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Hundeforum Der Hund
smiles

Aggression, wirklich Aggression oder nur der Versuch Stress/schlimmeres zu vermeiden?

Empfohlene Beiträge

(bearbeitet)

Huhu,

hier gibt es soviele Themen zu Aggresiven Hunden und ich denke hier Lesen auch viele die die Aggression ihres Hunden schon in den Griff bekommen haben.

Als ich für diesen Sachkundenachweis in NRW "gelernt" hab, gab es sogar auch Punkte die klar stellten das Aggression zur natürlichen Kommunikation eines Hundes gehört.

Find ich auch. Mein Rüde lies sich, als ich ihn aus dem Tierheim hollte nicht anfassen. Er verbiss sich auch mal in meine Hand und hielt mich fest. Wir verharrten ziemlich lange bewegungslos in der selben position, abschätzend was der andere wohl vorhat zu tun.

Mein Rüde entschied sich dafür, auf das Kommando "Decke" zu hören und lies mich los.

Er lernte es unheimlich schnell, trotz hohem Alter. Das sich jeder bei aufkommenden konflikten jederzeit zurückziehen darf.

Nach 3 Monaten saß das so gut, das ich ihm garnicht mehr Kommando "Decke" geben brauchte, sondern er ging von selbst aus der Situation die ihn stresste auf seine Decke.

Mit der Aggression gegenübr fremden Hunden war es schwieriger. Ich hab ziemlich lange gebraucht zu lernen, das mein Rüde auch diesem Stress lieber aus dem Weg geht. Die ersten großen Erfolge hatte ich, als ich dann im Laufschritt an anderen Hunden vorbeiging.

Fahren wir mit dem Fahrrad, und ich geb das kommando "weiter" gibt der richtig Gas, so das wir mindestens 5km/h schneller sind als üblich um an dem anderen Hund möglichst schnell vorbei zu kommen.

Heute gab es auch wieder eine Situation mit fremden Hund. Mein Rüde Pöbelte und hing in der Leine. Der andere Hundehalter blieb zum Glück stehen und ich konnte meinen Rüden mit Kommando "Seite" auf meine rechte Seite bringen. Mein Rüde beruhigte sich sofort, war froh nicht mehr in der ersten Reihe zu stehen und wir gingen ohne weiteres gepöbel oder Fixieren zwar zügig aber immernoch gesittet am anderen Hund vorbei.

Naja, irgendwie kann ich seit ich meinen Rüden habe egal welchen Beitrag ich über "Aggressive" Hunde Lese kaum noch Aggression dahinter sehen.

Bzw. Ich verbinde Aggression nicht mehr mit "Bösartigkeit". Für den Sachkundenachweis hab ich es zwar so auch gelernt. Jedoch Begriff ich erst durch das direkte zusammenleben mit meinem Rüden, das Aggression wirklich nur Kommunikation ist.

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Hey, :)

Ja, das haben wir bei unserer Kleinen auch gemerkt.

Allerdings wussten wir, seit wir sie zu uns geholt haben, dass sie in erster Linie verdammt unsicher war (und teilweise noch ist, aber nur noch in wenigen Situationen).

Die Kleine schien "hündisch" kaum zu kennen, mit unserem gutmütigen Großen wars von Anfang an kein Problem (den konnte sie dann schon einschätzen), mit seinen zwei besten Freunden auch nicht... aber beim Rest, oha.

Erst war da Angst, definitiv dazupassende Körperhaltung und alles... DANN, gegenüber anderen Hunden, kam es plötzlich zu aggressivem Verhalten - in der Leine hängen, ankläffen, am Liebsten rüberfahren wollen. Blöffen und "aufpudeln", das volle Programm.

Den Rüden meiner Schwiegereltern hat sie gezwickt - allerdings waren es hier zwei unsichere Hunde, die aufeinander trafen (der Rüde hat wenig Erfahrung mit anderen Hunden, dementsprechend schwer sind für ihn hündische Signale zu deuten - jeder andere Hund hatte sich bei Tinas Verhalten von selbst zurückgezogen, weil eindeutig) und der definitive Fehler war, dass der Rüde FRONTAL auf Tina zugehoppst ist, weil neugierig und unwissend...

Ich erstmal geschockt, als ich das erfahren hatte, ich war zu diesem Zeitpunkt beim Arbeiten.

Na gut, was nun... Wir starteten erstmal ein Experiment, dass wir nun einfach Tina an der Leine in einem Bogen an einem ihr offensichtlich suspekt erscheinenden Hund vorbeiführten. Weder auf ihr Gekläffe eingingen, sondern nur in einem Bogen an diesem vorbei. - Kein Problem, kurzes Gewuffe, und erledigt.

Mittlerweile sind wir auch dabei, das Signal "Schau" auch in ablenkungsreichen Situationen auszubauen... und notfalls nach dem Signal den Bogen zu gehen oder auszuweichen.

Allerdings ist sie jetzt auch schon so weit, dass sie sich dann für manche Hunde schon interessiert, sobald sich diese abwenden und ihr den Hintern zudrehen.

Und dank Hundeschule, wo wir sie noch wegen ihrer Unsicherheit im Welpenkurs unterbringen konnten um sicherer zu werden (wo aber auch immer mindestens ein erwachsener Hund als Begleiter dabei ist - auch große Kaliber, wovor sie eigentlich Bammel hat), lernt sie langsam die hündische Kommunikation und das Blöffen und Umschwanken in Aggression geht erheblich zurück.

Sie zeigt zwar die Zähne, wenn sie Angst vor einem größeren, erwachsenen Hund hat, aber sie bleibt still stehen und warnt bloß.

Vor drei Wochen noch wäre sie hingeschossen...

Sie braucht zwar immer ein bissl, bis sie selbst den Mut fasst und zu einem größeren Hund hingeht, aber es klappt mittlerweile ohne Probleme.

Als "ihr" Mensch sehe ich mich dafür verantwortlich, ihr auch an der Leine, wo sie schließlich doch sehr eingeschränkt ist, die Sicherheit zu bieten die sie braucht. Sei es durch aktives "im Bogen vorbeigehen", oder durch Ablenkung - und gleichzeitig notfalls ihr den anderen Hund, wenn frech, vom Hals halten.

Dann ist sie auch nicht mehr sich selbst überlassen und gezwungen, in die Defensive zu gehen. Sprich aggressiv zu werden, um möglichst heile aus der Situation zu kommen.

Und das funktioniert super. (:

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Hi,

Ich verbinde Aggression nicht mehr mit "Bösartigkeit".

Ich denke auch nicht, dass Aggression mit Bösartigkeit gleich zu setzten ist.

Terrier z.B. haben ein höheres Aggressionspotential als z.B. Labbis. Sie putschen schnell hoch, (kann man auch als Pfeffer im Hintern bezeichnen) und sind eher kerniger und selbstständiger unterwegs.

Das ist angezüchtet.

Einen Cavalier King Charles Spaniel z.B. kann ich mir eher schlecht auf Rattenjagd im Stall oder auf der Wildschweinjagd im Wald vorstellen.

Gruß

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(bearbeitet)

Was ich auch am Thema Aggression spannend finde ist, das der Mensch oft keinerlei Aggression beim Hund sehen will und versucht, dem Hund z.b. das Knurren abzutrainieren, dabei ist es das beste und auch für den Menschen klarste Signal, das er von seinem Tier bekommen kann, wenn eine Grenze überschritten wurde.

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Vielleicht hat dein Hund auch nur Distanzschwierigkeiten mit anderen Hunden ? Einer meiner Galgos braucht auch immer eine Mindestdistanz zu anderen Hunden, er will sie nicht in seiner Nähe. Und er macht sich dann auch bei mir bemerkbar. Wenn wir aus der Situation rausgehen und wir haben wieder diese Mindestdistanz ist wieder alles ok.

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Originalbeitrag

Was ich auch am Thema Aggression spannend finde ist, das der Mensch oft keinerlei Aggression beim Hund sehen will und versucht, dem Hund z.b. das Knurren abzutrainieren, dabei ist es das beste und auch für den Menschen klarste Signal, das er von seinem Tier bekommen kann, wenn eine Grenze überschritten wurde.

Das ist auch der Grund warum ich dieses Thema erstellt hab :).

Meinem Rüden musste ich das Knurren und aus der Situation gehen ja erst wieder beibringen. Seine Vorbesitzer hatten es ihm abtrainiert.

Glaube das auch ein schönes Beispiel ist, was meiner Oma passiert ist.

Sie hat aus neugier meine beiden Hunde ohne meine Anwesenheit aus der Wohnung gelassen und wollte sie dann wieder in die Wohnung bringen. Meinen Rüden versuchte sie in die Wohnung zu schubsen. Mein Rüde hat natürlich nach ihr gebissen. Sie blieb Cool und regelte die Situation über Körpersprache und Stimme.

Mein Rüde gehorchte, nachdem sie die Strategie gewechselt hatte.

Hätte sie das nicht getan, wär mein Rüde nur noch Aggressiver geworden und hätte gekämpft wie ein Wolf der in die Ecke gedrängt wird.

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So, wie du deinen Hund beschreibst, ist er eher ein Schisser, der aus Angst nach vorne geht.

Es gibt jedoch durchaus aggressive Hunde. Meinem Trainer wurde vor einigen Wochen vom Verinäramt ein aggressiver Hund vorgestellt, der eingeschläfert werden sollte. Man wollte sehen, ob es Möglichkeiten gibt, diesem zu entgehen. Ein wunderschönes Tier übrigens.

Dieser Hund ist sofort, ohne die geringste Vorwarnung, in reiner Tötungsabsicht auf ihn los. Nichts half, um ihn zu entspannen oder wenigstens ruhig zu bekommen. Da musste selbst mein Trainer, der sich auf Problemhunde spezialisiert hat, äußern, dass dieser Hund grundaggressiv ist. Er hat sehr darunter gelitten, ihm nicht helfen zu können.

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@smiles: du schreibst "Sie hat aus neugier meine beiden Hunde ohne meine Anwesenheit aus der Wohnung gelassen und wollte sie dann wieder in die Wohnung bringen. Meinen Rüden versuchte sie in die Wohnung zu schubsen. Mein Rüde hat natürlich nach ihr gebissen. Sie blieb Cool und regelte die Situation über Körpersprache und Stimme.

Mein Rüde gehorchte, nachdem sie die Strategie gewechselt hatte."

Wie genau hat sie gehandelt? Kann ich hier irgendwie nicht rauslesen, interessiert mich aber sehr ;)

@Myrna: Voll schlimm!! ...aber ich glaub bei manchen Hunden ist es echt vorbei mit der Erzieherei.... :(

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@Shaping-Dog sie ist einfach ruhiger geworden, hat sich gerade aufgerichtet und dann über Kommandos und Handzeichen ihn zurück in meine Wohnung geschickt. Hat ihn nicht weiter Körperlich bedrängt und wurde auch nicht laut oder hektisch. Das meint ich mit cool bleiben :).

@Myrna wurde der Hund auch vollständig Körperlich Untersucht? Ich kann mir schon sehr gut vorstellen, das Menschen einen Hund so in den Wahnsinn treiben können, das nichtmal ein erfahrener Trainer noch was machen kann.

Mein Rüde hatte glück früh genug ausgesetzt worden zu sein. Er ging und geht nur nach vorn, wenn er sich Verteidigen muss. Aber nicht aus Angst :) , Angst kennt der nicht :so . Aber das Bedürfnis sich in eine Familie zu integrieren war von anfang an da. Wenn das verloren oder garnicht vorhanden ist... hm naja da verdient jeder Trainer Respekt der es schafft, das wieder hinzukriegen.

Kenne auch einen Hund der ab und zu, aber aus heiterem Himmel Aggressiv wurde. Bei dem wurde was mit der Schilddrüse festgestellt und mit dem Medikament war der Hund wie ausgewechselt. Ausserdem haben die Tierpfleger auch festgestellt, dass der Hund Panikzustände in kleinen Räumen/Zwingern kriegt und durfte deswegen im Büro des Tierheims leben.

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Interessanter Faden hier. Guten Abend!

Jedoch Begriff ich erst durch das direkte zusammenleben mit meinem Rüden, das Aggression wirklich nur Kommunikation ist.

@smiles: So wie Du das sagst, ist es erklärungsbedürftig. Kommunikation ist doch definiert als Austausch von Informationseinheiten zwischen den Kommunizierenden. Aggression wiederum hat viele Formen: Knurren, Zähne zeigen, Bellen, Schnappen (alle aufgezählten Arten nur dann, wenn sie eine bestimmte Ausprägung zeigen, sonst nicht) und Beissen (immer). Knurren, Zähne zeigen, Bellen sind immer kommunikativ. Schnappen kann es sein, muss aber nicht. Beissen sehe ich in keinem Fall als Kommunikation, wobei durch das Beissen natürlich auch eine Information weitergegeben wird, aber die ist da zweitrangig.

Ich vermute mal, Du wolltest sagen, dass vieles von dem, was der Mensch als Aggression ansieht in Wirklichkeit erst eimal Kommunikation ist. Dem würde ich zustimmen. Und ebenfalls dem, dass vieles, was der Mensch als Aggression ansieht in erster Linie der Ausdruck von Verunsicherung oder Angst ist. Ändert aber nichts daran, dass es sich als Aggression äußert.

Er verbiss sich auch mal in meine Hand und hielt mich fest. Wir verharrten ziemlich lange bewegungslos in der selben position, abschätzend was der andere wohl vorhat zu tun.

Erst einmal gut, dass Du das mit so viel Ruhe gehandhabt hast. Auf jeden Fall besser als jede Hektik und Aggression Deinerseits. :klatsch:

Eines sollte bei einem Biss aber immer erfolgen: Ein klares "Nein" (in der Form, in der der jeweilige Hund das versteht). Ein Biss ggü einem Menschen ist NIEMALS akzeptabel oder auch nur zu tolerieren (natürlich nur, sofern die Handlung des Menschen nicht für jeden Hund Anlass wäre, sich durch Beißen zu wehren). Damit machst Du Deinem Hund klar, dass hier eine Grenze überschritten wurde. Was danach passieren soll, ist immer individuell zu entscheiden. Je nach Motiviation der Aggression beim Hund kannst Du sowohl durch Ignoranz als auch durch Korrektur das Verhalten verschlimmern.

Deswegen ist es schon gut, dass es bei Deinem Hund zu so einer Entwicklung kam. Aber, wir sehen an dem Vorfall mit der Oma, dass Dein Hund weiterhin das Beißen als eine "Reaktionsmöglichkeit" ansieht, wenn ihm etwas nicht paßt. Und das halte ich für falsch. Er hatte wohl die Möglichkeit, wenn ich das richtig verstanden habe, nach vorne wegzulaufen (in die Wohnung) und sich somit dem Schubsen zu entziehen. Aber auch zu knurren. Diese Möglichkeiten hat er nicht genutzt. Finde ich bedenklich! Wobei das Schubsen gerade Deines Hundes kaum eine sinnvolle Handlung war. Schubsen lassen sich Hunde ohnehin ungern.

z.b. das Knurren abzutrainieren, dabei ist es das beste und auch für den Menschen klarste Signal, das er von seinem Tier bekommen kann, wenn eine Grenze überschritten wurde.

Das ist auch nicht richtig. Mache aus "beste" und "klarste" "gutes" und "klares", dann bin ich dabei.

Beim Knurren würde ich das sehr von der Situation abhängig machen. Es gibt im Zusammensein mit meinen Hund ein sehr schönes Beispiel wie ich finde. Er knurrt mich niemals an. Ich gebe ihm gar keinen Grund dazu. Es gibt aber eine Ausnahme: er bekommt von mir einen Kauknochen oder etwas anderes, was er genüßlich längere Zeit kauen kann. Dann komme ich zu ihm hin. Und nun folgt ein Musterbeispiel an Kommunikation: Er postiert sich zunächst so, dass die Resource gut geschützt liegt. Das ist bereits Kommunikation. Komme ich mit meiner Hand nun näher, dann legt er seinen Kopf auf das gute Stück. Liebevoller kann ein Hund es einem Menschen nicht mitteilen, dass ihm die Resource wichtig ist. Wenn ich dann immer noch mit der Hand näher komme, dann kommt ein tiefes Knurren. Das hat mit Aggression überhaupt nichts zu tun. Es ist auch keine Warnung. Es ist eine weitere Mitteilung, dass er es sehr zu schätzen wüsste, wenn er das gute Stück behalten darf.

Und das darf er. Das respektiere ich. Ich bin mir sehr sicher, wenn ich ihm sagen würde, er soll weggehen und das Stück da lassen, würde er es tun. Aber ohne Grund mache ich das nicht. Das behalte ich mir vor, falls er mal was mitnimmt, das ihm schaden würde.

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