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Hundeforum Der Hund
Juline

Psychischer Zustand von Zwingerhunden

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Hallo zusammen,

vor einiger Zeit habe ich eine Schäferhündin kennen gelernt, die einen Großteil ihres Lebens allein in einem Zwinger im hinteren ziemlich reizlosen Garten verbringt. Sie wird so zweimal am Tag herausgeholt, mal ein Spaziergang, mal Unterordnung ("die wedd unner die Fuchtel genumme") im Garten.

Ich empfand sie als angespannt, schnell aggressiv, gestresst, explosiv, als sie draußen war (sie griff ohne Vorwarnung das Tschuli an, wir waren im Nachbargarten, kein Zaun dazwischen).

Nun möchte ich gerne wissen, was habt ihr für Erfahrungen, werden Zwingerhunde* automatisch nach einiger Zeit ---ich nenn`s mal: komisch, weil sie über längere Zeiträume sozial isoliert leben müssen, oder gibt es Hunde, die dennoch ausgeglichen, zufrieden und psychisch gesund sind?

Freue mich auf Antworten :)

LG Antonia

*P.S. mit dem Begriff "Zwingerhund" meine ich Hunde, die wirklich fast den ganzen Tag allein in so einem Teil verbringen müssen.

Nicht die kurz oder stundenweise geparkten Hunde und auch nicht die, die -vielleicht sogar zu zweit- während der Arbeitszeit des Halters in einem Gehege untergebracht sind.

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Der schlimmste Fall, den ich selber erlebt habe, war ein Hund, der aus einer ähnlichen Haltung kam.

Der drehte sich stundenlang im Kreis, wenn niemand dabei war.

Zu Artgenossen wurde er immer aggressiver und zur Ruhe kam er auch nur sehr schwer.

Was aus ihm geworden ist, weiß ich leider nicht.

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Ich habe eine Schottische Schäferhündin aus einem Zwinger geholt.

Der Zwinger war über dem Deckel einer Fäkaliengrube gebaut.

Die Hündin hat dort 7 Jahre verbracht, vielleicht 4 mal in der Woche für kurze Zeit raus geholt.

Die Hündin war die Liebe in Person, hörte sofort, besetzte das Sofa, war wachsam, aber nie aggressiv.

Ich habe sie bewundert.

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Ach ja, im Zwinger sprang die Hündin immer im Kreis und die Wände hoch, ununterbrochen, bis zur Erschöpfung.

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Zwingertrauma - eine logische Konsequenz aus einer solchen Haltung :(

Warum sich dennoch manche Hunde die Fähigkeit bewahren, ein völlig untraumatisches Verhalten zu zeigen, sobald sie aus dieser "Isolationshaft" befreit werden - kann nur vermutet werden.

Hunde aus solcher Haltung sollte man immer als "Überraschungspakete" nehmen, wo man sich freuen kann wenn es gut klappt - aber Plan B, C, D .... bereit halten für den Fall, dass es nicht so erfreulich verläuft (und sich gut überlegen, ob man die Möglichkeiten hat, für diese Pläne zu sorgen).

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Da gebe ich Dir recht, genau darum habe ich diesem Hund auch keinen Platz bieten können.

Denn einen Plan B,C,D hätte ich in diesem Fall nicht gehabt.

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Dann gehörst du zu denjenigen, die sich vorher Gedanken machen und nicht blauäugig in irgendetwas reinschlittern - finde ich toll :kuss:

Hm - für die Mitleser: Trotz aller Umsicht kann es DENNOCH passieren, dass man im Nachhinein feststellt, sehr "blauäugig" in etwas reingeschlittert zu sein, deshalb bitte jetzt nicht pauschal diese Blauäugigkeit als Vorwurf auffassen ;)

Ich habe da Letztens (von Richter Hold ;) ) den Spruch gehört:

"Klug sind wir Alle - die Einen vorher, die Anderen hinterher ..."

Ich gehöre auch mal zu den Einen ... und mal zu den Anderen :Oo

;)

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Wenn ein Hund permanent isoliert ist und am Tag vielleicht 1 mal raus darf ist es kein wunder dass er mit seiner Energie irgendwo hin muss.

Sehr schlimm finde ich das Verhalten des "Zwingerlaufens". Hunde laufen dann immer im Kreis, selbst wenn sie dann eigentlich nicht mehr im Zwinger sind, also eigentlich schon psychisch gestört sind.

Solche Stereotypien kann man vielleicht durch genügend Auslastung wieder hinbekommen, aber das dauert seeeehr lange. Wenn dieser Zustand allerdings zu lange besteht, bekommt man das wohl nicht mehr hin.

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Ich kannte mal einen Kettenhund, der 11 Jahre nur den Hof kannte und nie im Haus war.. er hatte Kontakt zu wenigen Menschen, und das auch nur sporadisch.. er war dann zwar sehr lieb und hätte niemals jemanden angegriffen, aber er hat sich oft wie unter Zwang die Füße aufgebissen.

Damals war ich noch zu jung um das umfassend einzuschätzen, aber heute denke ich, dass das Ausdruck einer psychischen Störung war.

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Dolly war 8 Monate ihres Lebens nur in einem Hinterhof. Bis sie zu mir kam. Sie kannte ihr Herrchen und dessen Mama (ca. 75 Jahre alt).

Sie hatte Angst vor Baumstümpfen, Wegweisern, großen Steinen...

Sie war aggresiv gegenüber Artgenossen, gegen Menschen und ganz extrem gegen Kinder (sprang mal so lange in den Würger bis sie bewusstlos umgefallen ist).

Nach 1,5 Jahren extrem Training habe ich das alles wegtrainiert. Es gibt immer Hoffnung. Sie fällt teilweise noch in das verhalten und läuft dann Runden um den Küchentisch....aber das unterbinde ich!

Inzwischen lebt sie mit einer 2. Hündin zusammen und ich kann sie frei mit anderen Hunden (Mali Rüden zumindest) laufen lassen. Ich habe sogar schon krabbelnde Kinder in der Wohnung gehabt....also gibt es für jeden Hund Hoffnung!

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