann eure Überlegungen ebenfalls gut verstehen.

Wir hatten bei Charly einen etwas ähnlichen Fall bzgl. der Entscheidung für/gegen Medikamente.

Er hatte Arthrose und dadurch starke Schmerzen, deswegen hat er viele Medikamente bekommen. Der Tierarzt wies uns darauf hin, dass die Nieren aufgrund der Medikamentengabe eines Tages versagen können.

Wir haben uns aber ganz bewusst für die Schmerzmittel entschieden, damit Charlys letzte Jahre schmerzfrei und schön sind.

So war es dann auch. Er konnte sich bis zum Schluss bewegen und hatte ein schönes Leben. Die Nieren haben dann am Ende versagt. Aber die Entscheidung war richtig :)

... Ihr werdet sicher die richtige Wahl treffen. Unterhaltet euch noch einmal mit der Ärztin und holt ggf. eine zweite Meinung ein. An einem 13.5 Jahre alten Hund muss man nicht zwangsläufig herumdoktern, wenn es sich vermeiden lässt... Tabletten für den Leberschutz wären vielleicht nicht so schlecht. Aber ist fürs Röntgen z.B. nicht auch eine Narkose vonnöten? Das würde ich der Omi zum Beispiel nicht antun :)

LG

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Um welches Medikament geht es denn?

Ich kann jetzt auch keinen Grund für einen Diagnose-Marathon erkennen. Zumal deine Hündin keine starken Schmerzen hat, oder sonstige Smptome, die rasches Handeln erfordern.

Für die Leber würde ich ihr vielleicht Mariendistel geben (Urtinktur).

Ich finde es aber immer wichtig, einen Arzt/eine Ärztin zu haben, die mich darin unterstützt. Vielleicht solltest du dir da nochmal jemand anderes suchen.

Alles Gute für euch! :knuddel

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Morgen sollte ich nun der Tierärztin unsere Entscheidung mitteilen. Nun plagt mich die Frage: Wird sie das so hinnehmen? Wird sie es verstehen?

Ich würde auf jeden Fall mit ihr reden, vielleicht schätzt sie Euch ja einfach falsch ein.

Es gibt genügend Menschen die alles gemacht haben wollen (ob sinnvoll oder nicht, ob der Hund drunter leiden würde oder nicht) und richtig sauer werden, wenn das nicht alles angesprochen wird.

Vielleicht ist sie ja sogar auch sehr einverstanden mit Eurer Meinung!:

Wenn nicht, ist das nicht Euer Problem

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Wow, vielen Dank für die zahlreichen und v.a. schnellen(!) Antworten. Damit hatte ich gar nicht mehr gerechnet heute Abend...

Ich weiß nicht genau, wie das Demenz-Medikament heißt, das schreib ich Euch morgen. Da sind wir uns auch einig, das wollen wir ihr schon geben. Denn die nächtlichen Belleskapaden und die ständige Unruhe sind für uns alle, auch für Sandy, natürlich nicht schön. Das stresst so eine Hunde-Oma ja auch ungemein, wenn sie keine gescheite Nachtruhe mehr hat. Also, das steht schonmal außer Frage.

Ich werde auch die Urinprobe abgeben, um zu sehen, ob es da noch was zu entdecken gibt ;) Dass es natürliche Leberschutz-Präparate gibt, wusste ich gar nicht. Ist mit Sicherheit eine gute Alternative zu irgendwelchen Tabletten... Auch das wird sie bekommen, wenn die Tierärztin es für sinnvoll hält.

Aber die Untersuchungen und sich eventuell anschließenden Therapien wollen wir ihr eben ersparen. Es tut gut zu wissen, dass es doch einige gibt, die das nachvollziehen können :winken:

Und ja, ganz sicher sähen unsere Überlegungen anders aus, wenn der Hund wesentlich jünger wäre. Aber das blieb uns glücklicherweise erspart.

Danke Euch jedenfalls schon mal - ich werde berichten, wie das Gespräch lief.

LG & gute Nacht!

Dani-andi

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Ich bin der Meinung, alte Hunde in Wuerde altern zu lassen.

Dazu gehoert fuer mich, dass Schmerzen gelindert werden (auch wenn es andere Organe belastet) sowie wirklich kritische Organzustaende mitzubehandeln. Damit meine ich z. Bspl. Herzmedikamente, Entzuendungshemmer, Diabetes- Medis und aehnliches zu verabreichen, wenn es dem Hund denn sein Leiden lindert.

Wenn aber mein Hund, wie in deinem Fall, nicht leidet und ich nur zur Diagnosestellung so einen Marathon starten muesste, wuerde ich es auch nicht durchfuehren lassen.

Wie Skita schon sagte, die Diagnosestellung ist dazu da, Beschwerden einzuordnen und dann richtig zu behandeln..... Was, wenn aber keine Beschwerden da sind..... :???

Die veraenderten Leberwerte wuerde ich altersentsprechend so hinnehmen und auch mit pflanzlichen Mitteln behandeln.

Dem Tierarzt gegenueber wuerde ich meine Meinung fest vertreten.

Wenn dadurch das Vertrauensverhaeltnis leiden wuerde, wuerde ich mir jemand Entsprechenden suchen, der meine Meinung in diesem einen Fall auch vertritt.

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Lass Deinen Hund in Würde altern. Unnötige Untersuchungen bereichern nur den TA. Für Euch und den Hund ist es purer Stress, die der Hund trotz der Demenz mitkriegt.

Die Mariendistelpillchen gibts rezeptfrei im DM Markt oder der Apotheke. Falls es für Euch in Betracht kommt, könntest Du noch eine homöopathische Leberkur machen.

Tu nur das, was Du und die Family für richtig haltet. Das Lipom würde ich ruhen lassen. Wenn die Zeit für den Hund gekommen ist, werdet Ihr es merken und ihn in Ruhe und Würde gehen lassen. Alleine dafür gebührt Dir mein Respekt!

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