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Hundeforum Der Hund
shteffibaer

Kann aggressives Verhalten hormonell/gesundheitlich bedingt sein?

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Hallo ihr Lieben,

Im März mussten wir ja unsere Martha einschläfern lassen, die für Hugo ein sehr starker Bezugspunkt war. Ungefähr zeitgleich mit ihrem Tod veränderte sich Hugos Verhalten zum Teil massiv.

Hundebegegnungen an der Leine fand er noch nie besonders toll - ich hätte bis dahin allerdings nicht von einer Leinenaggression gesprochen. Auch Begegnungen unterwegs mit fremden Hunden wollte er ab dem Zeitpunkt gern allein managen (mit bellend vorpreschen usw.). Das ganze beruhigte sich ca. 4 Wochen nach Marthas Tod allerdings wieder ein bisschen. Ich schob es also ganz allein darauf und dass er vielleicht nur seine Zeit braucht, um sich an die neue Situation zu gewöhnen.

Mittlerweile würde ich sagen, dass wir angekommen sind. Wir haben einen Umzug hinter uns, es hat sich wirklich viel verändert in unserem Tagesablauf, aber ich glaube, dass er gut als Einzelhund zurechtkommt. Sogar das Alleinbleiben hat sich deutlich verbessert.

Die Aggression an der Leine und die Unsicherheit sind geblieben – zum Teil. Wir arbeiten seit Wochen wirklich hart daran.

Und jetzt kommt das wirklich komische: Es gibt Tage, an denen ist er total problemlos und der absolut liebste Hund, den ich mir vorstellen könnte. An anderen Tagen ist er eine Furie. Er kennt das Zusammenleben mit anderen Hunden – er ist also nicht grundsätzlich unverträglich. Ganz im Gegenteil. Es ist kein Muster zu erkennen und ich habe das Gefühl, dass er hier vollkommen willkürlich handelt.

Es sieht also so aus, dass Spaziergänge mal ABSOLUT entspannt und am nächsten Tag völlig nervenaufreibend verlaufen können. Seine Stimmung ändert sich dann auch von Null auf Hundert.

Bevor ich weiter all mein Herzblut in das Training stecke würde ich gern wissen, ob das Ganze auch hormonelle/gesundheitliche Ursachen haben könnte. Welche Untersuchungen sollte ich ins Auge fassen? Was muss man hier bedenken?

Martha war ja eine SDU-Patientin? Könnte auch hier die Schilddrüse eine Rolle spielen?

Ich danke euch für Hinweise und Tipps.

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Hi Steffi,

ich würde die Schilddrüse auf jeden Fall mal untersuchen lassen.

Was du beschreibst kenne ich von meinem SDU-Hund auch.

Bei ihm hatte es mit den Reizen zu tun. Je mehr, desto weniger war er ansprechbar.

Bei Spaziergängen mit wenig Reizen war er ein "lieber" Hund.

Je mehr Reize aber auf ihn zukamen, desto weniger konnte er diese verarbeiten.

Das schraubte sich dann so hoch, dass er fliegende Blätter anbellte :Oo

Jetzt, gut eingestellt, kann er gut damit umgehen.

Heute sind wir z.B. locker flockig an Ball spielendem Kind in einem kleinen Bogen vorbei.

Früher undenkbar!

LG

Birgit

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(bearbeitet)

Komischerweise ist er sonst ein sehr wesensfester Hund, das widerspricht sich also alles ein bisschen. Wir leben mitten in Berlin - laute Geräusche und sonstige Umwelteinflüsse lassen ihn absolut kalt. Seine plötzlichen "Aussetzer" richten sich also einzig und allein gegen Artgenossen.

Er kommt mir langsam wie ein verrückter schizophrener Hund vor. :no:

Ich hoffe ja schon fast, dass sein Hormonhaushalt vielleicht ein bisschen verrückt spielt und er sich deshalb manchmal so anstellt.

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Das erinnert mich an den Ausdruck Dr.Jekill und Mr.Hyde -Syndrom.

Ich kenne diesen Ausdruck im Zusammenhang bei Hunden mit einer Schilddrüsenunterfunktion.

Das Verhalten folgt keinem erkennbaren Muster, ist völlig willkürlich, Aggressionen treten urplötzlich, bei geringstem Anlass und /oder in nicht angemessener Form auf.

Hast du mal diverse Artikel /Berichte im Netz über Schilddrüse und Verhalten gelesen?

Dieser über die Airedalehündin Jule hat mich kürzlich sehr beeindruckt.

Es ist erstaunlich, welche tiefgreifenden Auswirkungen schon eine leichte Unterfunktion haben kann.

Würde ich an deiner Stelle mal testen lassen :)

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Hmm, aus der Entfernung hört sich das ohne andere Symptome plus seiner ganz guten Stresstoleranz nicht unbedingt nach SDU an.

Eher, wie wenn er seit dem Tod seiner Begleiterin das VH gegenüber anderen Hunden nachhaltig geändert hat.

Dass es so unterschiedlich auftritt, macht die Sache nicht erklärbarer...

Lass beim nächsten grossen Blutbild einfach sicherheitshalber noch ein komplettes Schilddrüsenprofil mitmachen. Dann erhältst Du vielleicht Anhaltspunkte. So oder so.

Hast Du alles durchforstet, was als mögliche Veränderung in seinem Alltag sonst noch aufgetreten sein könnte? Auch Kleinigkeiten könnten vielleicht eine Rolle spielen.

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Danke für diesen wirklich informativen Link. Ich erkenne da durchaus parallelen zu Hugos Verhalten - wenn dieses bei ihm auch längst nicht so krass ist.

Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich mit lockerer Leine an anderen Hunden vorbeikomme. Morgen kann er da schon wieder komplett ausrasten. :(

Auch sonst werde ich nochmal überlegen, ob irgendwas vorgefallen ist. Natürlich musste er in letzter Zeit viel wegstecken. Ein Umzug, Marthas Tod, ich gehe jetzt viel arbeiten und Hugo ist 3 Mal die Woche mit dem Gassi-Service unterwegs.

Genau da liegt auch der Punkt: Sind noch andere Hunde dabei macht es die Sache eher noch schlimmer, als wenn ich ganz allein mit ihm bin. Schon allein seiner Gassigängerin zuliebe muss Hugo bald wieder zuverlässig verträglich mit fremden Hunden werden.

Unabhängig vom gesundheitlichen Aspekt: Gibt es denn durchaus auch Hunde, die trotz einer solchen Vergangenheit sozial unverträglich werden? Er kommt ja aus Spanien und ist wie viele seiner Leidensgenossen super sozial hier angekommen und war es auch die letzten 3 Jahre.

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Kann es beim Gassi - Service zu einem Vorfall gekommen sein, der Dir nicht bekannt ist?

Geht er da alleine oder mit mehreren Hunden gleichzeitig? Sind nur Fragen, die mir kommen, um es einzugrenzen...

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Das mit dem Gassi-Service beginnt erst diese Woche. Fällt also auch aus. Der Fakt, dass er da nun allerdings 3 Mal die Woche "funktionieren" muss setzt uns ein wenig unter Druck und ich versuche alles in meine Überlegungen mit einzubeziehen.

Beim Gassi-Service sind sie insgesamt 4 Hunde. Das macht die Sache allerdings etwas schwieriger, weil er gern extra aufdreht. Vor allem, weil einer der anderen Hunde auch gern mal etwas forscher an Hundekontakte herangeht.

In unserem alten zuhause ist mir das auch alles gar nicht so sehr aufgefallen vielleicht, weil er da wenig an der Leine gehen musste, da wir den Wald gleich neben dem Haus hatten. Hier so mitten in Berlin muss man immer erst ein Stück an der Leine zurücklegen und auch den Parkanlagen muss er wegen dem Ordnungsamt oft an der Schlepp bleiben.

Die Umstände machen das gemeinsame Training halt auch sehr frustrierend. Immer dieses Auf und Ab stresst uns beide massiv.

Also auf dem Plan steht:

  • großes Blutbild
  • extra Schilddrüsenprofil

Jetzt muss ich hier nur erstmal einen Tierarzt finden, der auch wirklich was taugt.

Aufgrund meiner Erfahrungen mit Martha bin ich da eher skeptisch. Die meisten nehmen die Problematik leider nicht ernst oder haben einfach keine Ahnung davon.

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Ok. Dann fällt der Gassi - Service schonmal raus aus der Anamnese ;) .

Zum Schilddrüsenprofil kann ich Dir folgendes sagen (habe selbst dazu auch viel Anregung u. Ermutigung i. Forum erfahren):

Eigentlich ist es fast egal, welcher Tierarzt das einschickt u. ob er Deinen Wunsch für berechtigt hält oder nicht. Er soll einfach nur die Werte beantragen und einschicken.

Das Ergebnis kannst Du dann einem Spezialisten geben (telefonisch, e- mail, Fax) zur weiteren Besprechung.

Falls Du Adressen v. Spezialisten brauchst, gebe ich Dir ggf. gerne meine bzw. die im Forum öfters genannte.

Ein Versuch schadet nicht, auch wenn die Ursache mgl.weise nicht dort zu finden ist.

Hier ist ein link, welche Werte zu einem aussagekräftigen Blutbild gehören Blutbild mit Schilddrüse .

Was bleibt ist wohl, an seinem VH zu arbeiten - so oder so. Da muss man evtl. wieder neu anfangen mit kontrollierten Begegnungen und genügend Abstand. Dass er nun "funktionieren" muss, ist natürlich nicht so schön.

Viell. gibt es die Mglkeit, dass er die Hunde mal in Ruhe kennenlernen kann und lernt, einfach mitzugehen. Aber vermutl. wechselt die Gruppe, oder?

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Super, dann kümmere ich mich erstmal um die Blutwerte und kontaktiere dich dann vermutlich nochmal.

Die Hundegruppe ist immer die selbe und Hugo kennt und mag die anderen 3 auch sehr gern. Das ist gar nicht so das Problem.

Es geht eher darum, dass er in einer solchen Gruppe natürlich schwerer zu handeln ist, da nun eine Person die Augen auf 4 Hunde haben muss.

Ich werde mal nicht alle Pferde scheu machen und gucken, wie die ersten Wochen laufen. Glücklicherweise kennt er auch die Gassigängerin sehr gut, da sie sein ehemaliges Pflegefrauchen ist. ;)

Ich danke dir auf jeden Fall schonmal sehr für deine Hilfe.

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      Simone  

      in Hundeerziehung & Probleme


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