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Ein Jahr ist (k)eine lange Zeit!

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Ein Jahr ist (k)eine lange Zeit!

Ein Jahr ist es heute auf den Tag her, dass du uns verlassen hast. Du bist friedlich in meinen Armen eingeschlafen, deine Lebensuhr war abgelaufen.

Mit 8 Monaten bist du zu uns gekommen, geliebte Lara. Ein verängstigtes Fellbündel, dass zum dritten Mal die Familie wechseln musste.

Als Welpe hat dich die erste Familie aus dem Urlaub mitgebracht, weil die Kinder dich sooo niedlich fanden - ein Straßenköter aus Portugal. Hier hatten sie dann keine Zeit mehr für dich und du wurdest lästig.

Die nächste Familie gab dich nach 2 Wochen zurück, weil du ein herunter gefallenes Kuscheltier zerbissen hast vom Baby der Familie. Sowas wollten die dann doch nicht.

Also musstest du wieder zurück und in der Küche leben. In die anderen Räume hat man dich nicht mitgenommen. Zog die Familie nach dem Essen ins Wohnzimmer oder zum Schlafen in die Betten, wurde die Türe zugemacht. Auslauf bekamst du nur, wenn jemand wirklich LUST hatte, mit dir zu gehen - ansonsten hattest du dein Katzenklo. Und darauf waren die auch noch stolz. Mir wurde gesagt, dass du ja nicht viel brauchst - "die frisst eh nicht viel" mit diesen Worten übergab man mir 2 Dosen Hundefutter, ein angenagtes Körbchen, 1 Spielzeug, eine Leine.

Ich sehe noch heute, wie du zur Türe herein kamst - an der Leine, total verängstigt, sehr bemüht, dich unsichtbar zu machen. Auf meine Bitte hin, dich abzuleinen, kam ein ungläubiger Blick. "Ja wenn sie meinen?" Ja, ich meinte. Du konntest es nicht fassen und bist wie ein Irrwisch durch unser Wohnzimmer gerast, immer um den Tisch, aufs Sofa, vor lauter Geschwindigkeitsüberschuss über die Lehne und hast dich dann vor MEINE Füße geworfen, als ob du mich fragen wolltest, ob du in diesem Paradies bleiben darfst. Er kam noch mal zurück, hatte vergessen, deine Näpfe abzugeben. Da hast du dich versteckt!

Von Anfang an warst du so lieb, immer darauf bedacht, es uns Recht zu machen. Bloß nicht auffallen, immer lieb sein, immer zusehen, dass du uns zumindest gehört oder gesehen hast, damit wir nicht auch noch verschwinden.

Nachts hast du dich in unsere Betten geschlichen, eng angekuschelt - welch eine Wohltat nach all dem abgeschoben werden. Du hast Tränen getrocknet, Bauchweh gelindert, Kummer getröstet. Schon so jung wusstest du genau, was derjenige gerade brauchte, der nicht fröhlich war. Das war schon fast unheimlich. Du warst ein Seelchen.

Spaziergänge waren so entspannt und fröhlich. Dir war es ein Fest, rennen zu können, mit anderen Hunden spielen musstest du erst lernen - du kanntest das nicht. Aber als du erst einmal den Mut gefunden hattest, bist du mit ihnen um die Wette gerannt. Die großen Kumpels sind regelmäßig umgekippt, weil sie deine Haken nicht nachrennen konnten.

Zu Hause hast du gekuschelt und immer zugesehen, dass du uns berühren konntest. Einfach fühlen, dass jemand für dich da war. Du liebtest es, im Garten zu liegen. Du hast unsere Kinder begleitet und ihnen zugehört, wenn sie Kummer hatten.

Gab es Spaghetti, hast du hinter mir gewartet, dass ein paar Paprikastückchen für dich abfielen - und ging es nicht schnell genug, hast du mich angestupst, damit ich dich auch ja nicht vergesse.

Immer warst du gesund, nur wenn Herrchen mal geschimpft hat, hattest du am nächsten Tag Durchfall - das war dir zu viel. Aber er hat ja nicht oft geschimpft.

Ein Jahr bevor du gegangen bist, hast du dann doch operiert werden müssen - du hattest dir beim Rumspringen vor lauter Freude das Kreuzband abgerissen. Du warst so tapfer, hast alles wieder geschafft - mit 14 Jahren! Einfach eine große Kämpferin, obwohl du so klein warst.

Als du gegangen bist, war ich - mal wieder - allein mit dir. Wir sind gemeinsam den letzten Weg gegangen. Du hattest immer Panik beim Tierarzt - an diesem Tag bist du ganz ruhig hin gegangen, hast dich nicht mehr gewehrt, standest einfach nur da und hast mich angesehen.

Du hast mir mit deinem Blick gesagt: "Danke, dass ich jetzt gehen darf, ich kann nicht mehr!"

Es gab nur die eine Spritze, die dich einschlafen ließ. Nur die Narkose hatte ausgereicht, dass dein tapferes Herzchen aufhörte zu schlagen. Ein letzter Seufzer, so leise, so ergeben, so dankbar.

Ich konnte kaum aufhören zu weinen - und tue es gerade wieder. Du hast so friedlich - glücklich ausgesehen. Keine Schmerzen mehr. Ich habe dich mit nach Hause genommen. Da liegst du jetzt im Garten in deiner Lieblingsecke.

Du fehlst mir so sehr. Oft habe ich ein schlechtes Gewissen, weil du so "nebenher" gelaufen bist. Jule, die du uns geschickt hast, braucht viel mehr Aufmerksamkeit. Die hattest du so nie. Du hast dich selbst erzogen, bist nie weggelaufen, hast nie gejagt, warst immer da, wenn wir dich riefen.

Als du nicht mehr hier warst, habe ich versucht, unsere Wege allein zu gehen. Aber ohne dich ging das einfach nicht. Da war kein freudiges Heranstürmen, "Hallo Frauchen, komm gucken, da ist mein Freund." Zwei Wochen bin ich fast gar nicht mehr vor die Türe gegangen.

Du hast mir im Traum gesagt: "Geh und suche dir ein Hundekind, das dich braucht. Sei nicht mehr so traurig sondern schenke deine Liebe weiter. Ich brauche sie nicht mehr und kann sie abgeben. Du hast mir Jule gezeigt - oder hast Jule gesagt, dass sie in ihrem Zwinger mal mit dem Ohr wackeln soll, damit ich sie überhaupt sehen kann. Danke dafür. Es geht mir besser, seit sie bei uns ist.

Aber sie wird dich niemals ersetzten. Dein Platz in meinem Herzen ist immer DEIN Platz. Jule hat einen neuen - ihren eigenen.

Ich weiß, das du auf der großen Wiese mit all den geliebten Hundeschätzen spielst und rennst und dort auf mich wartest, bis wir uns dann wiedersehen. Für dich ist das nur ein Tag, für mich eine lange Zeit - aber wir WERDEN uns wiedersehen! Daran glaube ich fest.

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Ach Renate, jetzt muss ich auch weinen. Was für eine schöne Geschichte über und mit Lara. Das muss eine ganz besondere Hündin gewesen sein.

Wir gut, dass ihr sie so lang begleiten konntet bis zum Ende.

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Das sind die wundervollsten, liebevollsten Zeilen, die ich seit langem gelesen habe.

Ich lese so viel Liebe und Wärme. Und ja, nun muß auch ich weinen.

Es wird meinem Speedy eine Ehre sein, mit solch einem wundervollen Hund hinter dem Regenbogen auf uns zu warten...

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Das finde ich auch. :knuddel

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:kuss:

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Das ist so schön geschrieben, fühl dich mal gedrückt :knuddel

Lg Birgit

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(bearbeitet)

Ich danke euch.

Es ist wirklich ein schlimmer Tag - aber ich weiß ja, dass auf euch Verlass ist und ihr gut trösten könnt. Jule schleicht auch um mich rum und versucht, mich zum Lachen zu bringen. Nur klappt das heute nicht sooo gut.

Aber das wird auch wieder.

Chrystal das war sie - eine ganz besondere Hündin.

Nicky Speedy wird viel Spaß mit ihr haben. Sie war (und ist es auf der Wiese sicherlich auch) ein wirklich lieber, freundlicher, kleiner Hund. Ihre 7 Kilogramm konnten jeden verzaubern.

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Kopf hoch, ich weiß sehr gut wie es ist jemanden zu verlieren. Du hast mein volles Mitgefühl!

Lass dir mal ein Bussi geben! :kuss:

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Originalbeitrag

Ihre 7 Kilogramm konnten jeden verzaubern.

Auf dem Foto wirkt sie so viel größer und Deiner Beschreibung nach war sie sowieso ein großartiger Hund.

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Speedy wird auf sie aufpassen, sie hat einen großen, sturen und sehr liebevollen 35kg Begleiter in ihm.

:knuddel

Wir haben eine Familiengeschichte, ein Ritual wenn wir traurig sind weil wir die vermissen, die wir verloren haben.

Wenn du das nächste Mal bei sternenfreiem Himmel in der Nacht nach oben guckst, dann schau mal genau hin. Da gibt es Sterne die blinken.

Meine Oma hat mir immer gesagt, dass das die Lieben sind, die wir verloren haben. Sie sitzen dort oben und winken uns zu. Ich muß zwar immer weinen aber ich winke dann zurück.

Der funkelnde Stern, den du als allererstes findest, das ist Lara, die dir zuwedelt. :kuss:

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