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polar-chat.de  Der Hund
Serenada

Unruhe draußen (speziell am Wasser) & Hüteverhalten?

Empfohlene Beiträge

Hallo,

unser Sheltie-Bub ist 11 Monate alt, nicht kastiert. Er ist ein teils (?) recht ruhiger Sheltie. Ich behaupte mal er ist ein souveräner Typ :so

Anfangs war er draußen sehr schwer zu animieren MIT einem etwas zu machen, er wollte hauptsächlich nur schnüffeln usw.

Wir haben fleissig trainiert und mittlerweile bin ich ganz glücklich mit unseren Spaziergängen =) . Er apportier sogar (ging früher draußen gar nicht) und ist viel aufmerksamer.

Hundeschule (Welpenspiel, Junghundekurs) haben wir hinter uns. Jetzt fangen wir mit Hundesport an. Er gehört sicher nicht zu den ruhigsten Hunden auf dem Platz, ab und zu winselt er, aber je öfter wir da sind, um so besser (=weniger) ist es. Nichts tun fällt ihm einfach schwer... :o

Sein Jagd-/Hütetrieb ist bestens ausgeprägt. :( D.h. wenn draußen oder drinnen (unsere Katzen z.B.) etwas rennt, flitzt er hinterher. Auch Hunde die plötzlich loslaufen oder spielen vernalassen ihn sofort zum Hinterherlaufen (auch wenn er vorher z.B. einen Bogen um sie gemacht hat).

Komischerweise interessiert er sich gar nicht für Radfahrer oder Jogger *freu*. Manchmal (vor allem beim Regen) möchte er einem Auto hinterher springen, aber an der Strasse ist er eh an der Leine und lässt es nach einem "Nein" eigentlich sein.

Nun zum eigentlichen Problem. Der Sommer ist da und wir würden gerne MIT Hund und Kids (Kindergartenalter) etwas Zeit draußen am See verbringen.

Der erste Versuch ist komplett gescheitert.... :( Scotty war von Anfang an nur am Jaulen, war total aufgeregt, letztenlich habe ich ihn Heim fahren müssen.... So schlimm habe ich es mir nicht vorgestellt, da ich immer wieder mal "nichts tun" übe (draußen hinlegen) und wir im Biergarten oder bei Ausflügen soweit keine Probleme hatten.

In der Wohnung ist er ein wunderbar ruhiger Hund, auch beim Besuch ohne Bellen oder viel Aufregung.... Aber draußen schaut es anders aus:

Er kann sich dann definitiv nicht entspannen. Auch wenn man ihn ins "Platz" schickt, kann er nicht einfach den Kopf auf dem Boden legen und ruhen... Er beobachtet durchgehend - mit erhobenem Kopf - aufmerksam die Gegend.

Auch hängt seine Aufgeregtheit von der Anzahl der Familienmitglieder, die ihn begleiten ab. Bin ich mit ihm alleine, ist er viel ruhiger (= fast ganz ruhig) als wenn wir als ganze Familie (4 Köpfe) draußen sind. Heute waren wir mal wieder draußen am Fluss. Wenn einer von uns kurz weg ging, fing das (Protest-) Jaulen an. Auch sonst ist er nicht gut zu Ruhe gekommen (vor einer Woche mit mir alleine gings viel besser). Er sucht dann in der Gegegend z.B. nach Stöckchen und ist alles andere als entspannt (war an der 5 m Leine).

Besondere Schwierigkeiten bereitet auch das WASSER. Gleich in der Nähe hinsetzen können wir uns nicht. Die Leute die da rein und rausg ehen, plantschen, das ganze Geschehen, kann er nicht verkraften und wäre gleich am Quitschen. Etwas weiter weg klappt es dann einigermassen (bis auf das Nicht-entspannen-können).

Steine ins Wasser schmeissen (oder Leute die mit nem Ball spielen) macht ihn auch wahnsinnig... Da kann ich ihn mit "Platz" nicht zuverlässig davon abhalten hinterher zu springen (und zu jaulen).

Dabei hat er absolut kein Problem damit zu warten wenn ich einen Ball schmeisse und ihn dann erst zum Holen schicke (meine jetzt auf der Wiese).

Nun möchte ich nach euren Erfahrungen fragen und herausfinden ob sich das viele (auch zukünftige) Üben lohnen kann oder ob ich unter diesen Voraussetzungen nie einen entspannten ruhigen (Hüte-) Hund an den See mitnehmen kann.

Ich bin ganz neidisch auf die vielen Hunde die neben ihren Leute auf der Decke liegen und vor sich hin düsen! :redface

Falls wir weiter üben würden: Ich bin mir unsicher ob ich ihn an einer langen Leine einfach laufen und tun lasse soll was er mag oder ob ich ihn besser (die ganze Zeit?) ins Platz/Bleib schicken soll?

Stichwort "Impulskontrolle" ist mir bekannt. Würdet ihr mir da ein bestimmtes Buch (bzw. Training) empfehlen? Die Übungen mit Leckerchen oder eben dass Bleiben und Ball werfen mache ich regelmässig und da hat er keine Probleme.

Viele Grüße!

Serenada

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Also im einen Teil hast du ja schon erkannt, die gute alte Impulskontrolle. Das eine ist den Hund vorher ein Kommando zu geben und er bleibt sitzen. Das ist dann aber nur der erste Schritt, denn wenn er ein Bleibkommando hat weiß er ja was da kommen könnte, folglich ist es leichter.

Das hinterher springen hatten auch alle meine Hüter in der Jugend. Vor allem bei Vögeln. Ich trainiere eigentlich immer ein Abbruchsignal und bsiher haben es alle kapiert. Somit wird deiner das auch schaffen.

Du hast verschiedene Möglichkeiten, zum einen die Schlepp. Gerne habe ich zwei Leinen am Hund gehabt, eine normale und eine ganz leichte Schlepp. Demonstrativ wird die normale abgeleint, die meisten Hunde kennen das Geräusch und benehmen sich dann wie ohne und dann hat man halt die Schleppkontrolle.

Den Hund auf ein Aufmerksamkeitssignal trainieren. Etwas wo du dem Hund beibringst dich anzuschauen. das erst ohne Ablenkung trainieren, später mit.

Weiterer Trick, zwei Spielis. Eines Zeigen und unerwartet wirst du oder jemand anderes ein anderes Obkjekt.

Das andere Problem würde ich wohl erstmal so versuchen zu lösen.

Als erstes kein Kommando geben. Kommandos gibt es nur wenn der Hund auch sicher ist so zu befolgen. Ich würde die Situation langsam ausbauen. Mit den Hund in die Situation gehen, fängt er an zu winseln. Leine nehmen und wortlos sich soweit (allein mit Hund) entfernen bis er Ruhe bekommt. Ist er ruhig wieder rein.

Anfangs erst mit kleinen Stresssituationen, später größere. Also nicht gleich nkit der ganzen Familie, sondern alles langsam aufbauen.

Auch das lernt dein Hund noch, er muss wissen, dass du alles im Griff hast. Dass er nichts zu regeln hat.

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Hallo Serenada!

Ich bin kein guter Berater bei diesem Thema - aber eines ist mir beim Lesen allgemein aufgefallen:

Bisher waren alle gemeinsamen Unternehmungen irgendwo mit Action für Hundi verbunden (auch das Warten vor dem Apportierenlassen ist Action und wird im "Arbeitsmodus" erledigt). Im Biergarten gibt es rundrum nicht viel, was sich schnell bewegt und animierend sein könnte - da erscheint sein ruhigeres Verhalten auch erklärbarer. Aber am Wasser oder auf Wiesen, wo Kinder herumlaufen, gespielt und geworfen wird und er selbst keine Aufgabe hat, wird es schwerer.

Gefühlsmässig würde ich sagen:

Klein anfangen, mit erstmal ganz wenig Ablenkung u. das Hinterherlaufen mit Leine u. Stimme begrenzen. Erst wenn er das halbwegs gelassen meistert, Ablenkung steigern.

Struktur reinbringen, indem er draussen auch seine Zeit bekommt, wo man sich mit ihm beschäftigt u. lernt, dass die übrige Zeit Auszeit ist.

Generell Ballspiele u. Ä. runterfahren und mehr Nasenarbeit machen - das hilft insgesamt beim Konzentrieren und ruhig arbeiten.

Mehr kann ich im Moment nicht raten - er ist ja noch recht jung und kann mittels Struktur und geeigneter Auslastung sicher lernen, wie er mit so vielen Reizen besser umgehen kann. Also schön klein anfangen - Schritt für Schritt :) .

LG,

Gundi

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Hallo!

Danke euch zweien schon mal für die Antworten (etwas spät, da ich in letzter Zeit nicht so viel online war)!

Das passende Buch habe ich schon mal bestellt, wir werden wohl ne Menge in diese Richtung üben müssen...

Das "Schau" kennt er bestens, üben wir sozusagen schon seit der Welpenspiele :zunge:

Klappt auch mittlerweile gut draußen. Ich löse ein Kommando eingentlich nur noch auf, nach dem ich Blickkontakt von ihm bekommen habe.

Ballspiele machen wir gaaaanz wenig. Er ist kein Balljunkie! Wir wiederholen das ein paar mal auf der Wiese und gut ist. Würde ich es weitermachen, würde er sowieso bald die Lust verlieren. Ich glaub das Spiel ist ihm schnell "zu blöd" :klatsch:

Aber wo ich mir jetzt immer noch unsicher bin: Ich setze mich irgendwo hin (Wiese z.B.). Soll ich den Hund dann dabei frei laufen lassen oder bereits von ihm verlangen, dass er neben mir liegen bleibt? Oder gleich anleinen (durchgehend)? Wie lernt er das "nichts tun" besser? Wenn ich ihn frei laufen lasse - soll ich einen Abstand für mich festlegen wie weit er weg gehen darf und ihn dann jedes Mal zurück holen wenn es zu weit ist? Oder gleich an die Schleppe (5 m)?

LG

Serenada

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Ich würde ihn anfangs auf einen gewissen Radius begrenzen. So kannst du ih auch zügig an der Leine Us Situationen raus führen. Ich würde wohl eher 2 bis 3 Meter für den Anfang nehmen.

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Meine Stjerne ist ein ähnlicher Sausebraus. Wir haben fast zwei Jahre mit Schleppleine trainiert und nur ganz langsam den Freiraum vergrößert. Heute ist sie 5 Jahre alt und bekommt nur noch sehr selten die alten Allüren. Du solltest zuerst konsequent Ruhe einfordern, da er das in für ihn wirren Situationen wohl nicht kann. Also üben und erst mit weniger Außenreizen anfangen, dann langsam steigern. Wir haben es geschafft, dann wirst du es auch schaffen. Viel Erfolg.

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Anfangs war er draußen sehr schwer zu animieren MIT einem etwas zu machen, er wollte hauptsächlich nur schnüffeln usw.

Wir haben fleissig trainiert und mittlerweile bin ich ganz glücklich mit unseren Spaziergängen =) . Er apportier sogar (ging früher draußen gar nicht) und ist viel aufmerksamer.

Für mich ist das ein Beispiel, was man zuviel machen kann.

Was ist so schlimm an einem Spaziergang, wo der Hund nur schnüffelt? :???

Du hast es ihm sozusagen abtrainiert und jetzt kann er nicht mehr zur Ruhe kommen.

Mein Hund ist auch überhaupt kein "Spielhund" weder apportieren noch sonstwas.

Ich fahre öfters mir ihm in ganz fremde Gebiete, wo viele fremde Hunde gehen.

Das ist dann total interessant und aufregend für ihn - all die fremdem Gerüche.

Das gefällt ihm eben mehr als spielen.

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Anfangs war er draußen sehr schwer zu animieren MIT einem etwas zu machen, er wollte hauptsächlich nur schnüffeln usw.

Wir haben fleissig trainiert und mittlerweile bin ich ganz glücklich mit unseren Spaziergängen =) . Er apportier sogar (ging früher draußen gar nicht) und ist viel aufmerksamer.

Für mich ist das ein Beispiel, was man zuviel machen kann.

Was ist so schlimm an einem Spaziergang, wo der Hund nur schnüffelt? :???

Sorry, aber ich finde diese Aussage einfach Käse.

Wenn der Hund bei JEDEM Spaziergang kein oder kaum Interesse an seinem Herrchen/Frauchen kat, dann heißt es für mich, an der Beziehung arbeiten, was wir auch getan haben. Du musst es dir so vorstellen, dass mein Hund am liebsten alle 10 Meter etwa 2-3 min lang schnüffeln wollte. Das ist einfach kein Spaziergang mehr....

Er war/ist sehr selbständig. Vor allem in der Hundeschule konnte ich sehen wie sich sein Verhalten positiv geändert hat, wie er mit mir arbeitet, anstatt sein Ding zu machen und da kann mir keiner sagen, dass es ein "Zuviel" ist....

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Hallo Serenada,

das klingt ziemlich genau nach meinem jetzt gut 2jährigen Border Collie :D

Anfangs war Wasser in der Nähe eine absolute Katastrophe. Wie Deiner war mein Hund die ganze Zeit unter Spannung, hat gefiept, gewinselt, das ganze Programm. Sowie einer von uns baden gehen wollte oder Kinder kreischend im Wasser plantschten, steigerte sich das ganze auf maximale Lautstärke, wenn er nicht sofort mit ins Wasser und mitschwimmen durfte.

Ich hatte vorher auch in anderen Situtationen das "ruhig rumliegen" geübt, aber es war aufs Wasser nicht übertragbar, ich war sehr unerfahren und dementsprechend schnell frustriert (und auch unfair gegenüber dem Hund, der solche Situationen in dem Alter einfach nicht hätte handeln können :redface ).

Bei uns hat geholfen, dass ich gezielt mit ihm alleine mit viel Zeit und viel Leckerlis an den See gefahren bin und stumpf in etwas Entfernung zum Ufer gewartet habe, bis sich seine Aufregung gelegt hat, da gab's dann eine Belohnung (erst Leckerli, zum Schluß kurzes Bad im Wasser :klatsch: ). Er hat das schnell verstanden und ich konnte schnell näher ans Ufer rücken oder auch mal mit mehreren Leuten ans Wasser fahren. Wenn es für ihn zu viel wurde (oder auch manchmal immer noch wird), entferne ich mich einfach mit ihm aus der Situation, bis er sich wieder beruhigt hat. Mittlerweile kann er z. T. "sogar" anderen Hunden beim Baden zuschauen, ohne dass er sich aufregt.

Die richtige Herausforderung lag darin, dass er ertragen musste, dass wir ohne ihn schwimmen gehen, da wird er schon noch manchmal etwas wild, aber es ist nichts im Vergleich zu früher. Ich habe auch erst nach und nach verstanden, was für eine riesige Aufgabe ich ihm da als ausgemachte Wasserratte abverlange...also hab Geduld mit Deinem Hund, verlange nicht zu viel auf einmal und fahre die Taktik der kleinen Schritte :) Und nicht böse werden, wenn es immer mal Rückschritte gibt.

lg

astrid

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